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Die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) mit Sitz in Köln, eine Tochtergesellschaft der Fa. Lenz & Co, gründete am 22. Januar 1896 die Brohlthal-Eisenbahn-Gesellschaft, Köln.

Daten


  • Strecke Brohl – Engeln mit Zahnstangenabschnitt, Eröffnung 14. Januar 1901, Länge 17,5 km.
  • Strecke Engeln – Weibern Gbf., Eröffnung 1. Mai 1902, Länge 1 km.
  • Strecke Weibern Gbf. – Kempenich, Eröffnung 2. Januar 1902, Länge 5,1 km.
  • Spurweite 1.000 mm (Meterspur), vom Umlade Bf. Brohl bis zum Hafen zusätzlich 1.435 mm als Dreischienengleis.
  • Streckenlänge bis 1. Oktober 1974: 23,83 km, z.Zt. noch 17,75 km bis Engeln (Prellbock 1)

Besitzverhältnisse


Die Bahn blieb bis 1921 mit 100 % des Aktienkapitals im Besitz der Westdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft. 1921 trennte sich die WEG vollständig von dieser Bahnbeteiligung. Neue Aktionäre wurden die Kreise Ahrweiler, Mayen und Adenau mit zusammen 55 % und eine Reihe von Industriebetrieben des Einzugbereichs. Ab 1954 wurde die Bahn als GmbH geführt und kam mit 72 % in den Besitz der Landkreise Ahrweiler und Mayen-Koblenz. 1991 schied der Kreis Mayen-Koblenz aus.

Bahnbau


Die Brohlthal Eisenbahn-Gesellschaft erhielt am 19. August 1896 die Konzession zum Bau einer Schmalspureisenbahn (1.000 mm) für den Personen- und Güterverkehr von Brohl am Rhein durch das Brohltal nach Oberzissen und weiter nach Kempenich. Am 12. November 1897 erhielt sie auch das Recht auf einen Anschluss an den Winterhafen in Brohl. Zu ihren Transportaufgaben gehörten die Abfuhr von Trass (Mörtelzuschlag), behauenen Tuffsteinen aus den Winzer Steinbrüchen, Phonolith als Zuschlagstoff zur Glaserzeugung vom Schellkopf in Brenk, Lava (Bimsstein) und Basaltschotter. Außerdem diente sie der Abfuhr der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ihres Einzugbereichs und der Zufuhr von Kohlen für die Industrie des Brohltals und Dünger für die Landwirtschaft.

Nach dem Grunderwerb begann im Frühjahr 1898 der Bau der Bahnstrecke. Sie führt im Brohltal über Burgbrohl und Weiler bis Oberzissen (km 11,96). Hier begann eine Zahnstangenstrecke (System Abt, 2 Lamellen für die Steigung von 1:20) mit einer Länge von ca 5,5 km über Brenk nach Engeln. Die restliche ca. 6 km lange Strecke über Weibern bis Kempenich wurde wieder als Adhäsionsbahn betrieben. Die Werkstatt und ein Lokomotivschuppen befinden sich in Brohl.

Die Strecke Brohl – Engeln konnte am 14. Januar 1901 eröffnet werden. Am 1. Mai folgte das kurze Streckenstück bis Weibern. Ein Jahr später, am 2. Januar 1902, wurde die restliche Strecke bis Kempenich in Betrieb genommen.

Bahnbetrieb


Für den Fahrbetrieb standen anfangs vier, später fünf Zahnradlokomotiven zur Verfügung, die auch auf der Reibungsstrecke eingesetzt werden konnten. Für die Talstrecke wurden reine Adhäsionsmaschinen angeschafft. Als sich nach dem Ersten Weltkrieg bei einigen Privatbahnen und auch der Reichsbahn zeigte, dass für Steilstrecken wie im Brohltal auch schwere Adhäsionslokomotiven ausreichten, schaffte auch die Brohltalbahn solche Maschinen an und stellte 1934 den Zahnradbetrieb ein und baute die Zahnstange ab. Für den Personenverkehr wurden 1926 Triebwagen angeschafft, die auch die Steilstrecke problemlos befahren konnten.

