Die Bruchmechanik befasst sich mit dem Versagen rissbehafteter Bauteile bzw. der Ausbreitung von Rissen unter statischen und dynamischen Belastungen. Sie beinhaltet Elemente der Werkstoffkunde, der Elastomechanik und der Plastomechanik.
Geschichte
In den
30er und
40er Jahren des
20. Jahrhunderts kam es zu einer Häufung von katastrophalen Schäden durch
Sprödbruch an großen
geschweißten Stahlkonstruktionen, wie
Schiffen und
Brücken. Aus der Untersuchung dieser Schäden entwickelte sich eine eigenständige Fachrichtung, deren Gegenstand das Verhalten rissbehafteter Körper ist. Die Bruchmechanik erlebte insbesondere im Zusammenhang mit der Auslegung
kerntechnischer Komponenten in den
1970er Jahren einen rasche Weiterentwicklung.
Systematik
Allen bruchmechanischen
Konzepten ist gemeinsam, dass eine bereits vorhandene Fehlstelle (
Riss) im Bauteil unterstellt wird. Diese kann infolge des Herstellprozesses als
Lunker,
Einschluss,
Spannungsriss o. ä. entstanden sein oder erst im Einsatz, z. B. bei
zyklischer Beanspruchung gebildet werden. Ausgehend von Annahmen bzgl. der Geometrie und Beanspruchung dieser Fehlstelle, werden über ein
Zähigkeitsmaß Bedingungen formuliert, unter denen es zu einem unzulässigen
Risswachstum bis hin zum
Bruch kommt. Die Aussagesicherheit der klassischen
Festigkeitsrechnung soll somit erhöht werden. Folgende Bruchmechanikkonzepte sind bekannt:
Literatur
- Anderson, T.L., Fracture Mechanics; Fundamentals and Applications, CRC Press, Boca Raton 1995
- Gross, D. und Seelig, Th., Bruchmechanik mit einer Einführung in die Mikromechanik, Springer, Berlin 2001
Siehe auch
Festigkeitslehre | Werkstoffkunde
Fracture mechanics | Механика разрушения твёрдых тел | 断裂力学