BND Logo.jpg Der Bundesnachrichtendienst (BND) mit Sitz in Pullach bei München sowie in Berlin ist neben dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst einer der drei deutschen Geheimdienste. Er wird, wie auch die anderen beiden, vom Parlamentarischen Kontrollgremium überprüft. Der BND ist der Auslandsnachrichtendienst in Deutschland und damit zuständig für Beschaffung sicherheits- und außenpolitisch relevanter Informationen aus dem Ausland bzw. über das Ausland (§ 1 Abs. 2 BND-GesetzBundesnachrichtendienst (BND)). Der BND ist eine dem Bundeskanzleramt angegliederte Dienststelle und beschäftigt rund 6.000 Mitarbeiter (Stand 2005). Innerhalb des Bundeskanzleramtes ist die Abteilung 6 für den BND zuständig, deren Leiter gleichzeitig Geheimdienstkoordinator ist. Der Jahresetat beträgt mehr als 430 Millionen Euro.
In den Standorten Pullach und Berlin-Lichterfelde (geografische Lage: ), an anderen (geheimen) Dienststellen in Deutschland (insgesamt ca. 100, davon in Bayern ca. 70), sowie in Auslandsdienststellen (ca. 100) (Residenturen) arbeiten ca. 6.050 Mitarbeiter. Davon arbeiten im Ausland ca. 1550 Mitarbeiter. 10 Prozent der gesamten Belegschaft des BND sind Bundeswehrsoldaten. Es werden ausschließlich Berufssoldaten verwendet. Als Tarnung werden sie offiziell zum sog. Amt für Militärkunde versetzt.
Bis 2011 sollen die beiden deutschen Standorte, Pullach und Berlin, in Berlin zusammengefasst sein. Zur zentralen Dienststelle wird bis dahin das Gelände des ehemaligen Stadions der Weltjugend im Bezirk Mitte umgebaut werden. Das neue Gebäude in der Chausseestraße wird vom Berliner Büro „Kleihues und Kleihues“ geplant. Vorgezogene Teilumzüge der Abteilungen 3 (Auswertung) und 5 („Internationaler Terrorismus“ und „Organisierte Kriminalität“) sind bereits größtenteils abgeschlossen. Bis 2010 sollen weitere Teilumzüge erfolgen. Im August 2005 hat der Bund das Grundstück vom Land Berlin gekauft; die Kaufsumme für das Grundstück betrug ca. 48 Millionen Euro für einen Teil des Geländes. Ein Zukauf eines weiteren Teilstückes (z.Zt. von einer Tankstelle belegt) gilt als geplante Option. Zukünftig wird der BND auch die Auslandsaufklärung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr übernehmen. Hierzu werden beim BND 270 Dienstposten neu eingerichtet. Weitere Mitarbeiter, für das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ZNBw) in Gelsdorf bei Bonn im bisherigen Dienst, sollen deshalb künftig in die neue Zentrale des BND nach Berlin wechseln.
Die Organisation Gehlen wurde von den US-amerikanischen Besatzungsbehörden aus ehemaligen Mitarbeitern der Abteilung Fremde Heere Ost (FHO) des einstigen deutschen Generalstabs, die für die Bewertung der Feindlage durch Beschaffung und Auswertung von Nachrichten zuständig war, nach 1945 gebildet. Sitz der Organisation war seit 1947 Pullach bei München. Gegenüber anderen Nachrichtendiensten des so genannten Dritten Reiches hatte Gehlens Abteilung Fremde Heere Ost (FHO) den Ruf der systematischen und exakt dokumentierenden Detailarbeit und unterschied sich - laut Walter Schellenberg - so von anderen deutschen Nachrichtendiensten.
Es gelang Gehlen, eine große Anzahl der noch lebenden Mitglieder seiner früheren Dienststelle auch deswegen zu interessieren, weil sie in ihrer neuen Stellung häufig mit einer neuen Identität versehen wurden. Eingestellt wurden vor allem ehemalige SS-, SD- und Gestapo-Offiziere. Noch 1970 waren zwischen 25-30% der Beschäftigten des BND ehemalige Angehörige dieser Organisationen. Aus ihnen entstand der zunächst namenlose, im Sprachgebrauch als Organisation Gehlen bezeichnete Geheimdienst in der US-amerikanischen Besatzungszone, woraus sich bis heute der Standort Pullach des BND erklärt.
