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Der Dom St. Petri zu Bremen ist ein überwiegend im Stil der Backsteingotik gestalteter Kirchenbau, der vom 11. bis zum 13. Jahrhundert errichtet wurde. Im 14. Jahrhundert wurde der Dom um seitliche Kapellen erweitert. Im späten 16. Jahrhundert erfolgte eine Umgestaltung der Nordseite in eine spätgotische Hallenkirche.

Baugeschichte


Das Bistum Bremen ist eine Gründung des Friesenmissionars Willehad. Als erster Bischof der neuen Diözese weihte er 789 den ersten Bremer Dom, eine Holzkirche.

Die Arbeiten am salischen Dom, der Kernzelle des heutigen Baukörpers begannen unter Erzbischof Bezelin (1035-1043). Der größte Teil der Bauzeit dürfte aber in die Amtszeit seines Nachfolgers Adalbert gefallen sein, eines der bedeutendsten Herrscher diese Epoche. Er orientierte sich beim Bau unter anderem am Kölner Dom und an der Kathedrale von Benevent. Unter Adalberts Nachfolger Liemar (1072-1101) kam es zu einem Brand, nach dem der Dom teilweise neu aufgebaut wurde.

1223 ging der hamburgische Erzbischofstitel erneut auf Bremen über. Der Bremer Dom war seither Metropolitankathedrale. Kurz darauf gab es massive Umbauten am Dom, die vor allem durch Vorbilder aus der rheinischen Region beeinflusst wurden. Die Flachdecke des Mittelschiffes wurde durch ein sechsteiliges Rippengewölbe ersetzt. Dem Langhaus wurde eine Doppelturmfassade mit Rosenfenster vorgeblendet. Die Seitenschiffe sowie Ost- und Westchor erhielten eine Gestaltung, die Bezüge zu anderen Kirchenbauten im Herrschaftsbereich der Verwandten von Erzbischof Gebhard II. zur Lippe herstellten.

Um 1500 wurde unter Erzbischof Johann III. Rode von Wale das alte nördliche Seitenschiff des Langhauses größtenteils abgerissen und durch einen großen Saal mit Netzgewölbe ersetzt. Vorbild dafür war der Prager Dom. Vermutlich war Entsprechendes auch mit dem südlichen Seitenschiff geplant, wurde aber nie ausgeführt.

1638 stürzte der Südturm des Domes ein.

Von 1889 bis 1901 fand eine umfassende, von der Bremer Bürgerschaft getragene Restaurierung des inzwischen protestantisch genutzten Domes statt. Damals beabsichtigte man den mittelalterlichen Zustand wiederherzustellen, überarbeitete den Dom aber entsprechend den zeitgenössischen Vorstellungen im neuromanischen Stil mit Verweisen auf Kirchenbauten in der deutschen Hauptstadt Berlin.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fassade des Domes noch einmal großzügig umgestaltet, so dass sie sich heute in der bekannten Form präsentiert.

Von 1973 bis 1979 fanden umfangreiche Restaurationsarbeiten statt, die sowohl Schäden an Fundamenten und Mauern beheben als auch die innere Ausstattung gegenüber den Veränderungen des 19. Jahrhunderts an den Zustand im Mittelalter annähern sollte.

Geschichte


Am 9. November 1522 wurde in Bremen die erste reformatorische Predigt gehalten. Von da an war die Hansestadt Bremen über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. 1534 wurde eine durch Luther genehmigte Kirchenordnung eingeführt. Danach gab es verschiedene Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Anhängern Melanchthons, die 1561 zur Ausweisung des Dompredigers Albert Hardenberg führte. Danach blieb der Dom für 77 Jahre geschlossen. Er gehörte zum Erzstift Bremen und nicht zur Stadt Bremen. 1581 schloss sich Bremen der Genfer Reformation an. 1595 erhielt Bremen eine neue Kirchenordnung nach der deutsch-reformierten Form (Consensus Bremensis). Um 1600 wurde der Heidelberger Katechismus eingeführt. 1638 wurde der Dom durch Erzbischof Friedrich von Dänemark wieder für die lutherische Lehre geöffnet. Durch Zuzug wuchs die lutherische Domgemeinde. Er blieb aber lange Zeit die einzige lutherische Gemeinde der Stadt. Ab 1648 unterstand der Dom der schwedischen, seit 1715 dem kur-hannoverschen Konsistorium in Stade. 1802/03 wurde, nach dem Reichsdeputationshauptschluss, der Dom zur Stadt Bremen eingegliedert, die vergeblich versuchte, die Domgemeinde zu zerschlagen. 1830 erhielt die Gemeinde eine neue Verfassung, die letztendlich von der Stadt Bremen anerkannt wurde. Im März 1945 wurde der Dom an der Nordseite von einer Sprengbombe getroffen. Große Teile des Gewölbes stürzten ein, das Gebäude war einsturzgefährdet. Einige Steine liegen immer noch in der Kirche und dienen als Mahnmal. Zudem ist das Kupfer des Kirchenschiffdaches an der Einschlagsstelle der Sprengbombe anders gefärbt, es besitzt keine Patina.

Ausstattung

Die Moderne ist durch die Glasmalerei "Anbetung der Hl. Drei Könige" von Charles Crodel vertreten.

Eine besondere Sehenswürdigkeit im Bremer Dom ist der Bleikeller, bei dem seit dem späten Mittelalter bekannt ist, dass in ihm gelagerte Leichen mumifizieren.

Besonderheiten


An einem der Tore befindet sich die Dom-Maus. Die steinerne Maus stammt aus dem 13.Jahrhundert. Ihre Bedeutung ist ungeklärt. Möglicherweise ist sie ein Zeichen von Handwerkern.

Letzte Ruhestätte für


Literatur

  • Johann Christian Bosse und Hans Henry Lamotte: Der Dom zu Bremen. Aufnahmen von Lothar Klimek. Mit Literaturhinweisen. 2., überarbeitete Auflage Königstein i. Ts. 1998 (= Die Blauen Bücher). ISBN 3-7845-4231-X

Siehe auch


Weblinks


  • http://www.stpetridom.de

Kirchengebäude in Bremen | Kulturdenkmal (Bremen) | Romanisches Bauwerk | Gotisches Bauwerk | Backsteingotik

 

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