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Diese Artikel befasst sich ausschließlich mit der postalischen Geschichte von Braunschweig. Auf historische oder politische Ereignisse werden, soweit nicht notwendig, nicht eingegegangen. Die Geschichte des Landes Braunschweig findet man unter Braunschweig (Land).


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Durch die Briefmarken, die von Braunschweig zwischen 1852 und 1867 herausgegeben wurden, ist dieses Land noch heute in einigen Sammelalben als eigenständiges Gebiet präsent.

Vor der Einführung der ersten Briefmarken


Schon früh war das Fürstengeschlecht Thurn und Taxis für die Abwicklung des Postwesens in Braunschweig verantwortlich. Im 16. Jahrhundert ließ der Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig eine eigene Fürstlich-Braunschweigische Landespost einrichten. Die Fürsten Thurn und Taxis waren jedoch noch weiterhin im Postwesen Braunschweigs tätig, bis dies von dem Braunschweiger Herzog Karl Wilhelm Ferdinand am 1. Juli 1790 untersagt wurde.

Neben der Thurn und Taxischen Post in Braunschweig gab es auch eine Zeit lang eine Postabfertigung von Brandenburg in Braunschweig.

Während der Besetzung durch Frankreich im Zuge der napoleonischen Kriege wurde 1808 die ersten Poststempel eingeführt. Bis dahin erfolgte die Ortsangabe handschriftlich auf den Briefen.

Am 5. Dezember 1851 trat Braunschweig dem Deutsch-Österreichischen Postverein bei. Nur drei Wochen später kam es zur Einführung der ersten Briefmarken unter Herzog Wilhelm I.

Eigene Briefmarkenausgaben


Die ersten Briefmarken

Braunschweiger Briefmarke.jpg Am 1. Januar 1852 wurden in Braunschweig die ersten drei Freimarken zu 1, 2 und 3 Silbergroschen ausgegeben. Mit diesen Werten konnte man damals alle wichtigen Posttarife hinsichtlich Entfernung und Gewicht abdecken. Diese fünf ungezähnten Freimarken wurden je nach Bedarf in Briefmarkenbögen gedruckt, der Verkauf an den Postschaltern erfolgte jedoch ausschließlich in waagrechten 10er-Streifen. Die erste Briefmarkenausgabe Braunschweigs weist zahlreiche Mängel auf. So stehen die Briefmarken meist schief zueinender, die Markengrößen schwanken und der Druck ist meist unklar und verschwommen. Auf den Markenbildern findet man neben der Wertangabe und dem Landesnamen in der Bildmitte das Braunschweiger Wappen, das Sachsenross. Es besteht aus einem springenden Pferd in einem liegenden Oval. Die Briefmarken wurden im Buchdruck auf gelblichen Papier mit rötlicher Gummierung gedruckt.

Weitere Briefmarkenausgaben

Bei den folgenden Briefmarkenausgaben blieb man dem bisherigen Motiv treu. Ab 1. März 1853 wurde das Briefmarkenpapier aus Sicherheitsgründen mit einem Wasserzeichen versehen. Dieses bestand aus einem von einer Linie umgebenen Posthorn. Die Briefmarken wurden außerdem nur noch in schwarzer Farbe auf farbiges Papier gedruckt. Für jeden Wert war eine eigene Farbe vorgesehen. Neben den drei bisherigen Werten wurden mehrere Ergänzungswerte zu 1/4 und 1/2 Gutegroschen sowie 1/3 Silbergroschen. Im Juli 1864 erschienen schließlich die ersten durchstochenen Briefmarken an den Schaltern Braunschweigs. Zuvor hatte man bereits mehrere Versuche mit Durchstichen unternommen.

Neue Motive

Die letzte Briefmarkenserie Braunschweigs wurde am 1. Oktober 1865 ausgegeben. Sie war, wie alle Briefmarkenausgeben Braunschweigs, bis zum 31. Dezember 1867 gültig. Das besondere an dieser Serie war, dass das bisherige Bildmotiv komplett geändert wurde. Das Braunschweiger Wappen befindet sich bei dieser Ausgabe im aufgestellten Oval. Die Briefmarke selbst befindet sich ebenfalls im Hochformat. In dieser Form wurden die Briefmarkenwerte zu 1/3, 1, 2 und 3 Silbergroschen gedruckt. Die Prägedruck war nun wieder farbig, anstatt schwarz, das Briefmarkenpapier jedoch weiß.

Die teilbare Briefmarke

Eine Sonderstellung der Briefmarken von Braunschweig nimmt die teilbare Freimarke zu 4 * 1/4 Gutegroschen ein. Diese quadratische Briefmarke wurde am 1. März 1857 ausgegeben und bestand aus 4 gleich großen und gleich gestalteten Teilen zu je 1/4 Gutegroschen. Diese konnte (und sollte) man je nach Bedarf zurechtschneiden. Dadurch wollte man verhindern neben der bereits bestehenden Briefmarke zu 1/4 Gutegroschen für den Inlandsverkehr weiter zu 1/2, 3/4 und 1 Gutegroschen verausgaben zu müssen. Der Druck war, wie bei den anderen Freimarken schwarz auf farbigem Papier. Solche teilbaren Briefmarken wurden bereits 1856 von Mecklenburg-Schwerin verausgebt (siehe Mecklenburg-Schwerinische Postgeschiche)

Eintritt in den Norddeutschen Bund


Mit 1. Januar 1868 erfolgte der Eintritt in den Norddeutschen Bund (Vorläuferdes Deutschen Reiches). Ab diesem Zeitpunkt teilt die Postgeschichte Braunschweigs die Postgeschichte des Norddeutschen Bundes. Die zwanzig Briefmarken Braunschweigs konnten nur bis zu diesem Tag verwendet werden. Ein Umtausch der braunschweiger Briefmarken in postgültige Briefmarken des Norddeutschen Bundes war bis zum 31. März 1868 möglich.

Postgeschichte einzelner Länder | Braunschweig

 

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