Der BND wurde eingerichtet, indem am 1. April 1956 die Organisation Gehlen in den neuen BND in der Bundesrepublik Deutschland überführt wurde und Gehlen Amtschef blieb.
Insgesamt hatte die Organisation Gehlen in den frühen 1950er-Jahren zahlreiche Spione in die staatlichen Strukturen der DDR und anderer osteuropäischer Staaten eingeschleust, die aber weitgehend erfolglos agierten. Vor allem in der DDR starteten die gegnerischen Geheimdienste 1953 eine erfolgreiche Spionageabwehr-Kampagne, zahlreiche Agenten wurden enttarnt, verhaftet und verurteilt. Auch den Bau der Berliner Mauer konnte der BND 1961 nicht voraussagen.
Anfang der 90er-Jahre kam der BND auch außergeheimdienstlich weltweit in den Ruf, unfähig zu sein, nachdem dieser weder den Fall der Mauer, den Zusammenbruch der Sowjetunion noch die deutsche Wiedervereinigung vorhergesehen bzw. die Vorgänge, die dazu geführt hatten, falsch beurteilt hatte. Diesen Vorwurf müssen sich dann aber zumindest auch die Staatssicherheit der DDR sowie eine Reihe weiterer westlicher und östlicher Geheimdienste machen lassen. Insgesamt wurden und werden dem BND häufig Defizite beim Einsatz von Spionen und Informanten (Human Intelligence) nachgesagt. Dagegen soll die technische aufklärung, insbesondere das Abhören des Funkverkehrs in Osteuropa, vergleichsweise effizient gearbeitet haben.
Die Aktivitäten des BND unterliegen aber im Allgemeinen der Geheimhaltung; daher ist darüber seit 1956 recht wenig bekannt. So soll – laut Medienberichten – der BND seit 1996 ausländische Agenten im Hamburger Islamisten-Milieu angeworben haben. Dies könnte möglicherweise, so wird gemutmaßt, der eigentliche Hintergrund für die Weigerung ausländischer Geheimdienste befreundeter Staaten gewesen sein, im Hamburger Prozess gegen den marokkanischen Studenten, der der Unterstützung der Terrorbande, die die Anschläge in den USA vom „11.9.“ verübt haben, verdächtigt wurde, Informationen an den BND bzw. an die bundesdeutschen Gerichte weiterzugeben, was schließlich zum Freispruch im zweiten Verfahren führte. In dieser Sache konnte – soweit bekannt – der BND nur wenig zur Aufklärung beitragen.
Am 10. November 2005 wurde vom Chef des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, offiziell bestätigt, dass in den Jahren 1993 und 1994 Journalisten im Inland durch den Nachrichtendienst abgehört worden waren. Betroffen waren unter anderem ein Redakteur des Focus und mehrere andere Journalisten. Dieser Lauschangriff stand im Zusammenhang mit einem Sachbuch des Publizisten Erich Schmidt-Eenboom, der ein enthüllendes Buch über Schwächen des BND veröffentlicht hatte. Auch sein Institut war daraufhin vom BND überwacht worden.
Der BND hat als einziger Auslandsnachrichtendienst Deutschlands die Aufgabe, Informationen zu sammeln und auszuwerten, die zur Gewinnung von Erkenntnissen über das Ausland, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland sind, notwendig sind (§1 BNDG). Diese Informationen werden der Bundesregierung übermittelt und erstrecken sich auf viele Themenbereiche: Politik, Wirtschaft, Militär, Wissenschaft oder Technik. Zur Beschaffung dieser Informationen stehen dem BND viele Methoden der Nachrichtengewinnung zur Verfügung; ein Großteil stammt allerdings aus dem Studium offener Quellen wie Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen oder auch dem Internet. Daneben setzt der BND auch geheimdienstliche Methoden ein, wie die Anwerbung und Führung von Agenten im Ausland (Operative Beschaffung) oder die funkelektronische Aufklärung (Technische Beschaffung). Dies geschieht auf vielen Ebenen, dazu gehört die Telefonüberwachung ebenso wie geheime Bild- und Tonaufzeichnungen oder die Internetüberwachung. Gerade in diesen Bereichen sucht der BND momentan nach qualifizierten Mitarbeitern für Nachrichtentechnik oder Kryptographie.
