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Bruckhausen


ist ein Duisburger Stadtteil im Stadtbezirk Meiderich/Beeck. Er gehörte früher zum Stadtkreis Hamborn, der 1929 mit dem Stadtkreis Duisburg vereinigt wurde.

Als die ersten Gastarbeiter kamen, um in den Hochöfen und Stahlmaschinerien zu arbeiten, ließen sie sich in der Nähe des Thyssen- Kokerei Geländes nieder. Später folgten die Familien der Immigranten und so entstand nach und nach eine richtige „ausländische“ Gemeinde in diesem Gebiet. Es leben überwiegend Bürger türkischer Herkunft in dem sozialschwachen Gebiet nebst Bewohnern anderer ethnischer Herkunft. Mit einem Ausländeranteil von über 50 % stellt Bruckhausen einen der ersten Stadtteile dar, in dem die Deutschen zur Minderheit geworden sind. Daher dient der Stadtteil als Modell für Wissenschaftler, die die Entwicklung ethnisch-kultureller Konflikte untersuchen. *

Die religiöse Entwicklung Bruckhausens korrespondiert mit der sich verändernden Bevölkerung: Waren es Anfang des 20. Jahrhunderts die Evangelische Kirche an der Dieselstraße und die katholische Liebfrauenkirche am Wilhelmplatz, kamen nach und nach mehrere Moscheen dazu, die sich um die religiösen Anliegen der Menschen kümmern.

Bruckhausen erlangte zweifelhafte Berühmtheit, als der Autor Günter Wallraff sein Buch "Ganz unten" schrieb (er lebte dabei zeitweise in Bruckhausen). Ferner spielte der Tatort-Kommissar Horst Schimanski immer wieder in Bruckhausen und verbreitete das Bild des "schmuddeligen Ruhrgebietes" in viele Wohnzimmer.

Die Ursprünge Bruckhausens

Der Ursprungshof Bruckhausens ist der "Hof am Bruch"(der Schweinsbruch). Als Schultenhof Bruckhausen spielte er die Rolle des Haupthofes eines kleinen Hofesverbandes. Dieser wird mit großer Wahrscheinlichkeit schon um 1100 zum Hofesverband Hamborn gehört haben. 1136 stiftete der Adelige Gerhard von Hochstaden die auf seinem Grund und Boden errichtete Kirche zu Hamborn, samt Zubehör zur Einrichtung eines Prämonstratenser stiftes. 1139 wurde diese Stiftung, durch eine von Erzbischof Arnold 1 ausgestellte Urkunde, die leider nur in einer Abschrift aus dem 16.Jahrhunderts überliefert werden konnte. In dieser Urkunde taucht bereits der Name Bruckhausen auf. Der Name Bruckhausen kommt von BRUCHhausen, und dieser ist allzusehr berechtigt, denn ringsherum war Birken- und Föhrenwald,Heide und Sumpf. Damals war der Rhein noch nicht bezwungen, der Beeckbach trat oft über seine Böschung, und wetteiferte mit dem starken Vater Rhein verbündet, das ohnehin schon wasserreiche Gelände im Frühjahr wie im Herbst in einen Bruch zu verwandeln. Doch Stück für Stück wurde dem Moor entrissen und in fruchtbares Ackerland verwandelt. Da wo bisher nur Birken und Föhren kümmerlich gediehen, blühten bald Obstbäume und aus den Baumgruppen lugten Höfe hervor, die vom Fleiße der Wohlhabenheit ihrer Besitzer zeugten.

