Peugeot_306.jpg Mit Cabrio wird die Karosseriebauform eines Pkw bezeichnet, dessen Dach durch ein Zurückklappen geöffnet werden kann.
Traditionell bezeichnet der Begriff Cabrio ein Fahrzeug mit gefüttertem Stoffdach, das vollständig zurückgeklappt werden kann. Bei zusätzlich heruntergefahrenen Seitenscheiben sitzen die Insassen abgesehen von einem evt. vorhandenen Überrollbügel also völlig im Freien. Bleiben bei aufgeklapptem Dach dagegen die Fensterrahmen samt der B- und C-Säulen stehen, so spricht man von einer Cabrio-Limousine. Diese Variante war vor allem bis in die 1960er Jahre populär. Seit den 1990er Jahren dagegen werden immer mehr Modelle mit versenkbarem Stahldach bzw. Retractable Hardtop ausgerüstet, so genannte Cabrio Coupés. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden heute jedoch auch andere Bauformen von Fahrzeugen mit aufklappbarem Verdeck, aufgesetztem Verdeck oder Notverdeck (fälschlicherweise) als Cabrio bezeichnet. Bei nicht allen Cabrios lässt sich das Verdeck unter einer Verdeckklappe verstauen, sondern es sitzt zusammengefaltet auf der Verdeckklappe. Beispiele dafür sind VW New Beetle Cabrio oder Chrysler PT Cruiser Cabrio. Da aber Wasser das nun eingefaltete Verdeck beschädigen kann, ist es sinnvoll, eine Persenning zum Schutz aufzuziehen. Dies sollte man unbedingt tun, wenn das Cabrio offen stehengelassen wird, denn ansonsten kann das Verdeck im Falle von Regen Schaden nehmen.
Ein einfaches Absägen des Daches mindert dagegen die Stabilität der Karosserie, so dass entsprechende Eigenbaumaßnahmen wenig Erfolg bieten. In den 70er Jahren wurden aufgrund der Sicherheitsdiskussion Cabrios gebaut, die einen zusätzlichen Überrollbügel hatten oder sogar als Cabrio-Limousine konstruiert waren. Z. B. das Baur Top-Cabriolet * auf Basis des 3er BMW. Selbst als BMW ein 3er Voll-Cabriolet anbot, wurde dieses Modell weiterhin verkauft.
Seit Mitte der 90er Jahre gibt es verstärkt Bestrebungen, das flexible Cabrio-Verdeckmaterial (engl: Softtop) (aus PVC oder aus Stoffgewebe) durch ein zusammenklappbares Metalldach (engl: retractable Hardtop; kurz RHT) zu ersetzen. Nach Fahrzeugen von Peugeot (30er Jahre) und Ford USA (50er Jahre) gebührt dem Mercedes SLK von 1996 die Ehre, das erste in Großserie gefertigte Fahrzeug mit Metall-Klappverdeck zu sein. Das Dach besteht aus zwei oder mehr Teilen, die über eine aufwändige Kinematik zusammengeklappt und im Kofferraum abgelegt werden. Vorteil dieser Technik: Das Metalldach verschleißt weniger und ist nicht so anfällig gegen Vandalismus wie ein Stoffdach. Außerdem ist ein solches Auto unempfindlich gegen Schnee und Eis und im Innenraum tendenziell leiser als ein Cabrio mit Stoffdach.
Diesen Vorteilen stehen mehrere Nachteile gegenüber. So ist das Blechdach teurer (ca. 1500,-€) als ein Stoffdach und benötigt mehr Platz im Kofferraum. Dazu kommt, dass die meisten herkömmlichen zweiteiligen Konstruktionen nur eine begrenzte Innenraum-Länge abdecken können, was bei viersitzigen Metalldach-Cabrios wie dem Renault Megane CC oder dem Peugeot 307 CC durch eine extrem schräge und weit über den Fahrer reichende Frontscheibe kompensiert wird. Dies - so monieren Cabrio-Puristen - beeinträchtige das gewünschte Open-Air-Feeling, speziell für kleine Personen, deren Sitz weit vorne steht. Diese können auch oft nicht cabriotypisch aufrecht in den Wagen einsteigen.
Dennoch scheint die Klappdach-Technik Zukunft zu haben. Mittlerweile gibt es entsprechende Fahrzeuge von Nissan, Mercedes, Lexus, Daihatsu, Peugeot, Renault, Opel, Volkswagen, Volvo, Chevrolet und Cadillac. Angeblich überlegt auch BMW, den Nachfolger des gegenwärtigen 3er Cabrios (E46) mit einem festen Metalldach auszustatten. Im Jahr 2004 machten die Retractable Hardtops ca. 25 % der Cabrio-Produktion aus (ca. 225.000), Tendenz steigend. Dabei verdrängen die Retractable Hardtops nicht das Stoffdach, sondern etablieren sich in einer eigenen Nische als Coupé mit "Open-Air"-Option.
Das Cabrio ist ein Nischenfahrzeug. Cabrios werden oftmals nicht durch den OEM, sondern durch entsprechend spezialisierte Unternehmen hergestellt. Eine andere Variante ist die Anlieferung der kompletten Dachmodule an den OEM, der das Cabrio dann in seinen Fertigungslinien der Grossserie komplettiert.
Namhafte Hersteller von Cabrios sind ua. Bertone, Heuliez, Karmann sowie Pininfarina. Diese Unternehmen liefern häufig auch nur die jeweiligen Dachmodule an den OEM. Auf die Herstellung von Dachmodulen haben sich auch die Firmen Dura Convertible Systems, Edscha und OASys spezialisiert
Andere Karosseriebauformen offener Fahrzeuge, die auch oft (falsch) als Cabrio bezeichnet worden sind:
Convertible | Kabrioleto | Cabriolet | Cabriolet | Cabriolet | オープンカー | 컨버터블 | Cabriolet | Kabriolet | Convertible | Cabriolet