| Karte | |
|---|---|
| Braunschweig Bezirk 221.png Lage der Weststadt (dunkelgrau) in Braunschweig | |
| Basisdaten | |
| Stadtbezirk: | Weststadt (Nr. 311) |
| Fläche: | 67,93 km² 3,5% der Stadtfläche Braunschweigs |
| Einwohner: | 24.700 (Stand 2005) |
| Postleitzahlen: | 38120 |
| Politik | |
| Bezirksbürgermeister: | Edmund Habenstein (SPD) |
Braunschweig Weststadt ist ein Stadtteil und Stadtbezirk Braunschweigs. Er hat die amtliche Nummer 311 und die Postleitzahl 38120. Rund 25.000 Einwohner (Stand: 11. November 2005) leben in dem Bezirk.
1909 wurde der Kleingartenverein Westend gegründet. Der Kleingartenverein besteht noch heute und ist umgeben von der Wohnbebauung der Weststadt. 1916 entstand auf einem großen Teil der Wiesen und Ackerflächen der Flugplatz Broitzem. Von 1919-1920 war der Flughafen an das deutsche Liniennetz angeschlossen. Danach wurden auf Teilen des Flugplatzes Kleingärten angelegt. 1924 wurde kurz darauf der Flughafen mit vergrößerter Start- und Landebahn wiedereröffnet. 1926 gründete sich die Flughafen GmbH.
1928 enstanden die ersten größeren Wohnflächen im Bereich der Weststadt. An der Broitzemer Straße (heute Traunstraße) gegenüber des Kleingartenvereins Westend entstand die „Siedlung Freiland“ mit einigen Ein- und Zweifamilienhäusern. Weiter östlich entstanden 1940 sechs weitere Gebäude, sie dienten ab 1945 den Allierten als Unterkunft.
1929 richtete die deutsche Verkehrsfliegerschule ihren Standort im Flughafen Broitzem ein. Im Nationalsozialismus verlor der Flughafen an Bedeutung, da ein neuer Flughafen in Waggum errichtet wurde. 1935 entstand am Flugplatz Broitzem die Kaserne Broitzem. In den Kasernengebäuden wurden nach Kriegsende Flüchtlinge untergebracht.
Die Gebäude des Flughafens wurden teilweise gesprengt, andere Gebäude wurden bis in die 80er genutzt und dann beseitigt, wie auch einige Gleise mit denen die Gebäude angeschlossen waren. Im Mai 1946 wurde der Flugplatz schließlich endgültig wieder in Ackerland umgewandelt. Die restlichen verbliebenen Gebäude des Flughafens und der Kaserne wurden später in die Weststadt miteinbezogen und wurden nach ihrer Renovierung in den 80ern bezogen. Eine Flugzeughalle dient heute als Getränkemarkt, das Gebäude der Fliegerschule wird heute als Gemeintschaftshaus Weststadt und als Fachhochschule genutzt. Auch das erste Weststädter Jugendzentrum, die in Erinnerung an die Geschwister Hans und Sophie Scholl „Jugendzentrum Weiße Rose“ benannt wurde, ist hier eingerichtet. Die Kasernengebäude werden von verschiedenen Institutionen genutzt. U.a. wurden sie von der ehemaligen Bezirksregierung genutzt.
Kurz nach der Umwandlung des Flugplatzes in Ackerflächen entstand dort eine neue Siedlung auf dem Lehmanger und dem Möhlkamp, mit vorwiegend großen Gärterhöfen, die „Gärtnerhof-Siedlung“. Einige der Gärtnerhöfe wurden zu großen Gärtnereien. Heute ist nur noch eine der Gärtnereien verblieben.
Nach Kriegsende waren in Braunschweig die Wohnungen knapp und auch mit dem Bau von Wohnungen im Heidberg und in Melverode konnte der Wohnungsbedarf nicht gedeckt werden. Ab 1960 entstand dann an Braunschweigs südwestlicher Stadtgrenze die Weststadt. Sie war das fünftgrößte Baugebiet der damaligen Bundesrepublik und entstand vorwiegend von 1960 bis in die 1980er Jahre und sollte Wohnungen für 30.000 Einwohner bieten. Erste Bebauungen entstanden in der „Siedlung Rothenburg“ und an den Straßen Am Queckenberg, Im Wasserkamp und An den Gärtnerhöfen. Das Jahr 1960 gilt auch als Entstehungszeitpunkt der Weststadt. Die letzten größeren Bautätigkeiten fanden schließlich bis in die Mitte der 1990er Jahre statt.
