Bruchsal ist eine
Stadt am westlichen Rand des
Kraichgaus, etwa 20 km nördlich von
Karlsruhe in
Baden-Württemberg. Die Stadt mit dem größten Spargelmarkt Europas ist die größte Stadt des
Landkreises Karlsruhe und eines der
Mittelzentren im Bereich der
Region Mittlerer Oberrhein mit dem
Oberzentrum Karlsruhe. Zum Mittelbereich Bruchsal gehören noch die Städte und Gemeinden
Bad Schönborn,
Forst,
Hambrücken,
Karlsdorf-Neuthard,
Kraichtal,
Kronau,
Oberhausen-Rheinhausen,
Östringen,
Philippsburg,
Ubstadt-Weiher und
Waghäusel. Bis
1972 war Bruchsal Sitz des gleichnamigen Kreises, der durch die
Kreisreform zum 1. Januar
1973 Bestandteil des Landkreises Karlsruhe wurde.
Um das Jahr 1955 überschritt die Einwohnerzahl die 20.000-Grenze. Deshalb wurde Bruchsal bereits mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung zum 1. April 1956 zur Großen Kreisstadt erklärt. Mit den Nachbargemeinden Forst, Hambrücken und Karlsdorf-Neuthard hat Bruchsal eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Geografie
Bruchsal liegt am Rande der
Oberrheinischen Tiefebene und des
Kraichgaus an der Saalbach, einem kleinen Nebenfluss des
Rheins, der zwischen Philippsburg und Oberhausen mündet.
Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bruchsal. Sie werden im
Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum
Landkreis Karlsruhe:
Forst (Baden),
Ubstadt-Weiher,
Kraichtal,
Bretten,
Gondelsheim,
Walzbachtal,
Weingarten (Baden),
Stutensee und
Karlsdorf-Neuthard. Die zum Stadtgebiet Bruchsals gehörige unbewohnte Exklave nördlich von Karlsdorf-Neuthard grenzt an die Gemeinden
Graben-Neudorf,
Waghäusel und
Hambrücken.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Bruchsals gliedert sich in die Kernstadt und die Stadtteile Büchenau, Heidelsheim, Helmsheim, Obergrombach und Untergrombach.
Gelegentlich werden innerhalb der Kernstadt noch Wohngebiete mit eigenem Namen unterschieden, wobei deren Grenzen meist nicht genau festgelegt sind. Ferner gibt es im Stadtgebiet auch noch separat gelegene Wohnplätze, die oftmals nur aus einem oder wenigen Häusern bestehen, so etwa Langental, Rohrbacher Hof, Scheckenbronnerhof, Staighof, Talmühle und Auf dem Michaelsberg (Untergrombach).
Für die im Rahmen der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliederten Stadtteile wurde die Ortschaftsverfassung eingeführt, das heißt, die Bürger des Stadtteils (Ortschaft) wählen bei jeder Kommunalwahl ein eigenes Gremium, den Ortschaftsrat, der zu wichtigen Angelegenheiten der Ortschaft zu hören ist. Vorsitzender des Ortschaftsrates ist der Ortsvorsteher.
Geschichte
Hauptartikel:
Geschichte der Stadt Bruchsal
Religionen
Das Gebiet der Stadt Bruchsal gehörte schon seit dem Mittelalter sowohl politisch als auch kirchlich zum
Bistum Speyer und war dem
Archidiakonat der Propstei des Kollegiatstiftes zum Hl. Johannes und Hl. Guido in
Speyer unterstellt. Die
Reformation konnte somit kaum Fuß fassen und wurde schließlich durch den Bischof unterdrückt. Schon sehr früh wurde Bruchsal Sitz eines Dekanats.