Unfall von 1907

Am 31. Oktober 1907 ereignete sich auf dem Viadukt bei Oberzissen ein schwerer Unfall. Ein ungebremst zu Tal fahrender Güterzug mit Personenbeförderung (GmP) entgleiste und stürzte den Bahndamm hinab. Neben einigen leichter verletzten Reisenden waren 6 Schwerverletzte und 5 Tote zu beklagen.

Bahnbetrieb nach dem 2. Weltkrieg


Der Personenzugverkehr musste mangels Rentabilität und fehlender Fahrzeuge - nach Unfällen und Verschleiß der Triebwagen - am 30. September 1961 eingestellt werden. Da die Bahn seit 1927 ein umfangreiches Busnetz unterhielt, übernahmen die Busse diesen Verkehr. Auch der Güterverkehr wanderte wie überall immer mehr auf die Straße ab, sodass die Strecke von Engeln bis Kempenich am 1. Oktober 1974 stillgelegt und 1976 abgebaut wurde. Normalspur Güterwagen wurden anfangs mit Rollböcken und ab 1928 nur noch mit Rollwagen befördert. Dieser Verkehr wurde 1978 eingestellt. Mit dem einzigen bei der Bahn verbliebenen Personenwagen VB 50, einem ehemaligen Triebwagen, und einer Diesellokomotive startete die Brohltalbahn am 25. März 1977 den „Vulkan-Express“ für romantische Fahrten durch das Tal und auf die Eifelhöhen bis nach Engeln.

Heutige Situation


In den letzten Jahren blieb der Bahn nur noch die Abfuhr von Phonolith ab Brenk zum Hafen und der Museumsbahnverkehr mit Triebwagen, Dampf- und Diesellokomotiven. Unterstützt wurde die Gesellschaft dabei durch die 1987 von über 100 Eisenbahninteressenten gegründete Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn (IBS).

Diese restaurierte den Wagen Nr. 50, erwarb 1990 zwei polnische schmalspurige Schlepptender-Lokomotiven und einige gebrauchte Personenwagen für den Museumsbetrieb.

Streckenbeschreibungen


Strecke Brohl - Engeln - Kempenich

Die landschaftlich reizvolle Bahnstrecke besitzt in ihrem Verlauf einige bauliche Besonderheiten. Zu ihnen gehören zwei gemauerte Viadukte bei Tönisstein und Oberzissen, verschiedene Kastenbrücken, sowie ein Tunnel von 97,00 m Länge bei Tönisstein. Zwischen Oberzissen und Engeln überwindet die Bahn eine Steilrampe mit einer Steigung von 1:20. Dieser Streckenabschnitt gehört zu den steilsten Adhäsionsstrecken mit 1000 mm Spurweite in Deutschland, und wird seit 1934 ohne Zahnstange betrieben. Brohltalbahn02.jpg | Bf._Kempenich.jpg

* km Ort Station M. ü. NN Bemerkungen
0,00 Brohl B.E. Bf 66,60 Betriebswerk und Rangierbahnhof
2,95 Schweppenburg Gbf 97,70
3,27 Schweppenburg - Heilbrunnen Hp 99,00
4,23 Bad Tönisstein Hp 121,63 Schreibweise bis ca. 1914 Bad Tönnisstein
5,54 Burgbrohl Bf 149,05
7,38 Weiler B. E. Bf & Gbf 166,30 - 164,60
10,19 Niederzissen Bf 199,00
11,96 Oberzissen Bf 230,25
15,79 Brenk Bf 391,00
17,51 Engeln Bf 465,00
17,75 Engeln 465,00 seit 1974 Streckenende am Prellbock 1
18,75 Weibern Gbf 442,30
20,28 Weibern Hp 418,00
23,83 Kempenich Bf 438,33

