| Gesamtlänge | 497 km | |||
| Bundesländer | Saarland Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Bayern | |||
| Luxemburg | ||||
| Ersatz der bestehenden Strecke | ab Raststätte Gruibingen | |||
| Österreich | ||||
Die A 8 ist eine der wichtigsten West-Ost-Verbindungen in Süddeutschland beziehungsweise in Mitteleuropa (Frankreich–Österreich), unter anderem da am Nordrand der Alpen auf den Bau einer durchgehenden Autobahn (A 98) verzichtet wurde.
Sie gilt als eine der gefährlichsten und am stärksten befahrenen Autobahnen in Deutschland, zum einen wegen des hohen Verkehrsaufkommens, zum anderen auf Grund ihres mangelnden Ausbauzustandes und hohen Alters.
Aichelberg_a8.jpg]] Besonders im Winter und bei Urlaubsverkehr gibt es Staus an den Hängen im Nord-Schwarzwald, am Aufstieg zur Schwäbischen Alb sowie im gesamten Abschnitt zwischen dem Kreuz München-Süd und der Bundesgrenze, insbesondere am Irschenberg.
Große Teilstücke, insbesondere in Bayern, weisen immer noch die ursprünglichen Zustände aus den 1930er Jahren auf, das heißt zweispurig ohne Pannenstreifen, ohne Parkplätze und ohne Beschleunigungsstreifen. An manchen Stellen, insbesondere bergauf, fahren LKW deshalb mit niedrigsten Geschwindigkeiten auf die Autobahn ein.
Der Albaufstieg ist bemerkenswert, da die nach München führende Richtungsfahrbahn bei Wiesensteig und die von München her kommende Richtungsfahrbahn bei Drackenstein verläuft. Während die von München her kommende Fahrbahn auf dem Drackensteiner Hang nur durch einen kurzen Tunnel, den 60 Meter langen Nasenfelstunnel, läuft, führt die von Stuttgart her kommende Fahrbahn durch den 624 Meter langen Lämmerbuckeltunnel.
Diese Kriegsschäden wurden nach Kriegsende zumeist nur provisorisch behoben. Die endgültige Wiederherstellung vorwiegend von gesprengten Brücken erfolgte erst durch die junge Bundesrepublik. Teile der A 8 und der Bundesautobahn 5 wurden jedoch bereits zwischen 1946 und 1951 für die Karlsruher Dreiecksrennen genutzt; mit prominenten Teilnehmern wie Karl Kling und Hans Stuck.
1985 wurde an der Anschlussstelle Adelsried die erste Autobahnkirche Deutschlands geweiht.
Der Albaufstieg wurde in der beschriebenen Form schon im „Dritten Reich“ konzipiert, allerdings nur zweispurig über den Drackensteiner Hang vollendet. Der Lämmerbuckeltunnel beherbergte im Zweiten Weltkrieg eine Rüstungsfabrik.
Südlich von Stuttgart, vom Dreieck Leonberg bis zum Aichelberger Viadukt nahe Kirchheim unter Teck, wurde die A 8 zwischen 1985 und 1990 modern ausgebaut beziehungsweise im Zuge des Ausbaus des Stuttgarter Flughafens verlegt. Dabei wurde der Albaufstieg zwischen Parkplatz am Aichelberg und Raststätte Gruibingen sechsspurig ausgebaut.
A8_Alpaufstieg.jpg Der weitere Verlauf befindet sich noch im Nachkriegszustand, also nur zweispurig und ohne Pannenstreifen ausgeführt. Zwischen der Rastanlage Gruibingen und Hohenstadt soll ab dem Jahr 2008 (Planfeststellungsbeschluss Anfang 2006) ein neuer sechsspuriger Streckenverlauf gebaut werden. Im Jahr 2006 soll die Ausschreibung der Konzession für den Bau und den Betrieb der Strecke eingeleitet werden. Dabei ist vorgesehen den Albaufstieg nach dem F-Modell zu realisieren. Beim F-Modell wird zur Refinanzierung von Bau, Betrieb und Unterhaltung von allen Nutzern eine Mautgebühr erhoben. Der Baubeginn ist für 2008 vorgesehen.
Die A8 wird dabei nach der Rastanlage Gruibingen durch einen 540 m langen Tunnel (Tunnel Gruibingen) geführt, bevor die Autobahn über zwei Brücken das Filstal bei Mühlhausen (800m Länge, bis zu 52m Höhe) sowie das Gosbachtal unterhalb von Drackenstein (460 m Länge, 71 m Höhe) überquert. Durch zwei neue Tunnels wird zum Ersten mit dem Himmelsschleifentunnel (1200 m Länge) der Drackenstein/Himmelsschleife und zum Zweiten mit dem Drackensteintunnel (1700 m Länge) der Albtrauf durchstoßen. Damit wird die Länge dieses Abschnitts von 12,1 km auf 8,3 km reduziert, bei einer maximalen Steigung von 3,5 %. Im Zuge des Neubaues wird die Anschlusstelle Mühlhausen ebenfalls neu gebaut.
