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Der Bundesgrenzschutz (BGS) wurde am 16. März 1951 gegründet und unterstand dem Bundesinnenministerium. Im Laufe der Jahre durchlief der BGS zahlreiche Reformen, Neustrukturierungen und Aufgabenerweiterungen. Am 1. Juli 2005 wurde der Bundesgrenzschutz in Bundespolizei umbenannt. Er stellte das Gegengewicht zur Deutschen Volkspolizei in der Deutschen Demokratischen Republik dar.
Der BGS sicherte anfangs vornehmlich die innerdeutsche Grenze (Zonengrenze), später fand eine Aufgabenerweiterung statt.
Der Bundesgrenzschutz war in den Anfangsjahren mehr militärisch als polizeilich organisiert und war teilweise Vorläuferorganisation der Bundeswehr. Die Bundeswehr übernahm bei ihrer Gründung am 1. Juli 1956 9.572 der ca. 17.000 BGS-Beamten als Soldaten. Die Grenzschutzbeamten konnten aber der Überführung in die Bundeswehr widersprechen und verblieben dann beim BGS. 1976 wurde die Ausbildung und die Personalstruktur im Bundesgrenzschutz reformiert, wenn gleich auch weiterhin in der Ausbildung militärische Inhalte gelehrt wurden. Allerdings führten die Beamten keine militärischen Dienstgrade (z.B. Major im BGS) mehr, sondern die gleichen Amtsbezeichnungen wie die Länderpolizeien (z.B. Polizeirat im BGS) (siehe auch Dienstgrade im Bundesgrenzschutz, dort ist auch eine Übersicht über die Überführung der alten Dienstgrade in die neuen Amtsbezeichnungen). Außerdem wurde der einfache Polizeidienst in der Grenzjägerlaufbahn abgeschafft.
Von 1965 bis 1994 hatten BGS-Beamte auch durch Gesetz Kombattantenstatus. Vor 1965 waren BGS-Beamte zwar Kombattanten, dies war aber nicht gesetzlich geregelt. Der BGS war bis Mitte der achtziger Jahre auch mit leichten und mittleren Infanteriewaffen ausgestattet.
Die Uniformen und Schulterstücke der Grenzschutzbeamten unterschieden sich deutlich von denen der Landespolizeien und ähnelten eher den auch in der NVA gebräuchlichen historischen deutschen Dienstgradabzeichen der Wehrmacht und der Polizeien vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie führten ihre Amtsbezeichnung mit dem Zusatz "im Bundesgrenzschutz" (z. B. Polizeikommissar im Bundesgrenzschutz). Außerdem wurden Kragenspiegel getragen.
Fahrzeuge des Bundesgrenzschutz führten das Kfz-Kennzeichen "BG" (für Bundesgrenzschutz).
Für die historischen Dienstgrade siehe Dienstgrade im Bundesgrenzschutz.
Aufgaben
Neben dem Schutz der Zonengrenze hatte der Bundesgrenzschutz auch folgende Aufgaben, die von der Bundespolizei weitergeführt werden:
- grenzpolizeilicher Schutz des Bundesgebietes: polizeiliche Überwachung der Grenzen zu Lande, zu Wasser und aus der Luft; polizeiliche Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs einschließlich der Überprüfung der Grenzübertrittspapiere und der Berechtigung zum Grenzübertritt sowie der Grenzfahndung; die Abwehr von Gefahren, die die Sicherheit der Grenzen beeinträchtigen, im Grenzgebiet bis zu einer Tiefe von 30 km und von der seewärtigen Begrenzung an bis zu einer Tiefe von 50 km
- Aufgaben der Bahnpolizei (ab 1992, in Ostdeutschland ab 1990)
- Schutz vor Angriffen auf die Sicherheit des Luftverkehrs (ab 1992)
- Schutz von Verfassungsorganen des Bundes und von Bundesministerien
- polizeiliche Aufgaben im Notstands- und Verteidigungsfall
- Mitwirkung an polizeilichen Aufgaben im Ausland unter Verantwortung der Vereinten Nationen (UN), der Europäischen Union (EU) oder anderer internationaler Organisationen
- Unterstützung des Polizeivollzugsdienstes der Polizei beim Deutschen Bundestag
- Unterstützung des Auswärtigen Amtes zum Schutz deutscher diplomatischer und konsularischer Vertretungen im Ausland
- Unterstützung des Bundeskriminalamtes (BKA) im Schutz- und Begleitdienst (Personenschutz)
- Unterstützung des Bundesamtes für Verfassungsschutz auf dem Gebiet der Funktechnik
- Unterstützung der Polizeien der Bundesländer, insbesondere bei Großeinsätzen
- Hilfeleistung bei Katastrophen und besonderen Unglücksfällen einschließlich Luftrettungsdienst
- Schutz der Auslandsstationen der Deutschen Lufthansa
Gliederung des BGS
Der Bundesgrenzschutz gliederte sich bis 1992 in die Grenzschutztruppe, den Grenzschutzeinzeldienst und die Grenzschutzverwaltung.
