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BIP-NIP Deutschland70-03.png | European union gdp diagram de.png | European union gdp high diagram de.png | European union gdp low diagram de.png | OECDWachst.PNG]] BIPBRD5004.PNG]] Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung eines Landes.

Das BIP gibt alle neu zur Verfügung stehenden Waren- und Dienstleistungen zu ihren Marktpreisen an, die im Inland innerhalb einer definierten Periode von In- und Ausländern hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. Werden Güter nicht direkt weiterverwendet, sondern auf Lager gestellt, gelten sie ebenfalls als Endprodukt (Vorratsveränderungen). Auf Grund der Betrachtung in Marktpreisen ist das (nominale) BIP nicht unabhängig von der Inflation der betrachteten Volkswirtschaft. Das nominale BIP steigt/sinkt bei Geldentwertung/Deflation und daraus folgend steigenden/sinkenden Marktpreisen.

Es entspricht nach der Entstehungsrechnung der Summe

Diese und andere Rechnungsarten werden im Folgenden beschrieben.

Berechnet wird das BIP in Deutschland vom Statistischen Bundesamt (StBA), das Ende April 2005 die Berechnungsgrundlagen einer Revision unterzogen hat. Als Folge erhöhte sich das BIP in Deutschland für das Jahr 2004 von ursprünglich 2.177,00 Milliarden auf 2.207,24 Milliarden Euro sowie für das Jahr 2005 auf 2.247,40 Milliarden Euro. Das StBA legt jedes Jahr zweimal Berechnungen für das BIP vor. Im Frühjahr (etwa März/April) den sogenannten Vorbericht und im Herbst (etwa September) den Hauptbericht, in dem dann auch die früheren Jahre noch einmal einer Prüfung unterzogen und in der Regel etwas revidiert werden. Für den Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung im Januar liefert das StBA ebenfalls Zahlen im Dezember, die dann natürlich noch teilweise auf Hinzuschätzungen beruhen.

Berechnungen


Die Berechnungen nach den verschiedenen Verfahren ergeben für eine konkrete Volkswirtschaft im selben Zeitraum der Betrachtung identische Ergebnisse.

+ Produktionswert
-
- Vorleistungen
-

-
= Bruttowertschöpfung
-
+ Gütersteuern
-
- Subventionen
-

-
= Bruttoinlandsprodukt
-

  • Verwendungsrechnung: Nach der sog. Verwendungsrechnung ergibt sich das BIP als Summe der Konsumausgaben der privaten Haushalte und privater Organisationen ohne Erwerbszweck und des Staates, der Investitionsausgaben (brutto) (einschließlich der Lagerveränderungen), sowie der Exporte abzüglich der Importe (Außenbeitrag).

+ Bruttoinvestitionen
-
+ Konsumausgaben
-
+ Staatsausgaben
-
+ Außenbeitrag
-

-
= Bruttoinlandsprodukt
-

  • Verteilungsrechnung: Ansatz ist das bei der Produktion der Güter und Dienstleistungen entstandene Volkseinkommen deutscher Staatsbürger

+ Arbeitnehmerentgelt
-
+ Unternehmens-/Vermögenseinkommen
-

-
= Volkseinkommen
-
+ Produktions- und Importausgaben
-
- Subventionen
-

-
= Nettonationaleinkommen zu Marktpreisen
-
+ Abschreibungen
-

-
= Bruttonationaleinkommen zu Marktpreisen
-
- Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt
-

-
= Bruttoinlandsprodukt
-

Das Statistische Bundesamt weist daraufhin, dass in Deutschland keine eigenständige Berechnung des BIP über die Verteilungsseite vorgenommen wird da keine ausreichenden Angaben über die Unternehmensgewinne vorliegen.

Werden vom BIP die Abschreibungen abgezogen, ergibt sich das Nettoinlandsprodukt.

+ Bruttoinlandsprodukt
-
- Abschreibung
-

-
= Nettoinlandsprodukt
-

Die Methoden zur Erhebung der Daten und Berechnung des BIPs werden in unregelmäßigen Abständen revidiert. So werden seit der letzten Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung vom 28. April 2005 beispielsweise die bis dahin nicht erfassten indirekten Entgelte der Banken aus dem Kredit- und Einlagengeschäft berücksichtigt. Um den historischen Vergleich zu gewährleisten, werden die Daten für die vergangenen Jahre entsprechend angepasst.

Das BIP pro Kopf ist das Bruttoinlandsprodukt geteilt durch die Anzahl der Einwohner. Es wird oft kaufkraftbereinigt angegeben, d.h. es wird so berechnet, dass die unterschiedlichen Preisniveaus in verschiedenen Ländern ausgeblendet werden. So kann die wirtschaftliche Leistung von Ländern verglichen werden.

Bruttoinlandsprodukt und Inflation


Das nominale BIP

Das nominale BIP ist die gängigste Form, um das Inlandsprodukt von Ländern oder Regionen zu vergleichen. Es gibt die Summe der ausländischen Wertschöpfung bzw. der Wertschöpfung von Regionen in aktuellen Marktpreisen an. Nachteil ist, dass diese durch Geldwertveränderungen "verfälscht" sein können. So führt eine fünfprozentige Inflationsrate bei gleich bleibender Warenproduktion zu einem BIP-Anstieg von ebenfalls fünf Prozent.

Das reale BIP

Reales-Bruttoinlandsprodukt-Deutschland-1950-2000.png Um das BIP unabhängig von Veränderungen der Preise betrachten zu können, verwendet man das reale BIP, indem alle Güter und Dienstleistungen zu Marktpreisen eines Basisjahres bewertet werden (BIP zu konstanten Preisen). Neuerdings werden Kettenindizes verwendet

Das reale BIP lässt sich auch aus dem nominalen BIP berechnen, wenn man die Preissteigerung seit dem Basisjahr kennt. Hieraus ergibt sich die Formel:

\mathrm {BIP}_{\rm real} = \frac{\mathrm {BIP}_{\rm nominal}}{\mathrm{Preisindex}} \cdot 100

BIP-Deflator

Der BIP-Deflator (s. dort) ist der Quotient aus nominalem und realem BIP.

Wirtschaftsleistung und Wohlstand


Die Aussagekraft des BIPs bezüglich Wohlstand und Lebensqualität der Menschen in einer Volkswirtschaft ist ungenau, da folgende Faktoren nicht oder nur näherungsweise mitberechnet werden:

Aus diesem Grund wird versucht, mittels ergänzender Indikatoren wie dem Human Development Index, dem Genuine Progress Indicator, dem Index of Sustainable Economic Welfare oder dem ökologischen Fußabdruck eine weitergehende Analyse der Volkswirtschaft bereitzustellen.

Siehe auch


Weblinks


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Volkswirtschaftslehre

 

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