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Canon (jap. キヤノン kyanon) ist ein japanisches Unternehmen mit Sitz in Tokio, das 1933 unter der Bezeichnung Seikikōgaku kenkyūsho (jap. 精機光學研究所, Labor für optische Präzisions-Instrumente oder Precision Optical Industriy Co. Ltd.) von Yoshida Goro, Uchida Saburo und dem Arzt Takeshi Mitarai gegründet wurde. Das ursprüngliche Ziel des Unternehmens war, preisgünstige Nachbauten der damals weit verbreiteten Kleinbildkameras von Leica, Contax und Rolleiflex herzustellen.

Der Firmenname


Der Firmenname Canon (キヤノン), der am 26. Juni 1935 angemeldet wurde, leitet sich wohl von der Bezeichnung des ersten Kameraprototypen ab, der nach der buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit Kwanon (觀音 kannon) genannt wurde.

Produktpalette


Canon ist heute der größte Kamerahersteller der Welt; das Unternehmen bietet jedoch auch eine umfangreiche Produktpalette im Bereich des Digital Imaging, die unter anderem Scanner und Drucker umfasst. Daneben bietet der Hersteller Videokameras, Ferngläser sowie Fax- und Kopiergeräte an; seit einigen Jahren wird die Produktpalette um Produkte wie Maskenjustierer und Stepper für die Halbleiterproduktion sowie Sonnenkollektoren ergänzt.

Produktgeschichte der Kameras


Canon FTb.JPG | Canon_at1.jpg | Canon A1.JPG | Canon AE1 Program.JPG | Canon AL1.JPG | Canon AV1.JPG | Canon EOS500.JPG | IMG 2176.JPG

Bis Juni 1934 wurden erste Prototypen unter der Bezeichnung Kwanon entwickelt und vorgestellt, die optisch sehr stark an die Leica I erinnerten. Noch existierende Exemplare werden heute zu Preisen von 30.000 bis 40.000,- Euro gehandelt. Im Februar 1936 brachte Canon die "Hansa Canon" für 275 Yen auf den Markt. Ab 1939 ergänzten die Leica-Nachbauten Canon S, J, NS und JS das Angebot.

In den folgenden 25 Jahren bestimmten hauptsächlich Kleinbild-Messsucherkameras und dazugehörige Objektive (Leica-Schraubgewinde) das Angebot. Mit der Canon-V entwickelte sich ab 1956 das typische "Canon-Design" das bis in die 90'er Jahre bestimmend war. Als einzige Kleinbildkamera brachte Canon Schnellspannhebel, Filmrückspulkurbel, aufklappbare Rückwand und (ab 1961) eingebaute Belichtungsmesser. Weitere Modelle waren die Canon V-T (mit Schnellspannhebel im Bodendeckel), Canon VI (mit verstellbarer Suchervergrößerung), Canon-P und Canon-7, die mit den besten Messsucherkameras von Leitz und Nikon konkurrierten. In den frühen 60'er Jahren wurden auch hervorragende und kompakte Objektive entwickelt, die noch als FL- und FD-Linsen weiter produziert wurden, beispielsweise das 1.8/85, 1.4/50 oder 2.0/35. Unter den japanischen Herstellern Zunow, Nikon und Canon entstand zu einer Zeit, wo Farbfilme zwischen 10 und 25 ASA Empfindlichkeit hatten, ein prestigeträchtiges Rennen um die lichtstärksten Objektive. Am berühmtesten war das lichtstärkste jemals serienmäßig gebaute Normalobjektiv 0.95/50, das nur an die Canon-7 passte. Um 1968 wurden die Kleinbild-Messsucherkameras von Canon eingestellt. Der Markt für anspruchsvolle Amateuer- und Profikameras verlangte jetzt nach Spiegelreflexkameras. Canon produzierte mittlerweile auch Filmkameras, kleine automatische Kleinbildkameras und Tischrechner.

Die Spiegelreflexkameras der F-Serie, welche im April 1964 mit der Canon FX eingeführt wurde, läuteten den Siegeszug von Canon ein. Mit der FT QL (QL= Quick Load) wurde im März 1966 eine stark vereinfachte Filmeinlegung eingeführt, bei der man den Kleinbildfilm nicht mehr mühsam einfädeln musste. Der Film musste lediglich eingelegt und bis zu einer Markierung herausgezogen werden. Nach dem Schließen der Rückwand wurde der Film durch manuelles Spannen automatisch weitergeführt, wie man es von heutigen motorbetriebenen Kameras kennt. Dieses gut funktionierende QL-System setzte sich jedoch vorerst nicht durch und wurde nur in den Modellen FT, FTb, TL und Pellix angeboten. Dieser F-Serie entstammt auch die berühmte Canon F1, welche parallel zur nachfolgend angebotenen A-Serie noch lange angeboten wurde. Modelle der F-Serie: FX, FP, Pellix, FT QL, Pellix QL, TL QL, F1, FTb QL, FTb-N QL, EF, TX, TLb, New F1. Die F1-Modelle gab es auch alternativ mit motorischem Filmtransport. Eine Besonderheit stellt die im Sept. 1972 auf der Photokina Köln vorgestellte "Schnellschusskamera" F-1 mit 8 bis 10 Bildern/Sekunde dar, die einen Membranspiegel besitzt, der nicht hochschwingt, weil er als teildurchlässiger Spiegel ausgeführt ist. Dadurch kann der Fotograf ein bewegtes Objekt stets im Sucher behalten. Die Kamera hat seinerzeit rund 3000,- DM gekostet und wurde nur auf Bestellung an Profifotografen geliefert.

