Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno (oder meistens einfach Eno) (* 15. Mai 1948 in Woodbridge/Suffolk) ist ein britischer Musiker.
Er begann seine Karriere als Mitbegründer von Roxy Music. Danach produzierte er eine Reihe von eigenen und immer mehr ambient-geprägten Alben. Er arbeitete auch verschiedentlich an gemeinsamen Alben mit einzelnen anderen Musikern, etwa mit Phil Manzanera, John Cale, David Bowie und Nico. Sein Album mit David Byrne (Talking Heads) mit dem Titel My Life in the Bush of Ghosts ist eines der ersten Nicht-Rap/Hip-Hop-Alben, das extensives Sampling enthält. Brian Eno ist auch der Co-Produzent des 2006 erschienenen Albums „Surprise“ von Paul Simon.
Eno beeinflusste als Produzent eine Reihe von wegweisenden Alben:
- Q: Are We Not Men? A: We Are Devo (Devo, 1978)
- Fear of Music (Talking Heads, 1979)
- Remain in Light (Talking Heads, 1980)
- The Unforgettable Fire (U2, 1984)
- The Joshua Tree (U2, 1987)
- Laid (James, 1993)
- Original Soundtracks (Passengers, 1995)
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung war er an David Bowies Berlin-Trilogie (die die Alben „Low“, „Heroes“ sowie „Lodger“ umfasst) nicht als Produzent, sondern als Mitkompositeur beteiligt – produziert wurde hier von Bowie sowie Tony Visconti. Er produzierte jedoch Bowies Album „1st Outside“ (1995) mit.
1994 wurde Eno von Mark Malamud und Erik Gavriluk angesprochen. Die beiden waren Senior-Entwickler beim Microsoft Cairo-Projekt. Eno sollte die Startmelodie für Windows 95 komponieren. Dies geschah dann ironischerweise auf seinem Apple Macintosh. Bei einem Interview mit der San Francisco Chronicle sagte er:
- Die Idee kam auf, zu der Zeit, als ich komplett von Ideen beraubt war. Ich hatte einige Zeit an meiner eigenen Musik gearbeitet und war ziemlich verloren, wirklich. Und ich war wirklich dankbar, dass jemand vorbei kam und sagte: „Hier ist ein bestimmtes Problem – Löse es.“ Das Ding von der Agentur sagte: „Wir wollen ein Musikstück, das inspirierend, universell, blah-blah, da-da-da, optimistisch, futuristisch, gefühlsvoll, emotional, * ist“, diese ganze Liste von Adjektiven, und dann unten sagte es „und es muss 3 1/4 Sekunden lang sein“. Ich dachte, dies war so lustig und eine fantastische Idee, dass ich es tatsächlich versuchte, ein kleines Musikstück zu machen. Es ist wie das Herstellen eines winzig kleinen Juwels. Vielmehr habe ich 84 Stücke komponiert. Ich bin komplett in diese Welt der winzig, winzig kleinen Musikstücke eingetaucht. Ich war so vorsichtig mit Mikrosekunden am Ende dieser Sache, dass es wirklich eine Blockade in meiner eigenen Arbeit brach. Dann, als ich dies beendet hatte und zurück zur Arbeit kam, mit Stücken, die so drei Minuten lang waren, kam es einem vor wie Ozeane voll Zeit.
1996 gehörte Brian Eno zu den Gründern der Long Now Foundation, die das Bewusstsein für die Wichtigkeit sehr langfristigen Denkens fördern will.
Eno ist Innovator in vielen Bereichen von Musik. Mit seinem Release „AMBIENT 1: Music for Airports“ hat er den Musikstil Ambient getauft und geprägt. Diesen Stil führt er bis heute fort. In letzter Zeit hat er auch an der Weiterentwicklung des Koan Musikgenerators mitgearbeitet.
Brian Eno gründete Anfang 2004 gemeinsam mit Peter Gabriel die Magnificent Union of Digitally Downloading Artists (Mudda).
Siehe auch: Elektronische Musik
Diskografie (Auswahl)
- Here Come the Warm Jets (1973);
- No Pussyfooting (1973, mit Robert Fripp)
- Taking Tiger Mountain (1974);
- Discreet Music (1975);
- Another Green World (1975)
- Evening Star (1975, mit Robert Fripp)
- 801 Live (1976, mit Simon Phillips, Phil Mazanera, Bill MacCormick, Francis Monkman und Lloyd Watson)
- Before and After Science (1977);
- Cluster & Eno (1977, mit Cluster);
- Music for Films (1978)
- After the Heat (1978, mit Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius und Konrad Plank)
- Ambient 1: Music for Airports (1978)
- From Ibiza (1979, mit Pete Sinfield);
- In A Land of Clear Colors (1979, mit Pete Sinfield)
- Ambient 2: The Plateux of Mirror (1980);
- Ambient 3: Day of Radiance (1980, mit Laraaji/Edward Gordon)
- Possible Musics (1980, mit Jon Hassell)
- My Life in the Bush of Ghosts (1981, mit David Byrne);
- Ambient 4: On Land (1982)
- Apollo: Atmospheres and Soundtracks (1983);
- More Music for Films (1983)
- Begegnungen I und II (1984/1985, mit Dieter Moebius, Hans-Joachim Roedelius und Konrad Plank)
- Hybrid (1985, mit Michael Brook und Daniel Lanois)
- Thursday Afternoon (1985);
- The Pearl (1985, mit Harold Budd)
- Wrong Way Up (1990, mit John Cale);
- Nerve Net (1992);
- The Shutov Assembly (1992);
- Neroli (1993)
- Glitterbug (1994, Soundtrack);
- Spinner (1995, mit Jah Wobble);
- Textures (1996);
- The Drop (1997)
- Music For Onmoyoji (2000, Soundtrack, mit Peter Schwalm);
- Drawn from Life (2001, mit Peter Schwalm)
- 18 Keyboard Studies (2002, mit Roger Eno);
- The Equatorial Stars (2004, mit Robert Fripp)
- Another Day on Earth (2005)
Weblinks
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