1716 wurde sie sogar Sitz des gesamten Fürstbistums, als Bischof Heinrich von Rollingen, ins Bruchsaler Schloss übersiedelte und damit Bruchsal Residenzstadt wurde. Als das Fürstbistum
1803 säkularisiert wurde, blieb Bruchsal aber noch Sitz des geistlichen Territoriums bis zum Tode des Bischofs
1810. Dann wurde Bruchsal Sitz des "Generalvikariats Bruchsal", das für das gesamte rechtsrheinische Gebiet der ehemaligen Fürstbistümer Speyer, Mainz und Worms zuständig war.
1821 wurde dann das
Erzbistum Freiburg als neues Bistum für das
Großherzogtum Baden gegründet und
1827 nahm der erste Erzbischof sein Amt auf. Seither gehörte Bruchsal mit seinem gesamten Umland zu diesem Erzbistum und wurde erneut Sitz eines Dekanats. Zu ihm gehören heute 28 Pfarrgemeinden in 10 Seelsorgeeinheiten im gesamten Raum Bruchsal. Pfarrgemeinden bzw. -kirchen sind in der Kernstadt St. Peter, Stadtkirche Unserer Lieben Frau, Schlosskirche St. Damian und Hugo, St. Paul und St. Anton sowie in den Stadtteilen St. Bartholomäus Büchenau, St. Martin Obergrombach sowie St. Cosmas und Damian Untergrombach.
Nach der Säkularisation 1803 wurde in Bruchsal auch eine evangelische Gemeinde gegründet, die sich in der Folgezeit stets vergrößerte (1825 erst 584, 1900 bereits 3.720 Glieder) und 1928 in eine Nord- und eine Südgemeinde geteilt wurde. Für beide Gemeinden wurde 1935/36 die Lutherkirche erbaut, welche im 2. Weltkrieg zerstört und 1950 wieder aufgebaut wurde. Nach dem Krieg entstand mit der Paul-Gerhardt-Kirche eine weitere evangelische Kirche. Die Stadtteile Heidelsheim und Helmsheim waren wegen ihrer Zugehörigkeit zur Kurpfalz bzw. zu Baden früh protestantisch geworden, während die Stadtteile Büchenau, Obergrombach und Untergrombach als Teil des Bistums Speyer überwiegend katholisch blieben. Erst in jüngster Zeit sind auch in diesen Stadtteilen Protestanten zugezogen. Dies führte zur Gründung der Christusgemeinde für die Stadtteile Ober- und Untergrombach. Die Protestanten Büchenaus gehören nach wie vor zur Nachbargemeinde Staffort (Stadt Stutensee). Gehörten die Protestanten im Raum Bruchsal nach 1806 zunächst noch zum Dekanat Bretten, so wurde Bruchsal später Sitz eines eigenen Dekanats, aus dem der heutige Kirchenbezirk Karlsruhe-Land mit Sitz in Bruchsal hervorging. Zu ihm gehören heute 26 Kirchengemeinden im gesamten nördlichen Landkreis Karlsruhe. Im Stadtgebiet Bruchsal gibt es somit folgende evangelische Kirchen: Lutherkirche und Paul-Gerhardt-Kirche in der Kernstadt sowie Evangelische Kirche Heidelsheim, Evangelische Kirche Helmsheim und Christuskirche Untergrombach in den Stadtteilen.
Neben den beiden großen christlichen Kirchen bestehen in Bruchsal auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen, darunter eine Evangelisch-Methodistische Gemeinde (Methodisten) und eine Adventisten-Gemeinde sowie die FeG-nahe Christliche Gemeinde Bruchsal. Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Bruchsal vertreten.
Eingemeindungen
In die Stadt Bruchsal wurden folgende Städte und Gemeinden eingegliedert. Sie gehörten vor der Kreisreform 1973 alle zum Landkreis Bruchsal.
