Canterbury * (von
altenglisch Cantwaraburig für „Burg der Leute von Kent“) ist eine Universitätsstadt mit 42.258 Einwohner (2001) in der
Grafschaft Kent im Südosten
Englands.
Geschichte
Canterbury (lateinisch:
Durovernum Cantiacorum; britisch: duro = "
Fort", verno = "
Sumpf") war bereits ein Verwaltungszentrum der
Römer. Selbst aus dem
Neolithikum und der
Bronzezeit sind Siedlungsspuren nachzuweisen.
Kultur
Religion
Kathedrale von Canterbury
Die
Kathedrale von Canterbury ist die Grabstätte von König
Heinrich IV. von England und von
Edward von Woodstock dem Schwarzen Prinzen. Ihre größte Berühmtheit jedoch entspringt dem Mord an
Thomas Becket im Jahre
1170. Aus diesem Grund hat sich Canterbury als ein
Wallfahrtsort entwickelt und Menschen inspiriert, etwa
Geoffrey Chaucer, der seine
Canterbury Tales 1387 schrieb. Die Stadt wird ebenso in einem Atemzug mit
Thomas Morus genannt.
Augustinus von Canterbury
Der Apostel der Angelsachsen,
Augustinus von Canterbury war der erste
Erzbischof von Canterbury. Er wurde von
Papst Gregor I. im Jahr
597 zu
Ethelbert von Kent,
Bretwalda von
England, gesandt, wobei er von
Laurentius von Canterbury, dem späteren zweiten Erzbischof, begleitet wurde.
Augustinus ließ eine alte Kirche in Canterbury als seine Kathedrale wieder aufbauen und neu weihen und gründete dazu ein Kloster. Ein zweites Kloster wurde St. Peter und St. Paul außerhalb der Stadtmauern.
Anselm von Canterbury
Der italienische Philosoph und Theologe
Anselm von Canterbury wurde im Jahr 1093 Erzbischof von Canterbury, musste aber zwei Mal ins Exil gehen, da er sich sich mit
William II. und mit
Henry I. über die Frage der
Laieninvestitur zerstritt.
Erzbischof von Canterbury
Canterbury ist der Sitz des
Erzbischofs von Canterbury, dem geistlichen Oberhaupt der
Kirche von England und der
anglikanischen Kommunion, dessen
Bischofssitz die
Kathedrale von Canterbury isst. Die Erzbischöfe von Canterbury werden seit dem Bruch
Heinrichs VIII. mit
Rom vom englischen König (später
britischen König) bestimmt.
Bildung
Zu den Bildungseinrichtungen gehören die
University of Kent, das
Chaucer College, eine Graduiertenschule für japanische Studenten und das "
Franciscan International Study Centre"
*, eine Schule für den Orden der
Franziskaner. Außerdem gab es von 1848 bis 1976 das "
St. Augustine's College", ein theologisches Seminar der Anglikanischen Kirche.
The King's School wurde im Jahr 597 vom Heiligen Augustinus gegründet und ist die älteste erhaltene Schule der Welt.
Canterbury in der Literatur
Canterbury_Tales.png, Holzschnitt von 1484]]
In Canterbury spielen die
Canterbury Tales (deutsch: "
Canterbury-Geschichten") des mittelalterlichen Dichters
Geoffrey Chaucer. Diese Erzählungen sind in eine
Rahmenhandlung eingebunden, die von einer
Pilgergruppe auf ihrem Weg von
London nach
Canterbury handelt, wo sie das Grabmal von
Thomas Becket in der Kathedrale besichtigen wollen.
Die Themen der Erzählungen variieren, beinhalten die höfische Liebe, Verrat und Habsucht. Die Genres variieren ebenso, es gibt Romanzen, bretonische Lai (kurze rhythmische Erzählungen), Predigten und Fabeln.
Hier ein Beispiel aus dem mittelenglischen Text des 14. Jahrhunderts:
- Bifil that in that seson, on a day,
- In Southwerk at the Tabard as I lay
- Redy to wenden on my pilgrymage
- To Caunterbury with ful devout corage,
- At nyght was come into that hostelrye
- Wel nyne and twenty in a compaignye
- Of sondry folk, by aventure yfalle
- In felaweshipe, and pilgrimes were they alle,
- That toward Caunterbury wolden ryde.
Sehenswürdigkeiten
Neben der Kathedrale bietet die Innenstadt von Canterbury noch weitere Sehenswürdigkeiten:
Als Erstes wäre da die Fußgängerzone der Altstadt zunennen, die noch zahlreiche Fachwerkbauten aufweist, vor allem in der engen, Mercery Lane bietet sich ein geschlosenes Ensemble mit vorkragenden Stockwerken. An der High Street liegt die Queen Elisabeth Guest Chamber mit Stuckarbeiten, Auf der gegenüber liegenden Straßenseite steht das Gasthaus Chequers of Hope, das bereits Chaucer in seinen Canterbury Tales erwähnt.
Museen
Das
Canterbury Heritage Museum informiert über die Stadtgeschichte in eindrucksvollen Inszenierungen, während das
Canterbury Tales Museum über Chaucer und seine Zeit berichtet.
Wirtschaft und Verkehr
Canterbury hat zwei Bahnhöfe und liegt an der
Autobahn A2 nach London. Über das Schienennetz ist die Stadt an den
Eurostar angebunden, der in
Ashford (in 25 Kilometer Entfernung) hält. Das Straßennetz verbindet Canterbury über die Autofähren des benachbarten
Dover mit dem europäischen Festland.
Bevölkerung
- 1801: 9.500
- 1861: 16.700
- 1921: 18.900
- 1961: 30.408
- 2001: 42.258
Im Jahr 2001 bezeichneten sich 94 % der Bevölkerung als Weiße. Keine andere Gruppe hat mehr als 2 % Bevölkerungsanteil.
Die rund 42.000 Einwohner auf einer Fläche von 23.54 km² ergeben eine Bevölkerungsdichte von 1.795 Personen pro Quadratkilometer.
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Ort in England
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