Die gewonnen Informationen werden im BND analysiert und ausgewertet, um Lagebilder und Berichte zu erstellen, die für Entscheidungen der Bundesregierung von Bedeutung sind. Neben den Kernaufgaben der Auslandsaufklärung übernimmt der BND, auf politische Vorgabe hin, zunehmend auch Aufgaben in der Beobachtung der international operierenden Organisierten Kriminalität, insbesondere auf den Gebieten Waffen- und Technologietransfers (Proliferation), Geldwäsche, Menschenhandel und Rauschgiftschmuggel. Gerade in jüngerer Zeit ist zudem die Aufklärung des internationalen Terrorismus noch bedeutsamer geworden.
| Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) | |||
| Name (Lebensdaten) | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | |
|---|---|---|---|
| 1 | Reinhard Gehlen (1902 – 1979) | 1. April 1956 | 30. April 1968 |
| 2 | Gerhard Wessel (1913 – 2002) | 1. Mai 1968 | 31. Dezember 1978 |
| 3 | Klaus Kinkel (* 1936) | 1. Januar 1979 | 26. Dezember 1982 |
| 4 | Eberhard Blum (1919 – 2003) | 27. Dezember 1982 | 31. Juli 1985 |
| 5 | Heribert Hellenbroich (* 1937) | 1. August 1985 | 27. August 1985 |
| 6 | Hans-Georg Wieck (* 1928) | 4. September 1985 | 2. Oktober 1990 |
| 7 | Konrad Porzner (* 1935) | 3. Oktober 1990 | 31. März 1996 |
| 8 | Gerhard Güllich (* 1937) (kommissarisch) | 1. April 1996 | 4. Juni 1996 |
| 9 | Hansjörg Geiger (* 1942) | 4. Juni 1996 | 17. Dezember 1998 |
| 10 | August Hanning (* 1946) | 17. Dezember 1998 | 30. November 2005 |
| 11 | Ernst Uhrlau (* 1946) | 1. Dezember 2005 | |
| Vizepräsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) | |||
| Name (Lebensdaten) | Beginn der Amtszeit | Ende der Amtszeit | |
|---|---|---|---|
| 1 | Hans-Heinrich Worgitzky | 24. Mai 1957 | |
| 2 | Horst Wendland ( – 1968) | 8. Oktober 1968 (Selbstmord) | |
| 3 | Dieter Blötz | 4. Mai 1970 | August 1979 |
| 4 | Norbert Klusak ( – 1986) | 1. April 1980 | 27. Februar 1986 |
| 5 | Paul Münstermann (* 1932) | 1986 | 27. August 1994 |
| 6 | Gerhard Güllich (* 1937) (kommissarisch) | 1994 | 1996 |
| 7 | Rainer Kesselring | 18. Juni 1996 | |
| 8 | Rudolf Adam (* 1948) | 2001 | 2004 |
| 9 | Werner Schowe (* 1944), Vizepräsident mil. | 2004 | 2005 |
| 10 | Rüdiger von Fritsch-Seerhausen | 1. Mai 2004 | |
| 11 | Georg Freiherr von Brandis (* 1948), Vizepräsident mil. | 2005 | |
Der Bundesnachrichtendienst ist in 8 Abteilungen unterteilt, die alle unterschiedlichen Aufgaben nachgehen:
Die „operative Aufklärung” ist eine sogenannte HUMINT (engl.: Human Intelligence)-Abteilung, die Gewinnung von geheimen Informationen über das Ausland mit Hilfe von menschlichen Quellen anstrebt. Die Agenten der operativen Aufklärung erhalten jedoch, im Gegensatz zu den meisten Geheimdienstlern ausländischer Staaten, keine physische Ausbildung, sondern nur mentales Training. Auch sind offiziell keine operativen Aufklärer befugt, eine Dienstwaffe zu tragen, geschweige denn, diese auch anzuwenden. Dies könnte sich aber in den nächsten Jahren mit der bereits von Politikern medial andiskutierten „Aufgabenfeld-Erweiterung” des BND, wie mit der Bundesrepublik verbündete Staaten anmahnen, dem Hinzukommen immer gefährlicherer Einsatzgebiete, wie zum Beispiel dem weltweiten Kampf jetzt gegen „Terrorismus” und „Drogenhandel” (Weltproduzent Nr. 1: Afghanistan), ändern.
