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R: 36
S: 22-24
Strukturformel
Allgemeines
Name Calciumchlorid
Andere Namen Kalziumchlorid, E509
Summenformel CaCl2
CAS-Nummer 10043-52-4
Kurzbeschreibung farblose, hygroskopische Kristalle
Eigenschaften
Molmasse 110,99 g/mol
Aggregatzustand fest
Kristallstruktur Rutil (verzerrt)
Dichte 2,16 g/cm³
Schmelzpunkt 772 °C
Siedepunkt 1935 °C
Dampfdruck -
Löslichkeit 740 g/l in Wasser (bei 20 °C)
200 g/l in Ethanol (bei 20 °C)
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze
MAK 0,2 ppm

Kalziumchlorid (auch Calciumchlorid) ist ein Chlorid des Erdalkalimetalls Calcium mit der Summenformel CaCl2. Calcium liegt dabei in der Oxidationsstufe +2 vor, Chlor hat die Oxidationstufe -1.

Geschichte


Um 1860 gelang den Chemikern Robert Wilhelm Bunsen und Matthiessen die erste Reindarstellung des Elementes Calcium durch die Schmelzelektrolyse von Calciumchlorid.

Vorkommen


Calciumchlorid kommt in der Natur gelöst in Salzsolen vor.

Gewinnung und Darstellung


Calciumchlorid wird aus Salzsäure und Calciumcarbonat hergestellt:

\mathrm{CaCO_3 + 2HCl \rightarrow CaCl_2 + CO_2 + H_2 O}

Anschließendes Erhitzen auf 260 °C liefert die wasserfreie Form.

Technisch wird Calciumchlorid als Abfallprodukt bei der Sodaherstellung mit dem Solvay-Verfahren - und zwar bei der Rückgewinnung des Ammoniaks aus dem dabei entstandenen Ammoniumchlorid - erhalten:

\mathrm{2NH_4 Cl + Ca(OH)_2 \rightarrow 2NH_3 + CaCl_2 + 2H_2 O}

Eigenschaften


Calciumchlorid ist ein Salz. Calcium und Chlor liegen aufgrund des großen Elektronegativitätsunterschiedes als Ionen vor. Die Bindung erfolgt somit über elektrostatische Wechselwirkungen.

Calziumchlorid bildet in Reinform farblose Kristalle und ist in wasserfreiem Zustand stark hygroskopisch. Es nimmt leicht Wasser aus seiner Umgebung auf und bildet dabei einen Hydrat-Komplex.

Reaktionen

Calciumchlorid reagiert mit Wasser unter Bildung eines Hexahydrat-Komplexes und starker Wärmeentwicklung (exotherm, \Delta H > 0):

\mathrm{CaCl_2 + 6H_2 O \rightarrow CaCl_2 \cdot 6H_2 O} + \Delta H

Die Kristalle des Hexahydrats lösen sich bei ungefähr 30 °C im eigenen Kristallwasser. Erhitzen auf ungefähr 200 °C setzt das gebundene Wasser wieder frei. Das Auflösen in Wasser führt im Gegensatz zu wasserfreiem Calciumchlorid zu einer starken Abkühlung. Beide Calciumchlorid-Formen sind zudem gut löslich in Ethanol.

Verwendung


Wasserfreies Calciumchlorid ist aufgrund seiner Hygroskopie ein wichtiges Trocknungsmittel im Labor, beispielsweise im Exsikkator, und in der technischen Chemie für verschiedenste Gase und Flüssigkeiten. Anwendungsfelder sind die Trocknung von Wohnräumen, der Einsatz als Frostschutzmittel, im speziellen als Frostschutzmittel und Abbindebeschleuniger im Beton, sowie als Staubbindemittel (z.B. auf Baustellen). In der Medizin wird es als Mittel zur Stillung von Blutungen und bei Kalkmangelkrankheiten sowie als Heilmittel gegen Frostbeulen und Allergien eingesetzt. Als Lebensmittelzusatzstoff E 509 wird es als Festigungsmittel, Geschmacksverstärker und Stabilisator eingesetzt (unter anderem bei der Trinkwasseraufbereitung, Oberflächenbehandlung von Obst). Darüber hinaus kommt es als Streusalz sowie zur Herstellung von Kältemischungen zum Einsatz (siehe oben).

Siehe auch


Chemikalienliste, WikiProjekt_Chemikalien

Chemische Verbindung

Calcium chloride | Kalsiumkloridi | Chlorure de calcium | Cloruro di calcio | 塩化カルシウム | Calciumchloride | Cloreto de cálcio | 氯化鈣

 

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