- 1. Juli 1971: Stadt Obergrombach und Gemeinde Untergrombach
- 1. Juli 1972: Gemeinden Büchenau und Helmsheim
- 1. Oktober 1974: Stadt Heidelsheim
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzung oder Volkszählungsergebnisse (¹) sowie amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur
Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
Politik
Bruchsal untersteht als
Große Kreisstadt der Fachaufsicht des
Regierungspräsidiums Karlsruhe, was sonst nur
Kreisfreie Städte tun. Dem
Landkreis Karlsruhe, dem Bruchsal angehört, obliegt daher nur die Rechtsaufsicht.
Gemeinderat
Der
Gemeinderat der Stadt Bruchsal hat seit der letzten Kommunalwahl vom 13. Juni
2004 insgesamt 39 Mitglieder (zuvor 36), die den Titel Stadträtin oder Stadtrat führen. Die Wahl erbrachte folgende Ergebnis:
- CDU 43,1% (-1,6) - 18 Sitze (=)
- SPD 19,9% (+0,3) - 8 Sitze (+1)
- FW 18,4% (-7,9) - 6 Sitze (-3)
- GRÜNE/Neue Köpfe 10,3% (+5,7) - 4 Sitze (+3)
- FDP/DVP 8,3% (+4,4) - 3 Sitze (+2)
- Andere 0,0% (-0,9) - 0 Sitze (=)
Stadtoberhäupter
Stadtoberhaupt ist der Bürgermeister, seit
1. April 1956 Oberbürgermeister, der von der Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt wird. Sein ständiger Vertreter ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.
Bürgermeister und Oberbürgermeister
- 1945-1963: Prof. Franz Bläsi, Bürgermeister, ab 1. April 1956 Oberbürgermeister
- 1964-1985: Dr. Adolf Bieringer, Oberbürgermeister
- 1985-: Bernd Doll, Oberbürgermeister
Wappen
Das
Wappen der Stadt Bruchsal zeigt in Blau ein durchgehendes, geschliffenes silbernes Kreuz, im rechten Obereck eine silberne Kugel. Die Stadtfarben sind weiß-blau. Das Wappen wird schon seit vielen Jahrhunderte geführt, es symbolisiert die Speyerische Kreuz, da die Stadt Bruchsal bis
1803 Residenzstadt des Fürstbistums Speyer war. Die Kugel ist möglicherweise durch ein Versehen in das Wappen aufgenommen worden, indem bei älteren Abbildungen ein Gravurfehler als Punkt oder Kugel interpretiert wurde. Im Volksmund wird sie gelegentlich auch als „Schandfleck“ der Stadt gedeutet.
Städtepartnerschaften
Bruchsal unterhält mit folgenden Städten
Städtepartnerschaften:
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
S-Bahn RheinNeckar Netzplan Kraichgau.png]]
Bruchsal ist über die Autobahn
A 5 (
Karlsruhe -
Frankfurt) (Anschlussstelle Bruchsal) zu erreichen. Ferner führen durch das Stadtgebiet die Bundesstraßen
B 3 (Karlsruhe -
Heidelberg) und
B 35 (
Bretten -
Germersheim).
Der Bahnhof Bruchsal liegt am Schnittpunkt der Bahnstrecken Karlsruhe - Heidelberg bzw. Mühlacker - Germersheim.
Hier verkehren auch die S-Bahn-Linien S 3 (Karlsruhe - Heidelberg - Speyer) und S 4 (Bruchsal - Heidelberg - Speyer) der S-Bahn RheinNeckar, sowie die Stadtbahn-Linien S 31 (Karlsruhe - Bruchsal - Odenheim), S 32 (Karlsruhe - Bruchsal - Menzingen) und S 9 (Bruchsal - Bretten - Mühlacker) der Stadtbahn Karlsruhe. Auch die meisten Bruchsaler Stadtteile liegen an den genannten Stadtbahnlinien. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen ferner zahlreiche Buslinien. Im Bereich Bruchsal gelten die Tarifbestimmungen des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV), nördlich von Bad Schönborn die des Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).