Die technische Beschaffung beschäftigt sich unter anderem mit der Informationsbeschaffung auf technischer Basis. Interessante Informationen werden durch Überwachen der internationalen Kommunikationsströme, u.a. über Satellit oder Überseekabel betriebene Kontakte, gewonnen. Dazu betreibt die Abteilung 2 im gesamten Bundesgebiet verteilte Dienststellen.
Diese fernmelde- und elektronische Aufklärung bezeichnet man als SIGINT (Signal Intelligence), die sich weiter in COMINT (Communications) und ELINT (Electronic Intelligence) gliedert, wobei COMINT der Gewinnung von Informationen aus Gesprächsinhalten (mündlich, schriftlich) dient und ELINT der aus Daten-Signalen, in erster Linie Radarsignalen und damit assoziierte Datensignale, die einer besonderen Datenaufbereitung vor der Auswertung bedürfen. Früher gebräuchlicher Tastfunkverkehr (Morse-Technik) ist heute zumeist durch verschlüsselte Funk-Fernschreiber (RTTY), quasi weiterentwickelte Nachfolger der „ENIGMA”-Verschlüsselungsmaschinen, ersetzt worden und zunehmend „inhaltlich” schwieriger aufklärbar.
Die Abteilung Auswertung dient als Dreh- und Angelpunkt für Aufträge. Sie ist für Aufbereitung, Sichtung und die Auswertung aller eingehenden, schon vorhandenen und noch zu beschaffenden Informationen aus den Beschaffungsabteilungen (1, 2 und 5) in Hinblick auf aktuell zugrundeliegende, von der Führung erteilte Lage-Aufträge zuständig. Die Abteilung ist mittlerweile nach Berlin umgezogen.
Die 4. Abteilung ist die Verwaltungsabteilung des Bundesnachrichtendienstes. Personalmanagement, Zentrale Serviceleistungen, Rechtswesen und Finanzen sind die Aufgabenfelder dieser Abteilung.
Der Bundesnachrichtendienst hat seit der Wende einem „gestiegenen Informationsbedürfnis” über so genannte transnationale Phänomene, wie den "Internationalen Terrorismus” und die Organisierte Kriminalität, nachzukommen. Informationen über asymmetrische Bedrohungen (wie Terrorismus) sowie Kriminalität etc., werden in der Abteilung 5 bearbeitet.
Diese Abteilung beliefert alle Abteilungen des Bundesnachrichtendienstes mit technischem Material, wie Computern, nachrichtendienstlichen Geräten, Handys und ähnlichem.
Die Ausbildung der Mitarbeiter im Beamtendienst des BND (Lehrgangsteilnehmer) dauert 2 Jahre für den mittleren Dienst (LM) und 3 Jahre für den gehobenen Dienst an der FHB. Die Beamtenanwärter werden in internationaler Politik, Sicherheit (personell und materiell), Sport, Ansprache und Quellen-Führung, Kommunikationsmöglichkeiten aus Krisengebieten, Lausch- und Spionagetechnik, Taktik des Gegners, Observation und Forschung sowie vielen anderen Fächern, wie Verwaltungsrecht, Staatsrecht und Haushalts-Kassen-Rechnungswesen unterrichtet.