Höfe von Bruckhausen

Wie bereits genannt war der Ursprungshof Bruckhausens der Hof am Bruch. Die wohl mit ältesten Höfe lagen südlich und östlich des Beeckbachs. Die neueren Höfe befanden sich da,wo Bruckhausen sich südlich von Alsum zum Rhein hinzog. Die Bauern mussten zwar Zins und Steuer ans Kloster bezahlen, von diesen Abgaben wurden sie aber nicht niedergedrückt,denn im Mittelalter bestand ein einfacher Grundsatz nach dem man handelte, dieser hieß : "leben und leben lassen". Die Lage in der sich Bruckhausen im 16. und 17.Jahrhundert befand beschrieb ein Mönch der Abtei Hamborn folgendermaßen: "Im 16. und 17. Jahrhundert ist die Geschichte unserer Stadt ein getreues Abbild der "allgemeinen deutschen Not". Die Wirren der Glaubenserneuerungen trugen den Streit der Geister auch in den Frieden unserer Gemeinde, und an dem Elend der künftigen Kriegsjahre hatten wir reichlich Anteil.Abtei und Kirche gingen viermal fast ganz in Flammen auf,und gehörten eine unverwüstliche Kraft und ein starkes Vertrauen auf bessere Zeiten dazu,die Trümmer ringsrum wieder aufzubauen.War auch das spärliche,halbverwilderte Volk ,das die Pflugschar rosten ließ,in bittere Armut gekommen,mußte die Abtei selbt klagen, daß an der Klosterpforte die Nachfrage nach milden Gaben das Angebot weit übertraf, man wußte schon damals der Aushungerung zu wehren, und allmählig kehrte man wieder vom Schwert zum Ackergerät zurück.Es kamen wieder bessere Zeiten. So gingen die Jahre in Freud und Leid dahin, - damals wie heut." Den flächenmäßig größten Verwaltungsbezirk nördlich der Ruhr stellte das Amt Beeck dar, zu dem aus einer Übersicht aus dem Jahre 1789 auch Bruckhausen gehörte. Zu Zeiten August Thyssens war Bruckhausen wegen seiner Hasenjagden bekannt.Das Ende der Höfe und Hasenjagden kam mit den Kaufverhandlungen Thyssens 1889.

Die Veränderung Bruckhausens durch Thyssen

Als August Thyssen Ende der achtziger Jahre bemerkte, dass der Stahlmarkt sich als sehr aufnahmefähig erwies, wollte er Thyssen & Co erweitern. Aber gerade dieser Betrieb hatte keine guten Voraussetzungen für die von Thyssen ins Auge gefasste Erweiterung. Da man zum Eisenschmelzen nur ca.1 Stück Erz, aber ca. 10 Stücke Kohle brauchte, war es natürlich weitaus günstiger, Erz anstatt Kohle zum Werk hin transportieren zu lassen. Deshalb benötigte Tyssen nun ein Werk auf der Kohle, das aber auch eine besonders gute Verkehrsanbindung haben sollte. Die Kohlenbasis hatte er sich mit der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Hamborn bereits geschaffen, jetzt brauchte er noch ein Gelände, das unmittelbar am Rhein gelegen und nahe der Zeche war. 1889 kaufte er innerhalb von zwei Monaten Grundstücke von mehr als 122 Hektar und damit fast die ganze Bauernschaft Bruckhausen auf. Nun hatte er die gewünschte Lage und sogar einen eigenen Hafen. Am 14 .August 1890 beschloß der Grubenvorstand Deutscher Kaiser, dessen Vorsitzender seit 1889 August Thyssen war, in Bruckhausen bei Hamborn ein Stahl- und Walzwerk zu errichten. Schon am 17. Dezember]] wurde dort der erste Stahl erschmolzen, der aus dem Ofen 3 des Siemens-Martin-Stahlwerkes floss. Als sich am 29.September 1891 die Anteilseigner der Gewerkschaft Deutscher Kaiser zur Jahresversammlung trafen, stellte der amtierende Notar im Protokoll der Gewerkenversammlung fest,dass alle 1000 Kuxe in den Händen der Familie Thyssen lagen, dieser Tag gilt heute als Anfang der Geschichte der Thyssen AG. Es wurden Häuser für die Arbeiter und Beamten in Bruckhausen angelegt.

