Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist eine Umweltschutzorganisation.
Er wurde 1975 von Horst Stern, Bernhard Grzimek, Hubert Weinzierl und achtzehn weiteren Umweltschützern gegründet. Vorsitzende ist seit 1998 Angelika Zahrnt.
Der BUND ist mit 392.525 Mitgliedern und Förderern (Stand 2004) einer der großen Umweltverbände Deutschlands.
An Beiträgen, Zuwendungen und Spenden kamen 2005 13,2 Millionen Euro (2004: 13,6 Millionen Euro) zusammen. Spenden und Mitgliedsbeiträge machen über achtzig Prozent der Gesamteinnahmen aus.
Der BUND sieht sich seit Jahren in der Rolle des kritischen Mahners und Beobachters, der umweltpolitische Defizite aufdeckt und die Öffentlichkeit aufklärt. Er fragt etwa danach, wie erneuerbare Energien ausgebaut werden können, wie man unsere Flüsse und Seen vor Schadstoffen schützt, wie man Strahlenbelastungen reduziert und wie der Naturschutz forciert werden kann. Aktionen und Kampagnen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene führten zur Erhaltung von Moorgebieten, zur Mobilmachung gegen die Atomkraft und zur Werbung für umwelt- und gesundheitsverträgliche Produkte.
Der BUND ist - wie die Bundesrepublik - föderal organisiert. Neben der Bundesebene gibt es 16 Landesverbände (der bayerische Landesverband führt den Namen „Bund Naturschutz in Bayern e.V."). und regionale Kreis- und Ortsgruppen, die sich mit lokalen ökologischen Problemen beschäftigen. Ehrenamtliche Arbeitskreise befassen sich etwa kritisch mit der Bio- und Gentechnologie, dem Bodenschutz, umweltfreundlichen Energien, gesundheitlichen und rechtlichen Fragen etc.
Selbstständig innerhalb des BUND agiert die BUNDjugend mit ihren Untergliederungen in den Bundesländern (in Bayern der „Jugendorganisation Bund Naturschutz in Bayern") und den einzelnen Jugendgruppen.
Der BUND ist die deutsche Sektion des Europäischen Umweltnetzwerkes Friends of the Earth Europe und des weltweiten Netzwerkes Friends of the Earth International. Außerdem ist er Mitglied im Verein Attac.
Der BUND setzt sich für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen ein. Im Einzelnen steht er unter anderem für
Das Projekt Grünes Band Deutschland soll Biotope entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze schützen.
Durch die Intervention des BUND wurde verhindert, dass der große Schlussgottesdienst (geplant war eine Messe mit dem inzwischen verstorbenen Papst Johannes Paul II.) des Weltjugendtages 2005 in Hangelar bei Bonn stattfinden konnte. Der BUND setzte vor Gericht den Schutz der Hangelarer Heide vor einer Kampfmittelräumung, die für diese Veranstaltung notwendig gewesen wäre, durch. Dies führte zu - zum Teil harscher - Kritik in den Medien und Unverständnis in Kirchenkreisen und seitens des Veranstalters. Der BUND bezog sich dabei auf das Naturschutzgesetz und bekam vor Gericht Recht. Statt der Hangelarer Heide fand die Veranstaltung an einem anderen Ort statt.
Die als investitionsfeindlich empfundene Haltung des BUND und die damit verbundenen Aktionen werden von Seiten der Industrie zunehmend als Standortnachteil gewertet. Dagegen argumentieren Anhänger des BUND, die Organisation habe seit 20 Jahren auf die Bedeutung der Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie hingewiesen und in ihrer Studie "Zukunftsfähiges Deutschland" dazu eine wegweisenden Beitrag geleistet.
Der Versuch, den BUND ins rechte Lager zu schieben, taucht leider immer wieder mal auf. Langjährige Aktive können diese Kritik nicht bestätigen.
Bezüglich des Baus der A44 -und wie anderer Fernstraßenprojekte gegen die sich der Verband auspricht wird er kritisiert. Unter anderem wird den Verantwortlichen vorgeworfen durch ihr Klagen(Verbandsklagerecht) Macht demonstrieren zu wollen, ohne ihrer eigentlichen Berufung, dem Schutz von Umwelt und Natur, nachzugehen. Befürworter der Autobahn prognostizieren für die Betroffene Region (Werra-Meißner-Kreis) den wirtschaftlichen Verfall, falls der Bau der Autobahn weiterhin blockiert wird. Der BUND behauptet in diesem Zusammenhang, dass es seit den 70er Jahren keine ernstzunehmenden Studien mehr gäbe, welche den angeblichen wirtschaftlichen Vorteil des Fernstraßenbaus belegen würden.
Da sich die Abkürzung BUND in der Ausschreibung des Akronyms BUND wiederfindet, handelt es sich bei dem Namen um ein rekursives Akronym.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world