Medien
In Bruchsal erscheint als
Tageszeitung die Bruchsaler Rundschau, eine Lokalausgabe der in Karlsruhe erscheinenden
Badischen Neuesten Nachrichten.
Das Stadtmagazin WILLI erscheint monatlich und wird auch als Online-Version mit Artikel-Archiv herausgegeben. Das Magazin ist auch als pdf online und kostenlos downloadbar.
Die Stadtinfoplattform Bruchsal-XL bietet Fakten, Berichte und aktuelle Informationen zum Geschehen in der Stadt und der Region.
Über Kabelfernsehen Kanal S14 sendet das Bruchsal-Magazin BM-TV wöchentlich Fernsehberichte von Ereignissen aus Bruchsal und der Region. Diese TV-Berichte sind als Internet-TV parallel auch über die Stadtinfoplattform Bruchsal-XL.de anzusehen. Es gibt auch ein Online-Archiv.
Ferner gibt es das kostenlose Bruchsaler Wochenblatt sowie den Kurier, das kostenlose Werbeblatt der Badischen Neuesten Nachrichten.
Behörden und Gerichte
Bruchsal ist Sitz eines
Amtsgerichts, das zum
Landgerichtsbezirk Karlsruhe gehört. Ferner gibt es hier ein
Finanzamt. Die Stadt ist Sitz des Kirchenbezirks Karlsruhe-Land der
Evangelischen Landeskirche in Baden und des Dekanats Bruchsal des
Erzbistums Freiburg.
Bruchsal ist auch Sitz des Ernährungszentrums Mittlerer Oberrhein (eröffnet 1997), eines von vier solcher Zentren in Baden-Württemberg. Dieses ist dem Landratsamt Karlsruhe, das auch eine Außenstelle in Bruchsal unterhält, in dessen Funktion als Untere Landwirtschaftsbehörde angegliedert. Außerdem hat mit der BPA Bruchsal eine von fünf Bereitschaftspolizeiabteilungen in Baden-Württemberg ihren Sitz in der Stadt.
Bildung
In Bruchsal befindet sich eine der ersten privaten deutschen Hochschulen, die
International University in Germany. Diese Hochschule ist in der ehemaligen Dragonerkaserne untergebracht (Kasernenstraße). Ferner befindet sich in Bruchsal die
Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg, die dem
Innenministerium Baden-Württemberg untersteht. Sie ist für die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen sowie der Helfer des Katastrophenschutzes zuständig.
Bruchsal ist außerdem Sitz der Musik- und Kunstschule Buchsal, aus der unter anderen das Jazz Orchester Bruchsal (JOB) hervorgegangen ist.
Daneben gibt es in Bruchsal das breit gefächerte Angebot an allgemeinbildenden Schulen, darunter das Justus-Knecht-Gymnasium, das Schönborn-Gymnasium und das private Gymnasium St. Paulusheim sowie die Albert-Schweitzer-Realschule (alle in der Bruchsaler Kernstadt). An Grund- und Hauptschulen gibt es die Burgschule (Obergrombach), die Dietrich-Bonhoeffer-Schule, die Johann-Peter-Hebel-Schule (beim Schlossgarten), die Joss-Fritz-Schule (Untergrombach), die Konrad-Adenauer-Schule (Südstadt)und die Stirumschule (Stadtmitte), ferner jeweils eine selbständige Grundschule in den Stadtteilen Büchenau und Helmsheim.
An Sonderschulen bestehen die Pestalozzischule (Förderschule) sowie in Trägerschaft des Landkreises Karlsruhe die Karl-Berberich-Schule für geistig Behinderte. Der Landkreis ist auch Träger der vier beruflichen Schulen in Bruchsal, nämlich der Balthasar-Neumann-Schule I, der Balthasar-Neumann-Schule II (beides Gewerbliche Schulen), der Handelslehranstalt (Kaufmännische Schule) und der Käthe-Kollwitz-Schule (Hauswirtschaftliche Schule).
