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Cannstatter-Volksfest.jpg | Cannstatter-fruchtsaeule-2004.jpg Das Cannstatter Volksfest (auch Cannstatter Wasen genannt, oder kurz Wasen) ist ein zweiwöchiges Volksfest, das jährlich von Ende September bis Anfang Oktober auf dem Cannstatter Wasen, einer Veranstaltungsfläche im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt, direkt am Neckar veranstaltet wird. Das Pendant zum Volksfest ist das jährliche Stuttgarter Frühlingsfest (Dauer: drei Wochen).

Daten und Fakten


Nach dem Oktoberfest in München wird das Cannstatter Volksfest heute oft als das zweitgrößte Europas oder gar der Welt bezeichnet. Allerdings gibt es hierfür keine verlässlichen Statistiken. Mitte der 1990er Jahre ließen die Volksfest-Organisatoren eine offizielle Besucher-Zählung durchführen. Nachdem diese aber weit niedrigere Besucherzahlen zu Tage förderte, als bis dato veröffentlicht, wurde die exakte offizielle Zählung wieder eingestellt.

Laut Veranstalter Andreas Kroll, Geschäftsführer der „in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft“, haben 2005 ca. 3,5 Millionen Menschen das 160. Cannstatter Volksfest besucht, was einer Steigerung gegenüber 2004 um 15% entspricht.

Die Freifläche auf dem Cannstatter Wasen beträgt ca 35 ha.

Das schwäbische Volksfest beginnt normalerweise eine Woche später als das Münchner Oktoberfest und wird damit der Bezeichnung Oktoberfest eher gerecht.

Geschichte des Cannstatter Volksfestes


Erstmals gefeiert wurde das Cannstatter Volksfest 1818. Gedacht als „jährlich am 28. September zu Kannstadt abzuhaltendes landwirtschaftliches Fest“. Der Anlass war die Schaffung einer landwirtschaftlichen Unterrichtsanstalt, als Reaktion auf viele Hungersnöte und Missernten. Diese Unterrichtsanstalt ist heute bekannt als Universität Hohenheim.

Bereits im ersten Jahr war das Volksfest ein großer Erfolg. Es wurde von weit mehr als 30.000 Gästen und Mitwirkenden berichtet.

Mit der Zeit wurde das Cannstatter Volksfest größer und gewann an Bedeutung. Im 19. Jahrhundert dauerte das Fest zunächst nur einen einzigen, später drei, dann vier, ab den 1920er Jahren schließlich fünf Tage. Zu Beginn der 1950er Jahre wurde der Wasen dann auf zunächst zehn, dann zwölf und seit 1972 auf die heute üblichen 16 Festtage ausgedehnt.

Zunächst gab es noch wenige so genannte „Volksfest-Buden“ mit Schaustellern und Bierausschank. Sie wurden zugunsten der königlichen Loge und der Honoratioren-Tribünen an den Rand des eigentlichen Festgeländes verbannt.

Bereits 1860 kam es in Folge der zunehmenden Schausteller-Zahlen zu der heute typischen Anordnung in drei Hauptstraßen und zahlreichen Nebenstraßen, um den von Jahr zu Jahr immer größer werdenden Besucherzahlen genügend Platz zu lassen.

Das Cannstatter Volksfest wird stets am vorletzten Samstag im September um 11 Uhr durch den Stuttgarter Oberbürgermeister mit dem Fassanstich eröffnet.