Besonders für die Thyssenbosse war es wichtig ihr Haus, oder auch ihre Villa, in unmittelbarer Nähe des Werkes zu haben,da sie bei Notsituationen in einem Zeitraum von ca. 8 Minuten an Ort und Stelle des Geschehens zu sein hatten.Eine dieser Villen war zum Beispiel die sogenannte "Zitronenvilla", die auf der Kaiser - Wilhelm - Straße ihren Standort hatte.Diese Villen waren an der Kaiser - Wilhelm - Straße und der Kronstraße aufgebaut worden. Heute steht nur noch ein Teil dieser Villen auf der Kronstraße,wo sie,bis auf eine,die jetzt eine Kindertagesstätte ist, als Mehrfamilienhäuser dienen.

Auf der Kaiser - Wilhelm - Straße dagegen steht heute keine dieser Villen mehr. Von 1892 bis 1894 wurden fünf Walzstraßen in Betrieb genommen,1895 wurde an der Südseite des Siemens-Martin-Werks ein Thomas Stahlwerk erbaut. Dann kamen die Hochöfen, zunächst drei an der Zahl. Doch bis 1901 hatte sich die Zahl bereits um zwei erhöht. Die Industriefiäche Bruckhausens wurde immer größer,und so wurde Bruckhausen von einem kleinen Hofgebiet mit ca. 9 Höfen zu einem nach und nach immer größer werdenden Industrie- und Wohngebiet.

Weitere Veränderungen Bruckhausens im Anfang des 19. Jahrhunderts
Die starke Industrialisierung bewirkte am 1. April 1900 die Abtrennung der selbstständigen Landbürgermeisterei Hamborn von Beeck unter der "Mitnahme" Bruckhausens. Bereits um 1898 fuhr die elektrische Straßenbahn der Linie der Kreis-Ruhrorter Straßenbahn von Ruhrort über Beeck nach Bruckhausen.Am 24. Mai]] 1900 wurde von Bruckhausen aus der Straßenbahnverkehr bis nach Marxloh durchgeführt,so dass man jetzt von Ruhrort bis nach Pollmann fahren konnte.Doch bevor um 1903 eine Brücke über das Thyssengelände gebaut wurde,hatte man als Fahrgast dieser Linie,deren Schienen an der damaligen Werksbahn endeten,die Unannehmlichkeit , die Schienen-stränge der Werksbahn zu Fuß überqueren und einen anderen Wagen besteigen zu müssen,der sie von dort nach Pollmann brachte. "Das erste Hauptbüro der Gewerkschaft Deutscher Kaiser wurde in einer alten evangelischen Volksschule in der Nähe der Thyssen-Brücke eingerichtet. Die Räume dienten zunächst in unveränderter Form ihrer neuen Bestimmung.Hier arbeiteten die ersten dreißig Angestellten." Von 1903 bis 1904 wurde dann an der Kaiser-Wilhelm-Straße,Ecke Franz-Lenze-Straße eine neue Hauptverwaltung für Bruckhausen errichtet, die im Übrigen auch heute noch neben der 1960/63 erbauten Hauptverwaltung benutzt wird. Die Hauptverwaltung ist heute ein Industriedenkmal und gehört zur "Route der Industriekultur". 1905 wurde an der Kaiser-Wilhelm-Straße das Casino Deutscher Kaiser eingeweiht. Für Jahrzehnte war es Mittelpunkt des geselligen Lebens, damals gab es schließlich noch kein Fernsehen, also hielt man sich in seiner Freizeit zum Beispiel dort auf. Leider wurde das Casino im ersten Weltkrieg völlig zerstört. Am 1. April 1911 wurde Hamborn,die damals größte und bevölkerungsreichste Landgemeinde Preußen, zu einer selbstständigen Großstadt erhoben, also war Bruckhausen von nun an Stadtteil von Hamborn. Ein bemerkenswertes Ereignis für die Stadt Hamborn im Jahre 1911 war die Fertigstellung des 400 Meter langen Tunnels an der Matenastraße,des Matenatunnels. Die Erbauung des Tunnels war ein Gemeinschaftswerk der Stadt Hamborn und der Thyssen - Hütte,denn beide profitierten vom Bau gleichermaßen. Der Hütte ermöglichte der Tunnel die Verbindung zweier Werksteile,unter Aufrechterhaltung des Verkehrs zwischen Bruckhausen, Alsum und der Anlegestelle am Rhein. Doch heute ist aus dem Matenatunnel ein heruntergekommener, feuchter Tunnel geworden,der manchen Leuten glattweg "furchterregend"vorkommt. Bedingt durch einen entstandenen Mangel an Arbeistkräften im Raum Duisburg, und Hungersnöten in Polen, stieg die Zahl der in Bruckhausen lebenden Polen, vom Beginn der Einwanderung(ca.1895)immer weiter an, bis sie 1914 ihren Höhepunkt erreichte! Danach sank die Zahl,auf Grund der Neugründung des polnischen Reiches, der Optionspflicht nach dem Versailler Vertrag, sowie der hohen Arbeitslosigkeit im Deutschen Reich,sehr rapide.-- 1913 wurde der Bau der katholischen Liebfrauenkirche Bruckhausen begonnen,der Ende 1915 beendet war.