Mitarbeiter aus allen Abteilungen des BND werden aus- und weitergebildet. Der BND bildet seine Mitarbeiter für den gehobenen nichttechnischen Dienst in einem öffentlichen Dienst internen Fachhochschulstudium aus. Im Grundstudium an der Fachhochschule des Bundes in Brühl und im Hauptstudium an der Außenstelle in Haar bei München. Die Schule trägt als Tarnung den Namen „Institut für Nachrichtentechnik”. Am Schulgebäude weist ein Schild auf die „Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung” hin. Mittelfristig soll die Liegenschaft in Haar durch einen Neubau in Berlin mit angeschlossenem Internat ersetzt werden. Die Außenstelle FH-Bund in Swisttal-Heimerzheim dient unter anderem dem BKA sowie dem Verfassungsschutz als Ausbildungsstätte. Ein weiterer Standort der SBND (Schule des BND), bezeichnet als „Bundesstelle für Fernmeldestatistik”, besteht in Pöcking am Starnberger See.
Dem BND ist die Sicherheit des eigenen Personals besonders wichtig, da diese aufgrund der Aufgabenstellung ein besonderes Geheimschutzbedürfnis haben. Dem Bundesnachrichtendienst obliegt auch die Eigensicherung seines Personals, der Informationen, Einrichtungen und Geräte. Mitarbeiter des BND, die dem Verdacht der Spionage für fremde Dienste unterliegen, werden von der Abteilung 8 mit eigenen Observationsteams (QC 30) überwacht.
Neben der Dienstelle in Pullach und Berlin gibt es noch weitere Dienststellen.
Hauptstelle für Befragungswesen / Zentralstelle für Befragungswesenhttp://www.berlin.de/SenGesSozV/lageso/lgesozab.html: In circa 13 der zentralen Aufnahmelager der Bundesrepublik werden alle Flüchtlinge und Asylbewerber über Gegebenheiten in ihren Heimatländern befragt, gelegentlich auch als Quellen (Spione) angeworben. Sie wird häufig als „interne Kontrolleinrichtung des Bundesamtes für Ausländerfragen” getarnt (Quelle:http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/23.08.2002/178339.asp)
Amt für Militärkundehttp://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5131794,00.html: Amtsstelle, zu der Bundeswehrangehörige offiziell versetzt werden, wenn sie für den BND arbeiten. Das AMK ist als Tarnung zu sehen.
Studienstelle für Auslandsfragenhttp://www.gavagai.de/geheim/HHD18M.htm, http://kunst-danz.de/vita/
Koordinierungsstelle für WehrtechnikJuretzko, Norbert: Bedingt dienstbereit
Abteilung 2:
Bundesstelle für Fernmeldestatistik: Der BND betreibt unter diesem Tarnnamen mehrere Abhörstationen in Deutschland, mit denen Nachrichtenverkehre erfasst werden können. Diese finden sich an folgenden Orten:
Abteilung 7:
Institut für Nachrichtentechnik
Bundesstelle für Fernmeldestatistik
Abteilung 8:
Standorte und deren Decknamen:
Bad Aibling “Seeland-Torfstich” Berlin “Avus”, ”Bergfried”, “Palais”, “Palmenhaus”, “Fabrik”, “Fichtenwald”, “Tattersall” Bonn “Chiemsee”, “Landgraf”, “Institut” Brocken (Harz) (Relaisstation) Dresden kein Tarnname Düsseldorf “Phoenix”, “Adlerhorst” Frankfurt-Oder (Relaisstation) Friedland “Gewölbe” Gablingen “Drehpunkt” Geilenkirchen “Marstall” Grünwald ( Grünwald (Depot) “Klause” Guselried “Reitstall” Haar “Weberei” Hamburg “Hermelin”, “Refektorium”, “Fasanerie”, “Kiel” Hannover “Leine”, “Alpenblick”, “Hannover” Hof “Pferdestall” Hofheim (Relaisstation) Husum "Neptun-Seehaus” Kassel “Heckenrose-Kurfürst” Kirchseeon ( Kirchseeon (Depot) “Lagerhallen” Köln “Römerschanze” Mainz “Falkenhof”, “Lafette”, “Warenlager” Monschau “Talsperre” München “Charité-Raute”, “Sanatorium”, “Symphonie”, “Mikado II”, “Schönbrunn”, “Tannenhof”, “Olymp”, “Fohlenhof”, “Torpedo” Nürnberg “Burg-Zinne” Pullach (Zentrale) “Nikolaus” Rheinhausen “Tamburin” Schleißheim ( Schleißheim (Depot) “Mühlberg” Schöningen “Golfplatz” Söcking “Kleefeld” Stockdorf “Stellwerk” Stuttgart “Eibsee” Tutzing “Refugium”
(Quelle: Der Spiegel, 15/1994)
Dienstjet Der BND besitzt mindestens einen eigenen Düsenjet, den hauptsächlich der Präsident des BND nutzt. Mit ihm wurden aber auch im Frühjahr 2006 die beiden deutschen Geiseln aus dem Irak nach Deutschland transportiert. Der Jet ist vom Typ Falcon 900EX, Zulassungsjahr 2003 und besitzt die offizielle Kennung D-AZEM. Der Jet gehört offiziell der Firma "Zeman Flugtechnik und Logistik München GmbH" (Handelsregister: München HRB 148243), wahrscheinlich eine weitere Tarnfirma des BND. Die Flugbewegungen des Jets sind ähnlich wie die der bekannten CIA Flüge durch Planespotter-Datenbanken im Internet abrufbar.