Festzelte


Auf dem Cannstatter Volksfest finden sich neun große Festzelte (davon sieben Bierzelte und zwei Weinzelte) sowie eine Vielzahl kleinerer gastronomischer Betriebe mit Biergärten. Mittelpunkt sind die drei Brauereizelte (das Festzelt Klauss der Brauerei Dinkelacker, das Festzelt Laub der Brauerei Schwabenbräu und das Festzelt Hans-Peter Grandl der Brauerei Stuttgarter Hofbräu), die seit 1982 ihren traditionellen Platz nebeneinander vor der Fruchtsäule haben. Die Anordnung der drei Zelte wechselt dabei jährlich. Das Zelt der federführenden Brauerei (deren Fass beim Anstich durch den Oberbürgermeister zum Zuge kommt) steht dabei immer ganz rechts. Vor 1982 gab es vier etwas kleinere Brauereizelte, die auf beiden Seiten der Fruchtsäule aufgebaut waren. Das vierte Zelt war das Festzelt der Brauerei Wulle, die 1971 von Dinkelacker übernommen wurde und wenig später auch als Marke nicht mehr existierte. Baurechtlich genehmigt sind in Stuttgart 23.700 Sitzplätze (in München 2004: 14 Festhallen mit 90.000 Plätzen). Bild:Dinkelacker-cannstatt-2004.jpg|Dinkelacker- Festzelt Bild:Hofbraeu-cannstatt-2004.jpg|Stuttgarter- Hofbräu- Festzelt Bild:Schwabenbraeu-cannstatt-2004.jpg|Schwabenbräu- Festzelt Bild:Fuerstenberg-cannstatt-2004.jpg|Fürstenberg- Festzelt Bild:Goeckelesmaier-cannstatt-2004.jpg|Göckelesmaier- Festzelt Bild:Wasenwirt-cannstatt-2004.jpg|Wasenwirt- Festzelt Bild:Cannstatter-oberamt-2004.jpg|Weinzelt Cannstatter Oberamt Bild:volksfest20030927.jpg|Brauerei-Festzelte, Volksfest 2003

Dinkelacker-Festzelt Dieter und Werner Klauss

Das Dinkelacker-Festzelt Klauss bietet Platz für 4.500 Besucher.

Stuttgarter-Hofbräu-Festzelt Hans-Peter Grandl

Das größte Zelt auf dem Wasen, das Hofbräu-Zelt vom Festwirt Hans-Peter Grandl verfügt über 5.000 Plätze. Im Grandl-Zelt spielt unter anderem das kultige „Königlich-Württembergische Hofbräu-Regiment“. Die Musiker treten in historischen Uniformen mit Pickelhaube auf.

Schwaben-Bräu-Festzelt Alexander Laub

Neben 4.700 Sitzplätzen im Innenbereich bietet das Festzelt Laub im Außenbereich weitere ca. 500 Stehplätze. Ha, so ebbes!!!

Fürstenberg-Festzelt Peter Brandl

Von 2000 bis 2004 gab es mit dem 5.000 Besucher fassenden Fürstenberg-Zelt von Festwirt Walter Weitmann ein viertes Großzelt auf dem Wasen. Der Einzug einer badischen Brauerei auf dem schwäbischen Volksfest sorgte zunächst für heftigen Ärger. Seit 2005 wird ein kleineres Bierzelt mit 2.800 Plätzen vom neuen Festwirt Peter Brandl betrieben.

Festzelt Göckelesmaier

Der Betrieb des Festwirts Maier ist seit 1938 mit einem Festzelt auf dem Wasen vertreten. Seit 1949 ist der damalige Maiers Karle aufgrund seiner Spezialität (frische Hähnchen) als Göckelesmaier bekannt. Heute betreibt Göckelesmaier ein Zelt der mittleren Größe, welches 2.500 Besuchern Platz bietet.

Arcadia Erlebniszelt

Erstmals wurde 2005 das neue Erlebniszelt von der Wasenwirtin Sonja Renz betrieben. Mit 1.800 Sitzplätzen bietet sie Shows und Bars mit einem Wasserfall im Zelt.

Festzelt Wasenwirt

Als drittes Hofbräu-Festzelt (neben Hans-Peter Grandl und Göckelesmaier) bietet der Wasenwirt seinen Kunden 2.200 Plätze. In Kooperation mit dem Radiosender bigFM veranstaltet der Festwirt die „bigFM Morgenhans Party“.

Weinzelt Zaiß - Cannstatter Oberamt

Traditioneller kulinarischer Anbieter aus Bad Cannstatt auf dem Volksfest ist das Weinzelt des Cannstatter Weingärtners Dieter Zaiß.

Weinzelt Stamer

Auf dem Wasen gibt es seit vielen Jahren das Weinzelt von Henny und Ernst Stamer.