Bruckhausen in der Zeit der beiden Weltkriege

"Der Kriegsbeginn im August 1914 traf sowohl die Industrie als auch die Behörden unvorbereitet(...). August Thyssen sah sich(...)in einer prekären Lage:Ein erheblicher Teil der Arbeiter und Angestellten in den Berkwerken und in den eisenschaffenden Betrieben wurde zum Militär eingezogen. (...)Im August 1914 ging die Gesamtleistung der Hütte Bruckhausen um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück." "An die Stelle der eingezogenen Arbeiter traten Frauen und Jugendliche,die in der Regelum des nackten Überlebens willen nun auf der Hütte oder Zeche um Arbeit (in der Regel Übertagearbeit) nachsuchten,und zwar für Hungerlöhne... Im Ruhrbergbau verdiente 1916 durchschnittlich pro Schicht(Übertage): ein Mann5,30 Mark eine Frau 3,30 Mark " 1915 wurden in der Gemeinde Liebfrauen 3 Lazarette , am 11.August eine Kriegsküche für die Massenspeisung im Marienstift eingerichtet.An einzelnen Tagen wurden etwa 1300 Liter Suppe ausgegeben.Durch den Krieg wurde das Nahrungsmittelangebot im Jahre1916 immer geringer. Da die Stahl - Industrie zu Kriegszeiten hauptsächlich Sachen zur Rüstung produzierte,wurden 1917 sogar die Glocken der Liebfrauen -Kirche als Metallspende für die Aufrüstung beschlagnahmt.1918 trat die spanische Grippe,oftmals mit Lungenentzündung verbunden, auf. Allein in dieser Gemeinde Bruckhausens starben vom ersten Oktober bis zum 15 November 34 Erwachsene und 21 Kinder an dieser Krankheit.Im November 1918 endete der Krieg.Die Gewerkschaft Deutscher Kaiser wurde daraufhin von August Thyssen am 1.Januar 1919 neugeordnet.Zechen und Stahl wurden getrennt und in August Thyssen Hütte,Gewerkschaft umbenannt,die Bergbauabteilung trug von da an den Namen Gewerkschaft Friedrich Thyssen.Am 31.März verhängte die Regierung Belagerungszustand über das gesamte Ruhrgebiet. 1921 begann die Besetzung Französischer und Belgischer Truppen in Hamborn,um Druck auszuüben,die geforderten Reparationsleistungen auszuführen.1922 entstanden zur Unterhaltung der Bürger viele Festsääle, Vereine und das Apollo Theater,das auf der damaligen Kronprinzenstaße(heute Bayreuther Strasse)seinen Standort hatte.1923 marschierten die belgischen und französischen Truppen dann,auf Grund angblich absichtlich zu niedriger Kohlelieferung,ins Ruhrgebiet ein. Wegen den darauf folgenden Verhaftungen von Arbeitern und Leitern Thyssens wurde des öfteren gestreikt. Als am 25.August alle Besatzungstruppen die Stadt verlassen hatten,wurde gefeiert. 1929 wurden unter anderem die Stadtgemeinden und Stadtkreise Duisburg und Hamborn zusammengeschlossen.Durch diese Eingemeindung entstand eine neue Stadt,die Stadt Duisburg-Hamborn,zu der nun auch Bruckhausen gehörte. 1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. 1935 wurde aus Duisburg - Hamborn aus posttechnischen Gründen in Duisburg geändert,zuvor war auch ein anderer Name ins Gespräch gekommen,nämlich Duisborn. Am 1. Spetember 1939 begann der 2. Weltkrieg. Wieder hatten die Menschen in Bruckhausen unter Hunger zu leiden,aber auch die Zuteilung von Gebrauchsgütern war sehr gering. Viele Bruckhausener wohnten im Krieg zeitweilig im Bunker,der heute höchstwahrscheinlich keinem Angriff mehr trotzen könnte,sei es weil ihr Haus nicht winterfest oder einfach von Bombenangriffen zerstört worden war.Bei einem Bombenangriff am14./15.Oktober 1944 wurde das Dach der Liebfrauen - Kirche schwer beschädigt.Zahlreiche Kinder wurden aus Bruckhausen evakuiert.Am 22.Januar 1945 erlebte Bruckhausen den schlimmsten Bombenangriff.Ein großer Teil der Häuser und der August - Thyssen - Hütte sind durch Sprengbomben zerstört worden,die Liebfrauenkirche ist bis auf den Turm und die Außenmauern zerstört worden. Keines der noch stehenden Häuser hatte Licht oder Wasser.Am 28. März]] wurde Bruckhausen von den Amerikanern besetzt. Am 8.Mai wurde der Krieg, nach vielen weiteren Luftangriffen auf das Ruhrgebiet,nbeendet. Nach dem Krieg begann die Zeit des Wiederaufbaus.

