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Bruno Möhring (* 11. Dezember 1863 in Königsberg (Ostpreußen); † 25. März 1929 in Berlin) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und Designer.

Nach einem kurzen Studium an der Königlich Technischen Hochschule Charlottenburg, heute Technische Hochschule Berlin, bei Hermann Ende, Carl Schäfer, Johannes Otzen und Johann Eduard Jacobsthal war Bruno Möhring im Berliner Schlossbaubüro als angestellter Architekt tätig. 1892 machte er sich Selbstständig. Sein wichtigstes Arbeitsgebiet wird die Gestaltung von Eisenkonstruktionen. Er ist auch als Designer und Stadtplaner tätig.

Als Gestalter von Stahlbauten und der Kombination von Stahl, Glas und Mauerwerk war er ein Vorreiter in einer Zeit, da noch viele Architekten Stahlkonstruktionen nicht als Bauwerke betrachteten.

Später bekannte Mitarbeiter im Atelier von Bruno Möhring waren:

Sein Schaffen wurde durch einige Ehrungen und Orden gewürdigt. 1907 wird er zum Professor ernannt. 1914 wurde er Mitglied des comité international permanent des architectes in Paris. Seit 1919 ist er Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Architekten des Jugendstils.

Häufig wird das Werk Möhrings in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg als nicht mehr so bedeutsam angesehen. Der Jugendstil hatte sich überlebt und es fehlen nun die großen Brücken im Werk. Normale Wohn- und Geschäftshäuser wurden die Hauptbeschäftigung. Dennoch lieferte Möhring auch in dieser Zeit noch heute sehenswerte Arbeiten ab, so die Neugestaltung der Dorfkirche Marienfelde und den Neubau der Kapelle auf dem ev. Friedhof in Berlin-Marienfelde. Auch die Weiternutzung vorhandener Bausubstanz demonstrierte er mit dem Bau des Gemeindehauses in Giessensdorf, wo er das vorhandene Pfarrhaus von 1869 in den Neubau integrierte.

Bruno Möhring ist in einem Ehrengrab auf den Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Marienfelde beigesetzt. Die ehemalige Parallelstraße in Berlin-Marienfelde trägt heute den Namen Bruno-Möhring-Strasse.

Das Werk Möhrings im Überblick


Neben der Entwurfsarbeit war er als Autor und Herausgeber von Zeitschriften aktiv. 1899 ist er Mitbegründer und Herausgeber der Berliner Archtekturwelt. 1906 folgte die Zeitschrift Der Städtebau. Gemeinsam mit Cornelius Gurlitt und Bruno Taut gab er seit 1920 die Zeitschrift Stadtbaukunst heraus.

Stahlbauten

U-Bahn_Berlin_Bülowstraße_2.JPG

Die architektonische Ausgestaltung einiger Brücken, so der ersten Bonner Rheinbrücke und der Moselbrücke in Traben-Trarbach (1898/1899), wurde nach seinen Plänen realisiert. Er entwarf das (1926 abgebrochene) Stationsbauwerk der Haltestelle Döppersberg der Wuppertaler Schwebebahn und die Hochbahnstation Bülowstrasse in Berlin. Zu seinen heute bekanntesten Schöpfungen zählt die Maschinenhalle der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen von 1903.

Gebäude

Eine Reihe von Wohn-, Gewerbe- und öffentlichen Bauten entstanden nach seinen Entwürfen oder unter seiner gestalterischen Mitwirkung. Regional sind Gebäude von Möhring vor allem in Berlin, Oberhausen und Traben-Trabach zu finden.

Als Beispiele zu nennen die Bauten am Platz der Luftbrücke in Berlin-Tempelhof und die Beamten-Siedlung Am Grafenbusch der GHH in Oberhausen.

Denkmäler

Möhring entwarf eine Reihe von Grabmalen. Von ihm stammen auch große Denkmäler wie die Bismarckwarte in Brandenburg a.d. Havel und der Bismarckturm in Burg (Spreewald).

Messen und Ausstellungen

Ein wichtiger Teil in Möhrings Schaffen war die Gestaltung von Ausstellungsbeiträgen. Dabei dominierte die gestalterische Aufgabe, die heute als Messebau firmieren würde. Von diesen Werken gibt es wohl keine sichtbaren Zeugnisse mehr, da sie für eine befristet Zeit errichtet wurden.