Ehemalige Zelte

  • Brauereizelt Wulle: Viertes Brauereizelt. Die Brauerei wurde 1971 von Dinkelacker übernommen. Das Zelt wurde bis 1981 von der Festwirtfamilie Göckelesmaier weiter betrieben, ehe die Neuordnung mit drei Brauereizelten in Kraft trat.
  • Plochinger: Kleineres Brauereizelt der Plochinger Waldhornbräu. Das Zelt wurde nach Stilllegung der Brauerei nicht mehr aufgebaut und durch das Erlebniszelt der Alpirsbacher Brauerei (heute Arcadia) ersetzt.
  • Schwieberdinger: Kleineres Brauereizelt der Schwieberdinger Lammbräu. Das Zelt wurde nach Stilllegung der Brauerei (Übernahme durch Stuttgarter Hofbräu) nicht mehr aufgebaut.
  • Festzelt Wienerwald (zuletzt in den 70er Jahren).
  • Apfelbaum: Erlebnisgastronomie für junge Besucher. Zuletzt im Jahr 2004 aufgebaut.
  • Festzelt Betz: Kleineres, privat geführtes Zelt mit Dinkelacker-Bier im Ausschank.

Attraktionen


Riesenrad-cannstatt-2004.jpg]] Zu den großen Attraktionen gehören neben den Festzelten die Schaustellerbuden und Fahrgeschäfte. Aus 1.054 Bewerbungen hat Volksfest-Chef Karl Kübler 2004 333 Attraktionen (Vorjahr: 302) ausgewählt. Zu den größten Attraktionen des Cannstatter Volksfestes gehört seit Jahren das größte transportable Riesenrad der Welt mit 60 Metern Durchmesser. Allerdings fehlt seit 1998 eine Looping-Achterbahn. Diese war von 1984 bis 1997 die größte Fahrattraktion des Festes.

Zum ersten Mal stand 2004 der „Imperator“ auf dem Wasen. Das größte Flugkarussell der Welt bietet 64 Passagieren Loopingfahrten bis in 35 Meter Höhe. Auch der „Power Tower 2“, ein 66 Meter hoher Turm, feiert mit seinem freien Fall Premiere.

Fruchtsäule

Die Fruchtsäule ist eine mit Früchten dekorierte 26 Meter hohe und 3,5 Tonnen schwere Holzsäule, die das Wahrzeichen des Cannstatter Wasens ist. Sie wird allerdings heute von zahlreichen Fahrgeschäften überragt.

Schon beim ersten Volksfest 1818 gab es eine Fruchtsäule als Wahrzeichen, die vom damaligen württembergischen Hofbaumeister Nikolaus Friedrich von Thouret entworfen und erbaut worden war. Nach dem 1. Weltkrieg, mit dem Beginn der ersten deutschen Republik, wurde die Fruchtsäule als "monarchistisches" Überbleibsel vom Cannstatter Wasen verbannt. Seit 1935, dem 100sten Jahrestag, steht sie dann wieder auf ihrem angestammten Platz.

Die Fruchtsäule, deren Design im Laufe der Jahre immer geändert wurde, wurde bis vor kurzem alljährlich nach Abschluss des Volksfests demontiert. Alle paar Jahre wurde immer wieder eine neue Fruchtsäule mit anderem Design errichtet. Ab 1995 wurde sie versuchsweise einige Zeit lang ganzjährig stehen gelassen und war somit auch auf dem Stuttgarter Frühlingsfest erstmals zu sehen. Seit ein paar Jahren wird nur noch die Spitze demontiert und der Unterbau, in dem sich einige Informationsstände befinden und der während des Frühlingsfestes die Cannstatter Stadtkanne trägt, stehengelassen.

Imperator-cannstatt-2004.jpg

Fahrgeschäfte und Buden

Insgesamt wurden 2004 54 Fahrgeschäfte aufgebaut, darunter sowie 73 sonstige Geschäfte: Schieß-, Los- und Wurfbuden und Schaugeschäfte, 95 Verkaufsgeschäfte für Essen usw., ein Krämermarkt mit 60 Marktständen und einer Boxshow. Zum Vergleich: Auf dem Münchner Oktoberfest gab es 2004 41 Fahrgeschäfte, 16 Kinderfahrgeschäfte, 17 Schau- und Belustigungsgeschäfte und 65 gastronomische Kleinbetriebe.

Französisches Dorf

Alljährlich gehört auch das Französische Dorf zum Cannstatter Volksfest. 2004 war es mit 33 Ständen vertreten. Dort können die Besucher bei landestypischer Musik französische Speisen und Getränke konsumieren.

