Bretzfeld ist eine Gemeinde im
Hohenlohekreis in
Baden-Württemberg. Bretzfeld nennt sich auch „Das Tor zum Hohenloher Land“.
Geografie
Gemeindegliederung
Bretzfeld besteht aus den Teilorten Adolzfurt, Bitzfeld, Brettach, Bretzfeld, Dimbach, Geddelsbach, Rappach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich, Unterheimbach, Waldbach und Weißlensburg.
Geschichte
Bretzfeld wurde als Bretesfeld erstmals
1037 urkundlich genannt. Bereits seit
1357 ist der
Weinbau im Ort nachgewiesen. Bretzfeld unterstand bis
1423 dem
Stift in
Öhringen und
1423 an die
Kurpfalz verkauft. Nach dem
bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg kam Bretzfeld
1504 an
Württemberg und wurde in das
Oberamt Weinsberg eingegliedert. Bretzfelder Bauern unter Führung des
Schultheißen
Hans Koberer waren im
Bauernkrieg am Angriff auf
Weinsberg beteiligt. Mit der Auflösung des Oberamts Weinsberg kam der Ort
1926 an das
Oberamt Öhringen (ab
1938:
Landkreis Öhringen). Die Kreisreform
1972 brachte die Zugehörigkeit zum Hohenlohekreis. 1975 wurde aus Bretzfeld und elf benachbarten Orten die neue Gemeinde Bretzfeld gebildet, die 1977 um Brettach erweitert wurde.
Religionen
1534 wurde in Bretzfeld und den meisten heute dazu gehörenden Ortsteilen die
Reformation eingeführt. Heute gibt es neben sieben
evangelisch-landeskirchlichen Gemeinden auch wieder ein
römisch-katholisches Pfarramt in Bretzfeld. Außerdem bestehen eine
Evangelische Täufergemeinde, die
Freie Christengemeinde Philadelphia sowie das dem
Mülheimer Verband (
Pfingstler) zugehörige Christliche Gemeindezentrum Schwabbach.
Eingemeindungen
- 1975: Zusammenschluss von Adolzfurt, Bitzfeld, Bretzfeld, Dimbach, Geddelsbach, Scheppach, Schwabbach, Siebeneich, Unterheimbach und Waldbach
- 1977: Brettach
Ortsteile
Adolzfurt
Adolzfurt wurde erstmals
1327 urkundlich erwähnt. Es stand damals unter Herrschaft der
Herren von Weinsberg.
1336 ging der Ort an die
Fürsten von Hohenlohe. Seit
1499 ist Weinbau im Ort nachweisbar. Als in Folge des
Reichsdeputationshauptschlusses die Hohenlohischen Lande
1806 ihre Unabhängigkeit verloren, kam auch Adolzfurt zum Königreich Württemberg. Dort wurde es dem
Oberamt Neuenstein zugeordnet und wechselte
1812 in das Oberamt Öhringen, das 1938 zum Landkreis Öhringen umbenannt wurde. Mit der Kreisreform 1972 kam Adolzfurt zum Hohenlohekreis.
Bitzfeld
Die erste urkundliche Erwähnung von Bitzfeld stammt aus dem Jahre
1255. Es unterstand der Herrschaft Weinsberg. Nach dem bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg fiel der Ort
1504 an Württemberg und wurde 1806 dem Oberamt Weinsberg zugeordnet. Mit Auflösung dieses Amtes kam Bitzfeld 1926 zum Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen]. 1972 wechselte es in den neugebildeten Hohenlohekreis. Zu Bitzfeld gehört der kleine Ort Weißlensburg.
Brettach
Brettach wurde
1376 erstmals urkundlich erwähnt. Sein Schicksal war eng mit der Burg und Gemeinde
Maienfels (heute Teil
Wüstenrots) verbunden.
1423 wurde es mit Maienfels von den Herren von Weinsberg an die
Kurpfalz verkauft.
1805 kamen beide als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses an das Königreich Württemberg und wurden erst dem Oberamt Öhringen, aber schon
1809 dem Oberamt Weinsberg zugeordnet. Mit Auflösung desselben 1926 kamen beide wieder zum Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen). Die Kreisreform 1972 schlug Maienfels der Gemeinde Wüstenrot und damit dem
Landkreis Heilbronn zu. Am 8. Dezember 1975 entschieden sich die Brettacher für die Trennung von Maienfels und Wüstenrot. Mit der Eingemeindung nach Bretzfeld zum 1. Januar
1977 wechselte Brettach in den Hohenlohekreis.