Ihren Namen erhielt die Weststadt 1972. Ein Wappen ist bis heute nicht vorhanden.
Die Weststadt ist eine Planstadt und ist aufgeteilt in 5 sogenannte Nachbarschaften, der I. (auch Rothenburg), der II., der III. (auch Rheinringgebiet), der IV. und der V. Nachbarschaft (auch Donauviertel) und dem Bereich Z, in dem öffentliche Einrichtungen vorgesehen und vorhanden sind. Jede Nachbarschaft hat ihr eigenes Einkaufszentrum. Die Weststadt ist aber auch wie eine Trabantenstadt konstruiert, was sich u.a. im Straßenaufbau widerspiegelt. Von der Innenstadt Braunschweigs kommend, verläuft eine Hauptstraße (Münchenstraße) die sich dann in der Weststadt in zwei weitere (Elbestraße und Donaustraße) aufzweigt. Diese bilden die wichtigsten Verkehrsachsen innerhalb der Weststadt. Das ganze Verkehrsnetz ist so ausgerichtet, dass der Verkehr auf diese zwei Hauptachsen verläuft und somit zur Innenstadt geleitet wird. Ähnlich dem Verlauf von kleinen Flüssen, die nach und nach in einen größeren Fluss fließen. Demnach tragen bis auf einige Ausnahmen alle Straßen den Namen von west- und ostdeutschen Flüssen. Wobei dabei auch auf geografische Lagen der Flüsse geachtet wurde und man z.B. die Isar-, Inn-, und Lechstraße an der Donaustraße findet, so wie die Isar, den Inn und den Lech in der Nähe der Donau. Weitere Straßennamen leiten sich von Flurbezeichnungen und Personennamen ab. Im Süden wird die Weststadt durch einen Grünstreifen getrennt, dem Donaupark, bedingt durch den Verlauf eines Hochspannungsmastes. Charakteristisch für den Stadtteil sind die in großer Vielzahl angelegten Wegverbindungen. Markantes Merkmal sind die vom weiten erkennbaren drei 43 m hohen baugleichen Hochhäuser an der Emsstraße.
Als erstes begann man mit dem Bau der I. und V. Nachbarschaft. Anfang der 1970er kamen die II. und IV. Nachbarschaft hinzu und als letztes wurde Mitte der 1970er mit der III. Nachbarschaft begonnen.
I. und V. Nachbarschaft
Die beiden Nachbarschaften entstanden ab 1960 und die I. Nachbarschaft war Ende der 1960er auch schon fast abgeschlossen. Beim Bau bevorzugte man vorallem Häuser in Zeilen- und Kammbauweise. Hier enstanden die ersten Einkaufsmöglichkeiten, anfangs noch in einer Baracke am Queckenberg, dann ab 1963 an der Donaustraße, später folgten ab 1965 weitere Läden an der Illerstraße. Die Baracke diente später dann ab 1966 als provisorische Kirche für die evangelische Gemeinde und ab 1969 der katholischen Gemeinde. Der Behelfsbau wurde schließlich als Jugendzentrum genutzt. Erste Möglichkeiten für sportliche Betätigungen ermöglichte der Sportplatz der ehemaligen Kaserne in der jetzigen V. Nachbarschaft, er wurde vorallem für Fußballspiele genutzt. 1963 wurde die erste Volksschule im Stadtteil eröffnet, 1964 der erste Kindergarten der Weststadt an der Donaustraße.
II. Nachbarschaft
Sie bildet den südwestlichen Teil der Weststadt. Ab 1974 wurde hier das überdachte zentrale Einkaufszentrum der Weststadt mit einem Marktplatz errichtet. Unmittelbar daneben wurde 1983 die evangelische Emmauskirche errichtet. Vorwiegend dominieren hier Häuser mit rot verklinkerten Häusern.
III. Nachbarschaft
Die III. Nachbarschaft, hier sollten den Planungen nach, eigentlich riesige Wohnblöcke mit 11 Stockwerken entstehen. Der Bebauungsplan wurde jedoch nicht von der Aufsichtsbehörde genehmigt. Man wollte nicht die monotone Bauweise der IV. Nachbarschaft wiederholen. Der Bau der letzten Nachbarschaft begann Mitte der 1970er Jahre, gleichzeitig entstand das Einkaufszentrum. Die freigelassene Fläche für eine katholische Gemeinde wurde nie mit einem Kirchengebäude bebaut und wurde 1996 dann dem Kinderheim St. Nikolaus überlassen. Die Nachbarschaft wird heute nach der Hauptstraße, dem Rheinring, Rheinringgebiet genannt. Im nordwestlichen Teil entstanden vornehmlich viele Einfamilienhäuser.
