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Brazil ist ein dystopischer Spielfilm. Es wird ein fiktiver Staat dargestellt, welcher seinen Anspruch auf Unfehlbarkeit mit aller Gewalt durchsetzt.

Handlung


Sam Lowry ist ein kleiner Angestellter des allmächtigen „Ministeriums für Informationswiederbeschaffung“ in einer düsteren, bürokratisierten Welt. Einzige Fluchtmöglichkeit aus dieser Dystopie bieten seine Träume. Er stolpert in ein Komplott aus Terrorismus, Bürokratie und Technologie, an dessen Ende auch sein Leben endet.

Anmerkungen


Terry Gilliam, der Regisseur des Films, äußert sich zu dem Film in einem Interview (Ausschnitte aus einem Interview während der South Bank Show, gefilmt am 29. Juni 1991):

Brazil war ein Film, der schon seit Jahren in meinem Kopf saß, ich meine seit ungefähr 10 Jahren dachte ich über Dinge wie diese nach. Auf einer einfachen Ebene war dieser Film reinigend für mich. Er handelt wohl vor allen Dingen über meine eigenen Frustrationen und meine anscheinende Unfähigkeit, zu erreichen, was ich erreichen möchte und meine Unfähigkeit, ein System wirkungsvoll zu treffen, welches gänzlich falsch ist. Die Ängste von Brazil betreffen eigentlich nicht die Gefahr, die Welt könnte uns wegen des Systems aus den Fingern gleiten, denn wir sind ja das System. Worum es in Brazil wirklich geht, ist, dass das System nicht aus großartigen Führern besteht, oder aus großartigen Maschinisten, die es kontrollieren. Es besteht aus einzelnen Menschen, die einfach ihren Job tun, als kleines Zahnrad und Sam beschließt ein kleines Zahnrad zu bleiben und letztendlich zahlt er den Preis dafür.

Auf der anderen Seite merkte ich, dass es ein Wunschbild gibt, das sagt, wenn wir alle unseren kleinen Beitrag leisten, würde die Welt eines Tages besser werden. Dann gibt es auch die Pessimisten die meinen: ‚Genug von diesem Geschwätz, es macht sowieso keinen Unterschied, am Ende stürzen wir wie die Lemminge die Klippe runter‘. Daraus ergab sich die Frage:‚Wie entkommst du denn dieser Welt?‘ und Sam entkommt ihr, indem er wahnsinnig wird. Ich begann diesen Film mit der Frage im Hinterkopf, ob man einen Film machen könne, bei welchem das Happy End ist, dass jemand verrückt wird?...

Hintergründe


Brazil ist eine sehr düstere Utopie. Dem Chef von Universal, Sid Sheinberg, war das hoffnungslose Ende des Films auch zu düster und er wollte eine Version mit einem Happy End herausbringen. Der Streit zwischen Gilliam und Sheinberg eskalierte in einer ganzseitigen Anzeige im Branchenblatt Variety, in der Gilliam Sheinberg mit den folgenden Worten zur Freigabe des Films aufforderte:
„Sehr geehrter Sid Sheinberg,
Wann wollen sie denn eigentlich meinen Film BRAZIL veröffentlichen?
Terry Gilliam.“

Als Resultat der Streitigkeiten existiert Brazil in 3 verschiedenen langen Fassungen:

Die „normale“ Fassung mit 134 Minuten, einen 142 Minuten langen Director's Cut und eine nur in amerikanischen Kinos gezeigte so genannte „Love Conquers All“-Version, die nach der „Bearbeitung“ durch den Filmverleih nur noch 94 Minuten zählt. Herausgeschnitten wurden zahlreiche Szenen, die dem Verleih zu negativ erschienen, sowie der Schluss, der das „Happy End“ als Traum-Flucht des gefolterten Sam Lowry enthüllt.

Ursprünglich war als Titel „1984 and ½“ vorgesehen, was auf George Orwells berühmten Roman anspielte, durch Einspruch der Erben Orwells jedoch nicht übernommen werden konnte.

Der endgültige Titel ist eine Anspielung auf die Samba „Brazil“ (oder Aquarela do Brasil) von Ary Barroso (1939), die auch im Soundtrack des Films eine wichtige Rolle spielt.

Weblinks


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