Dimbach
Dimbach wurde erstmals
1289 urkundlich erwähnt. Bis
1311, in diesem Jahr wurde auch der Weinbau erstmals erwähnt, stand der Ort unter der Herrschaft der Herren von Weinsberg und gehörte anschließend dem
Kloster Lichtenstern. Mit der Reformation fiel der Ort an Württemberg. Von
1807 bis 1926 unterstand Dimbach dem Oberamt Weinsberg und wurde nach dessen Auflösung in das Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen) übernommen. Mit der Kreisreform 1972 fiel Dimbach an den Hohenlohekreis.
Geddelsbach
Die erste urkundliche Erwähnung von Geddelsbach stammt aus dem Jahre
1337. Im
15. Jahrhundert wurde der Ort von der Familie Berler an den Grafen
Kraft von Hohenlohe verkauft. Seit
1573 ist der
Weinbau im Ort nachgewiesen. Als in Folge des Reichsdeputationshauptschlusses die Hohenlohischen Lande
1806 ihre Unabhängigkeit verloren, kam auch Geddelsbach zum Königreich Württemberg. Dort wurde es dem Oberamt Öhringen zugeordnet und wechselte 1812 in das Oberamt Weinsberg. Nach dessen Auflösung 1926 kam Geddelsbach wieder zum Oberamt Öhringen, das 1938 zum Landkreis Öhringen umbenannt wurde. Mit der Kreisreform 1972 kam Geddelsbach zum Hohenlohekreis.
Rappach
1215 wurde Rappach das erste mal urkundlich erwähnt, der Weinbau ist im Ort seit
1343 nachgewiesen. Bis
1450 unterstand der Ort den Herren von Weinsberg, die ihn dann an die Kurpfalz abtraten. Nach dem bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg kam der Ort an Württemberg. Dort wurde Rappach 1806 dem Oberamt Weinsberg zugeordnet. Als dieses 1926 aufgelöst wurde, kam der Ort zum Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen). Die Kreisreform 1972 führte zur Zugehörigkeit zum Hohenlohekreis. In den
1980er-Jahren wurde mit das Neubaugebiet Steinsfeld errichtet, dessen Name auf den untergegangenen Ort Steinfurt Bezug nimmt, der bis in das
16. Jahrhundert hier belegen gewesen sein soll.
Scheppach
Scheppachs erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre
1257. Es war damals im Besitz des
Heiligen Römischen Reiches. Seit
1407 unterstand die Gemeinde den Herren von Weinsberg, um bereits
1423 an die Kurpfalz zu gehen.
1449 wurde Scheppach im so genannten
Städtekrieg stark zerstört. Der bayerisch-pfälzische Erbfolgekrieg führte
1504 zum Übergang des Ortes an Württemberg. Wein wurde in Scheppach vom
16. Jahrhundert bis in die
1950er-Jahre angebaut. Mit der kommunalen Neugliederung Württembergs Anfang des
19. Jahrhunderts kam Scheppach zum Oberamt Weinsberg. Als dieses 1926 aufgelöst wurde, kam es zum Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen). Die Kreisreform 1972 führte zur Zugehörigkeit zum Hohenlohekreis.
Schwabbach
Erstmals
1037 wurde Schwabbach urkundlich genannt. Es unterstand den Herren von Weinsberg, die es
1446 an die Kurpfalz verkauften. Aufgrund der Folgen des bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieges kam der Ort 1504 an Württemberg. Im Bauernkrieg beteiligten sich Schwabbacher Bauern
1525 unter Führung ihres Schultheißen
Dionysius Schmid am erfolgreichen Sturm auf Weinsberg. Der Weinbau ist seit
1528 belegt und noch heute wichtiger Wirtschaftsfaktor des Ortes. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Ort dem Oberamt Weinsberg zugeordnet. Nach dessen Auflösung 1926 kam Schwabbach zum Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen). Die Kreisreform 1972 ordnete den Ort dem neuen Hohenlohekreis zu.
Siebeneich
Siebeneich wird
1335 erstmals urkundlich erwähnt. Die Siedlung war bis
1836 ein Ortsteil von Schwabbach (siehe dort) und wurde erst dann selbständig. Es wurde dem Oberamt Weinsberg zugeteilt. Nach dessen Auflösung kam das kleine Dorf zum Oberamt Öhringen (ab 1938: Landkreis Öhringen). 1972 erfolgte der Wechsel in den neugebildeten Hohenlohekreis. Noch heute ist dieser Ortsteil vom Weinbau, der seit
1335 bezeugt ist, sowie dem Obstbau geprägt.
