Das Buch Josua (Josua = Jesus; Die deutsche Wiedergabe zweier hebräischer Namensformen: Jeschúa' und der längeren Form Jehoschúa') ist Bestandteil des Alten Testaments der christlichen Bibel beziehungsweise der jüdischen Tanach. Seit dem Mittelalter wird es in 24 Kapitel unterteilt. Josua wird zum Teil auch Joschua geschrieben. Im Griechischen heißt das Buch Buch des Jesus, des Sohnes des Nave; (siehe Josua für Details hierzu).
In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel wird der Name Josua als Jesus (Ιησους) geschrieben. Jesus von Nazaret hieß aramäisch also ebenfalls Josua / Jeschua / Jehoschua. Die Unterscheidung der Namen Jesus und Josua wurde in der Westkirche erst durch die lateinische Bibelübersetzung von Hieronymus eingeführt, in den Ostkirchen wird bis heute für beide Personen der gleiche Name verwendet.
Zur Unterscheidung von Jesus von Nazaret wird Josua in griechischen Texten als Jesus, Sohn des Nave, griech. Ιησους ο του Ναυη, bezeichnet; dabei ist "Nave" die griechische Version des hebräischen "Nun". Diese Namensform findet sich auch in alten lateinischen Texten, vor allem solchen, die vor der Zeit des Hieronymus abgefasst wurden, zum Beispiel bei den Kirchenvätern Tertullian und Augustinus; der Name Jesus Nave wird heute noch in der orthodoxen Kirche verwendet.
Er war Führer im Kampf gegen die Amalekiter. Als im Jahre 1513 v. Chr. die Israeliten, kurz nach ihrer wunderbaren Befreiung von Ägyptens Streitmacht am Roten Meer, bei Rephidim lagerten, unternahmen die Amalekiter ohne Grund einen Angriff auf sie. Damals wurde Josua von Moses zum Befehlshaber im Kampf gegen die Amalekiter eingesetzt. Unter seiner geschickten Führung und mit Gottes Hilfe besiegten die Israeliten den Feind. Danach ordnete JHWH die vollständige Ausrottung der Amalekiter an und gebot Moses, dies schriftlich festzuhalten und es Josua einzuschärfen (2Mo 17:8-16).
Durch die Anbetung des Kalbes brachen die Israeliten den feierlichen Bund, den sie mit Gott geschlossen hatten. Das mag Moses veranlasst haben, sein Zelt (das „Zelt der Zusammenkunft“) aus dem Lager der Israeliten zu entfernen, da Jahwe ihnen ihre Sünde noch nicht vergeben hatte und daher nicht mehr in ihrer Mitte war. Vielleicht um zu verhindern, dass Israeliten das Zelt der Zusammenkunft in ihrem unreinen Zustand betraten, blieb Josua jeweils dort, wenn Moses in das Lager Israels zurückkehrte (2Mo 33:7-11; 34:9).
Als Moses später wegen des Murrens des Volkes seine Last als zu schwer empfand, forderte GOTT ihn auf, 70 ältere Männer auszuwählen, die ihm beistehen sollten. Diese älteren Männer sollten sich dann zum Zelt der Zusammenkunft begeben. Zwei von ihnen, Eldad und Medad, blieben jedoch — zweifellos aus einem triftigen Grund — im Lager. Als Gottes Geist auf den 68 beim Zelt der Zusammenkunft Versammelten wirksam wurde, begannen sich Eldad und Medad im Lager ebenfalls wie Propheten zu verhalten. Moses wurde sofort davon unterrichtet. Josua, der glaubte, für seinen Herrn eifern zu müssen, sagte zu Moses, er solle ihnen Einhalt gebieten. Da Eldad und Medad den Geist offenbar ohne Moses’ Vermittlung erhalten hatten, dachte Josua vielleicht, die Autorität seines Herrn könnte dadurch beeinträchtigt werden. Moses wies Josua jedoch zurecht, indem er sagte: „Ich wünschte, dass alle von GOTTES Volk Propheten wären, denn GOTT würde seinen Geist auf sie legen“ (4Mo 11:10-29; vgl. Mar 9:38, 39).
