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CA-Lager sind eine landwirtschaftliche Lagertechnik, speziell, aber nicht nur, für die Kernobstlagerung von Früchten, vor allem für Äpfel, seltener auch für Gemüse und Fleisch (z.B. Schinken). CA-Lager haben Bedeutung in der Warenkunde. In einem CA-Lagersystem wird der Alterungsprozess verderblicher Waren verlangsamt.

Funktionsweise


CA steht für die englischen Worte "controlled atmosphere", eine kontrollierte, gesteuerte Atmosphäre. In den CA-Lagern werden die Luftfeuchtigkeit, der Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt und die Temperatur im Raum gemessen und verändert. Die Atmosphäre im Raum wird mit modernster Mess- und Steuertechnik geregelt.

Die geregelte Atmosphäre in einem CA-Lager hält verderbliche Waren, z.B. Äpfel frisch und verlangsamt ihren Alterungs- und Reifeprozess.

Nicht sofort benötigte Äpfel kommen unmittelbar nach der Ernte in CA-Lager und werden von dort nach und nach entnommen. Somit sind Äpfel aus heimischem Anbau das ganze Jahr über verfügbar. Es gibt einen optimalen Erntezeitpunkt (Erntefenster).

Früchte aus CA-Lagern haben aber meist nicht die Genussreife, sondern müssen erst noch etwas nachreifen, meist auf dem Weg vom Lagerhaus zum Markt.

CA-Lager sind zwar im Vergleich zur Kühllagerung die teurere Lagerungsform, halten aber die Früchte auch weitaus länger frisch. Allerdings ist die CA-Lagerung nicht für alle Früchte geeignet und auch von der Sorte abhängig. Nicht jede Sorte kann unter gleichen Bedingungen in einem CA-Lager bleiben.

Folgende Bedingungen liegen in CA-Lagern vor:

  • niedrige Temperatur
  • niedriger Sauerstoffgehalt
  • hoher Kohlendioxidgehalt
  • konstante Luftfeuchtigkeit

In der abgeschlossenen Kühlzelle (bei 1°C - 4°C) "veratmen" die Äpfel den Sauerstoff der Luft, bis dieser vollständig verbraucht ist. Ist eine Atmung nicht mehr möglich, so fallen die Äpfel in einen "künstlichen Schlaf", bei dem nur ein geringer weiterer Abbau von Inhaltsstoffen stattfindet. Die konstante Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass die Früchte nicht austrocknen. In manchen CA-Lagern wird ständig das natürliche "Reifungsgas" (Phytohormon) Ethylen entfernt, bzw. die autokatalytische Entstehung gehemmt, welches die Lagerfrucht altern lässt. Dadurch bleiben z.B. Äpfel länger frisch und behalten weitgehend ihren Nährstoffgehalt.

Hintergründe


Früchte haben einen Stoffwechsel. Sie verbrauchen auch nach der Ernte Sauerstoff und erzeugen dabei Wärme, Kohlendioxid, Wasserdampf und aromatische Verbindungen. Dieses Reifen ist von der Oxydation der Kohlenhydrate, Zucker und Säuren im Gewebe der Frucht abhängig.

Es besteht ein Verhältnis zwischen der Atmung bei Obst und Gemüse und dessen Haltbarkeit. Zwiebeln halten normal gekühlt bis zu 250 Tage und produzieren ca. 3mg Kohlendioxid pro Kilogramm und Stunde. Erdbeeren dagegen halten gekühlt nur 8 Tage, aber produzieren ("atmen") ca. 65mg Kohlendioxid pro Kilogramm und Stunde. Je stärker die Atmungsintensität einer Frucht ist, umso schneller "altert" sie.

Die Verringerung des Sauerstoffgehalts sowie die Erhöhung des Kohlendioxidgehalts sind für die Verlangsamung der Reifung im Lagerraum von Bedeutung. Der Abbau von Vitaminen und Säuren wird verlangsamt, die Produktion von Ethen der Frucht reduziert, die Zerlegung des Chlorophylls gehemmt (und damit die Kernhausbräune vermindert) und die Abnahme der Fruchtfleischfestigkeit verzögert.

Bei besonders geringem Sauerstoffgehalt können an den Früchten Schäden auftreten. Große Früchte von Bäumen mit geringem Ertrag sind empfindlicher für Lagerkrankheiten.

Geschichte und Entstehung


Die CA-Lager benutzen die Lagermethode der Kühlung.

1821 entdeckte Jacques Etienne Berard, ein Forscher der Pflanzenphysiologie, daß Obst und Gemüse bei einem niedrigen Sauerstoffgehalt gelagert, einen verminderten Stoffwechsel aufweisen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt der Begriff CA durch die Forscher Kidd und West eine genaue wissenschaftliche Definition. Die wirkliche wirtschaftliche Einführung der CA fing gleichzeitig in den USA und in Europa, aber erst am Ende der 50er Jahre an.

Zur Technik


Der Sauerstoffgehalt wird von 21% auf ca. 2.5% reduziert, der Kohlendioxidgehalt wird von 0.25% auf 2 bis 5% angehoben.

Weiterentwicklungen


Eine Variante der CA-Lager sind die so genannten ULO-Lager (engl. Ultra Low Oxygene), welche extrem wenig Sauerstoff enthalten. Die Äpfel bleiben hier bis weit ins nächste Jahr hinein frisch und knackig.

Siehe auch


Literatur


  • Robert Smock and the diffusion of controlled atmosphere technology in the U.S. apple industry, 1940-1960 (Cornell agricultural economics staff paper) Dept. of Agricultural Economics, Cornell University Agricultural Experiment Station, New York State College of Agriculture and Life Sciences, Cornell University, 1988

  • CA-Kühllagerung mit der Apfelsorte Braeburn als Stufenlagerung mit Niedrigst (ULO)- Sauerstoffbedingungen : Revue Suisse Vitic.Arboric. Hortic. Vol. 34 (6), 357 – 364, 2002 JEAN-PIERRE SIEGRIST UND PIERRE-YVES COTTER, Agroscope - RAC

Quellen und Weblinks


Material- und Lagerwirtschaft | Obstbau | Lebensmittelindustrie

Controlled atmosphere

 

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