Die Bulgarische orthodoxe Kirche (Българска православна църква) ist eine autokephale Kirche der christlichen Orthodoxie.
Im Jahre 927 wurde die Unabhängigkeit der Bulgarischen Orthodoxen Kirche als älteste Orthodoxe Ortskirche auf dem europäischen Festland durch das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel anerkannt.
Sie umfasste im Jahr 2006 ca. 85% der knapp 8 Millionen Bewohner Bulgariens, sowie etwa 1,5 - 2 Millionen über die Balkan-Halbinsel, Europa und den Rest der Welt verteilte Mitglieder. Die Kirche wird von der Heiligen Synode geleitet, an deren Spitze der Patriarch von Sofia steht. Seit 1971 hat Patriarch Maxim dieses Amt inne.
Sie ist in 13 Eparchien (Bistümer) innerhalb Bulgariens sowie zwei Auslandsdiözesen gegliedert:
- Widin (bulg.: Видинска епархия)
- Wraza (bulg.: Врачанска епархия)
- Lowetsch (bulg.: Ловчанска епархия)
- Weliko Tarnowo (bulg.: Търновска епархия)
- Dorostol and Tscherwen (bulg.: Доростоло-червенска епархия) (Sitz in Russe)
- Warna and Preslaw (bulg.: Варненско-преславска епархия) (Sitz in Warna);
- Sliwen (bulg.: Сливенска епархия);
- Stara Sagora (bulg.: Старозагорска епархия);
- Plowdiw (bulg.: Пловдивска епархия);
- Sofia (bulg.: Софийска епархия);
- Newrokop (bulg.: Неврокопска епархия);
- Plewen (bulg.: Плевенска епархия);
- Russe (bulg.: Русенска епархия);
- Mittel- und Westeuropa (Sitz in Berlin)*;
- US-Amerika, Kanada and Australien (Sitz in New York);
Geschichte
Die "
Bulgarische Orthoxe Kirche" führt den Beginn ihres Entstehens auf die Missionsreisen des
Apostels Paulus in die römischen Provinzen
Thrakien und
Mösien um 50 n. Chr. zurück. Seit dieser Zeit begann die
Christianisierung besonders in den Städten des Landes, die durch das byzantinischen Staatskirchentum besonders gefördert wurde.
Nach dem Eindringen der turkstämmigen Bulgaren im
7. Jahrhundert erlangte Bulgarien die Unabhängigkeit und es dauerte rund 200 Jahre bis das
Christentum die bulgarische Oberschicht durchdrungen hatte. Unter
Zar oder
Khan Boris I. wurde das Christentum wieder
Staatsreligion. Boris verstand es geschickt, die Differenzen zwischen
Rom und
Byzanz zu nutzen und erreichte einen unabhängigen Status für seine am orthodoxen Ritus ausgerichtete Kirche. Schüler der Slawenapostel
Kyrill und
Methodius, nämlich
Naum und
Kliment, führten in Bulgarien die slawische Liturgie ein.
893 wird in einem
Konzil der Bulgarischen Kirche altbulgarisch als Liturgiesprache eingeführt. In den folgenden Jahrhunderten kommt es immer wieder zu Differenzen mit
Byzanz. Nach dem Niedergang im 11. und 12. Jahrhundert wird
1235 das Bulgarische Patriarchat von Byzanz wieder anerkannt. Nach der Niederlage (
1393 fällt die Hauptstadt
Weliko Tarnowo) gegen die Türken muss sich die Bulgarische Kirche wieder Byzanz unterstellen. Erst
1870 erlangt die Bulgarische Kirche mit der Genehmigung durch den Sultan in
Konstantinopel für ein sogenanntes "
Bulgarisches Exarchat", ihre Unabhängigkeit zurück. Im Jahr
1953 wird das selbstständige Bulgarische Patriarchat offiziell wiederhergestellt.
siehe auch: Liste der Patriarchen von Bulgarien
Weblinks
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