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Carl August Steinheil.jpg Carl August von Steinheil (* 12. August 1801 in Rappoltsweiler, Elsass; † 12. September 1870 in München) war ein deutscher Physiker.

Biografie


Steinheil studierte seit 1821 zu Erlangen die Rechte, anschließend in Göttingen und Königsberg Astronomie und lebte seit 1825 auf dem väterlichen Gut zu Perlachseck, mit astronomischen und physikalischen Arbeiten beschäftigt. Er war von 1832 bis 1849 Professor der Mathematik und Physik an der Universität München.

1839 konstruierte er eine tubusförmige Kamera aus verschiebbaren Pappröhren und fotografierte damit gemeinsam mit seinem Kollegen Franz Ritter von Kobell in München u.a. die Glyptothek und die Türme der Frauenkirche. Sie verwendeten dazu als lichtempfindliches Material Chlorsilberpapier. Die aufgenommenen Negative fotografierten sie nochmals ab und erhielten dadurch Positive. Diese runden Fotos hatten einen Durchmesser von ca. 4 cm. Das Verfahren nannten sie Steinheil-Verfahren. http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Technologie/Verfahren/Negativ/Steinheil-Verfahren/index.asp

1846 wurde er von der neapolitanischen Regierung zur Regulierung des Maß- und Gewichtssystems berufen. 1849 trat er als Vorstand des Departements für Telegraphie im Handelsministerium in österreichische Dienste, richtete ein fast vollständiges Telegraphensystem für alle Kronländer ein und beteiligte sich 1850 auch an der Gründung des Deutsch-Österreichischen Telegraphenvereins. 1851 folgte er einem Ruf der Schweizer Regierung zur Einrichtung des Telegraphenwesens in diesem Land, und 1852 kehrte er als Konservator der mathematisch-physikalischen Sammlungen und Ministerialrat im Handelsministerium nach München zurück; auch gründete er daselbst 1854 die optisch-astronomische Anstalt C. A. Steinheil und Söhne in München, aus welcher ausgezeichnete Teleskope, Spektroskope, ein erstes Photometer, was zur Helligkeitsmessung taugte, und ab 1852 große Refraktoren und Reflektoren mit versilberten Spiegeln hervorgingen. Sie wurde nach 1862 von den Söhnen Steinheils weitergeführt.

Steinheil gilt als der wissenschaftliche Begründer der elektromagnetischen Telegraphie, entdeckte die Bodenleitung, konstruierte den ersten Drucktelegraphen, der indes keinen Eingang in die Praxis fand, erfand die elektrischen Uhren, konstruierte ein sinnreiches Pyroskop, fertigte das erste Daguerreotypbild in Deutschland, vervollständigte und begründete die Gesetze der Galvanoplastik, konstruierte ein Zentrifugalwurfgeschütz, mehrere optische Instrumente etc. Auch bei der Feststellung der bayrischen Maße und Gewichte und durch Verbesserung der Bier- und Spirituswaagen erwarb er sich Verdienste. Zusammen mit Ludwig Seidel führte er fotometrische Messungen durch.

Siehe auch: Steinheilschrift

Trivia


Die Steinheilstraße in der Maxvorstadt in München ist nach ihm benannt.

Weblinks


Quellen


Mann | Deutscher | Physiker (19. Jh.) | Fotopionier | Persönlichkeit der Elektrotechnik | Geboren 1801 | Gestorben 1870 | Edeldruckverfahren (Person)

Carl August von Steinheil | Штейнгейль, Карл Август

 

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