Das Brotbrechen ist eine alte Sitte im Nahen Osten zu Beginn einer Mahlzeit. Zuweilen wird es deswegen auch mit dem Essen selbst gleichgesetzt. Im christlichen Kontext ist es wie das Handauflegen oder das Zungenreden außerdem eine frühchristliche gemeinschaftlich-festliche Handlung, welche ursprünglich von Jesus stammt.
Es gibt begriffliche Überschneidungen zum Abendmahl als Gedächtnismahl. Zwar ist nicht jedes biblische Brotbrechen Abendmahl, aber das Wort Brotbrechen wird in einigen christlichen Freikirchen durchaus als Synonym für das Abendmahl verwendet.
In der hebräischen Bibel bzw. dem Alten Testament ist dies ein gängiger Brauch:
Brotbrechen ist dabei nicht nur Gemeinschaft bildend, es ist auch Segen stiftend, denn über das Brot wird ein Segen gesprochen (hebräisch: Broche). Wer das Stück Brot bekommen hat, hat Anteil an dem Segen, gehört also gewissermaßen in die Segensgemeinschaft (hbr.:Havura).
Zwischen dem segnenden Brotbrechen und dem jüdischen Kiddusch-Fest gibt es Ähnlichkeiten. Brotbrechen ist eine typische Handlung im Zusammenhang mit dem Seder- und Passahfest.
Das Brotbrechen war eine typische rituelle Geste Jesu. Es gab sie schon vor der Jerusalemer Zeit. In Mt. 15, 36 (Brote und Fische) heißt es: "und er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte und brach sie und gab sie seinen Jüngern;..." (vgl.: Mk 8,6; Mt. 14,19; Lk. 9,16)
Auch beim besonderen Abendmahl Jesu am Vorabend des Passahfestes, als er verraten wurde, brach er das Brot. Die Emmausjünger, die nicht zu den Zwölf Aposteln gehörten, also wohl nicht beim letzten Abendmahl dabei waren, erkannten ihren Herrn am Brotbrechen (Lk 24, 30 + 35).
Eindeutig auf das Herrenmahl beziehen sich (neben den Passionsgeschichten der Evangelien: Mt 26,17-29, Mk 14, 12-25, Lk 22,14-20) die Stellen aus 1.Kor 10+11: 1.Kor 10,16: "Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?" und die Einsetzungsworte 1. Kor 11,23-26. Fractio-panis1.JPG Das Abendmahl mit Konsekration und den Einsetzungsworten (...Dies ist mein Leib...) ist in der Regel in den großen Kirchen heute kein gemeinschaftliches Brotbrechen mehr, sondern vollzieht sich nach einer vorgeschriebenen Liturgie und meist bricht (Fraktion) nur der Pfarrer oder Priester das Brot am Altar.
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