Die Grenzschutztruppe bestand aus den Grenzschutzkommandos mit nachgeordneten Gruppen, Abteilungen und Hundertschaften.
Der Einzeldienst bestand aus der Grenzschutzdirektion und den Grenzschutzämtern und war in erster Linie für die Grenzsicherung zuständig..
Die Verwaltung gliederte sich in die Grenzschutzverwaltungen bei den Grenzschutzkommandos und den Verwaltungsstellen bei den Verwaltungen.
1954-1960
An der Spitze des Grenzschutzes stand der Bundesminister des Inneren und der zuständige Staatssekretär.
Ihnen nachgeordnet waren die Paßkontrolldirektion mit 10 Paßkontrollämtern und die Grenzschutzkommandos (GSK) Süd, Mitte, Nord und Küste, das Kommando der GS-Schulen sowie die zentralen Dienststellen.
Jedem GSK waren zwei Grenzschutzgruppen (GSG) nachgeordnet. Dem GSK Süd die GSG 1 und 2, dem GSK Mitte die GSG 3 und 4, dem GSK Nord die GSG 5 und 6 und dem GSK Küste die GSG 7 und See.
Jede GSG (bis auf die GSG See) bestand aus drei Abteilungen (GSA), jede Abteilung aus vier Hundertschaften. Die GSG See bestand aus den Seegrenzschutzverbänden (SGV) I und II. Außerdem war jedem GSK (außer GSK Küste) eine Fernmeldehundertschaft und eine GSA Bau (GSAB) nachgeordnet; der GSAB eine Bauhundertschaft. Dem GSK Küste war dagegen nur eine Fernmeldehundertschaft nachgeordnet.
1960-1963
An der Spitze des Grenzschutzes stand der Bundesminister des Inneren und der zuständige Staatssekretär. Zusätzlich war der Inspekteur des Bundesgrenzschutzes als Mittelbehörde eingefügt worden.
Ihnen nachgeordnet waren die Paßkontrolldirektion mit 10 Paßkontrollämtern und die Grenzschutzkommandos (GSK) Süd, Mitte, Nord und Küste, das Kommando der GS-Schulen sowie die zentralen Dienststellen.
Jedem GSK waren Grenzschutzgruppen (GSG) nachgeordnet. Dem GSK Süd die GSG 1 und 2, dem GSK Mitte die GSG 3 und 4, dem GSK Nord die GSG 5 und 6 und dem GSK Küste die GSG 7.
Die GSG 1, 2, 3, 6und 7 bestanden aus drei Abteilungen (GSA), die GSG 4 und 5 aus zwei Abteilungen mit jeweils vier Hundertschaften.
Außerdem war jedem GSK (außer GSK Küste) eine Fernmeldehundertschaft (FMH), eine Fernmeldeausbildungshundertschaft (FMAH), Grenzschutzausbildungsabteilung (GSAA) und eine Technische Grenzschutzabteilung (GSAT) nachgeordnet; der GSAT eine Technische Hundertschaft und der GSAA eine Grenzschutzausbildungshundertschaft. Dem GSK Küste war FMH, eine FMAH und eine GSAA nachgeordnet.
1961 wurde die Paßkontrolldirektion in Grenzschutzdirektion, die Paßkontrollämter in Grenzschutzämter umbenannt.
1963-1968
An der Spitze des Grenzschutzes stand der Bundesminister des Inneren und der zuständige Staatssekretär. Der Inspekteur war ab 31. März 1963 Teil des BMI geworden.
Ihnen nachgeordnet waren die Grenzschutzdirektion mit 10 Grenzschutzämtern und die Grenzschutzkommandos (GSK) Süd, Mitte, Nord und Küste, das Kommando der GS-Schulen, die Grenzschutzfliegerstaffel und die GS-Fernmeldeabteilung nachgeordnet.
Die Grenzschutzfernmeldeabteilung bestand aus einer Hundertschaft.
Die Grenzschutzkommandos Süd, Mitte und Nord bestanden aus je zwei Grenzschutzgruppen mit je drei nachgeordneten Grenzschutzabteilungen (Ausnahme: GSG 2 mit 4 GSA). Jede Abteilung bestand aus vier Hundertschaften. Zusätzlich gehörten zu jedem GSK eine Fernmeldehundertschaft, eine Fernmeldeausbildungshundertschaft, eine Grenzschutzfliegerstaffel, eine Grenzschutzgruppe Ausbildung mit einer Ausbildungsabteilung und eine Technische Grenzschutzgruppe mit Technischer Abteilung.
Das GSK Küste bestand abweichend davon aus einer Pionierhundertschaft, drei unmittelbar dem GSK nachgeordneten GS-Abteilungen (also keine Grenzschutzgruppen), einer Grenzschutzfliegerstaffel, einer Grenzschutzfernmeldehundertschaft und eine Fernmeldeausbildungshundertschaft.
