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Carl Alexander Heideloff (* 2. Februar 1789 in Stuttgart; † 28. September 1865 in Haßfurt; auch Karl Alexander (von) Heideloff) war ein Architekt und Denkmalpfleger.

Leben


Heideloff machte in Stuttgart unter Leitung seines Vaters als Bühnenmaler seine ersten Studien auf der Kunstakademie und bildete sich hierauf in der Architektur aus.

Nach fünfjähriger Tätigkeit (ab 1816 am Hof zu Coburg und hauptsächlich als Maler) fand Heideloff 1819/20 als städtischer Baumeister und 1822 als Professor an der polytechnischen Schule zu Nürnberg Anstellung, wo er später auch zum Konservator der Kunstdenkmäler ernannt wurde. (Die Gründung der polytechnischen Schule ging auf eine von Heideloff privat unterhaltene Fortbildungsanstalt für die von ihm beschäftigten Handwerker zurück.) Er widmete seine Tätigkeit zunächst meistens den Baudenkmälern Nürnbergs und dessen Umgegend. In späteren Jahren war Heideloff jedoch in ganz Deutschland - und darüber hinaus - ein gesuchter Architekt. 1824-26 unternahm er eine Reise nach Frankreich, um dort die Baukunst der Gotik zu studieren. 1830 erwarb er das Nürnberger Bürgerrecht und heiratete. 1843 war er zu Besuch beim Fürsten Pückler in Muskau.

Zwischen 1832 und 1852 schrieb er eine Reihe kleinformatiger Lehrbücher für Architekturstudenten (z. B. „Der kleine Byzantiner: Taschenbuch des byzantinischen Baustyles“).

Im Jahr 1856 zog er nach seiner Pensionierung (aufgrund eines Gehörleidens) nach Haßfurt; dort verstarb er am 28. September 1865. Sein Grab findet sich auf dem Friedhof der - von ihm restaurierten Ritterkapelle - zu Haßfurt.

Werk und kunstgeschichtliche Einordnung


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Heideloff war ein typischer Vertreter des später geschmähten Historismus. Er bewunderte die mittelalterliche Architektur so sehr, dass sie ihm für andere Arbeiten – so etwa die Stadtkirche St. Peter in Sonneberg – als Vorbild diente.

Der neue Altaraufsatz zu St. Sebald in Nürnberg, der Dürerbrunnen, das restaurierte Portal der Frauenkirche, der gänzliche Umbau und die Ausstattung der St. Jakobskirche sind Zeugnisse seines Strebens, den gotischen Stil in puristischer Reinheit wieder einzuführen. Auch der Bau des mit Balkon und Säulen aus Gusseisen geschmückten Plattnerschen Hauses in Nürnberg fällt in seine Zeit als Nürnberger Stadtbaumeister.

Unter den außerhalb Nürnbergs nach seinen Plänen ausgeführten bzw. restaurierten Bauten zeichnen sich das Lustschloss Reinhardsbrunn, der Rittersaal im Schloss Ehrenburg in Coburg, das Schloss Landsberg und die Begräbniskapelle bei Meiningen, das Schlößchen Rosenburg bei Bonn, der Neubau des durch Hauffs Erzählung berühmten Schlosses Lichtenstein und die zierliche Kapelle des Schlosses Rheinstein bei Bingen aus. Auch an der Restaurierung des Bamberger Doms 1831-34, der St.-Jakobs-Kirche zu Rothenburg 1852-57 und des Heilig-Kreuz-Münsters in Rottweil war er beteiligt.

Er hat sich in der Wiederaufnahme der Gotik nicht nur von allem Kleinlichen fern zu halten, sondern auch das mit den damaligen Mitteln Erreichbare mit großem Schönheitssinn zu behandeln gesucht. Jedoch auch in anderen Stilen betätigte er sich. So errichtete er in der Nürnberger Rosenau für den neureichen Industriellen Johann D. Wiß die „Alhambra“, einen Prachtbau im „indischen“ Stil; für den württembergischen König entwarf er 1840 ein „moreskes“ Lusthaus.

Zusammen mit dem Zeichner und Radierer Georg Christoph Wilder zählt Heideloff zu den Wegbereitern der historischen Denkmalpflege in Franken. Mit Karl Friedrich Schinkel teilt er sich den Ruf, den Gedanken der Denkmalpflege in Deutschland entscheidend gefördert zu haben. Sein Ruhm als „Stararchitekt“ jedoch erlosch so rasch wie er entstanden war.

Außer seinen zahlreichen Bauten und Umbauten schuf Heideloff früher mehrere Historiengemälde in Öl, darunter zehn großformatige Darstellungen aus der bayrischen und brandenburgischen Geschichte für die Orangerie in Ansbach (1945 untergegangen)

Auch war er als Vorlagengeber/Zeichner von Zinnfiguren tätig.

Literarische Werke

Unter Heideloffs zahlreichen Schriften sind hervorzuheben:

  • "Die Lehre von den Säulenordnungen" (Nürnberg 1827)
  • "Der kleine Vignola" (Nürnberg 1832)
  • "Die architektonischen Glieder, deren Konstruktion, Zusammenstellung und Verzierung" (Nürnberg 1831, 2 Hefte)
  • "Nürnbergs Baudenkmäler der Vorzeit" (Nürnberg 1838-43, 2. Ausg. 1855)
  • "Die Ornamentik des Mittelalters" (Nürnberg 1838-52, 24 Hefte).

Nachlass


Der schriftliche Nachlass liegt im Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum.

Literatur


  • Claus Pese: Mehr als nur Kunst. Das Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum, Ostfildern-Ruit 1998 (Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum, Bd.2), S.19-22.

Weblinks


Mann | Geboren 1789 | Gestorben 1865 | Deutscher | Deutscher Architekt

Carl Alexander Heideloff

 

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