Postduif.jpg Brieftauben sind Tauben, die dazu verwendet werden, Nachrichten zu übermitteln; sie kennzeichneten die Anfänge der Flugpost. Zu diesem Zwecke müssen Tauben, die gewöhnlich am geplanten Zielort der Nachrichten gehalten werden, von dort zunächst anhand eines anderen Transportmittels an den geplanten Absendeort transportiert werden; dort müssen sie bis zu ihrem Einsatz in Gefangenschaft gehalten werden. Will man nun eine Nachricht schicken, so werden ihnen kleine Objekte (meistens zusammengerollte Zettel) an ihren Fuß gebunden, und man lässt sie frei fliegen. Daraufhin versuchen sie, zu ihrem angewöhnten Ort zurückzukehren. An diesem wird die Brieftaube empfangen und die Nachricht wurde somit übermittelt. Eine wirklich eindeutige und belegte Erklärung, wie das Heimfindevermögen der Brieftauben funktioniert, ist bis heute nicht gegeben. Einige Wissenschaftler glauben, dass sich das Heimfindevermögen dieser Tiere aus dem Stand der Sonne und der Sterne, durch die Magnetfelder der Erde und durch optische Anhaltspunkte zusammensetzt.
Brieftauben waren vor der Erfindung des Telegraphen praktisch die einzige Möglichkeit, vor allem militärische Informationen schneller zu transportieren als durch einen Reiter. Zudem können sie Nachrichten auch über feindliche Stellungen hinweg transportieren, ohne Aufsehen zu erregen. Die Notwendigkeit, zunächst Tauben über Land vom gewünschten Zielort herbeizuschaffen, ist dabei aber ein großes Hindernis – es mussten die möglichen Zielorte schon vor Beginn eines Militäreinsatzes festgelegt werden, und dort musste eine Taubenzucht bereits etabliert sein.
Im Lauf der Geschichte wurden Brieftauben neben dem militärischen Einsatz auch für verschiedene wirtschaftliche und andere zivile postalische Zwecke verwendet. Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts war die Blütezeit solcher Taubenpostdienste.
Heute werden Brieftauben fast ausschließlich für sportliche Wettbewerbe gehalten und gezüchtet. Oft schließen sich die Züchter zusammen in einem Taubenzüchterverein. Bei den Wettbewerben werden dann die Tauben mit einem speziellen Transporter (Kabinenexpress, auch: „Kabi“) etwa 100-1000 Kilometer vom Heimatort transportiert, um dann auf den Weg nach Hause um die Plätze zu kämpfen. Wettflüge werden dabei sowohl auf nationaler, als auch auf internationaler Ebene organisiert. Im heimatlichen Taubenschlag angekommen, werden die Ankunftszeiten der einzelnen Tiere registriert und anschließend zur Auswertung an ein Rechenzentrum übergeben. Dort werden dann die Preislisten ermittelt. Die Flugsaison reicht etwa von April bis September. In dieser Zeit nehmen die Brieftauben an bis zu 14 Preisflügen teil.
Hochburgen des Brieftaubensportes sind Belgien und die Niederlande sowie in Deutschland besonders das Ruhrgebiet und Thüringen. Hier heißen die Brieftauben auch "Rennpferde des kleinen Mannes". Dabei können wertvolle Zuchttiere durchaus mehrere tausend Euro kosten.
Es ist eine Kunst, solche blütenweiße Tauben zu züchten, die trotzdem noch so viel mit den grau-blauen Brieftaube gemeinsam haben, um zum heimischen Schlag zurückzufinden. Durch die Kreuzung verlieren die Tauben jedoch einiges an Orientierungsfähigkeit und können sich bei großen Entfernungen oder schlechten Wetterbedingungen nur noch schwer orientieren. Da das Brieftauben-Hobby für viele Züchter mit sehr viel finanziellem Aufwand verbunden ist, werden die Erträge aus der Vermietung von Hochzeitstauben oft verwendet, um wenigstens einen Teil der Unkosten für die Taubenzucht zu decken. Der Auflass von Hochzeitstauben ist je nach klimatischen Verhältnissen ab April bis Oktober möglich.
Homing pigeon | Leterkolombo | Kirjekyyhky | Pigeon voyageur | יונת דואר | 伝書鳩 | Postduif | Brevduva
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Brieftaube".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world