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Unter Brownianismus versteht man das medizinische Körper- und Krankheitskonzept des schottischen Arztes John Brown (1735-1788), das um 1800 in ganz Europa dank seiner Einfachheit sehr populär war. Brown greift darin die Irritabilitätslehre Albrecht von Hallers auf und verarbeitet Einflüsse seines Lehrers William Cullen.

Der Brownianismus sieht als grundlegende Körpereigenschaft des Menschen dessen "Erregbarkeit", die beim Gesundheitszustand mittelmäßig ausgeprägt ist. Bei übermäßiger Erregbarkeit oder aber mangelhafter Erregbarkeit wird der Mensch krank. Der Tod tritt ein, wenn die Erregbarkeit zu hoch oder aber zu niedrig wird. Alle Krankheiten lassen sich zwischen diesen beiden Extremen einordnen. Krankheiten, die auf übermäßige Erregbarkeit zurückzuführen sind, nennt er sthenische Krankheiten, die auf mangelhafte Erregbarkeit begründeten asthenisch.

Daraus ergeben sich zwei Therapieformen: Entweder die Erregbarkeit des erkrankten Menschen muss erhöht werden, etwa durch Einnahme von Alkohol oder Opium, oder sie muss gesenkt werden.

Durch die bestechende Einfachheit des Konzeptes war der Brownianismus um 1800 in Europa sehr populär. Die Bedeutung des Konzeptes zeigt sich u.a. daran, dass es an deutschen Universitäten zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des Brownianismus kam.

Medizingeschichte

 

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