Die Burgenland-Roma sind Roma, die im Burgenland und in den benachbarten Gebieten wie Ungarn, Slowakei oder Slowenien leben oder aus diesen Gebieten stammen. Das Burgenland ist Einflussgebiet ungarischer und osteuropäischer Kultur, wo die hier lebenden Roma lange sesshaft sind. Sie weisen starke Prägungen ungarischer Kultur auf.
Die Burgenland-Roma leben schon seit Jahrhunderten im Burgenland, jedoch sind sie erst seit 1993 von der Republik Österreich als autochthone Volksgruppe anerkannt. Die Roma-Untergruppe der Lowara ("Pferdehändler") ist zum Großteil im Burgenland und in Grenzgebieten anzutreffen.
Kaiserin Maria Theresia und nach ihr Joseph II. bemühten sich, die Zigeuner zu erfassen, sie zur Sesshaftigkeit zu zwingen und ihnen eine regelmäßige Arbeit vorzuschreiben. Es war den Zigeunern verboten, ihre Sprache zu verwenden, untereinander zu heiraten oder den Namen zu wechseln. Umsiedlungsprogramme sollten dafür sorgen, dass Zigeunerkinder wenigstens alle 2 Jahre unter die benachbarten Orte verteilt wurden, um eine obrigkeitliche Kontrolle zu gewährleisten. Das Heiratsverbot förderte Mischehen. Eine Zigeunerforscherin zieht daraus den Schluss „dass so mancher Burgenländer, der heute Ahnenforschung betreiben würde, nachweisen könnte, dass am Ende des 18. Jahrhunderts auch in seine Familie Zigeuner eingeheiratet haben“.
Alle diese Erfassungen, Verordnungen und Strafbestimmungen änderten nichts an den Lebensgewohnheiten der Zigeuner und an der Einstellung ihnen gegenüber. Aus dem Osten Europas kamen erneut Zigeunergruppen, sodass sich die neue österreichische Regierung, nach der Angliederung des Burgenlandes an Österreich, außer mit der kroatischen und ungarischen Volksgruppe, nun auch mit der Minderheit der Zigeuner auseinanderzusetzen hatte. Einerseits empfand man sie als Plage, andererseits wollte man sie nicht mehr so behandeln, wie in den Jahrzehnten zuvor. Obwohl alle Burgenlandzigeuner fotografisch registriert wurden und ausländische Zigeuner abgeschoben wurden, stieg ihre Zahl.
Ihr Anwachsen und die wirtschaftliche Not führten in den 1920er Jahren zu einer immer feindseligeren Einstellung ihnen gegenüber. Die Zigeuner wurden für die große Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht, galten als arbeitsscheu, erwerbsfaul, stehlend und sittlich verkommen. Es komme „einer Verhöhnung der Gesetze gleich, dem rohen, verwilderten, für die Gesellschaft untauglichen Zigeuner den gleichen Schutz der Gesellschaft zu Teil werden zu lassen, wie dem zivilisierten Menschen“. Vor allem im Burgenland steigerte sich dieser Hass sehr rasch und ging nahtlos in den nationalsozialistischen Rassismus über. Der von Adolf Hitler als Landeshauptmann des Burgenlandes eingesetzte Tobias Portschy schrieb: „Die Zigeuner bilden eben einen auf bestimmten biologischen Gegebenheiten beruhenden Fremdkörper, und es ist daher kein Wunder, wenn man sie als minderwertig bezeichnet.“ Er forderte neben der Errichtung von Arbeitslagern für die Zigeuner auch eine Zwangssterilisierung. Sie wurden in Konzentrationslager deportiert und erbbiologische Forschungen, Fleckfieberversuche und andere Menschenversuche wurden an ihnen vollzogen. Nur etwa 400 der ursprünglich 7.000 Zigeuner überlebten den Holocaust.
Die Hinterbliebenen hatten keine Angehörigen, keine Stammeskultur, keine Wohnstätten und sehnten sich nach Anonymität und einer neuen Identität. Deshalb verleugneten sie ihre Abstammung, gaben sich als Gastarbeiter aus, oder deutschten ihre Namen ein. Diese Haltung einer sozialen Randgruppe blieb bis heute erhalten. Die 6-8.000 Burgenlandzigeuner distanzieren sich zum Teil völlig von unserer Gesellschaft und die jungen Leute lehnen ihre eigene Tradition ab. Es herrscht noch eine große Abneigung gegen jede Art von interkultureller Bildung. Das einzig Erstrebenswerte scheint ihnen nur noch der materielle Wohlstand zu sein.
Diese Ungleichstellung der Zigeuner mit anderen KZ-Opfern macht deutlich, wie sehr diese Minderheit am Rande der Gesellschaft zu leben hat. Es sind die typischen Probleme, wie Umgang mit den Behörden, mangelhafte Personaldokumente, Ungeklärtheiten bei der Staatsbürgerschaft in den Nachkriegsjahren, teilweise vorhandener Analphabetismus bis hin zu belastenden Vorstrafen, oftmals für kleine Eigentumsdelikte; und es sind die typischen Vorurteile, die auch heute noch diese Menschen als Lebewesen 2., wenn nicht 3. Klasse qualifizieren. 1988 erhielten sie erstmals Opfer- und Unterhaltsrenten durch Sozialminister Alfred Dallinger und Bundeskanzler Franz Vranitzky.
Schätzungsweise gibt es heute zwischen 2.500 und 5.000 Burgenland-Roma. Die meisten unter ihnen leben in Oberwart und Umgebung. Weitere Roma und Romafamilien leben im Mittel- und Nordburgenland oder haben sich in ostösterreichischen Städten niedergelassen. Nach dem Grad der Assimilation kann man drei Gruppen unterscheiden:
Seit 1993 wird die Kultur dieser Volksgruppe in Österreich gefördert. Es entstanden Projekte wie z.B;
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