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Byblos (griech. Βύβλος, assyrisch Gubla, arabisch Dschubail) ist eine antike phönizische Hafenstadt. Sie liegt nördlich von Beirut, am Mittelmeer, im heutigen Libanon.
Geschichte
Besiedlungsreste finden sich im Stadtgebiet von Byblos schon aus dem 5. vorchristlichen Jahrtausend. Im
3. Jahrtausend v. Chr. entwickelte sich Byblos zu einem bedeutenden Hafen und erhielt schon um
2800 v. Chr. eine Stadtmauer. In der mittleren
Bronzezeit war es der wichtigste Hafen der
Levante, besonders für den Handel mit
Zedernholz nach
Ägypten. Aus dieser Handelsbeziehung wurde schließlich eine politische Abhängigkeit, die Stadtkönige von Byblos waren
Vasallen der ägyptischen
Pharaonen, schrieben sogar ihre Namen in ägyptischen Hieroglyphen und trugen ägyptische Titel. Byblos war ebenso Hauptumschlagplatz für
Papyrus, dem Rohstoff zur Herstellung der
Papyrusrollen, die z.B. für die
Tora und sonst überhaupt in der griechischen Welt verwendet wurden. Nach der Stadt nannten die Griechen Papyrus auch
Bublos. In der zweiten Hälfte des
2. Jahrtausend v. Chr. läuft
Ugarit Byblos den Rang als wichtigster Hafen im östlichen Mittelmeer ab. Byblos blieb aber weiterhin eine bedeutende Hafenstadt, vor allem im Handel mit Ägypten und erlangte kurzzeitig seine Bedeutung wieder als
Ugarit um
1200 v. Chr. zerstört wurde. Ab
900 v. Chr. geriet die Stadt immer mehr in den Einflussbereich der
Assyrer.
Tiglat-Pileser III. erhielt ab 743 den Tribut von Schepatba'al, dem König von Byblos.
Später kam die Stadt unter dem der Babylonier und Perser. Byblos hatte in dieser Zeit eine Art Vasallenstatus. Sie besass eigene Könige, musste aber an diese Grossreiche Tribute zahlen. Ab dem 4. vorchristlichen Jahrhundert prägte Byblos auch eigene Münzen, von denen die Namen einiger Könige bekannt sind.
Nach dem Tod von Alexander dem Großen wurde die Stadt Teil des seleukidischen Reiches, und stellte keine eigenen Könige mehr. Sie verlor damit jegliche politische Eigenständigkeit. In der römischen Zeit erlebte Byblos eine Zeit eines allgemeinen Wohlstandes, wie zahlreiche Mosaiken, ein Theater, eine Kolonade und ein Nymphäum belegen. Die Stadt prägte auch wieder eigene Münzen. Byblos hatte nach Philo von Alexandria den Ruf, die älteste Stadt der Welt zu sein.
In christlicher Zeit war Byblos Bischofssitz, die Kreuzfahrer errichteten eine Festung.
Archäologie
Bedeutende Bauwerke der Stadt sind der
Tempel der Obelisken (ca. 1900 -
1600 v. Chr.), in dem sich zahlreiche Bronzefiguren fanden, diverse ungeplünderte Gräber von Königen (um
1800 v. Chr.), das Grab des Ahiram mit seinem dekorierten Sarkophag sowie ein römisches Theater.
Im Jahre 1984 wurde Byblos zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Siehe auch
Literatur
- Nina Jidejian: Byblos a travers les ages. Dar el-Machreq Éditeurs, Beyrouth 1977. ISBN 2721458353
- Michael Sommer: Die Phönizier – Handelsherren zwischen Orient und Okzident. Kröner, Stuttgart 2005. ISBN 3520454017
- Jean-Pierre Thiollet: Je m'appelle Byblos, Paris 2005, ISBN 2914266049
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