Das Bruno-Plache-Stadion, 1949 benannt nach dem Arbeitersportfunktionär Bruno Plache ist der Austragungsort der Heimspiele des 1. FC Lokomotive Leipzig. Es befindet sich im Leipziger Stadtteil Probstheida in Sichtweite zum Völkerschlachtdenkmal und fasst offiziell 15.600 Besucher.
Das Stadion hieß vor 1949 Probstheidaer Stadion, wurde in Medien aber meist VfB-Stadion genannt.
Es war bei seiner Eröffnung 1922 mit einem geplanten Fassungsvermögen von 40.000 Zuschauern das größte vereinseigene Stadion Deutschlands.
Die 1932 errichtete Holztribüne ist noch heute in Betrieb und weitestgehend im Originalzustand erhaltenen. Wahrscheinlich ist sie damit das bedeutendste architektonische Beispiel in Deutschland für eine große Stadiontribüne jener Zeit .
Wie andere namhafte Vereine strebte der VfB Leipzig den Bau eines eigenen Stadions an. Dazu erwarb man Ende 1920 80.000 qm Gutsbesitz in Probstheida. Der Verein ließ hier ein Stadion für 40.000 Zuschauer errichten - in Deutschland bis dahin ohne Beispiel. Es gab eine kleine Tribüne mit 800 Plätzen und eine Laufbahn ums Spielfeld. Der Zuschauerwall war als Graswall ausgelegt, ähnlich der heutigen Festwiese am Zentralstadion
Das VfB-Stadion wurde mit einer Festwoche vom 5.-13. August 1922 eingeweiht. Zur Premiere kamen 50.000 Zuschauer, dabei besiegte der Hamburger SV den Gastgeber VfB mit 3:2. Innerhalb der Festwoche ließ der DFB das zweite Endspiel der (nie entschiedenen) Deutschen Meisterschaft zwischen 1. FC Nürnberg und dem HSV austragen, bei dem ca. 50-60.000 Zuschauer zugegen waren.
1932 wurde die überdachten Holztribüne ausgebaut, die einen Großteil der Westgerade einnimmt. Sie ist heute die wahrscheinlich größte im Originalzustand erhaltenen und in Funktion befindliche Holztribüne aus jener Zeit in Deutschland. Zusätzlich wurden die Dämme verbreitert - Voraussetzung für das Länderspiel gegen die Schweiz am 6. März 1932 vor 50.000 begeisterten Zuschauern.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1935 zerstörte ein Unwetter Teile der Tribüne und das Südtor.
Nach dem Luftangriff vom 6. April 1945 auf Leipzig wurden gesammelte Leichen ohne Sargumhüllung auf den VfB-Sportplatz gelegt, da auf dem Südfriedhof kein Platz mehr war. Hier lagen sie viele Tage bei Regen und Sonnenschein. Ein fürchterlicher Leichengeruch verpestete die Gegend. (Tagebuch Arno Kapp).
Das Probstheidaer Stadion blieb Eigentum des VfB bis zu dessen Auflösung 1945.
Ab Mai 1946 diente das Stadion Volkssportveranstaltungen, erster Höhepunkt nach dem Krieg war am 4. Juli 1948 das Endspiel um die Fußball-Ostzonenmeisterschaft 1948. Bei einem Feldhandballspiel zwischen Rostock und Weißenfels waren 50.000 Zuschauer zugegen.
Bis zum III. Parlament der FDJ Pfingsten 1949 wurden weitere Kriegsschäden beseitigt und das nun nach Bruno Plache umbenannte Stadion modernisiert. Dabei wurde unter anderem der Rasendamm durch die noch heute vorhandenen erdhinterfüllten Betonkanten-Stehtraversen ersetzt. 70.000 Zuschauer waren dann bei der FDJ-Sportschau im total überfüllten Stadion dabei - der absolute Besucherrekord.
Einen weiteren Höhepunkt brachte der 7.Mai 1952, als die Friedensfahrt der Radsportler erstmals durch die DDR führte. Das seit Wochen ausverkaufte Stadion (55.000 Besucher) war dabei ein Etappenziel. Auch Chemie Leipzig wich bei wichtigen Spielen nach Probstheida aus.
Die ganz großen Fußballspiele erlebte das Bruno-Plache Stadion aber selten, da der 1. FC Lokomotive Leipzig seine Top-Begegnungen im Zentralstadion austrug. Einige gute Partien waren dennoch dabei, so zum Beispiel
Ab Anfang 1992 sperrte der DFB aus Sicherheitsgründen das Bruno-Plache-Stadion für Spiele der 2. Bundesliga. Deshalb fanden die Spiele des 1991 wieder gegründeten VfB Leipzig im Zentralstadion statt.
Ab der Saison 1995 wurden die Sicherheitsmängel beseitigt und u.a. 1997 eine Flutlichtanlage eingebaut. Der VfB spielte von 1995/96 bis zu seiner Auflösung 2004 wieder in Probstheida. Es gab Pläne, das Stadion in ein reines Fußballstadion umzubauen, die schwachen Finanzen des VfB haben dieses Vorhaben nicht zugelassen.
Seit 2004 trägt der neu gegründete 1. FC Lokomotive Leipzig seine Spiele hier aus. Die Heimspiele in der 3. Kreisklasse 2004/05 besuchten durchschnittlich 3.000 Zuschauer, was für diese Spielklasse einmalig in der Geschichte des deutschen Fußball ist. In einem Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC war das Stadion am 23. Mai 2005 seit langem wieder fast ausverkauft (13.098 Zuschauer).
Seit der ersten Insolvenz des VfB 1999 ist das Stadion wieder im Besitz der Stadt Leipzig.
Zuschauerkapazität 15.600 davon
Klassisches Stadionoval mit (nicht mehr genutzter) Laufbahn
Flutlichtanlage 700 Lux
Von A 14 Halle - Dresden:
Von A 9 - München - Berlin:
ab Leipzig Hauptbahnhof Straßenbahnlinie 15 Richtung Meusdorf bis Haltestelle Prager Straße / Russenstraße
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