KFZ Versteigerungen Der BND versteigert nicht mehr genutzte KFZ im Internet. Er tut dies auf der Zoll Auktionsseite unter der Tarnung "Bundesvermögensverwaltung, Abt. Sondervermögen - Referat Kraftfahrwesen". Als Kontaktadresse war bisher eine bekannte BND Adresse in München verzeichnet. Seit kurzem scheint auch das Referat Kraftfahrwesen nach Berlin umgezogen zu sein. Auf Bildern der zu versteigernden KFZ sind BND Gebäude am Gardeschützenweg in Berlin zu sehen.
Eine Untersuchung von Affären erfolgt(e) im geheim tagenden Parlamentarisches Kontrollgremium oder im Untersuchungsausschuss.
Außerdem wurde der Focus-Redakteur Josef Hufelschulte bespitzelt und überwacht. Im Zuge der Überwachung von Focus-Redakteuren drangen BND-Agenten dreimal in die Tiefgarage des Burda-Verlags ein, um zu kontrollieren, ob dort Fahrzeuge von BND-Mitarbeitern geparkt seien. Ob die Amtsnachfolger Porzners über die Aktion, die bis mindestens 1998 angedauert haben soll, informiert waren, ist derzeit immer noch unklar. Außerdem wurde der Journalist Jo Angerer, der für das TV-Magazin Monitor arbeitet, überwacht.
Im Mai 2006 wurde nach einem Bericht des Sonderermittlers und ehemaligen Vorsitzenden Richters am BGH Gerhard Schäfer bekannt, dass der BND jahrelang über Spitzel interne Informationen über die Zeitschrift Der Spiegel gesammelt hat, um mögliche Geheimdienstmitarbeiter zu enttarnen, die unter anderem in der Plutonium-Affäre Insiderwissen weitergegeben hätten. Die Berliner Zeitung berichtete, dass selbst Telefone von Journalisten abgehört wurden. Unterdessen hat das Bundeskanzleramt den Bundesnachrichtendienst angewiesen, keine Journalisten für Ermittlungstätigkeiten im Inland einzusetzen.
2002 wurde Juretzko wegen "Aktenmanipulation und" "Erschleichung von Agentengeldern" in Höhe von einer halben Million DM zu elf Monaten auf Bewährung verurteilt. Juretzko schied nach 15 Dienstjahren aus dem BND aus, behielt aber seinen Pensionsanspruch. Nach Darstellung des Verurteilten handelte es sich bei dem Verfahren um eine vom BND gezielt initiierte Aktion, um den „Kronzeugen” der Affäre zu diskreditieren.
Juretzko machte seine Sicht der Dinge in dem Buch „Bedingt dienstbereit” (2004) publik, in dem weitere (angebliche) BND-Pannen zur Sprache kamen. Das 2005 von der Staatsanwaltschaft Hannover gegen ihn angestrengte Verfahren wegen Unterschlagung von Dienstunterlagen deutete Juretzko als wenig stichhaltige Racheaktion des BND: Seit seinem Ausscheiden aus dem Dienst 1999 habe er keinen Zugriff mehr auf derlei Papiere; dem BND falle das angebliche Verschwinden aber erst - kaum plausibel - in einem Abstand von sechs Jahren auf.