Die Abendrealschule Bruchsal und die drei Privatschulen Krankenpflegeschule an der Fürst-Stirum-Klinik Bruchsal und die Fachschule für Sozialpädagogik St. Maria runden das Schulangebot in Bruchsal ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
In Bruchsal ist der Sitz der Badischen Landesbühne. Das Theater bespielt mit seinem Ensemble die Bühne im Bürgerzentrum (auf dem Gelände der ehemaligen Psycha, heute Bürgerpark), das als kulturelles Veranstaltungszentrum gewünscht ist.
Daneben besteht die Amateurtheatergruppe Die Koralle, die seit 1965 jährlich ca. zwei bis vier klassische und moderne Stücke aufführt. Das Sommerstück wird traditionell als "Freilicht" und am Belvedere im Stadtgarten aufgeführt.
Kleinkunst
Im Schlachthof Bruchsal (Württemberger Straße) finden in loser Folge Kleinkunst-Events bei WILLI - die Bühne statt.
Museen
Das Badische Landesmuseum hat im Bruchsaler Schloss eine Zweigstelle, Diese beherbergt eine kunstgeschichtliche Sammlung und das Deutsche Musikautomaten Museum. In den Stadtteilen Heidelsheim und Untergrombach gibt es jeweils ein Heimatmuseum. Ferner gibt es ein Kindergartenmuseum, das Gegenstände zur Geschichte und Entwicklung des Kindergartens, wie Spiele, Puppen und Kindergartenmobiliar, zeigt. Im Damianstor beim Schloss zeigt der Kunstverein Bruchsal e.V., Das Damianstor zeitgenössische Kunst .
Bauwerke
Schloss_Bruchsal_mit_Spiegelbild.JPGDas Bruchsaler
Schloss im
barocken Stil, ehemalige
Residenz der Fürstbischöfe von Speyer, wurde ab
1720 nach Plänen des kurfürstlichen Oberbaudirektors
Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Groenesteyn errichtet. Es handelt sich im Kern um eine
Dreiflügelanlage, die auf Planungen des
kurmainzischen Oberbaudirektors
Maximilian von Welsch zurückgeht. Nach mehrfachen Planänderungen wurde das zentrale Treppenhaus durch
Balthasar Neumann errichtet, der seit
1731 die Bauleitung übernommen hatte. Es gilt gemeinhin als eine der gelungensten Lösungen einer barocken Treppenanlage. Die Schlossanlage umfasst zahlreiche Gebäudeteile, darunter das Damianstor und die Hofkirche. In den letzten Tagen des 2. Weltkriegs wurde das Schloss im Zuge der Luftangriffe auf die Stadt schwer getroffen und brannte aus; die Substanz des Treppenhauses überdauerte im Gegensatz zur Kuppel aber weitgehend die Zerstörungen. Der Mittelbau (
Corps de Logis) wurde nach längeren Diskussionen um das Ob und Wie des Wiederaufbaus bis in die 1970er Jahre hinein als Museum rekonstruiert, der Kirchenflügel hingegen modern gestaltet.
Der Belvedere war ursprünglich ein Lustschlösschen, das 1758 durch ein Schießhaus für die vom Hofstaat veranstalteten Schützenfeste ergänzt wurde. Dieses erhielt im Laufe der Zeit von der Bevölkerung den Namen Belvedere, da von hier aus ein schöner Blick auf die Stadt gegeben ist. Der Belvedere ist im Stadtgarten gelegen.
Bedeutendste Kirche der Stadt ist die Pfarrkirche St. Peter mit Grablege der letzten Fürstbischöfe von Speyer. Daneben gibt es die katholische Stadtkirche Unserer Lieben Frau und die Martin-Luther-Kirche (evangelische Hauptkirche der Stadt). Das Rathaus am Marktplatz ist ein moderner Bau aus den 1950er Jahren, der mittlerweile unter Denkmalschutz steht.