Wegen ihrer Auflehnung wurden die Israeliten von GOTT dazu verurteilt, 40 Jahre in der Wildnis umherzuwandern, bis alle eingeschriebenen Männlichen (mit Ausnahme der Leviten, die nicht wie die anderen Israeliten zum Heeresdienst eingeschrieben wurden 1:2, 3, 47), vom Zwanzigjährigen aufwärts, gestorben wären. Von den eingeschriebenen Männlichen sollten nur Josua und Kaleb in das Land der Verheißung hineingehen, während die 10 untreuen Kundschafter an einer von GOTT kommenden Plage sterben sollten (4Mo 14:27-38; vgl. 4Mo 26:65; 32:11, 12).
Unter Gottes Leitung ermutigte Moses Josua und gab ihm bestimmte Richtlinien, die ihm helfen sollten, seine Aufgabe treu zu erfüllen (5Mo 3:21, 22, 28; 31:7, 8). Als schließlich die Zeit seines Todes nahte, musste er sich zusammen mit Josua in das Zelt der Zusammenkunft begeben. Dann setzte GOTT Josua in sein Amt ein und bestätigte so die frühere Ernennung, die Moses durch Handauflegung vorgenommen hatte (5Mo 31:14, 15, 23). Danach war Josua auch daran beteiligt, das Lied, zu dem Moses inspiriert wurde, niederzuschreiben und es die Israeliten zu lehren (5Mo 31:19; 32:44).
Nach der Rückkehr der beiden Kundschafter zogen die Israeliten von Schittim weg und lagerten in der Nähe des Jordan. Am nächsten Tag staute Jahwe durch ein Wunder den Jordan, so dass das Volk auf trockenem Boden hinüberziehen konnte. Zur Erinnerung an dieses Ereignis richtete Josua 12 Steine mitten im Flussbett auf und 12 Steine bei Gilgal, Israels erstem Lagerplatz westlich des Jordan. Er machte auch Messer aus Feuerstein, um alle männlichen Israeliten, die in der Wildnis geboren worden waren, zu beschneiden. Etwa vier Tage später hatten sie sich dann so weit erholt, dass sie das Passah feiern konnten (Jos 2:23 bis 5:11).
In der Nähe von Jericho begegnete Josua danach einem Engelfürsten, der ihm sagte, wie bei der Einnahme dieser Stadt vorgegangen werden sollte. Josua befolgte diese Anweisungen, und nachdem Jericho der Vernichtung geweiht worden war, sprach er einen prophetischen Fluch über denjenigen aus, der es wieder aufbauen würde, und dieser Fluch erfüllte sich über 500 Jahre später (Jos 5:13 bis 6:26; 1Kö 16:34). Als nächstes zog Josua gegen Ai. Zuerst erlitt die etwa 3.000 Mann starke Streitmacht Israels eine Niederlage, weil Jahwe ihr seine Hilfe vorenthalten hatte wegen Achan, der ungehorsamerweise etwas von der Beute Jerichos zur persönlichen Verwendung genommen hatte. Nachdem Achan und seine Hausgenossen wegen dieser Sünde gesteinigt worden waren, legte Josua einen Hinterhalt gegen Ai und machte die Stadt zu einem Schutthügel (Jos 7:1 bis 8:29).
Damals begab sich die ganze Gemeinde Israel, Frauen, Kinder und ansässige Fremdlinge, zum Berg Ebal. Dort baute Josua dann gemäß den Anweisungen des Gesetzes einen Altar. Während die Hälfte der Gemeinde vor dem Berg Gerisim und die andere Hälfte vor dem Berg Ebal stand, las ihnen Josua „alle Worte des Gesetzes vor, den Segen und den Fluch“. „Es fand sich kein Wort von allem, was Moses geboten hatte, das Josua nicht vorlas“ (Jos 8:30-35).
