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Der Berwartstein, auch (hochdeutsch) Bärbelstein oder (pfälzisch) Bärwelstein genannt, ist eine Burg im Wasgau, dem südlichen Teil des Pfälzer Waldes im Bundesland Rheinland-Pfalz. Er ist die einzige Burg des Wasgaus, die nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut wurde und noch heute bewohnt ist.

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Lage


Der Berwartstein liegt in etwa 280 m Höhe auf einer Bergkuppe oberhalb von Erlenbach bei Dahn. Das Seitental, das er beherrscht, mündet ca. 3 km südlich zwischen Dahn und Wissembourg (deutsch "Weißenburg") von links ins Tal des Flüsschens Lauter, das hier am Oberlauf noch Wieslauter heißt.

Burganlage


Felsenburg

Wegen seiner zahlreichen Felsen und Burgen führt der südwestliche Teil des Wasgaus den Namen Dahner Felsenland. Wie viele andere Burgen der Gegend ist auch der Berwartstein eine weitgehend in den gewachsenen Buntsandstein gehauene Felsenburg.

Aussichtspunkt

Eine Aussichtsplattform unterhalb der Spitze des Hauptturmes ermöglicht einen weiten Blick über den gesamten südwestlichen Wasgau bis ins französische Elsass hinein.

Brunnenschacht

Bemerkenswert ist der Burgbrunnen, für den ein 104 m tiefer senkrechter Schacht mit einem Durchmesser von 2 m bis auf die Talsohle durch den Fels getrieben wurde.

Geschichte


Kaiser, Bischof und Berwartsteiner

Der Berwartstein wurde 1152 erstmals urkundlich erwähnt als Geschenk von Kaiser Friedrich Barbarossa an den damaligen Speyerer Bischof Günther von Henneberg. Ab 1201 trat ein nach der Burg benanntes Rittergeschlecht auf, die Herren von Berwartstein. Weil diesen Raubrittertum vorgeworfen wurde, wurde die Burg 1314 durch Truppen der Städte Straßburg und Hagenau belagert, eingenommen und zerstört.

Kloster, Kurfürst und "Hans Trapp"

Nach dem recht bald erfolgten Wiederaufbau stand die Burg noch bis 1345 im Eigentum der Berwartsteiner. Über die Herren von Weingarten und die Eckebrechte von Dürkheim kam sie 1347 an das dem Benediktinerorden gehörende Kloster Weißenburg. Mehr als hundert Jahre später, 1453, räumte das Kloster den Kurfürsten von der Pfalz das Öffnungsrecht ein.

Gegen den Protest des Klosters, das sich weiterhin als Eigentümer sah, übergab dann 1480 Kurfürst Philipp der Aufrichtige die Burg seinem Marschall Hans von Trotha, genannt Hans Trott oder Hans Trapp, zu erblichem Lehen. Unter dessen Herrschaft wurde sie weiter befestigt und erwarb sich den Mythos der Uneinnehmbarkeit. 1484 ließ der neue Burgherr auf dem 325 m hohen, südlich gegenüberliegenden Vorsprung des Nestelberges, knapp 300 m Luftlinie entfernt, ein Vorwerk mit einem 15 m starken Turm errichten.

Im folgenden Jahr wurde der Höhepunkt der Fehde mit dem Kloster erreicht: Hans von Trotha ließ die nahe Wieslauter aufstauen und entzog so dem abwärts gelegenen Städtchen Weißenburg das Wasser. Nach Beschwerden des Abtes sorgte er für das Einreißen des Dammes und verursachte in Weißenburg eine gewaltige Überschwemmung. Auf Betreiben des Klosters verhängte daraufhin Papst Innozenz VIII. gegen den Ritter den Kirchenbann. Sein bisheriger Gönner, der Kurfürst, musste sich, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden, von seinem Gefolgsmann lossagen, und 1496 war sogar Kaiser Maximilian I. gezwungen, gegen den Ritter die Reichsacht auszusprechen. Hans von Trotha kümmerte dies bis zu seinem Tode (1503) nicht, und zwei Jahre später wurden die Sanktionen posthum aufgehoben.

Zerstörung

1545 erbten die Herren von Fleckenstein die Burg. 1591 brannte sie nach einem Blitzschlag aus. Das Vorwerk wurde im 17. Jahrhundert, entweder im Dreißigjährigen Krieg oder im Pfälzischen Erbfolgekrieg, erheblich beschädigt. Mit der Restaurierung der Überreste, die heute als Klein Frankreich bekannt sind, wurde im Jahr 2005 begonnen.

"Wohnburg"

In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Ruine mehrfach den Besitzer, bis sie 1893 an Theodor von Baginski kam, der sie wieder ausbauen ließ, so dass sie bis heute als Wohnung dient.

Umgebung


In der Nähe des Berwartstein gibt es weitere geschichtsträchtige Burgen: Der Drachenfels liegt nur 3 km nordwestlich, Lindelbrunn 6 km nordöstlich, und die vierfache Burgengruppe an der deutsch-französischen Grenze mit Wegelnburg (deutsch) sowie Hohenbourg, Löwenstein und Fleckenstein (alle auf französischer Seite) im Südwesten ist 10 km entfernt.

Weblinks


Felsenburg | Burg in Rheinland-Pfalz | Südpfalz | Westpfalz

 

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