Brest ist eine Hafenstadt in der Bretagne/Frankreich mit rund 150.000 Einwohnern. Sie gehört zum Département Finistère (Nr. 29). Aufgrund ihrer geschützten Lage an der Rade de Brest, einer tief ins Land ragenden Bucht des Atlantiks, sowie des natürlichen Hafens im Bereich der Mündung des Flüsschens Penfeld ist Brest seit Jahrhunderten ein bedeutender Marinehafen Frankreichs. Noch heute ist Brest Stützpunkt der französischen Atlantikflotte und ein wichtiger Handelshafen.
Als größte Stadt der westlichen Bretagne ist Brest ein wichtiger Industrie- und Handelsstandort. Die Stadt ist auch Sitz einer Universität (Université de Bretagne Occidentale, kurz UBO) sowie anderer Hochschulen und Forschungsinstitute.
Mit Beginn der Neuzeit erlebte die Stadt durch den Überseehandel einen Aufschwung. 1593 erhielt Brest durch König Heinrich IV. das Stadtrecht. 1631 machte Kardinal Richelieu Brest zum Militärhafen, der 1683 von Vauban zur Festung ausgebaut wurde. Am 18. Juni 1686 traf hier eine Delegation aus Siam ein, die zu König Ludwig XIV. nach Versailles weiterreiste, ein Ereignis an das bis heute der Name der wichtigsten Hauptstraße der Stadt, die Rue de Siam, erinnert. Um 1750 wurde durch den Baumeister Choquet de Lindu das Zuchthaus von Brest errichtet, das 300 Sträflinge aufnehmen konnte und vor allem wegen seiner mächtigen Kanonen bekannt wurde - von diesen leitet sich auch die französische Redewendung tonnerre de Brest (soviel wie: mächtiges Donnerwetter) ab. 1752 wurde in Brest eine Marineakademie eingerichtet.
1789 war die Brester Bevölkerung zunächst begeistert für die Französische Revolution. Ihre Symapathien galten dann aber vermehrt den Girondisten bzw. einem föderalen Staatsaufbau, was ihr den Unmut der Jakobiner einbrachte, die 70 Bürger unter die Guillotine schickten. Nach dem Sturz Robespierres wurde die Stadt dann wieder von Girondisten verwaltet. Der Hafen verlor allerdings bald durch die Kontinentalblockade an Bedeutung, der Handel lag brach und eine Wirtschaftskrise war die Folge, die die Stadt zurückwarf. Mit der Industrialisierung fand man wieder Anschluss an die wirtschaftliche Entwicklung, etwa durch den Bau der Brücke über den Penfeld 1856 oder den Bau des Brester Bahnhofs 1865; die Stadt lag damals 18 Zugstunden von Paris entfernt. Das Zuchthaus wurde 1858 aufgegeben, stattdessen verfrachtete man die Insassen von Bordeaux aus zu Sträflingsinseln in Übersee.
Während des Ersten Weltkriegs war Brest wichtiger Nachschubhafen für die US-Truppen in Europa. Der Hafen wurde unterdessen stetig erweitert, 1930 kamen die Hafenanlagen von Plougastel hinzu. Im Zweiten Weltkrieg marschierten die Deutschen am 19. Juni 1940 ein und machten Brest zu einem der wichtigsten Stützpunkte des Atlantikwalls, wo auch eine U-Bootflotte und mehrere Schlachtschiffe stationiert waren. Nach der Landung in der Normandie wurde Brest dann 43 Tage von den Alliierten belagert, ehe sie im September 1944 befreit wurde. Allerdings war die Stadt durch die Kämpfe stark zerstört und musste von Grund auf, nach den Plänen von Jean-Baptiste Mathon, neu aufgebaut werden. Bis 1961 war der Wiederaufbau im wesentlichen vollendet. Da von der historischen Bausubstanz wenig übrigblieb, macht Brest heute eher den Eindruck einer weitgehend gesichtslosen Planstadt mit Betonbauten. Wirtschaftlich musste man sich auch umorientieren, da die Bedeutung als Marinehafen zurückging, stattdessen erlebte nunmehr die Dienstleistungsbranche und moderne Industrien sowie die Meeresforschung einen Aufschwung. Zur Bedeutung als Bildungszentrum trug auch die Gründung der Universität der westlichen Bretagne im Jahre 1960 bei.
Ort in der Bretagne | Ort im Département Finistère | Ort mit Seehafen
Brest | Брест (Франция) | Brest | Brest | Brest (Francie) | Brest | Brest, France | Brest (Francio) | Brest | Brest (Ranska) | Brest | Brest, Perancis | Brest (Francia) | ブレスト | Brest (Frankrijk) | Brest | Brest, Franţa | Брест (Франция) | Brest (France) | Брест (град) | Brest, Frankrike | 布雷斯特 (法国)
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Brest (Frankreich)".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world