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Strukturformel
Butadien.png
Allgemeines
Name Butadien
Andere Namen Divinyl, Erythren, Vinylethylen, Pyrrolylen
Summenformel C4H6
CAS-Nummer 106-99-0
Eigenschaften
Molmasse 54,1 g/mol
Dichte 0,62 g/cm³
Schmelzpunkt -109 °C
Siedepunkt -4 °C
Dampfdruck 2450 hPa (20 °C)
Sicherheitshinweise
R- und S-Sätze R: 45-12
S: 53-45
TRK-Wert 5 ppm

Butadien (Vinylethylen) ist ein farbloses Gas mit mildem, aromatischen Geruch. Es ist ein ungesättigter Kohlenwasserstoff, von dem zwei Isomere existieren: 1,3-Butadien (von großer industrieller Bedeutung) und das schwieriger herzustellende und weit weniger bedeutende 1,2-Butadien. Das 1,3-Butadien besitzt 2 konjugierte Doppelbindungen und ist somit ein Dien.

Isopren (2-Methyl-1,3-butadien) ist ein Derivat des Butadiens.

Eigenschaften


Butadien hat einen Schmelzpunkt von -108,9 °C und siedet bei -4,4 ° C, es ist bei Raumtemperatur ein farbloses Gas. Butadien riecht mild aromatisch, die Geruchschwelle liegt bei 4 mg/m³, es lässt sich leicht verflüssigen. In Wasser ist das Gas nur sehr gering löslich (1,03 g/l bei 20 °C). Der Flammpunkt liegt bei -76 °C, die Zündtemperatur bei 414 °C. Butadien ist schwerer als Luft.

Butadien ist brennbar und polymerisiert leicht, deswegen wird dem Butadien meist ein Stabilisator, zum Beispiel TBC beigefügt.

Konjugierte Doppelbindungen beim 1,3-Butadien


Im eben gebauten Molekül sind alle vier Kohlenstoffatome sp2-Hybridisiert. Die π-Orbitale überlappen sich ober- und unterhalb der Molekülebene. π-Bindungen entstehen durch Überlappung bei dem 1. und 2. Kohlenstoffatom sowie dem 3. und 4. Kohlenstoffatom. Zusätzlich können aber die Orbitale des 2. und des 3. Kohlenstoffatoms überlappen, so dass sich die π-Elektronen über das ganze Molekül ausbreiten können. Die Elektronen sind delokalisiert. Dadurch, dass sich Elektronen auf einem größeren Raum verteilen, wird im 1,3-Butadien eine erhöhte Stabilität beobachtet.

Herstellung


Butadien wird durch Wasserstoffabspaltung aus gesättigten Kohlenwasserstoffen durch starkes Erhitzen (Cracken) hergestellt.

Verwendung


Mehr als 90 Prozent der Produktion von Butadien wird zu Synthesekautschuk weiterverarbeitet. Eine weitere Anwendung ist ABS, ein Mischpolymerisat aus Acrylnitril, Butadien und Styrol. Außerdem wird aus Butadien und Blausäure Adiponitril hergestellt, das ein Zwischenprodukt in der Produktion von Polyamiden ist. Hydroxyl-Terminiertes Poly-Butadien, HTPB, ein gummiartiger Festkörper, wird als Brennstoff in Hybridraketen, wie jener in SpaceShipOne, verwendet. Dabei hat HTPB den Vorteil, dass es ungiftig, nicht explosiv, und schwer entzündlich ist. In den Festtreibstoff-Boostern des Space Shuttles und der Ariane 5 wird HTPB als Bindemittel und Brennstoff zusammen mit Aluminium-Pulver und Ammoniumperchlorat verwendet. Diese Mischung ist aber wesentlich gefährlicher als reines HTPB.

Historisches


Das aus Butadien und dem Katalysator Natrium produzierte Polymer Buna (ButadienNatrium) hatte große Bedeutung für die deutsche Rüstungs- und Kriegswirtschaft vor und während des 2. Weltkrieges.

Gefahren


Butadien ist krebserregend, hochentzündlich und giftig. Zwischen einem Luftvolumenanteil von 1,4 bis 16,3 Prozent bildet es explosive Gemische. Butadien wirkt narkotisierend.

Weblinks


  • http://ull.chemistry.uakron.edu/erd/chemicals1/6/5769.html

Chemische Verbindung | Dien

1,3-Butadiene | Butadieno | ブタジエン | Butadieen | Butadien | Бутадиен | 丁二烯

 

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