Die Bundeszentrale für politische Bildung (abgekürzt bpb, seltener BpB) ist eine in der Bundesstadt Bonn ansässige, dem Bundesministerium des Innern unterstellte Institution, die 1963 aus der 1952 gegründeten Bundeszentrale für Heimatdienst hervorgegangen ist. (Letztere ist nicht zu verwechseln mit der 1950 für einige Monate betriebenen Zentrale für Heimatdienst (ZfH), einer Vorläuferin des deutschen Bundesverteidigungsministeriums, oder mit dem Wander- und Heimatdienst, einer Organisation der Obdachlosenverwaltung im Dritten Reich.)
„Die Bundeszentrale hat die Aufgabe, durch Maßnahmen der politischen Bildung Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken.“Erlass über die Bundeszentrale für politische Bildung vom 24. Januar 2001
Ihr Angebot entwickelt die Bundeszentrale im Dialog mit Gesellschaft, Wissenschaft und Politik. Daher spiegelt dies auch immer aktuelle politische und wissenschaftliche Debatten wieder. So war die Auseinandersetzung mit dem Kommunismus in den Anfangsjahren prägend. Diese führte am 28. November 1958 auf Inititative des Bundesinnenministeriums zur Gründung des Ostkollegs in Brühl. Im Erlass wurde das Kolleg beauftragt, „durch Studientagungen zur geistig-politischen Auseinandersetzung mit dem internationalen Kommunismus“ beizutragen.Zitiert nach Publikationshinweis „Ostkolleg der Bundeszentrale für Heimatdienst“ auf der Website der Bundeszentrale für Politische Bildung (19. Mai 2006). Später wurde die Einrichtung in „Ost-West-Kolleg“ umbenannt und diente vor allem den Dialog mit den mittel- und osteuropäischen Staaten. Seit 2003 heißt das Ost-West-Kolleg nur noch „KonferenzCentrum Brühl“.Bundeszentrale für Politische Bildung: Jahresbericht 2002/2003 (pdf, 1,6 MB)
Die Geschichte seit Gründung des Instituts ist bislang kaum erforscht. 2003 führte die Politikwissenschaftlerin Gudrun Hentges von der Universität Köln ein erstes Forschungsprojekt durch: Die "Bundeszentrale für Heimatdienst" bzw. "Bundeszentrale für politische Bildung" im Spannungsfeld zwischen Propaganda, Öffentlichkeitsarbeit und Politischer Bildung.
Zur Finanzierung ihrer Aufgaben standen der Bundeszentrale im Haushaltsjahr 2002 rund 26,8 und im Haushaltsjahr 2003 rund 26,7 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Aufgabenpunkte Publikationen und Veranstaltungen gab die Bundeszentrale 2002 18 und 2003 16,7 Millionen Euro aus. Die restlichen Mittel entfielen auf die Förderung von Bildungsträgern, den Vertrieb sowie Grundsatzangelegenheiten und Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Informationen zur politischen Bildung widmen sich in jeder Ausgabe einem thematischen Schwerpunkt (z.B. Föderalismus, Europäischen Union, Israel). Dieser wird durch mit der Materie vertraute Wissenschaftler allgemeinverständlich aufgearbeitet. Die Zeitschrift ist kostenlos zu beziehen.
Die Wochenzeitschrift Das Parlament dient zunächst der Dokumentation aktueller Debatten im Bundestag sowie im Bundesrat. Die reine Dokumentation der Reden ist inzwischen zugunsten der Berichterstattung in den Hintergrund getreten. In der sitzungsfreien Zeit erscheinen Ausgaben mit Themenschwerpunkten. In der Beilage Aus Politik und Zeitgeschichte erscheinen vier bis sechs fachwissenschaftliche Aufsätze zu einem Thema. Damit bietet die Bundeszentrale insbesondere der Politikwissenschaft und der Soziologie ein Forum zur Verbreitung neuester Forschungserkenntnisse. Die Zeitung mit Beilage wird gegen geringe Abonnementsgebühren vertrieben.
Mit der Schriftenreihe bietet die Bundeszentrale schließlich Monographien und Sammelbände zu politikwissenschaftlichen, zeitgeschichtlichen, soziologischen und ökonomischen Themen an. Diese werden gegen eine geringe Pauschale (z.Zt. 2€) abgegeben. Die Einnahmen aus dieser Bereitstellungspauschale sowie aus Paketgebühren beliefen sich 2003 auf rund 1,5 Millionen Euro.
Das Themenfeld der bpb reicht dabei von historischen Informationsheften über die sozialen Probleme der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Publikationen zu Themen wie der Internetkultur, Islam, Globalisierung und Freie Software. Der größte Teil der bereitgestellten Informationen kann auch im WWW abgerufen werden.
Von der Förderung ausgeschlossen sind u. a. Maßnahmen, die die Teilnehmer an den politischen Willen einer einzelnen Partei binden sollen.
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