Volksfestumzug

Traditionell findet ein Festumzug zum Wasen statt – jeweils am ersten Sonntag des Festes. Ein wohl bis heute nicht überbotener Festumzugs-Rekord wurde 1954 aufgestellt, als über 300.000 Zuschauer zwischen Schlossplatz und Wasen die Straßen säumten.

Thementage und Sondertarife

Um Familien mit Kindern anzulocken, werden seit mehreren Jahren zu bestimmten Terminen in manchen Zelten bzw. Fahrgeschäften spezielle Kinder- oder Familientarife angeboten. Mehrere Festzelte bieten tagsüber spezielle Rentnertarife an (u. a. das „Rentnerviertele“).

Seit 2002 gibt es auf dem Volksfest, wie auch auf dem Münchner Oktoberfest, Schwulen-Abende. Seit 2002 veranstaltet das Festzelt „Wasenwirt“ eine „Gaydelight-Party“, seit 2005 findet im Festzelt „Göckelsmaier“ die „Gay-Chicken-Night“ statt.

Feuerwerk

Durch den Anfang Oktober gelegenen Tag der Deutschen Einheit profitieren die Betreiber seit 1990 von einem zusätzlichen arbeitsfreien Tag während des Volksfestes. Anlässlich des Nationalfeiertags wurde die alte Tradition des Volksfest-Feuerwerks wiederbelebt.

Krämermarkt

Zusammen mit dem Volksfest findet der Krämermarkt auf dem Cannstatter Wasen statt. Angeboten werden dort Hosenträger, Ledergürtel, Pfannen, Textilien, Gewürze u. a.

Landwirtschaftliches Hauptfest

Alle drei Jahre ist dem Volksfest das Landwirtschaftliche Hauptfest angeschlossen – der ursprüngliche Auslöser des herbstlichen Trubels auf dem Wasen. Das Landwirtschaftliche Hauptfest dauert 9 Tage (erste Volksfest-Woche) und kostet im Unterschied zum Volksfest Eintritt. Ab dem Hauptfest 2006 wird der Rhythmus der Ausrichtung geändert. Die Veranstaltung findet nur noch alle vier Jahre statt.

Betriebszeiten


Die Öffnungszeiten der Zelte und Imbißstände, sowie die Fahrzeiten der Fahrgeschäfte von Sonntag bis Freitag ist zwischen 11 Uhr und 23 Uhr. An Samstagen und vor Feiertagen dauert der Betrieb bis 23:30 Uhr, allerdings erlischt in den Festzelten um 23:00 Uhr die Musik. Kinderkarussells und andere Fahrbetriebe für Kinder beenden häufig schon um 22 Uhr den Betrieb.

Philatelie


Bis vor wenigen Jahren wurden Briefe, die in die auf dem Cannstatter Volksfest aufgestellten Briefkasten gesteckt wurden, mit einem Sonderstempel der Post versehen. Sie waren begehrte Sammlerobjekte.

Unglücksfälle


  • 1992 wurde einem Fahrgast des Fahrgeschäfts „Breakdance“ der Arm abgerissen
  • 1997 löste sich vom Fahrgeschäft "Ranger" eine Leuchtreklame und stürzte in einen Biergarten. Da sich dort wegen schlechten Wetters niemand aufhielt, gab es keine Verletzten.

Termine


  • 161. Cannstatter Volksfest 2006: 23. September–8. Oktober 2006 mit 97. Landwirtschaftlichem Hauptfest vom 23. September–1. Oktober 2006
Volksfesteröffnung am 23. September um 11 Uhr mit Fassanstich durch den Stuttgarter OB
Volksfestumzug am 24. September, ab 11 Uhr
Musikfeuerwerk am 26. September, um 21.45 Uhr
Wettfahrt der Heißluft-Ballone am 3. Oktober 2006 voraussichtlich ab 16 Uhr
  • 162. Cannstatter Volksfest 2007: 22. September–7. Oktober 2007
  • 163. Cannstatter Volksfest 2008: 27. September–12. Oktober 2008
  • 164. Cannstatter Volksfest 2009: 26. September–11. Oktober 2009
  • 165. Cannstatter Volksfest 2010: 25. September–10. Oktober 2010 mit 98. Landwirtschaftlichem Hauptfest (bis 3.10.)

Siehe auch


Weblinks


Stuttgart | Volksfest | Schwäbische Kultur

Stuttgart Beer Festival

 

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