Die Bevölkerungsabnahme und Ausländerzunahme nach 1960

Bruckhausen wurde durch eine weitere Ausbreitung der Thyssen-Hütte immer kleiner, doch entging es der Gesamtübernahme Thyssens, denn die Stadtverwaltung hatte zuvor beschlossen, Bruckhausen abzureißen, da es durch Thyssen so dreckig war und einfach nicht mehr ins Stadtbild passte, durch ein neu entworfenes Gesetz, das besagte, dass um ein Werk 3 km Günfläche zu sein hatte. In den 60er Jahren zog es die Leute, die es sich leisten konnten wegzuziehen, dazu gehörten auch die ganzen höheren Angestellten und Thyssenbosse, aus Bruckhausen fort. Sie kauften sich ein schönes Häuschen in den Außenbezirken Duisburgs. Denn in Bruckhausen war es durch die Emissionen der Thyssen-Hütte dreckig geworden, die Luft war sehr verschmutzt und es gab eine ständige Lärmbelästigung. Außerdem gab es mitlerweile schnelle Automobile, mit denen man, wenn nötig, schnell am Ort des Geschehens sein konnte. Und so stand auch dem Umzug der Thyssenbosse nichts im Wege. 1961/62 wurden auf Grund mangelnder Arbeitskräfte bei der Thyssen-Hütte, der durch die Einführung der 40-Stunden-Woche verursacht worden war, die ersten Türken, die in der Türkei schlecht Arbeit fanden, angeworben und kamen somit auch nach Bruckhausen. Im Laufe der 60er Jahre sank die Zahl der Bevölkerung Bruckhausens, nachdem sie schon ab 1911 (damals lebten noch 25.075 Bürger in Bruckhausen)stätig gesunken war, von 13.758 auf 10.323 (1970). In den 70er jahren verringerte sie sich drastisch, wogegen die Anzahl in Bruckhausen lebender Ausländer, vor allem Türken immer weiter stieg. 1975 zählte die Bevölkerung Bruckhausens 9.151 Menschen, davon waren 2.488 Ausländer(das machte etwa 26,1 5% der Bevölkerung aus. 1978 waren es noch 8.392 Menschen, die in Bruckhausen lebten, davon waren 2.974 Ausländer (35,44 %).Bis 1987 war die Zahl der Bevölkerung auf 7.761 Einwohner herabgesunken, 3.870 Menschen davon waren Ausländer, sie machten damals schon 49,86 % aus. 1993 hatte Bruckhausen rund 8.000 Einwohner, von denen die Ausländer 61 % ausmachten, etwa 95 %dieser Ausländer stammten aus der Türkei.