Die gewaltigen Baukosten von derzeit geschätzten 405 Millionen Euro sollen durch eine Maut über 30 Jahre für die Benutzung der Autobahn zwischen Mühlhausen und Merklingen eingespielt werden. Eine Mautstaion wird hierfür nach der Ausfahrt Hohenstadt eingerichtet.
Als Umfahrungsmöglichkeit soll dann die heutige Aufstiegsstrecke als Landstraße zwischen der Anschlussstelle Mühlhausen und der neuen Anschlussstelle Hohenstadt erhalten werden. Die Abstiegsstrecke wird dagegen stillgelegt und zum großen Teil renaturiert (ein Teil soll als Betriebsstrecke für die Zufahrt zu den Tunnels erhalten bleiben).
Die neue Trasse des Albaufstieges mit ca. 8,2 km hat somit eine um ca. 4,6 km kürzere Streckenlänge als die Bestandsstrasse mit 12,8 km.
Gruibingen Rasthaus.jpg Der 540 m lange einröhrige Tunnel soll 2008 abgeschlossen sein. Er wird in Deckelbauweise rechteckig in offener Bauweise gebaut. Die Vorarbeiten für den Tunnel sind bereits seit 2005 im Gange. Das Ausbruchsvolumen beträgt dabei 13.000 m³ bei einem 21 m² großen Ausbruchquerschnitt.
Der 1670 m lange Tunnel soll ab 2006 bis 2009 in geschlossener Bauweise gebaut werden. Die 2 Röhren werden bergmännisch als Korbbogen in der Querschnittsform gebaut. Das Ausbruchsvolumen beträgt hierbei 685.000 m³ bei einem 205 m² großen Ausbruchquerschnitt.
Der 1170 m lange Tunnel soll ab 2006 bis 2009 in geschlossener Bauweise gebaut werden. Die 2 Röhren werden bergmännisch als Korbbogen in der Querschnittsform gebaut. Das Ausbruchsvolumen beträgt hierbei 480.000 m³ bei einem 205 m² großen Ausbruchquerschnitt. Dieser Tunnel erhält eine Sonderkonstruktion zu Druckbegrenzung bei Karsthochwasser.
Es ist geplant im Bereich der bestehenden Autobahn auf einer Strecke von ca. 22 km die Autobahn auf sechs Fahrbahnen mit beidseitigen Standstreifen auszubauen. Der Ausbau der Autobahn beginnt im Bereich der Mautstelle bei Hohenstadt und endet an der Anschlussstelle Ulm-West auf der bestehenden Trasse. Der 148 Millionen Euro teure Ausbau folgt im wesentlichen dem Bestand, wird aber in Lage und Höhe neu trassiert.
Es ist jedoch beabsichtigt eine ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke von Stuttgart nach Ulm (Neubaustrecke Wendlingen–Ulm) zu bauen, diese soll parallel zur neuen Trasse zwischen Hohenstadt und Ulm-West verlaufen. Mit dem Bau wird im Jahr 2007 oder 2008 gerechnet.
Aufgrund der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke werden die Ausfahrten Merklingen und Ulm-West, die Tank- und Rastanlage Aichen und die Parkplätze mit WC Widderstall und Kemmental an den Ausbau der A 8 angepasst, die PWC-Anlage Albhöhe wird an der selben Stelle auf dem hier vorgesehenen Neubaustrecken-Tunnel neu errichtet. Als Ersatz für den PWC Imberg wird bei Scharenstetten ein neuer Parkplatz mit WC gebaut.
Die A 8 soll zwischen Ulm und München ebenfalls 6-streifig ausgebaut werden.
Der Abschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen und Augsburg-West (59 km Ausbaulänge, 330 Mio. € Baukosten) sollen nach dem A-Modell sechsstreifig ausgebaut werden.
Beim so genannten A-Modell würden privaten Betreibern für den 6-streifigen Ausbau der Ausbau, die Erhaltung, der Betrieb sowie deren Finanzierung übertragen. Zur Refinanzierung werde die auf der jeweiligen Strecke anfallende allgemeine Maut für schwere Lkw, die seit dem 1. Januar 2005 erhoben werde, an den Betreiber weitergeleitet. Die durch die Nutzung durch Fahrzeuge, die der Mautpflicht nicht unterliegen, entstehenden Infrastrukturkosten würden zusätzlich in Form einer Anschubfinanzierung aus dem Bundesfernstraßenhaushalt aufgebracht.
