Bunraku (jap. 文楽; auch: 人形浄瑠璃 Ningyō Jōruri) ist eine traditionelle, japanische Form des Figurentheaters. Inhaltlich werden von Bunraku und Kabuki ähnliche Themen aufgegriffen, denn beides sind Theaterformen, die aus der gleichen gesellschaftlichen Schicht entstanden sind.
Bunraku teilt viele Themen mit dem zeitgenössischen Kabuki. Mehrere Stücke wurden für beide Theaterformen adaptiert. Bunraku ist besonders bekannt für tragische Liebesgeschichten, die mit Suizid enden. Die Geschichte der 47 Ronin ist ebenfalls in Bunraku und Kabuki bekannt.
Bunraku ist ein Autorentheater. Vor der Vorstellung hält der Rezitator den Text in die Höhe und verbeugt sich vor ihm. Damit verspricht er, ihm treu zu folgen. Kabuki hingegen ist ein Darstellertheater, in dem die Schauspieler Scherze, Improvisationen, Bezüge auf aktuelles Zeitgeschehen etc. ins Spiel einfügen können.
Später wurde das Bunraku weitgehend von Kabuki verdrängt und litt unter einem Mangel an kompetenten Autoren für neue Stücke.
Der bekannteste Bunraku-Autor war Chikamatsu Monzaemon. Mit den mehr als 100 ihm zugeschriebenen Stücken wird er manchmal der "Shakespeare von Japan" genannt.
Heute hat Bunraku den Status unberührbares kulturelles Erbe von der japanischen Regierung und wird besonders gefördert. Auch Bunraku-Darsteller und Puppenmacher können unter Japans Programm zur Bewahrung seiner traditionellen Kultur zu "Lebenden Kulturschätzen" erklärt werden.
Die Puppen sind mindestens von halber bis ca. 4/5 Lebensgröße, oft ca. 1,5m hoch und ihr mechanischer Aufbau kann ziemlich kompliziert sein. In Stücken über übernatürliche Themen kann die Puppe z.B. so konstruiert sein, dass sich ihr Gesicht schnell in das Gesicht eines Monsters umwandeln lässt.
In einer guten Aufführung werden die Puppenspieler "unsichtbar" und die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Puppen gezogen. Einige meisterhafte Puppenspieler setzen die Kapuze während der Vorstellung ab, im Wissen dass das Publikum zu sehr auf die Vorstellung konzentriert ist, um sich ablenken zu lassen.
Er spricht die Texte aller Darsteller, und nutzt Techniken wie unterschiedliche Tonhöhe, um die einzelnen Figuren zu unterscheiden. Die Rezitierweise erfordert eine jahrelange Ausbildung, und ist aufgrund einer hohen Körperspannung für den Rezitator sehr anstrengend. Da die Stücke oft mehrere Stunden dauern, wechseln sich die Rezitatoren innerhalb einer Aufführung ab. Der Rezitator sitzt in der Nähe zum Shamisen-Spieler auf einer drehbaren Plattform, der Yuka, die von Zeit zu Zeit gedreht wird, um die Rezitatoren für die nächste Szene nach vorn zu holen.
Bis ins späte 19. Jahrhundert gab es hunderte professionelle, semi-professionelle und Amateurtruppen in ganz Japan. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ging ihre Zahl auf weniger als 30 zurück, von denen die meisten nur 1-2 Vorstellungen im Jahr geben, oft in Verbindung mit lokalen Festen. Einige wenige regionale Truppen sind aktiver. Die Awaji-Puppen-Truppe auf der Insel Awaji südwestlich von Kobe zeigt in ihrem Theater täglich kurze Vorstellungen und auch längere Shows. Sie hat auch schon in den USA, Russland und anderen Ländern Vorstellungen gegeben. Die Tonda Traditionelle Bunraku Puppen-Truppe aus der Präfektur Shiga , gegründet in den 1830ern, hat 5 Tourneen in den USA und Australien gehabt und war aktiv als Gastgeber akademischer Programme in Japan für amerikanische Studenten, die Bunraku lernen wollten. Das Imada-Puppentheater, welches in Frankreich und Taiwan auf Tournee ging, und das Kuroda-Puppentheater befinden sich in der Stadt Iida in der Präfektur Nagano. Beide Truppen mit mehr als 300 Jahren Geschichte geben regelmäßig Vorstellungen und sind in der Ausbildung einer neuen Generation traditioneller Puppenspieler tätig.
Traditionelle japanische Musik | Theater (Japan)
بونراكو | Bunraku | Bunraku | Bunraku | Bunraku | 文楽 | Bunraku | Bunraku