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Cajun Music ist die jahrhundertealte, traditionelle Musik der frankophonen, Cajuns genannten Einwanderern, die im Cajun Country im US-Bundesstaat Louisiana leben.

Nach dem britisch-französischen Krieg, der Mitte des 18. Jahrhunderts zugunsten der Briten endete, wurden viele französische Siedler von den Siegern aus der ostkanadischen Region Acadia brutal vertrieben (circa 8.000 Tote). Viele Acadiens flohen nach langen Odysseen durch Frankreich und französische Kolonien nach Louisiana, das nach langem französischem Besitz damals gerade zu Spanien gekommen war, aber noch den französischen Gouverneur behalten hatte und erst im Jahre 1803, nach einem kurzen französischen Intermezzo, von Napoleon an die USA verkauft wurde. Diese Vertriebenen brachten natürlich ihre angestammte französische Kultur mit, darunter ihre Sprache, das Patois (Dialekt) der französischen Westküste, das heute Cajun French heißt, und ihre Musik, die heute als Cajun Music (Aussprache: käidschn) bezeichnet wird.

Die Musik der Acadiens wurde über viele Generationen überliefert, es gibt bis heute keine geschriebenen Noten. Früher wurden die Lieder nur auf Violinen gespielt, begleitet mit Löffeln (Cajun spoons) und Triangel (tit fer, Kleines Eisen) als Rhythmusinstrumente. Deutsche Einwanderer brachten um 1880 das deutsche Melodeon (Handharmonika, diatonisches Knopfakkordeon) mit, das heute Cajun Accordion heißt. Das wurde dann um 1920 nach Umstellung auf die zu den Fiddeln besser passenden Tonarten C-Dur und D-Dur rasch in die Musik integriert, da es quasi unverwüstlich und ausreichend laut war (falls bei einer Fiddle eine Saite riss, gab es in dieser Abgelegenheit nicht so rasch Ersatz dafür).

Man spielte und spielt heute noch die Musik abends mit Freunden zuhause auf der Veranda und am Wochenende traf sich die Bevölkerung in großen Hallen und Schuppen zum Tanz (au bal). Sowie zum "Fais Do Do" dem "Hausboottanz", nämlich immer wenn die Cajuns an den Bayous ode auf ihren "Homeboats" das Lied mit "Fais Do Do" anstimmten, mit der Liedzeile "fais do do, mon pettie bebe" (geh schlafen, mein kleines Kind), war es Zeit für die Großen. Da war immer eine Menge los, Neuigkeiten wurden ausgetauscht, es war laut, und da es ja noch keine elektrische Verstärkung gab, mussten die Sänger in der Halle sehr laut und mit Kopfstimme singen. In den 1930er Jahren kam die Gitarre als Instrument hinzu, dann der Bass, das Schlagzeug, später auch die Steelguitar der Country Music, gelegentlich das Banjo aus der Bluegrass Music. Der Swing, der Rock ’n’ Roll, die Country-Musik beeinträchtigten die Beliebtheit der Cajun Music, veränderten leider auch stark ihren Stil, und wenn nicht beständig berühmte Cajun-Komponisten und -Interpreten wie der legendäre Iry LeJeune den klassischen Stil beibehalten und so überliefert hätten und schließlich Ende der 1960er eine Renaissance der Cajun Music eingesetzt hätte, wäre diese tolle Musik heute sicher verschwunden.

Musik und Tänze bestehen hauptsächlich aus schnellen Two-Steps und Stomps sowie langsamen Walzern. Das Motto der Cajuns ist „Laissez les bons temps rouler“ (Lasst die guten Zeiten rollen = genießt das Leben). Die Texte handeln vom Alltag und seiner harten Arbeit, von traurigen Begebenheiten, aber auch lustigen Ereignissen, von Herz und Schmerz, Liebe und Triebe, gutem Essen, dem Tanz am Samstagabend und Ähnlichem.

Die Kultur der Cajuns wurde in der 1950er Jahren durch den Hit Jambalaya (einem alten, ursprünglich französischsprachigen Song über Leben, Feste und typisches Essen der Cajuns) in englischer Sprache in der Country-Fassung durch Hank Williams und durch Fats Domino in der Rock’n’Roll-Version weltbekannt gemacht. Später besangen unter anderem auch die Carpenters mit diesem Hit die Cajun Music, Cajun Country und die typische Küche.

Empfehlenswerte Lektüre:

South to Louisiana - The Music of the Cajun Bayous von John Broven (Pelican Publishing Company)

Cajun music

Country-Musik | Musikgenre | Louisiana

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Cajun Music".

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