Sozial-und Umweltprobleme und ihre Bekämpfung in den letzten Jahrzehnten

In den 1970er Jahren sank der soziale Status Bruckhausens um ein Vielfaches dadurch,dass das "Gleis-Dreieck" in Neumühlaufgelöst wurde und hunderte Sozialhilfe-empfänger und Langzeitarbeitslose aus diesem Gebiet in die leerstehenden Wohnungen in Bruckhausen versetzt wurden.Durch die Planung der Autobahn A 42 mussten viele Häuser geräumt werden,damit sie abgerissen werden konnten.Die sogenannten Abrisshäuser waren beliebte Orte zum spielen für die Kinder,denn Spielplätze waren Mangelware in Bruckhausen.Durch den Bau der Autobahn wurde die Umweltlage,die durch das Thyssen- Werk,besonders durch die Emmissionen der nahegelegenen Kokerei,schon schlecht war,weiter verschlechtert,da jetzt auch noch die vielen Autoabgase hinzukamen. 1975 wurde eine Bürger Initiative,die BIB gegründet.Sie befasste sich mit all den Problemen die es in dem Stadtteil gab.Sie fragten sich zum Beispiel :"Hat Bruckhausen eine Zukunft,wie kann die Entstehung eines Ghettos verhindert werden,die Arbeitslosigkeit gesenkt werden,mehr Toleranz entstehen und kann man die Luftverschmutzung durch Thyssen vermindern?" Sie setzten sich für die Zukunft Bruckhausens sehr stark ein und bewältigten viele dieser Probleme zumindest teilweise durch.In den frühen 90ern wurden tausende Stellen bei Thyssen abgebaut und die Arbeitslosenquote stieg weiter. Seit 1991 gibt es nun ein städtisches Projekt:die Entwicklungsgesellschaft Bruckhausen mbH Seitdem es dieses Projekt gibt hat sich viel an der äußeren Fassade Bruckhausens geändert. Da wo die Häuser von den Emissionen des Thyssen-Werkes stark verschmutzt waren, wurden, durch ein Projekt der EGB "Qualifizierung und Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern" unter dem Motto "Bruckhausener arbeiten für Bruckhausen",die Häuser angestrichen, Grünanlagen gebaut, öffentliche Einrichtungen verschönert etc.und somit gleichzeitig Arbeitsplätze geschaffen. Eine Schreinerei und eine Nähstube wurden eingerichtet,in denen auch wieder 12 Bruckhausener Arbeit fanden. Auch die soziale Kinder- und Jugendarbeit sowie Arbeit mit Suchtkranken wurde nicht vernachlässigt. Dieses Projekt hat Bruckhausen in vielen Hinsichten geholfen. Schließen möchte ich dieses Referat mit einem Zitat von Helmut Baumgart, das die Entwicklung Bruckhausens und die Gefühle eines Menschen der all dies miterlebt hat erläutern soll. "Der schmutzige,... ...kleine Stadtteil" Es war eimal ein schmutziger,kleiner Stadtteil am Rande einer schmutzigen Stadt.Und diese Stadt lag in einem schmutzigen Gebiet.Überall gab es Fabriken. Schachtanlagen und Hüttenwerke,die alles so furchtbar schmutzig machten.Der kleine Stadtteil war schon alt und hatte viele bessere Tage erlebt.Aber nun war er so schmutzig und unansehnlich geworden,daß die Einwohner abwanderten und die Geschäfte für immer schlossen. Tagtäglich wurde es einsamer in den grauen Straßenzügen.Bald gab es nur noch Kneipen,einige Rentner und Ausländer sowie einen von Unkraut überwucherten Friedhof.Die Stadtverwaltung beschloß,den schmutzigen Stadtteil abzureißen,weil er nicht ins Stadtbild paßte.Die noch verbliebenen Einwohner wurden in eine neue Wohnsiedlung evakuiert.Anstelle des kleinen Stadtteils wurde ein riesiges Stahlwerk gebaut.Das war zwar auch schmutzig,doch warf es immerhin Profite ab.Und bekanntlich kann man mit viel Profiten noch mehr Dreck zudecken.Und wenn die Stadt und das Stahlwerk nicht im Dreck erstickt sind,dann treiben sie noch heute ihr Spiel..."