Im Mai 2006 veröffentlichte Juretzko eine weiteres Enthüllungsbuch über den BND. Unter dem Titel "Im Visier" wurden zahlreiche weitere Pannen und vermeintliche Peinlichkeiten aus dem Geheimdienstmilieu öffentlich gemacht.
Mit Erscheinen des Buches erfolgte eine neue Anklage, diesmal wegen Geheimnisverrates: Jureztko habe in durch die Nennung dienstinterner Kennzeichnungen das Risiko einer Enttarnung von BND-Mitarbeitern erhöht. Ebenso habe er die Klarnamen von Quellen verraten - eine nachweisliche Falschbehauptung der Anklage. Von den Vorwürfen wurde Juretzko am 7. Juni 2006 nach einem fünf Wochen dauernden Prozess auf gemeinsamen Antrag der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung vom Landgericht Berlin freigesprochen.
Im Zusammenhang mit einem vom BND gegen Juretzko angestrengten Zivilverfahren wegen angeblicher Unterschlagung von rund 200 000 Euro Agentengeldern kam es Anfang Juni 2006 zu einem in der Geschichte der Geheimdienste einmaligen Vorgang: Um seine Ansprüche zu belegen, übergab der BND dem Landgericht Leipzig Akten mit den ungeschwärzten Klarnamen einiger Quellen, im Zuge der Operation Giraffe 1990 gewonnen worden waren. Dabei nahm der BND in Kauf, dem FSB ihm vielleicht bisher sogar unbekannte BND-Operationen zu enthüllen. Sprachen Sicherheitsexperten von einem "katastrophalen Vorgang", rechtfertigte der BND sein außergewöhnliches Vorgehen mit einer "Güterabwägung": Der BND schätze den operativen Schaden geringer ein, als den Verlust des Geldes; den BND-Zuträgern drohe in ihrer Heimat heute angeblich keine juristische Verfolgung mehr.
Seit Mai 2006 zieht nun eine weitere Affäre durch die Medien. Der Bundesnachrichtendienst hat Journalisten bespitzelt und auf Kollegen angesetzt. (Journalisten-Skandal) Im Zusammenhang mit der Aufklärung der BND-Affäre zieht sich der ehemalige Geheimdienstkoordinator Bernd Schmidbauer (CDU) aus dem parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages teilweise zurück. Deutsche Medienvertreter stehen, wie bisher bekannt wurde, auch im Fokus ausländischer Geheimdienste. Nach ddp-Informationen beobachtete der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) deutsche Journalisten. Wie Mitarbeiter des NSA ddp sagten, führt die am 21. April 2001 gegründete NSA-Unterabteilung "Signals Intelligence Directorate" (SID) heute auch eine Datei mit dem Codenamen "First Fruits", in der die Namen kritischer Publizisten sowie ihre Artikel und Äußerungen gespeichert sind. Noch ist jedoch das ganze Ausmaß nicht abzuschätzen.
Nach Recherchen des amerikanischen Professors Christopher Simpson informierte der BND im März 1958 die CIA über die Aufenthaltsorte zahlreicher gesuchter Nazikriegsverbrecher, Platz drei auf der überreichten Liste war Adolf Eichmann. Der Deckname 'Clemens' unter dem Eichmann in Buenos Aires lebte wurde gleichsam übermittelt. Das Simon Wiesenthal Center und zahlreiche andere Fahnder arbeiteten jedoch mit einer anderen Schreibweise 'Klemens'. Die Kenntnis über den Aufenthaltsort von Eichmann führte zu keinen entschlossenen Verfolgungsmaßnahmen, sondern wurden lediglich der CIA gemeldet, die ebenfalls untätig blieb. Die CIA befürchtete hier die Kompromittierung des US-Lobbyisten Hans Globke im Kabinett von Konrad Adenauer. Globke arbeitete als Kommentator der Nürnberger Rassegesetze eng mit Eichmann zusammen. Die Beschäftigung des Adjutanten Adolf Eichmanns, Alois Brunner als Resident in Damaskus ist hingegen schon länger bekannt, führte bisher jedoch zu keinerlei Konsequenzen für den BND. [http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/56392
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