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Das Buchformat gibt an, wieviele Blätter ein Buchdrucker aus einem Bogen Papier erstellen kann, dem traditionell die Maße eines römischen Pergamentbogens zugrunde liegen. Faltet man einen Pergamentbogen ein erstes mal, so erhält man das Folioformat. Die Größe variierte, je nach Verfügbarkeit der Häute, die man zu Pergament verarbeitete. Dies hat seit 1976 aber eine geringere Bedeutung, da Bibliotheken im deutschsprachigen Raum gemäß den Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK), die auf den International Standard Bibliographic Description (ISBD) basieren, bei der Katalogisierung nur noch die Höhe des Buchrückens in Zentimetern erfassen. Buchhändler und Antiquare geben neben der Höhe häufig auch die Breite eines Buches an.

{| Häufige traditionelle Buchformate
!Abkürzung !! Name !! Blätter !! Seiten 2°Folio 24 4°Quart 48 8°Oktav 816 12°Duodez 1224 16°Sedez 1632 18°Oktodez 1836 24°Vigesimoquart 2448

Zur Einordnung dient nur die Höhe des Buchrückens. Ist bei einem Buch die Breite größer als die Höhe, spricht man von Querformaten, z. B. quer 8°. Durch verschiedene Druck-, Binde- und Zuschnitttechniken variiert die Größe des fertigen Buches. Daher hat die Deutsche Bibliothek in Frankfurt a. M. eine Richtlinie erstellt:

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!Abkürzung !!Name !!Höhe des Buchrückens gr. 2°groß Folio über 45 cm Folio40-45 cm gr. 4°groß Quart35-40 cm Quart30-35 cm Lex. 8°Lexikonformat25-30 cm gr. 8°groß Oktav22,5-25 cm Oktav18,5-22,5 cm kl. 8°klein Oktav15-18,5 cm 16°Sedez10-15 cm Angabe in Zentimetern< 10 cm

Quarto


Quarto (von lat. quartus - 'der Vierte', Plural Quartos) bezeichnet in der Bibliothekswesen ein historisches Buchformat. Der Name bezieht sich darauf, wie oft ein Bogen gefaltet wurde, um die Seiten eines Buches zu bilden. Bei Quartos wurde der Bogen zwei mal gefaltet und bildete somit vier Blätter. Daraus ergaben sich acht Seiten, da die Blätter beidseitig bedruckt wurden.

Im Zusammenhang mit den ersten vor 1623 gedruckten Einzelausgaben (22 von 37) der Werke Shakespeares, die im Quartformat erschienen, wird in der Literaturwissenschaft zwischen good quartos (guten Quartos) und bad quartos (schlechten Quartos) unterschieden. Dabei wurden die guten Quartos nach recht zuverlässigen, handschriftlichen Vorlagen gesetzt, die zum Beispiel von den Mitgliedern der Schauspieltruppe erworben wurden. Schlechte Quartos hingegen basierten auf wesentlich unzuverlässigeren Quellen, beispielsweise Mitschriften von Aufführungen oder Rekonstruktionen aus dem Gedächtnis. Eine vollständige Edition der Werke Shakespeares erschien 1623 im Folioformat, herausgegeben von John Heminges und Henry Condell.

{| Vor allem im Buchdruck gibt es wegen der Faltung vorangestellte Vergrößerungs- und nachgestellte Verkleinerungsfaktoren (Englisch nur für englischen Sprachraum):
!Faktor !!Name !!(Englisch)!!colspan=2|Abkürzung 8Double Quad 4Quad 2Double 1⁄2Foliofoliofof 1⁄4Quartoquarto4to4º 1⁄6Sextosixmo6to / 6mo6º 1⁄8Octavooctavo8vo8º 1⁄12Duodecimotwelvemo12mo12º 1⁄16Sextodecimosixteenmo16mo16º 1⁄18Octodecimoeighteenmo18mo18º 1⁄24Vincesimo- / Vigesimo-quartotwenty-fourmo24mo24º 1⁄32Trigesimo-segundothirty-twomo32mo32º 1⁄48Quadragesimo-octavoforty-eightmo48mo48º 1⁄64Sexagesimo-quartosixty-fourmo64mo64º

Siehe auch:


Buch | Literaturwissenschaft | Bibliothekswesen

 

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