Im April 1976 brachte Canon mit der AE-1 mit Blendenautomatik das erste Modell der A-Serie auf den Markt, welche die bisherige Kameratechnik revolutionieren sollte. Die im April 1978 erschienene A-1 gilt noch heute als Meilenstein der Kameratechnik. Sie verfügte über fünf Automatikprogramme, darunter auch eine Voll-, also Blenden- und Zeitautomatik. Das von der Kamera errechnete Zeit-/Blendenverhältnis wurde erstmals digital im Sucherfenster eingeblendet. Die Helligkeit dieser Anzeige passte sich zudem noch den Lichtverhältnissen an. In Verbindung mit dem dazugehörigen Motor kann sie bis zu 5 Bilder/Sekunde aufnehmen, ein Wert, der zu FD Zeiten nur noch von der F-1 übertroffen wurde. Mit der im März 1982 eingeführten AL-1 QF (QF= Quick-Focus) wurde ein Vorläufer des Autofokus eingeführt. Im Sucherfenster befanden sich drei Leuchtdioden, zwei Rote in Form von Richtungspfeilen nach links und rechts sowie eine runde, grüne in deren Mitte. Die roten Leuchtdioden zeigten die notwendige Drehrichtung des Objektives an, die Grüne leuchtete dann bei der korrekten Fokussierung auf. Gleichzeitig entfielen der Schnittbildindikator sowie der Mikroprismenring auf der Mattscheibe. Modelle der A-Serie: AE-1, AT-1, A-1, AV-1, AE-1 Program, AL-1.

Die F- und A-Serie von Canon ist sehr robust. Selbst erste Modelle der F-Serie, mittlerweile 40 Jahre alt, funktionieren in der Regel noch heute problemlos und zeigen keinerlei Verschleiß. Bei der rein mechanischen F-Serie stellt heute die Stromversorgung für den Belichtungsmesser jedoch ein Problem dar, da diese durch 1,35 Volt Quecksilberbatterien erfolgt, welche nicht mehr vertrieben werden dürfen. Eine Ausnahme stellt die EF dar, welche aufgrund einer aufwändigen Spannungsversorgung des Belichtungsmessers auch mit problemlos erhältlichen 1,5 Volt Alkali Batterien betrieben werden kann. Bei der A-Serie kommt es bei seltener Benutzung der Kamera oftmals zum sogenannten "Keuchhusten", welcher sich durch ein quietschendes Geräusch beim Auslösen bemerkbar macht. Die Ursache hierfür ist eine verharzte Spiegelbremse.

Im März 1983 wurde mit der T-50 die T-Serie eingeführt. Diese Kameras hatten ebenfalls noch keinen Autofokus, die FD-Objektive der F- und A-Serie konnten somit an dieser Serie weiterverwendet werden. Die T-Serie wurde mit Hilfe von Digitalanzeigen auf dem Gehäuse und im Sucher eingestellt. Die Einstellung erfolgte durch Druckknöpfe. Die T-90 stellte letztendlich das letzte aber auch das am besten ausgestattete Modell mit dem Canon FD Bajonett dar. So beherrscht die T-90 wahlweise die Multi-Spotmessung, enthält eine TTL-Blitzautomatik, und erreicht mit ihrem eingebauten Motor eine Serienbildrate von 4,5 Bildern/Sekunde. Ihr für die gesamte Kameraentwicklung wegweisendes Produktdesign stammt von Luigi Colani.

Eine Besonderheit ist die T-80: sie war die erste Spiegelreflexkamera von Canon mit echtem Autofokus. Voraussetzung hierfür sind spezielle und recht unförmige Spezialobjetive (AC 50mm f/1.8, AC 35-70mm f/3.5-4.5, AC 75-200mm f/4.5), die einen Fokusmotor beinhalten und über zusätzliche Kontakte mit der Kamera kommunizieren. Dennoch besitzt die T-80 das FD Bajonett und ist somit voll kompatibel zu allen anderen, manuellen FD und FL Objektiven. Modelle der T-Serie: T-50, T-60, T-70, T-80, T-90