Literatur

  • Entwicklungsgesellschaft Duisburg-Bruckhausen in Verbindung mit der Stadt Duisburg,Projekt Bruckhausen ; Zukunft der Stadtentwicklung;
Duisburg; 1,Auflage;1993
  • Höhn,Michael;Verdammt und zugedreht; O.Angabe des Verfassungsortes;
1.Auflage; 1976
  • Höhn,Michael;Bruckhausen ein Stadtteil kämpft;
Duisburg-Bruckhausen;1.Auflage;1979
  • Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen;Erinnerungsgabe zur Weihung und Vollendung der Liebfrauen-Kirche Hamborn-Bruckhausen;Hamborn;1.Auflage;1915
  • Katholische Kirchengemeinde Liebfrauen;Die Gemeinde und ihre Kirche 1915 - 1991;
Duisburg;1.Auflage;1991
  • Meyer,Hans-Joachim;Erinnerung an das alte Hamborn;Duisburg-Hamborn;1.Auflage;1986
  • Meyer,Hans-Joachim;Hamborn eine Rückschau in Bildern;Duisburg-Hamborn;1.Auflage;1987
  • von Roden,Günter;Geschichte der Stadt Duisburg
(TEIL2);Duisburg;2. Auflage;1979
  • Sparkasse Duisburg;Kleine Geschichte der Stadt Duisburg;Duisburg;1.Auflage;
1983
  • Treue,Wilhelm;Die Feuer verlöschen nie/August Thyssen-Hütte 1890-1926;
o.Angabe d.Verfassungsortes;1.Auflage; 1966
  • Uebbing,Helmut;Wege und Wegmarken /100 Jahre Thyssen;Berlin;1. Auflage;1991
  • Ullenboom,E.H.;Hamborn am Rhein;
Duisburg-Hamborn;1.Auflage;1985
  • Universität Duisburg Gesamthochschule;Streiflichter;Duisburg;
1.Auflage,1985

Weblinks


[http://www.uni-duisburg.de/FB6/geographie/Publikationen/Diskussionspapier_1-2004.pdf Ethnisch-kulturelle Konflikte: Ursachen, Folgen und Handlungsempfehlungen am Beispiel der Stadt Duisburg

Entwicklungsgesellschaft Duisburg - Stadtteilbüro Bruckhausen

Katholische Jugendarbeit in Bruckhausen

"Gründungskloster" Bruckhausens

Duisburg (Stadtteil)

Bruckhausen

 

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