Auf dem Albisgrat, etwa vier Kilometer südlich vom Utokulm, lässt sich heute noch eine Burgstelle ausmachen. Dort stand einst die Burg Baldern. Reste von Mauern lassen sich nicht mehr erkennen. Eine ernsthafte archäologische Untersuchung hat bis heute noch nicht stattgefunden. Alles Wissen über die Baldern haben wir aus wenigen schrifftlichen Quellen und einer Legende. Laut dieser stand schon im Jahre 853 dort eine Wehranlage des Königs Ludwig des Deutschen.
Auf der Baldern wohnten einst die zwei Töchter Ludwigs, Hildegart und Berta. Sie verabscheuten das laute Treiben auf der Pfalz. Sie liebten die Abgeschiedenheit und die Stille des Waldes. Jede Nacht stiegen die zwei frommen Frauen den gefährlichen Weg nach Zürich hinab, um dort in einer Kapelle zu beten. Da sandte ihnen Gott einen Hirsch, der brennende Kerzen im Geweih trug. Dieses Tier stiess immer an einer bestimmten Stelle zu ihnen, begleitete sie hinab, wartete während sie in der Kapelle beteten und brachte sie wieder sicher nach Hause. Lange sannen die Schwestern über dieses Wunder. Sie hielten es für ein Zeichen, dort wo der Hirsch jeweils wartete, ein Gotteshaus zu errichten. Der König erhielt Kunde vom nächtlichen Treiben seiner Töchter. Eines Nachts folgte er ihnen und wurde des Wunders teilhaftig. Er rief die beiden zu sich und erforschte ihren Sinn. Ihm gefiel jedoch der Platz nicht, wo seine Töchter die Kirche wollten. Da erflehten die Töchter ein Zeichen von Gott. Gott erhörte sie und sandte ein grünes Seil vom Himmel herab an jenen Platz. Da erkannte der König, dass seine Töchter Recht gehabt hatten. Er stiftete dort ein Kloster für Edelfrauen, das heutige Fraumünster.
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