Innenarchitektur

Auch dieses Arbeitsgebiet ist ein wichtiger Teil in Möhrings Schaffen. Etliche seiner Häuser hat er auch im Inneren ausgestaltet. Er hat auch Geschäftsräume gestaltet. Diese Arbeiten sind nicht mehr erhalten.

Gestaltung

Vor allem im die Jahrhundertwende entwarf Möhring kunstgewerbliche Arbeiten. Schmuckstücke, Lampen und Möbel stammten aus seiner Feder. Dazu kamen architektonische Dekorationen wie Tür- und Fenstergitter und Treppengeländer. Er gehörte der Gruppe Werkring an und zählte 1907 zu den Gründungsmitglieder des Deutschen Werkbundes.

Stadtplanung

Schon immer wirkte er auch an Stadtplanungsprojekten mit. Mit einigen Arbeiten kann er als richtungsweisend angesehen werden. So plädierte in einem Planentwurf für Groß-Berlin mit anderen für eine readiale Entwicklung von Städten entlang der großen Verkehrsachsen und für eine Verdichtung der Bebauung in der Nähe bestehender Ortskerne. Diese Arbeit entstand 1910 in Zusammenarbeit mit dem Nationalökonomen Rudolf Eberstadt und dem Verkehrsingenieur Richard Petersen.

Werke von Bruno Möhring


Folgend werden die Bauten aufgelistet, bei deren Entwurf Bruno Möhring maßgeblich beteiligt war. Die Aufzählung beschränkt sich erhaltenen Gebäude. Die Angaben zum Zustand dieser Bauten stammen von Ines Wagemann (1988) und sind teilweise 2006 überberprüft. Deshalb die vorläufige Beschränkung auf Berlin und Umgebung.

Bauten in Berlin

Auch in Berlin hat er Brücken entscheidend mitgestaltet, wenn auch die Dimensionen über die Spree wesentlich kleiner ausfielen. Die erhaltenen, wenn auch zumeist infolge der Kriegseinwirkungen schlichter wieder aufgebauten, Brücken oder ihre Widerlagerbauwerke sind sehenswerte Kleinodien in der Stadt.

  • Um 1900-01 entstand die Station Bülowstrasse der Berliner Hochbahn. Diese ist weitgehend erhalten. Der Bahnsteig wurde 1928 unter der Leitung seines Sohns Rudolf Möhring verlängert.
    • 1902-05 wurde die Swinemünder Brücke in Berlin-Gesundbrunnen gebaut. Die Brücke wurde im Krieg zerstört und wurde vereinfacht wieder aufgebaut. Zwischen 1995 und 2006 hat sich das Umfeld mit dem Um- und Neubau des Bahnhofes Gesundbrunnen stark verändert.

    • 1904 entstand das Wohnhaus Bruno Möhring, Parallelstr. 7 in Berlin-Marienfelde. Die heutige Anschrift ist: Bruno-Möhring-Strasse 14 a. Das Haus ist in leicht veränderter Form erhalten, allerdings dem Blick durch eine neue Randbebauung des Grundstückes weitgehend entzogen. Eine schwer entdeckbare Gedenktafel weist auf das Gebäude und seinen Erbauer hin.

    • 1904-06 Errichtung des Borsig Steg für die Terraingesellschaft "Neu-Bellevue" über die Spree in Berlin-Tiergarten. Die Brücke wurde im Krieg zerstört, 2 Portale sollen erhalten sein.

    • 1909-10 wird die Hansabrücke, ein wichtiges Bauwerk im Verlauf der Hansastrasse, in Berlin-Tiergarten gebaut. Teile der ursprünglichen Bauwerke am Ufer sind erhalten, die Brücke selbst wurde nach Kriegszerstörung 1952-53 neu errichtet.

    • Das Wohnhaus Karl Schippert in Berlin-Marienfelde, Emilienstrasse 17 entstand 1911. Das Haus lag seinem eigenen damals gegenüber, heute liegen Neubauten dazwischen. Äußerlich sind beide Gebäude grundverschieden. Es ist kaum zu glauben, dass sie von demselben Architekten gezeichnet wurden. Das Gebäude ist nur leicht verändert worden. Es wird 2006 als Büro genutzt.

    • 1912 entstehen in Berlin-Nikolassee das Rathaus und die Feuerwache der Gemeinde Nikolassee am Hohenzollernplatz. Die Bauten sind mit Veränderungen erhalten und werden genutzt.

