Cao Cao (; * 155; † 15. März 220), Kindsname A-Man (), Hofname Mengde (; * 155, † 15. März 220), war ein regionaler Kriegsherr und letzter Kanzler der Han-Dynastie im alten China. Er war eine der zentralen Figuren der Zeit der Drei Reiche und legte den Grundstein für die Wei-Dynastie, auch bekannt als Cao Wei. Sein Sohn verlieh ihm postum den Titel Kaiser Wu von Wei () und den Tempelnamen Taizu (). Obwohl sein Wesen in der Geschichte der Drei Reiche und anderen volkstümlichen Schriften als verschlagen gilt, war Cao Cao ein brillianter Herrscher, Militärstratege und Dichter.
Cáo Cāo war der Adoptiv-Enkel eines Eunuchen und stieg mit Hilfe fremdländischer Soldateska (Söldner, Banditen und Vagabunden jeder Herkunft (Han-Chinesen, Barbaren) zum Machthaber Nordchinas auf.
Ab 184 erschütterte der Aufstand der Gelben Turbane das Land. Dadurch kamen die Generäle an die höchste Macht, welche mit der Unterdrückung dieses Aufstandes betraut waren. Einer davon, Dong Zhuo, ein Abenteurer aus Kansu, setzte 189 einen letzten Kaiser (Xian, 190-220) auf den Thron und plünderte die Hauptstadt Luoyang. 192 wurde er wegen seiner Grausamkeit von Lü Bu ermordet, und zu diesem Zeitpunkt begann Cáo Cāos Aufstieg.
Cáo Cāo beseitigte seine Rivalen, bemächtigte sich dann 196 der Person des Kaisers Xian und übte die tatsächliche Gewalt in seinem Landesteil aus, während dem Kaiser nur der leere Name blieb. 200 besiegte Cáo Cāo seinen Rivalen Yuan Shao in der Schlacht von Guandu. Yuan Shaos jüngster Sohn Yuan Shang, der von seinem Vater zum Nachfolger erkoren war, setzte sich in den Streitigkeiten gegen seinen älteren Bruder Yuan Tan durch, den er besiegte und vertrieb. Yuan Tan begab sich zu Cáo Cāo, der mit seiner Hilfe Yuan Shang besiegte und Yuan Tan als Herrscher einsetzte. 205 jedoch verriet Cáo Cāo ihn und tötete ihn, zwei Jahre später auch seine nach Wuwan zu Gongsun Zan geflohenen Brüder Yuan Shang und Yuan Xi.
Im Jahr 211 bemächtigte sich Cáo Cāo auch der zweiten Hauptstadt Chang'an und 216 machte er sich zum König von Wei. Damit war Nordchina wieder vereint.
Cáo Cāo bemühte sich um den Wiederaufbau und Wiederbesiedlung seines Landes. Er verschärfte auch das Strafrecht, so dass kurz nach seinem Tod ein neues Gesetzbuch entstand, das in seiner Komplexität dauerhaften Einfluss hinterließ (das Xinlü 220). Weitere Maßnahmen, wie die Schaffung einer Kaste von Berufssoldaten (shijia), blieben nicht von Dauer. Cáo Cāo schloss ferner ein Bündnis mit den Süd-Hsiung-nu, deren Macht dadurch wieder zunahm.
Andere Heerführer waren aber nicht gewillt, Cáo Cāos Aufstieg hinzunehmen. Hier kam der Auftritt des Volkshelden Zhuge Liang, der zwei Gegner Cáo Cāos zu einem Bündnis bewegen konnte. Liu Bei (König der Han von Schu, 161-223) und dessen Schwager Sun Quan (König von Wu, 185-252) schlugen Cáo Cāos Armee und Flotte 208 in der Schlacht am Roten Felsen am Yang-tse und brachten dessen Expansion nach Süden so zum Stillstand.
220 wollte Cáo Cāo dann selbst den Kaiserthron besteigen, starb aber kurz zuvor in Luoyang. Sein Sohn Cao Pi (reg. 220-226) folgte ihm als König von Wei (Wei-Dynastie 魏, 220 - 265). Als Cao Pi von den Ratgebern ersucht wurde, auch den Kaiserthron zu besteigen, dankte Xian Di ab (220) und starb 14 Jahre später. Die Zeit der Drei Reiche begann. Cáo Cāos Wei-Reich wurde dabei schon 265 durch einen Kanzler aus der Familie Sima beseitigt, der die Jin-Dynastie gründete.
Die Geschichten um Zhuge Liang, Cáo Cāo, Liu Bei u. a. sind Bestandteil der 36 Strategeme, einer chinesischen Sammlung historischer Tricks und Täuschungen, und daher sehr bekannt. Grosse Bekanntheit hat sein Name auch durch seine Kommentare zu Sunzi, die Teil des Strategieklassikers Die Kunst des Krieges von Sunzi geworden sind.
Cao Cao wurde außerdem Namensgeber für ein chinesisches Sprichwort: 说曹操,曹操就到 shuō Cáo Cāo, Cáo Cāo jiù dào – wörtlich: spricht man von Cáo Cāo, so ist er schon da, eine Analogie zum deutschen Sprichwort wenn man vom Teufel spricht, dann kommt er.
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