Die Denotation Butterbrot erscheint nach Duden-Definition – die „mit Butter oder Margarine bestrichene Scheibe Brot“ – selbsterklärend. Die Konnotation ist dennoch nicht so eindeutig und nach historischen, landes- und regionalkundlichen Aspekten unterschiedlich.
Nach anderen Wörterbuchdefinitionen kann ein Butterbrot auch ein mit Aufschnitt – d. h. mit Wurst oder Käse – belegtes Brot meinen, seltener das zum Frühstück gereichte Marmeladen-Brot. Als Grundlage für das Butterbrot ist in der Regel implizit das Graubrot gemeint; wird ein Brötchen, ein Stück Baguette oder eine Scheibe Toastbrot als Grundlage verwendet, spricht man nicht vom Butterbrot. Deshalb ist auch ein Sandwich keines.
Das de Gruyter-Variantenwörterbuch erwähnt in diesem Zusammenhang auch die Begriffe Bemme (ostdeutsch/sächsisch), Knifte (mittelwestdeutsch), Schnitte (gemeindeutsch) und Stulle (nordostdeutsch/berlinerisch). Im Saarland bezeichnet man das Butterbrot auch als Butterschmier (oder Butterschmeer), die mit Salz, Zucker, Kakao oder Fenner Harz (Rübensirup) verfeinert gegessen wird. Der Österreicher verwendet es zur Jause bzw. - wie auch der Süddeutsche und Südtiroler - zur Brotzeit.
Die Grenze des Hauptverbreitungsgebiets fällt im Westen und Süden weitgehend mit der germanisch-romanischen Sprachgrenze, in der Schweiz mit dem Röstigraben und der Brünig-Napf-Reuss-Linie zusammen. Die Butterbrot-Kultur ist auf jene geographischen Räume konzentriert, die unter Verwendung von Sauerteig schwerpunktmäßig Graubrot - im Gegensatz zum weiter verbreiteten Fladenbrot oder Baguette - herstellen.
Dazu gehören beispielsweise die Niederländer. Das Lehnwort boterham ist verwandt mit dem ripuarischen botteramm und meint - ebenso wie sein Pendant im Rheinland - ein Brot mit Aufschnitt. Auch der Russe kennt бутерброд als belegtes Brot.
In Ländern, die kein klassisches Butterbrot auf Graubrot-Basis kennen, fallen die Übersetzungen hingegen paraphrasierend aus und denotieren etwas anders. So lässt das französische tartine de beurre eher an ein Törtchen denken. Die mediterranen Umschreibungen (ital. pane imburrato, span. pan con mantequilla) suggerieren die Vorstellung von Weißbrot, das vor den Hauptmahlzeiten zusammen mit Butter gereicht wird.
Beim dänischen Smörrebröd ist die Etymologie nur scheinbar identisch, die Entstehungsgeschichte im 19. Jahrhundert durch eine pfiffige Kopenhagener Wirtin namens Ida Davidson jedoch eine ganz andere. Der üppige und in fantasievollen Kombinationen gestaltete Belag hat hier Vorrang vor der Unterlage, die gleichermaßen helles oder dunkles Brot sein kann.
In der Nachkriegszeit erfährt es als so genanntes Hasenbrot einen Bedeutungswandel. Nach dem Zweiten Weltkrieg zu Beginn der 1950er Jahre bekam der Ernährer der Familie (in über 90 % der Fälle der Vater) oft die besten Stücke der rationierten Nahrung - d.h. auch Wurstbrote - als Pausenbrot. Wenn der Vater es nicht gegessen hatte, durften es die Kinder am Abend verspeisen; spannende Geschichten, die bei diesem Ritual aufgetischt wurden, lenkten dabei von der mangelhaften Qualität der abgestandenen Nahrung ab.
Zeitgenössische Kochbücher und die Angebote der Catering-Dienste zeugen von einer verfeinerten Kultivierung des belegten Brotes fürs Business-Lunch, auf Parties und Festen. Diese Canapés werden niemals "Butterbrot" genannt.
In der Literatur für Naturkostliebhaber indes wird das klassische Butterbrot - ohne Belag - im 21. Jahrhundert erneut thematisiert unter den Aspekten der Vollwertigkeit des selbstfabrizierten Brotes und der Qualität der Butter artgerecht gehaltener Tiere.
Eine im Internet auftretende Gruppe von Traditionalisten fordert im Zeitalter der Globalisierung den Erhalt der klassischen deutschen Essgewohnheiten (Aktion Rettet das Butterbrot).
Butterbrot heißt auch ein verfilmter Roman von Gabriel Barylli.
Diese Problematik wurde auch als Zuschauerfrage in der Sendung mit der Maus bearbeitet, die die Drehung zur Butterseite mit der Verschiebung des Gewichtsmittelpunktes durch den Butterauftrag erklärt. Besonders intensiv wird diese Wirkung beim versuchten Genuss von Marmeladen- oder Honig-Butterbroten.
Jüngere Versuchsreihen bringen das Phänomen mit der Fallhöhe des Butterbrots in Zusammenhang.
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