Canon stellte mit der EOS 650 seine erste Autofokus-Spiegelreflexkamera mit dem völlig neuen EF Bajonett für das Kleinbildformat im März 1987 vor – zwei Jahre nach dem Mitbewerber Minolta; der Autofokusmotor sitzt bei den Canon EF-Objektiven allerdings nicht im Gehäuse, sondern im Objektiv; im September 1989 wurden die nahezu lautlosen Ultraschall (USM)-Motoren vorgestellt. Mit der EOS 1 gelang es Canon erstmals mit den bis dahin dominierenden Nikon-Kameras gleich zu ziehen. Aufgrund der schnelleren USM-Superteles wurde Canon innerhalb weniger Jahre sogar zur führenden Marke unter Sportfotografen. Modelle der analogen EOS-Serie: 650 QD, 620, 750 QD, 850, 600, 1, RT, 10, 700, 100 / Elan (USA), 1000F QD, 1000F, 1000N, 5, 500, Rebel X (USA), 1N, 1N HS, 1N DP, 5000, 888 (Asien), 1N RS, 50, 50E, 500N, IX, IX7, 3, 3000, 88 (Asien), 300, 300 QD, 1V, 30, KISS III L (Japan), 3000N, 300V, 300X, 3000V, 30V, 33V.

Canon bietet Digitalkameras seit etwa 1984 an. Die erste erhältliche Kamera war die Canon RC-701 der RC-Modellreihe. Später folgten digitale Kompaktkameras der Reihen PowerShot und Digital IXUS sowie digitale Spiegelreflexkameras der Serie EOS Digital.

Das Kerngeschäft von Canon ist auf hochwertige Spiegelreflexkameras gerichtet.

Unternehmen


Seit 2002 ist Canon in Westeuropa Marktführer bei Digitalkameras. Die Rekordumsätze, die das Unternehmen etwa seit der Jahrtausendwende erwirtschaftet, resultieren vor allem aus dem sprunghaft gestiegenen Absatz von Digitalkameras.

2003 erwirtschaftete Canon einen Rekordumsatz von 3.198 Milliarden Yen (rund 24,1 Milliarden Euro; 2002: 2.940 Milliarden Yen, rund 22,2 Milliarden Euro). Der operative Gewinn lag bei 454,4 Milliarden Yen (rund 3,4 Milliarden Euro; 2002: 346,4 Milliarden Yen, 2,6 Milliarden Euro).

Ebenfalls im Jahr 2003 erreichte Canon in Japan zum ersten mal in der Unternehmensgeschichte die Marktführerschaft für Digitalkameras. Mit einem Marktanteil von etwa 19% verdrängte Canon den bisherigen Spitzenreiter und Konkurrenten Fuji Photo Film (14,9 Prozent) sowie Sony (15,3 Prozent).

Canon Deutschland

Die erste deutsche Niederlassung wurde 1973 unter dem Namen Canon Copylux GmbH in Düsseldorf gegründet und zog ein Jahr später nach Willich. 1990 wurden die Unternehmen Canon Copylux und Canon Rechner Deutschland zur Canon Deutschland GmbH zusammengelegt. Canon unterhält seit 1995 in Krefeld eine Handelsniederlassung. Zum 1. Juli 2001 kam dann mit der ehemaligen Canon Europhoto GmbH die Kamerasparte an Bord, die zuvor ihren Sitz im benachbarten Willich hatte.

Canon Deutschland erwirtschaftete 2001 einen Jahresumsatz von 874,4 Millionen Euro und beschäftigte rund 1.100 Mitarbeiter (Quelle: Canon Deutschland). Im ersten Halbjahr 2004 erreichte Canon ein Wachstum von 33 Prozent.

Canon Österreich

Die österreichische Niederlassung wurde 1975 mit ihrer Zentrale in Wien gegründet. 1994 wurde die Canon CEE GmbH aus der Exportabteilung der Canon Österreich GmbH ausgegliedert und übernahm den Export in die Zentral- und Osteuropäischen Staaten und gründete dort Tochterfirmen und Büros. Geschäftsführer ist derzeit Herr Dipl.Ing. Peter Baldauf. In den Jahren 2005/2006 wurden die verschiedensten Teile Österreichs in sogenannte CBC (Canon Business Center) aufgeteilt. Diese CBC agieren größtenteils unabhängig von der Zentrale (außer Marketing,...)

Kritik zum Datenschutz

Im Jahre 2004 erhielt die Canon Deutschland GmbH die Negativ-Auszeichnung Big Brother Award für das Einbetten einer unsichtbaren weltweit einmaligen Geräte-Kennung in sämtliche Farbkopien von professionellen Farblaserkopierern, um bei jeder Kopie nachvollziehen zu können, welches Gerät benutzt wurde. Somit wäre es prinzipiell möglich, den Urheber eines anonymen Protestschreibens oder den Erzeuger von Demonstrationsaufrufen räumlich, bis hin zu exakt, einzukreisen. Dies gilt aber auch und insbesondere für Fälscher von Banknoten, die häufig derartige Geräte nutzen. Weitere Informationen zu der Auszeichnung finden sich auf der Website des Big Brother Awards.

Siehe auch


Weblinks


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