    • 1912-13 entsteht ein Komplex von Häusern in Neu-Tempelhof: Manfred-von-Richthofen-Strasse 2, 9, 11 (erhalten); Dudenstrasse 9 (erhalten); Tempelhofer Damm 2(erhalten) ; Kaiserkorso 1 (Fassade nach dem Krieg schlicht wiederhergestellt), 158 (wahrscheinlich im Krieg zerstört). Die imposanten Bauten bilden eine Eingangssituation für Neu-Tempelhof. Sie prägen den Platz der Luftbrücke sicher ebenso, wie die Bauten des Flughafen Tempelhof dies tun. Sie waren als Anfang einer umfassenden Bebauung von Neu-Tempehof errichtet worden. Der 1. Weltkrieg stoppte dieses Projekt. In den Jahren nach 1920 wurde dann Neu-Tempelhof im Siedlungsstil dieser Zeit mit weniger hohen Gebäuden bebaut.

      • Noch eine Brückenschlag über die Spree erfolgte 1913-14. Der Gericke-Steg (auch Bellevuesteig oder Calvinbrücke genannt) in Berlin-Tiergarten am S-Bahnhof Bellevue. Er wurde im Krieg zerstört und in ähnlicher, aber vereinfachter Form wieder errichtet. Die Zugangsbauwerke befinden sich weitgehend im Originalzustand.
      Gerickesteg_von_S-Bellevue.jpg

      • Fassade in Berlin-Tempelhof, Schulenburgring 126 von 1914-15. Dies Gebäude ist stark verändert.

      • 1920-21: Grundlegende Umgestaltung des Innenraums und des Äußeren der Dorfkirche Marienfelde in Berlin-Marienfelde. Die Umbauten sind nicht verändert worden. Die Ausschmückung der Kirche mit Malerein ist 1990/91 beseitigt worden.

      • 1925 wird das Gemeindehaus der ev. Gemeinde Giesensdorf in Berlin-Lichterfelde-Süd am Ostpreussendamm als An- und Umbau des bestehenden Pfarrhauses errichtet. Das Haus ist leicht verändert erhalten. Eine Tafel am Eingang weist auf den Architekten hin.

      • 1927 wird die Kapelle auf dem ev. Gemeindefriedhof in Berlin-Marienfelde errichtet. Dieses kleine Bauwerk ist ein besonders schönes und sehenwertes Bauwerk für das späte Schaffen Möhrings und seines Partners Spitzner. Die Kapelle ist hervorragend erhalten und wird weiter genutzt. Im Krieg zerstörte Fenster wurden neu gestaltet.

      • Die 1928-29 errichteten Wohngebäude in Berlin-Wedding, Zeppelinplatz / Ostender Strasse sind in leicht veränderter Form erhalten.

      • Das Grabmal der Familie Möhring auf dem ev. Gemeindefriedhof Berlin-Marienfelde ist als Ehrengrab für Bruno Möhring bis heute erhalten.

      Bauten im Land Brandenburg

      • 1901-02 wird die Villa Lehmann als Wohnhaus für den Fabrikanten Ernst Paul Lehmann, Brandenburg a.d. Havel, Plauer Strasse von Möhring innen und außen grundlegend umgestaltet. Dieses Gebäude ist ein besonderes Zeugnis für Jugendstilbauten. Das Haus befindet sich nun im Eigentum der Stadt Brandenburg. Die Fassade ist leicht verändert erhalten.

      • 1907-08 wird Möhring von Ernst Paul Lehmann mit dem Bau der Bismarckwarte auf dem Marienberg in Brandenburg a.d. Havel beauftragt. Diese Anlage liegt dem Wohnhaus Lehmanns gegenüber. Die bestehende Treppenanlage im Park geht im wesentlichen auf die Entwürfe von Möhring zurück. Die Bismarckwarte selbst wurde 1974 abgerissen und durch den Neubau der Friedenswarte ersetzt.

      Literatur


      Ines Gesine Wagemann, Der Architekt Bruno Möhring 1863-1929 (Dissertation der Universität Bonn von 1988), Witterschlick/Bonn 1992, ISBN 3-925267-55-7

      Weblinks


      • http://www.kmkbuecholdt.de/historisches/personen/Moehrin1.htm
      • http://www.guenter-hauenstein.de/jugend/js_moehring.html

      Mann | Geboren 1863 | Gestorben 1929 | Deutscher Architekt | Deutscher | Jugendstil

 

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