Gleisverbindung vom Personenbahnhof zum Rheinhafen

Die aus Richtung Kempenich in Brohl ankommenden Züge biegen nach rechts in das Rheintal ein, wo etwas über der Talsohle der Personenbahnhof der Brohltalbahn am Hang des Dicktberges als Kopfbahnhof liegt. Auf der Fahrt zum Rhein hin müssen die Bundesbahnstrecke und die damalige Provinzialstraße Bonn – Koblenz, heute B 9, überquert werden. Wegen der Nähe zur Ortschaft Brohl ist dies nur mit Sägefahrten möglich. Nach dem Wechsel der Fahrtrichtung im Personenbahnhof und Überquerung der Bahnstrecke auf einer Brücke erreichten die Züge nach einem zweiten Richtungswechsel den sogenannten Umladebahnhof. Hier konnten die Transportgüter in Normalspurwagen und auf Straßenfahrzeuge umgeschlagen werden. Außerdem konnten über eine Rollwagengrube Normalspurwagen abgegeben oder übernommen werden. Eine Schiebebühne über sechs Gleise erleichtete die Arbeiten. Nach einem erneuten Richtungswechsel überquerten die Züge vorbei am 6-ständigen Lokschuppen die Provinzialstraße und fuhren an deren Rand entlang zum Brohler Winterhafen. Diese Gleisverbindung zum Hafen wurde 1904 fertiggestellt und wurde 1933 dreischienig ausgebaut. Hier konnte mittels Kran und Sturzbühne der Schiffsumschlag erfolgen. Diese Strecke hat eine Länge von 1,95 km.

Lokomotivbestand heute


Brohltalbahn01.jpg | BEG_Lok_D3.jpg

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Nr. Bauart Hersteller bei BEG
seit
heute
Dampflokomotiven
11smBBn4vtHumbold 1906/3481906wartet auf HU
V Dh2Chrzanow 1955/32361990HU
VIDh2Chrzanow 1955/32471990abgestellt
Triebwagen
VB 50 DWK 1926/861926Umbau aus VT 50
'''Diesellokomotiven
D 1C O & K, 1965/265281965HU
D 2C O & K, 1965/265291965betriebsfähig
D 3 CO & K, 1966/266231967z-gestellt
D 4 B BMaK, 1958/4010291972verkauft an RhB

frühere Triebfahrzeuge



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Nr. Bauart Hersteller bei BEG
seit
Verbleib
Zahnradlokomotiven
Z 1C1/bn4tEsslingen 1900/30251900+1931
Z 2C1/bn4tEsslingen 1900/30261900+1928
Z 3B/an2tWinterthur 1898/12171900+1922
Z 4B/an2tWinterthur 1898/12181900+1922
Z 5C1/bn4tEsslingen 1913/36821913+1934
Adhäsionslokomotiven
10 smBBn4vtHumbold 1904/2361905+1934
12 smBBn4vtHumbold 1920/14741920+1964
I Eh2tKrauss 1930/84881930+1965
II CCh4vtHanomag 1928/105701934+1957ex Albtalbahn
III Eh2tJung 1951/115021957+1966ex Nassau.Kl.B.
IV Dh2tKrauss 1927/83991940+1966ex Staatliche Waldbahn
Ruhpolding - Reit im Winkl
G 31Cn2Krauss 1914/69781924+1957
G 41Cn2Krauss 1914/697919241937an Kerkerbach-B.
Triebwagen
50 DWK 1925/861925-1937Umbau in VB 50
51 DWK 1927/1201935+1964ex KBE
52 DWK 1927/1211937+1962ex KBE
53 Fuchs 1956/90531989 ex Württb.EG

Literatur


  • Jakubowski, Joachim: Die Chronik der Brohltalbahn, 200 Seiten, Verlag Kersting, Niederkassel-Mondorf, 1992
  • Wolff, Gerd: 90 Jahre Brohltal-Eisenbahn, 48 Seiten, EK-Verlag, Freiburg, 1991

Weblinks


Bahnstrecke in Rheinland-Pfalz | Schmalspurbahn | Spurweite 1000 mm

 

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