1968-1976
Der Grenzschutz wurde weiterhin von Bundesminister des Inneren, Staatssekretär und Inspekteur geleitet.
An der Gliederung gegenüber den Vorjahren änderte sich kaum etwas. Jedoch bestanden nun wieder alle GSG aus drei GSA.
Die Grenzschutzfliegerstaffeln der Grenzschutzkommandos unterstanden nun alle der Grenzschutzfliegergruppe, welche dem BMI unterstand.
Beim GSK Küste wurden die GS-Abteilungen wieder in der Grenzschutzgruppe 7 zusammengefasst und zusätzlich das BGS-Amt See eingerichtet.
Dieses gliederte sich in zwei Flottillen, eine Stabsflottille und die Küsteneinsatzhundertschaft.
Nachdem die regulären Polizeieinheiten bei der Geiselnahme während der Olympiade in München 1972 versagt hatten, wurde die Antiterroreinheit des Bundesgrenzschutzes Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9) gegründet. Ihren Namen hat sie trotz struktureller Änderungen und der Umbenennung des BGS in Bundespolizei behalten.
1976-1981
1976 wurde das GSK West gegründet und die Zahl der Grenzschutzämter auf acht verringert.
Den Grenzschutzkommandos Süd, Mitte und Nord waren jetzt nur noch je eine GSG nachgeordnet, die als GSG S, GSG M und GSG N bezeichnet wurden. Den drei GSKs waren GS-Fliegerstaffen, FMH, FMAH, Technische Abteilungen und Ausbildungsabteilungen direkt unterstellt. Den GSG jeweils sechs Abteilungen mit je vier Hundertschaften.
Das GSK Küste änderte seine Gliederung kaum: Die Pionierhundertschaft wurde in Technische Hundertschaft und die GSG 7 in GSG K umbenannt. Ansonsten blieb alles bei der Gliederung von 1968.
Das GSK West bestand aus den Grenzschutzdiensten Bonn, der Grenzschutzfernmeldeabteilung, der Grenzschutzfliegergruppe, einer Technischen Grenzschutzabteilung, der
Grenzschutzgruppe 9 und der Grenzschutzabteilung Bonn.
Dem BMI nachgeordnet waren jetzt nur noch die Grenzschutzdirektion, die fünf Grenzschutzkommandos und die Grenzschutzschule. Alle anderen Gliederungen die bis 1976 auf dieser Ebene bestanden wurden in die GSKs integriert.
1981-1987
BGSHubschrauberAlouetteIII.jpg des Bundesgrenzschutzes (BGS) überwacht im
Juni 1985 die
Innerdeutsche Grenze]]
Die gravierendste Änderung dieser Zeit ist die Auflösung der Grenzschutzgruppen Süd, Mitte, Nord und Küste. Lediglich die Grenzschutzgruppe 9 und die Grenzschutzfliegergruppe blieben bestehen.
Ferner kam es zur Umbenennung der Grenzschutzabteilungen. Diese wurden jetzt fortlaufend nummeriert und zwar in jedem Kommando wieder von eins an beginnend. Den Grenzschutzkommandos Süd und Nord unterstanden sechs Abteilungen, dem GSK Mitte vier und dem GSK Küste drei Abteilungen mit jeweils vier Hundertschaften.
Die Abteilungen des GSK Küste waren nicht untergliedert. Die Gliederung des GSK West blieb unverändert, dem GSK Süd wurden die BGS-Sportschule und die Bergausbildungsstätte unterstellt. Die Technische Grenzschutzabteilung beim GSK Mitte wurde aufgelöst und dem GSK West wurde eine Grenzschutzabteilung Ausbildung/Einsatz unterstellt.
1987-1992
Die einzige Änderung betraf die Einrichtung eines neunten GS-Amtes, das der Grenzschutzdirektion unterstellt wurde und für Ostdeutschland zuständig war.
1992
1992 wurden die Grenzschutzverwaltungen und die Grenzschutzkommandos unter dem Namen Grenzschutzpräsidium zusammengelegt.
Geschichte
Der Bundesgrenzschutz wird 1951 durch das Bundesgrenzschutzgesetz gegründet. Als Stärke sind 10000 Mann festgelegt. Die erste Aufstellungsabteilung wird Ende Mai 1951 in Lübeck gegründet, zum 1. Juli wird der erste Seegrenzschutzverband aufgestellt und am 19. September der
Bundespaßkontrolldienst.
1953 wird die Gesamtstärke auf 20000 Mann erhöht und 1955 die Hubschrauber-Flugbereitschaft in Bonn-Hangelar eingerichtet.
Aufgrund der Aufstellung der Bundeswehr wird beschlossen, daß die Grenzschutzbeamten zum 1. Juli 1956 teilweise in die Bundeswehr überführt werden, 9572 Beamte werden zu Soldaten.
Weblinks
Polizei (Deutschland)