Nachdem sie ins Lager nach Gilgal zurückgekehrt waren, kamen Boten der Gibeoniter zu Josua und den Vorstehern Israels. Die Gibeoniter, die erkannt hatten, dass Jahwe für die Israeliten kämpfte, erreichten durch eine List, dass Josua mit ihnen einen Friedensbund schloss. Als jedoch der wahre Sachverhalt ans Licht kam, machte Josua sie zu Sklaven. Die Nachricht von dem Vorgehen der Gibeoniter kam auch Adoni-Zedek, dem König von Jerusalem, zu Ohren. Daraufhin unternahmen er und vier andere kanaanitische Könige eine Strafexpedition gegen sie. Auf die dringende Bitte der Gibeoniter um Hilfe zog Josua in einem Nachtmarsch von Gilgal hinauf. Jahwe kämpfte dann für Israel zur Verteidigung der Gibeoniter, wodurch er zeigte, dass er den Bund, der früher mit ihnen geschlossen worden war, nicht missbilligte. Durch ein übernatürliches Hagelwetter erlitten die feindlichen Streitkräfte größere Verluste als durch die Kriegshandlungen selbst. Jahwe hörte sogar auf Josuas Stimme, indem er für die Dauer der Schlacht die Tagesstunden verlängerte (Jos 9:3 bis 10:14).
Josua vollendete diesen ihm von Gott verliehenen Sieg, indem er Makkeda, Libna, Lachisch, Eglon, Hebron und Debir einnahm und so die Macht der Kanaaniter im südlichen Teil des Landes brach. Danach versammelten die Könige des nördlichen Kanaan ihre Streitkräfte unter der Führung Jabins, des Königs von Hazor, an den Wassern von Merom, um gegen Israel zu kämpfen. Obwohl sich Josua einer Menge von Pferden und Wagen gegenübersah, sollte er sich, wie Gott zu ihm sagte, nicht fürchten. Auch dieses Mal verhalf Jahwe den Israeliten zum Sieg. Gemäß den Anweisungen durchschnitt Josua den Pferden der Feinde die Sehnen, und ihre Wagen verbrannte er. Hazor selbst zerstörte er durch Feuer (Jos 10:16 bis 11:23). Im Verlauf von ungefähr sechs Jahren (vgl. 4Mo 10:11; 13:2, 6; 14:34-38; Jos 14:6-10) besiegte Josua somit 31 Könige und unterwarf große Teile des Landes der Verheißung (Jos 12:7-24; Karte, Bd. 1, S. 737).
Dann kam die Zeit für die Verteilung des Landes an die einzelnen Stämme. Anfänglich geschah dies von Gilgal aus unter der Aufsicht Josuas, Eleasars, des Hohenpriesters, und zehn anderer von Gott bestimmter Vertreter (Jos 13:7; 14:1, 2, 6; 4Mo 34:17-29). Nachdem die Stiftshütte in Silo aufgestellt worden war, wurde die Landverteilung durch Lose von dort aus fortgesetzt (Jos 18:1, 8-10). Josua selbst erhielt die in der Berggegend von Ephraim gelegene Stadt Timnath-Serach (Jos 19:49, 50).
Im Alter von 110 Jahren starb Josua, und man begrub ihn in Timnath-Serach. Seine unerschütterliche Loyalität gegenüber dem Herrn wirkte sich günstig aus, was sich darin zeigte, dass „...das Volk . . . dem Herrn unablässig * solange Josua lebte und so lange die Ältesten am Leben waren, die Josua überlebten...“ (Jos 24:29-31; Ri 2:7-9).
Kommentare
Einzelstudien
Xosué | Книга на Исус Навиев | Llibre de Josuè | Josvabogen | Book of Joshua | Libro de Josué | Joosuan kirja | Livre de Josué | ספר יהושע | Yosua | Giosuè | ヨシュア記 | Yosua | 여호수아 (성경) | Jozua (Hebreeuwse Bijbel) | Josvas bok | Księga Jozuego | Livro de Josué | Книга Иисуса Навина | Giosuè (libbru) | Josua | 約書亞記 | Iok-su-a-kì
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Buch Josua".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world