Von der bayerischen Straßenbauverwaltung werde das Ziel verfolgt, 2007 das Verfahren für die Konzessionsvergabe durchzuführen, 2008 mit dem Bau zu beginnen und diese Teilstrecke bis 2011 durchgehend sechsstreifig auszubauen. Allerdings möchte das Bundesverkehrsministerium das Vergabeverfahren erst starten, wenn positive Erfahrungen aus den bundesweit fünf Pilotprojekten für A-Modelle vorliegen. Dadurch kann es noch zu Verzögerungen des Zeitplans kommen.
Bereits 2006 soll, ergänzend zu der bereits 2002 fertig gestellten Südfahrbahn zwischen der baden-württembergischen und bayerischen Landesgrenze westlich Leipheim und östlich Günzburg, der Bau der Nordfahrbahn konventionell aus dem regulären Fernstraßenhaushalt finanziert werden. Die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums liegt hierzu bereits vor. Dabei soll der 4 km lange württembergische Teilabschnitt zwischen dem Autobahnkreuz Ulm/Elchingen und der Landesgrenze westlich Leipheim mit ausgebaut werden.
Für den sechsstreifigen Ausbau des anschließenden Abschnitts zwischen Augsburg-West und München (43 km Ausbaulänge, 230 Mio. Euro Baukosten) im Rahmen eines A-Modells ist nach Abschluss des voraus gegangenen Teilnehmerwettbewerbs das Vergabeverfahren bereits in die zweite Stufe getreten. Die Vergabe soll Anfang 2007 erfolgen. Es werde mit einer Bauzeit von 2007 bis 2010 gerechnet. Der sechstreifige Ausbau zwischen München-Dreieck Eschenried bis kurz vor Sulzemoos ist bereits vor einigen Jahren aus dem Fernstraßenhaushalt erstellt worden.
Lechbruecke.jpg Die ursprüngliche Lechbrücke wurde 1935/36 im Zuge des Autobahnbaues der Strecke München–Ulm mit nur einem Überbau für den 2-streifigen Verkehr gebaut. Nach der Sprengung in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges, am 26. April 1945, wurde der Überbau mit Teilen aus dem Bestand, mit einzelnen Neuteilen, neuen Lagern und neuen Widerlagern aufgebaut. Der zweite südseitige Überbau wurde komplett neu errichtet. 1982 wurde die vorhandene Stahlbeton-Fahrbahnplatte abgebrochen und durch eine neue Stahlbetonplatte inkl. Abdichtung und Belag ersetzt.
Da beim Neubau der im Krieg gesprengten Brücke teilweise auch Stahl der damaligen Brücke verwendet worden war, zeigten sich in den letzten Jahren vermehrt durch Brückenschwingungen verursachte Ermüdungsrisse in den Stahlträgern. Dies führte seit August 2004 zu Verkehrsbeschränkungen auf der jetzigen Brücke (maximal 80 bzw. 60 km/h für Pkw bzw. Lkw). Die Brücke konnte deshalb nicht mit wirtschaftlichem Aufwand saniert und ertüchtigt werden.
Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn wird die bestehende Brücke abgerissen und durch zwei neue Brücken ersetzt. Unter Aufrechterhaltung des Autobahnverkehrs auf der bestehenden Brücke wird zunächst mit dem Bau der neuen Südbrücke in südlicher Seitenlage begonnen. Hierzu werden Behelfswiderlager gebaut und Behelfspfeiler im Lech errichtet, die für den Längsverschub des Südüberbaus notwendig sind. Um die Behelfspfeiler im Lech sicher gründen zu können, wurde der Flussuntergrund im Rahmen einer Vorwegmaßnahme sowohl von den Trümmern der gesprengten Vorkriegsbrücke als auch Granaten und Munition des Krieges befreit.
Im Juli 2005 wurde die errichte Südbrücke über den Lech geschoben, wo sie bis zum Abriss der alten Lechbrücke und Neubau der Nordbrücke als Ausweichstrecke des Verkehrs dienen soll. Erst danach, geplant war hierfür der November 2006, sollte die Brücke in ihre endgültige Position nach Norden verschoben werden.
Während des Hochwassers im August 2005 kam es zu einem Rückschlag beim Bau. Das provisorische östliche Fundament wurde unterspült, die neue Brücke sackte einseitig ab und drohte in den Lech zu stürzen. Durch diesen Vorfall musste die A 8 im Abschnitt zwischen Augsburg-Ost und Augsburg-West über einen Tag lang total gesperrt werden. Das Fundament konnte zwar stabilisiert werden, jedoch dauerte es bis Dezember 2005, bis der Schaden repariert und die Brücke wieder angehoben war.
Die Fertigstellung der gesamten Brücke wird sich aufgrund des Vorfalles auf Mitte 2007 verzögern.
Ausbau A8 Gruibingen–Hohenstadt
Ausbau A8 Hohenstadt–Ulm
Ausbau A8 Ulm–München
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