Die Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle (Kurzform: Burg Halle) ist eine Hochschule für Kunst und Design. Der englische Name ist "Burg Giebichenstein - University of Art and Design".
Selbstsicht der Universität
Studiengänge an der
Burg Giebichenstein sind künstlerisch-wissenschaftliche Studiengänge. Vor dem Hintergrund sich verändernder Qualifikations- und Kompetenzprofile sollen das Studium auf die Berufsfähigkeit vorbereiten. Dies erfolgt durch die Vermittlung von grundlegendem Fachwissen, Methodenkompetenzen und den Disziplinen entsprechenden Schlüsselqualifikationen. So werden die Studierenden bei der Einarbeitung in verschiedene Problemstellungen und wechselnden Aufgabenbereichen im späteren Berufsleben befähigt. Darüberhinaus wird eine effektive Kommunikation mit Spezialisten anderer Disziplinen ermöglicht und Teamfähigkeit bzw. interkulturelle Kompetenz trainiert.
Die Ausbildung soll den Absolventen außerdem befähigen, in der Gesellschaft eine bestimmende oder impulsgebende Rolle zu spielen und als Multiplikator oder Vordenker wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Entwicklungen in Gang zu setzen.
Geschichte
Die heutige moderne Hochschule Burg Giebichenstein geht auf die Gewerbliche Zeichen- und Handwerkerschule der Stadt
Halle zurück. Diese Schule wurde 1879 gegründet auf Basis der Vereinigung der Provinzial-Gewerbeschule Halle, seit 1852, mit der Gewerblichen Zeichenschule, seit 1870.
Der Architekt
Paul Thiersch gibt der Schule neue Impulse; er reformiert mit Amtsantritt als Direktor am 1. Juli 1915 im Sinne der Ideen des
Deutschen Werkbundes mit den Klassen für Malerei, Grafik, Bildhauerei, Architektur, Fotografie und die Tischlerei. In der
Bauhauszeit kommen zahlreiche ehemalige Bauhäusler als Lehrer an die Burg, unter ihnen der Bildhauer
Gerhard Marcks, Direktor von 1928 bis 1933. 1933 wird die Schule durch das Nationalsozialistische Regime beschnitten und als Handwerkerschule weitergeführt.
In der Nachkriegszeit wird die Burg Giebichenstein als Kunstschule wiederaufgebaut. Unter dem Direktor Walter Funkat wird 1958 der Grundstein für die Hochschule für industrielle Formgestaltung gelegt, die bis 1989 als einflussreichste Ausbildungsstätte für Designer und Künstler wirkt und mit der Ausbildung in den Fachrichtungen der angewandten Kunst bestimmend für die besondere künstlerische Qualität des Kunsthandwerks in der DDR war.
1989 findet die Umbenennung in Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle statt.
Die Hochschule stellt sich dem gesellschaftlichen Wandel, der Internationalisierung und den komplexen Aufgaben in Kunst und Design.
Ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal bleibt dabei weiterhin die fundierten künstlerisch-wissenschaftlichen Grundlehre.
Die Einführung von Bachelor-Studiengängen im Fachbereich Design erfolgte zum WS 2006, die Einführung der Master-Studiengängen befinden sich in der Vorbereitung.
Die Hochschule wird derzeit geleitet von Prof. Ulrich Klieber.
Zur Zeit studieren ca. 1.000 Studenten an der Hochschule.
Auf dem Campus Design wurden 2003 umfangreiche Sanierungsarbeiten begonnen, die im Herbst 2007 abgeschlossen sein sollen und die Burg Giebichenstein in neuem Glanz erstrahlen lassen werden.
Studium
Die Hochschule Burg Giebichenstein hat in zwei Fachbereichen ca. 10 Studiengänge und ca. 21 fachspezifische Studienrichtungen:
- Fachbereich Kunst
- Studiengänge und Studienrichtungen:
- Kunsterziehung
- Kunstpädagogik
- Malerei/Grafik
- Glas
- Grafik
- Konzeptkunst Buch
- Malerei
- Textil
- Plastik
- Bildhauerei
- Medienkunst
- Plastik Keramik
- Metall
- Schmuck
- Studienbegleitende Fachgebiete:
- Bildnerische Grundlagen
- Kunstwissenschaften
- Fachbereich Design
- Studiengänge und Studienrichtungen:
- Industriedesign
- Innenarchitektur
- Keramik-/Glasdesign
- Kommunikationsdesign
- Mode
- MM|VR-Conception
- MM|VR-Design
- Spiel-/Lernmitteldesign
- Textildesign
- Studienbegleitende Fachgebiete:
- Bildnerische Grundlagen
- Designinformatik
- Designwissenschaften
- Naturwiss.-techn. Grundlagen
Bekannte Professoren und Absolventen
Literatur
- "Burg Giebichenstein : Die Kunstgewerbeschule unter Leitung Paul Thiersch und Gerhard Marcks 1915-1933", ISBN 3050039817
- Katja Schneider: "Burg Giebichenstein, in 2 Bdn", Wiley-VCH 1992, ISBN 3527177256
- Ute Brüning, Angela Dolgner, Helmut Brade, Eva Natus-Salamoun, Jens Semrau: "Walter Funkat. Vom Bauhaus zur Burg Giebichenstein", Anhalt. Verlagsges. Dessau 2000, ISBN 3910192335
Weblinks
Halle | Hochschule (Deutschland) | Kunstakademie | Designschule