Die Burg Wohldenberg befindet sich in der Ortschaft Sillium, Gemeinde Holle im Landkreis Hildesheim.
Burg Woldenberg.jpg Gebaut wurde sie wahrscheinlich an dieser Stelle aus strategischen Gründen. Die Handelswege "Frankfurter Straße" und die Route Hildesheim-Goslar treffen sich hier. Außerdem war sie durch die umgebenden Steilhänge nur schwer einnehmbar.
Graf Ludolf I.. nahm die Burg Wohldenberg nach 1174 zu seiner Residenz, nachdem er seinen Stammsitz in Wöltingerode in ein Kloster verwandelt hatte. Schon Ludolf II. nannte sich 1172 Graf von Waldeberch, nachfolgende Grafen von Wöltingerode übernahmen mehr und mehr den Namen Wohldenberg.
Im Streit zwischen dem Kaiser Friedrich I. genannt Barbarossa und Heinrich dem Löwen standen die Wohldenberger Grafen auf der Seite des Kaisers. Aus diesem Grund wurde die Burg Wohldenberg 1180 von Heinrich dem Löwen zerstört. Die Burg wurde danach neu erbaut und in der Folge wuchs der Einfluss der Wohldenberger Grafen. So erhielt Hermann von Wohldenberg die Poppenburg zu lehen, nachdem Konrad II. von Riesenberg, Bischof von Hildesheim von 1221 - 1246, die Poppenburg zuvor als Befestigungsanlage ausgebaut hatBurgen und Schlösser im Hildesheimer Land '', Margret Zimmermann/Hans Kensche: Burgen und Schlösser im Hildesheimer Land, 1.Auflage Hildesheim: Lax, 1998, S.127 ISBN 3-8269-6280-X.
Im Jahr 1275 verkauften die Grafen vom Wohldenberg ihre Grafschaft mit der Burg an Bischof Otto I. von Hildesheim. In den folgenden Jahren wurde der Wohldenberg immer wieder kurzfristig verpfändet und belehnt. Die meiste Zeit war sie aber im Besitz des Bistums Hildesheim, wie auch heute wieder. Unter anderem war sie 1174 im Besitz der Grafen von Wöltingerode, die ihren Wohnsitz hierher verlegten. (Ihr ehemaliger Wohnsitz, Burg Wöltingerode bei Goslar, wurde zu dieser Zeit als Kloster von Zisterzienserinnen genutzt, welche dort pikanterweise eine Schnapsbrennerei aufbauten.) Auch wurde die Burg zeitweise zu Raubritterburg. Als Besitzer wurden unter anderem verzeichnet: Aschwin von Saldern, 1412 die Ritter von Wallmoden und später dann die von Bortfeld. Anfang des 14. Jahrhunderts blieb die Burg schließlich für lange Zeit im Besitz der Familie von Bortfeld. Nach der Hildesheimer Stiftsfehde kam auch der Wohldenberg unter die Herrschaft der Herzöge von Braunschweig, die den Besitzer, Asche von Bortfeld, ohne Entschädigung von der Burg vertrieben. Während des 30jährigen Krieges schließlich wurde die Burg Wohldenberg durch die bei Bockenem liegenden "Kaiserlichen" im Jahr 1641 zerstört. Die Burg verfiel mehr und mehr, und wurde nie mehr aufgebaut. Aus der ehemaligen Burgkapelle ist die Barocke Hubertuskirche hervorgegangen. Schon im 19. Jahrhundert war die Burgruine ein beliebtes Ausflugsziel. Der alte verfallene Burgturm wurde 1859 mit einer Aussichtsplattform mit Zinnenkranz versehen. Von hier aus genießt man einen herrlichen Blick über die Gemeinde Holle bis hin zum Harz. Unterhalb der Burg befand sich noch ein altes Wirtshaus von 1561, in dem in der Zeit vor dem 2. Weltkrieg reges Treiben herrschte. Das neue Amtshaus auf dem Wohldenberg entstand 1852, als das Amt Wohldenberg noch über drei große Vogteien verfügte. Nach der Auflösung des Amtes wohnte dort der Schriftsteller Oskar Meding bis 1896 und verfasste in der geschichtsträchtigen Umgebung des Wohldenberges seine zahlreichen historischen Romane. Nach seinem Tod diente das Haus kurzzeitig als Hotel, dann erwarb es 1920 der Caritasverband der Diözese s.a. Bistum Hildesheim und heute beherbergt das "Haus Wohldenberg" eine Jugendbildungsstätte der katholischen Kirche. Neben der Hubertuskirche und dem Burgturm sind noch das alte Pforthaus mit zwei Flankentürmen und Reste der Umfassungsmauer vorhanden.
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