Nachtleben
Obwohl Bruchsal eine verhältnismäßig kleine Stadt ist, gibt es in Bruchsal ein ausgeprägtes Nachtleben. Diskotheken in Bruchsal sind:
- Rockfabrik
- Club Dub
- Unity Club
- A5-Discoplex
- Rölle_Palace
Parks
Der Stadtgarten beim
Belvedere wurde
1901 angelegt. Daneben gibt es den Bürgerpark beim Bürgerzentrum und allen voran natürlich der Schlossgarten, die größte Parkanlage der Stadt. Der obere Schlossgarten wurde ab
1721 zeitgleich mit dem Schloss angelegt, wohingegen der mittlere und untere Schlossgarten nie endgültig ausgebaut wurde. Er ist heute durch die Bahnlinie nach Heidelberg abgetrennt und besteht nur noch aus einer Allee.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- ca. 1470 in Untergrombach, Joß Fritz, Bauernführer, † nach 1524
- 1498, Hieronymus Bock (in Heidelsheim), deutscher Botaniker, † 1554 in Hornbach
- 1839, Justus Knecht, Theologe, Schriftsteller, † 1921 in Freiburg im Breisgau
- 1863, Walter Buch, Jurist, † 1949 in Ammersee
- 1882, Hugo Tröndle, Künstler, † 1955 in München
- 1894, Leo Kahn, Künstler, † 1983 in Safed, Israel
- 1896, Wilhelm Sauter, Maler und Zeichner, † 1948 in [Göppingen
- 1901, Emil Belzner, Schriftsteller, † 1979 in Heidelberg
- 1919, Rudolph von Behren, Politiker, † 2003 in Berlin
- 1923, Alexander Brändle, Kinderbuchautor, † 1984 in Bruchsal
- 1938, in Untergrombach, Franz Alt, Journalist und Autor
- 1949, Brigitte Mohnhaupt, RAF Terroristin
- 1971, Thomas Hellriegel, Triathlet (Langdistanz)
- 1972, Roman Rossa, deutscher Schauspieler
- 1974, Anke Huber, Tennisspielerin
- 1977, Christian Kritzer, Fussballpieler
Sonstige mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten
Ferner lebten der Pfarrer und Geistliche Rat
Karl Robert Stöckle (* 18. Januar 1877 in
Pforzheim, † 17. August 1954 in Bruchsal), der viele Jahrzehnte, von 1905 bis 1951, an der St. Peter-Kirche wirkte, und sein Bruder
Ottfried Waldemar Stöckle (* 18. Mai 1882 in Pforzheim, † 9. Juni 1950 in Bruchsal), ein Zeichner und Glasmaler (Söhne des Schriftstellers
Joseph Stöckle), sowie der Künstler
Karl Geitz († 1980) in Bruchsal.
Literatur
- Thomas Adam: Kleine Geschichte der Stadt Bruchsal (Reihe „Regionalgeschichte – fundiert und kompakt“), Karlsruhe, G. Braun Buchverlag 2006. ISBN 3-7650-8339-9. 256 Seiten mit 46 Abbildungen.
- Badisches Städtebuch; Band IV 2. Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart, 1959.
- Anton Heuchemer: Zeit der Drangsal. Die katholischen Pfarreien Bruchsals im Dritten Reich. Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Stadt Bruchsal. Bruchsam, Druckerei K.W. Dörr, 1990.
- Hubert Krins u a: Brücke, Mühle und Fabrik. Technische Kulturdenkmale in Ba-Wü. Theiss, Stuttgart. Bd. 2 Industriearchäologie. Hrsg. Landesmuseum f Technik u Arbeit, Mannheim. 1991. ISBN 3-8062-0841-7 . S. 33 zum Schlachthof, Tafel 12. Ein Denkmal für Backstein-Industriearchtiektur.
Weblinks
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