Unterheimbach
Von
1300 stammt die erste urkundliche Erwähnung Unterheimbachs. Es unterstand lange den Herren von
Heinberg, fiel aber wohl bereits im
16. Jahrhundert an die Grafen von Hohenlohe. Seit dieser Zeit ist auch der Weinbau, der noch heute eine bedeutende Rolle spielt, nachgewiesen. Als die Unabhängigkeit der Hohenloher 1806 aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses endete, kam auch Unterheimbach zum Königreich Württemberg und dort zuerst an das Oberamt Öhringen, aus dem es
1811 ausgegliedert und dem Oberamt Weinsberg zugeordnet wurde. Mit dessen Auflösung 1926 folgte die Rückgliederung an das Öhringer Oberamt (ab 1938: Landkreis Öhringen. Die Kreisreform 1972 führte zur Zugehörigkeit zum Hohenlohekreis.
Waldbach
Waldbach wurde
1265 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte damals zur
Grafschaft Löwenstein.
1375 gelangte es in
habsburgischen Besitz. Die Habsburger tauschten – zum Zwecke der Gebietsbereinigung – den Ort
1387 mit
Hohenlohe gegen
Gerabronn.
1450 fiel der Ort an die Kurpfalz, die ihn
1504 nach dem bayerisch-pfälzischen Erbfolgekrieg an Württemberg abtreten musste, wo es seit
1534 dem Klosteroberamt Lichtenstern angehörte. Im Bauernkrieg wurde Waldbach 1525 vom
Hellen Haufen geplündert. Der Bauernführer
Ulrich Metzger stammte aus Waldbach. Seit
1807 war Waldbach dem Oberamt Weinsberg unterstellt. Nach dessen Auflösung 1926 kam es zum Oberamt Öhringen (seit 1938: Landkreis Öhringen), um 1972 dem neugebildeten Hohenlohekreis zuzufallen.
Politik
Gemeinderat
(Wahl am
13. Juni 2004; 25 statt 27 Sitze):
- CDU 42,1% (+4,1) - 11 Sitze (+1)
- FWG 34,1% (-5,9) - 8 Sitze (-3)
- SPD/Unabhängige 23,8% (+1,6) - 6 Sitze (± 0)
Gemeindepartnerschaften
Seit
1989 besteht eine Partnerschaft mit
Budaörs,
Ungarn. Mit der Gemeinde
Pretzfeld im
Landkreis Forchheim (
Bayern) besteht eine Gemeindefreundschaft.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
In Bretzfeld gibt es seit
1996 das Budaörser Heimatmuseum Bretzfeld, in dem
Heimatvertriebene aus dem Ort in Ungarn an ihre frühere Heimat erinnern.
Bauwerke
Die Kirche von Rappach ist im
15. Jahrhundert durch Umbau eines alten Wehrturms entstanden. Sie enthält sehenswerte Fresken aus dieser Zeit. Die Kilianskirche in Waldbach verfügt über eine sehenswerte
Barockdecke.
Wirtschaft und Infrastruktur
Weinbau
Bretzfeld ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Lindelberg im Bereich Württembergisch Unterland gehört. Nur die im Ortsteil Brettach befindliche Lage Berg gehört zur Großlage Staufenberg.
Verkehr
Bretzfeld ist durch die
Bundesautobahn A 6 (
Saarbrücken–
Waidhaus) gut an das überregionale Straßennetz nicht nur in Deutschland, sondern auch nach
Frankreich und
Tschechien angebunden.
An das Schienennetz ist der Ort durch die Hohenlohebahn (Heilbronn–Crailsheim) angebunden, die seit Dezember 2005 zwischen Heilbronn und Öhringen als Stadtbahn nach dem Karlsruher Modell betrieben wird. Im Gebiet der Gemeinde gibt es dabei nun die Haltepunkte Bretzfeld, Bitzfeld und Scheppach.
Bildungseinrichtungen
Neben der
Grund-,
Haupt- und
Realschule Bretzfeld bestehen noch reine Grundschulen in den Ortsteilen Bitzfeld, Scheppach und Unterheimbach.
Weblinks
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