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Die TS Bremen (TS = turbine steamer/Turbinendampfer) war ein Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd. Sie gewann das Blaue Band.

Bau


Die Bremen wurde am 18. Juni 1927 in der Bremer Werft Deschimag auf Kiel gelegt. Ungefähr ein Jahr später, am 16. August 1928 lief sie vom Stapel und wurde getauft. Nach einigen Probefahrten und der Innenausstattung wurde sie am 5. Juli 1929 an den Norddeutschen LLoyd (NDL) übergeben und startete am 16. Juli 1929 ihre Jungfernfahrt von Bremerhaven nach New York. Insgesamt verschlang der Bau der Bremen ca. 65.000.000 Mark.

Technik


Die TS Bremen und ihr Schwesterschiff TS Europa galten zu ihrer Zeit als die modernsten Schnelldampfer der Welt. Die erzielbaren hohen Geschwindigkeiten als auch der Komfort und Luxus an Bord stellten aber auch hohe Anforderungen an das technische Personal. Auf beiden Schiffen waren im Maschinenbereich etwa 170 Mann tätig, davon rund 30 Schiffsingenieure. Kesselanlage

Die TS Bremen hatte 4 atmosphärisch geschlossene Kesselräume. Das bedeutet, dass die Verbrennungsluft für die Ölbrenner der Kessel durch 8 dampfturbinengetriebene Gebläse in die Kesselräume geblasen wurde, die folglich unter Überdruck standen und nur durch Luftschleusen zugänglich waren. Zur Dampfbereitung waren 20 ölgefeuerte Wasserrohr-Dampfkessel, darunter elf Doppelender und neun Einender mit insgesamt 217 Ölbrennern installiert. Die Dampfspannung betrug 23 atü = 24 bar bei einer Dampftemperatur am Überhitzeraustritt von 370° C. Für den Hafenbetrieb standen 3 Kessel mit eigenem Gebläse zur Verfügung, so dass die Schleusen für anfallende Arbeiten in den Kesselräumen offen bleiben konnten

Maschinenanlage

Die TS Bremen verfügte über 4 Satz Getriebeturbinen mit insgesamt 135.000 PSw (an den Wellen gemessene Leistung)

Vor dem zweiten Weltkrieg


Die Bremen holte schon auf ihrer Jungfernfahrt das Blaue Band für die schnellste Atlantiküberquerung. Für die Strecke Cherbourg–New York benötigte sie 4 Tage, 18 Stunden und 17 Minuten. Damit brach sie den Rekord der Mauretania. Im Jahr 1933 gelang es ihr, ihre Geschwindigkeit noch einmal zu toppen. Das Schiff war bei den Passagieren sehr beliebt, da es einen gewissen Luxus und Geschwindigkeit bot. Die Bremen begann am 11. Februar 1939 eine Südamerikaumrundung, bei der sie als erstes Schiff dieser Größe den Panamakanal durchfuhr. Am 22. August 1939 trat die Bremen ihre letzte Reise nach New York an.

Zweiter Weltkrieg


Während der Fahrt wurde der Bremen vom NDL befohlen, den Funkverkehr einzustellen. Als die Bremen New York erreicht hatte, ordnete der NDL an, dass sie so schnell wie möglich und ohne Passagiere nach Deutschland zurückkehren solle. Doch wurde sie zuerst 36 Stunden in New York festgehalten, wo sie nach Waffen durchsucht wurde, wie es ein amerikanisches Gesetz verlangte. Am 30. August trat sie dann die Rückreise nach Deutschland an. Doch schon am folgenden Tag brach der zweite Weltkrieg aus. Die Bremen erhielt also den Befehl, den russischen Hafen Murmansk anzulaufen. Während der Fahrt strichen die Besatzungsmitglieder das Schiff grau, um es zu tarnen. Die Bremen lag rund drei Monate in Murmansk, bis zwischen Finnland und Russland der Krieg ausbrach. Das Schiff lichtete die Anker und nahm Kurs auf Bremerhaven. Das Wetter auf der Fahrt war sehr nebelig, so dass die Bremen dank ihres grauen Tarnanstriches nicht von britischen Schiffen gesichtet werden konnte. In Bremerhaven dockte das Schiff an der Columbuskaje an und sollte eigentlich als Kriegsschiff eingesetzt werden, doch dazu kam es nicht mehr. Kapitän war damals Adolf Ahrens, der über diese Vorgänge auch ein Buch geschrieben hat.

Ende


Am 16.März 1941 brach an Bord der Bremen ein Feuer aus, das trotz aller Bemühungen der Bremerhavener Feuerwehr nicht gelöscht werden konnte. Das Schiff brannte fast völlig aus und wurde daraufhin verschrottet. Bis heute weiß man nicht, ob das Feuer auf Brandstiftung zurückgeht.

Sonstiges


Im Jahr 2004 wurde eine Briefmarke herausgegeben, die die Bremen vor der Skyline Manhattans zeigt. Einige Spanten und Bodenplanken der Bremen kann man noch heute bei starker Ebbe auf einer Sandbank bei Blexen sehen.

Besatzung und Passagiere


Diagramm_zur_Klassenverteilung.JPG Passagiere gesamt: 2228 , davon
  • 811 in der 1.Klasse
  • 500 in der zweiten Klasse
  • 300 in der Touristenklasse
  • 617 in der 3. Klasse
Dazu
  • 966 bis 1000 Besatzungsmitglieder

Technische Daten


  • Länge: 286,10 Meter
  • Breite: 31,10 Meter
  • Tiefgang 10,32 Meter
  • Tonnage: 51.656 BRT (1929), 51.731 BRT (1939)
  • Leistung: 135.000 PSw
  • Geschwindigkeit: 27-29 Knoten

Regelmäßige Liniendienste


Bremerhaven-New York

Schwesterschiffe


Passagierschiff

 

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