IV. Nachbarschaft
Die IV. Nachbarschaft ist der nordöstliche Teil der Weststadt rund um die Emsstraße. Der Bebauungsplan wurde 1971/72 entwickelt. Zuständig war die Baugesellschaft Neue Heimat. Hier entstanden auch die 3 großen 43 Meter hohen Hochhäuser, ursprünglich sollten sogar 5 errichtet werden. Die Architektur dieses Bereiches erfuhr viel Kritik.
Bereich Z
In diesem Bereich der Weststadt konzentrieren sich eine Vielzahl öffentlicher Einrichtungen. Hier entstanden seit den 1970ern rund um den Alsterplatz eine Integrierte Gesamtschule (1974), eine öffentliche Bücherei (1975), ein Jugendzentrum (1984), ein Polizeikommissariat (1987), ein Kindergarten (1992) und eine Grundschule (1999). Geplant war auch die Errichtung eines Schwimmbades und einer gymnasialen Oberstufe. Die Pläne sind derzeit nicht verworfen, können aber vorallem aus finanzieller Sicht in naher Zukunft nicht realisiert werden. Vorbehaltsflächen sind vorhanden. Die gymnasiale Oberstufe ist derzeit im Gebäude der IGS untergebracht.
Das ‚Z‘ steht vermutlich für Zentraler Punkt/Bereich oder Zentrum.
VI. Nachbarschaft?
Im Flächennutzungsplan der Stadt Braunschweig (seit 1974) werden der Weststadt im Südwesten weitere Wohnbauflächen zugesprochen. So könnte dort in Zukunft ein Neubaugebiet entstehen, das die Weststadt um weitere Wohnflächen erweitert.
36,2 % der Weststädter sind evangelisch und 25,8 % katholisch. Der Anteil der jungen Einwohner (bis 20) und der Einwohner ab 40 ist höher, als der Durchschnitt der Stadt Braunschweig. Die Anzahl der 20 - 40-jährigen ist jedoch geringer als im Gesamtdurchschnitt der Stadt. Der Anteil der ausländischen Bewohner beträgt 8,8 %, die der gesamten Stadt Braunschweig 7,6 %. Von den ungefähr 24.700 Einwohnern der Weststadt sind rund 11.500 Einwohner männlich und rund 13.200 weiblich. 4806 Weststädter leben im statistischen Bezirk Hermannshöhe, 9749 in Rothenburg und 8861 im Bezirk Weinberg.
Die Weststadt verfügt über 2 Kirchen, die evangelische Emmauskirche und die katholische Cyriakuskirche, sowie einigen weiteren Gemeindehäusern.
Westpark
Der Westpark (ursprünglich geplanter Name Madamenpark) ist ein Naherholungsgebiet, das sich auf einer Fläche von 240 Hektar erstreckt. Die Parkflächen innerhalb des Naherholungsgebietes betragen 110,8 Hektar, weitere Flächen nehmen u.a. Kleingärten, Landwirtschaftsflächen und Teiche ein. Der Westpark entstand ab 1980 auf der Grundlage einer Gesamtplanung von Prof. Nagel und ist gegenwärtig noch in Entwicklung. Der südwestliche Teil nimmt teilweise die Züge eines Waldes ein und bietet Schutz für verschiedenes Wild. Der Nordosten ist eher landschaftlich geprägt und wird durchzogen von verschiedenen Wildblumenwiesen.
Bereichert wird der Park durch einige Kunstwerke, gestaltet und umgesetzt von der HBK Braunschweig, wie „Der Bilderrahmen“ und die Skulpturen „Der Stuhl“, „Das Paar“ und „Der Informationspfeiler“.
Für sportliche Aktivitäten bietet der Westpark das Sommerbad Raffteich und die Bezirkssportanlage Westpark.
Eines der wichtigsten Projekte der letzten Jahre war vornehmlich die Anlegung einer dreireihigen Lindenallee in Ost-West-Richtung mit Geh-/Radweg und Reiterweg.
Im Osten des Westparks entsteht das Veranstaltungsgelände „Millenium“ mit einer Veranstaltungshalle, einem Freilufttheater und einem Aussichtsberg, der bei seiner Fertigstellung den höchsten Punkt Braunschweigs darstellen wird.
Von 2006 - 2007 wird der Westpark im Süden, am Rand der Weststadtbebauung, erweitert. Im Nordosten des Westparks soll zukünftig ein großer See mit Insel entstehen.
Donaupark (inoffizieller Name)
Broitzemer Holz und Timmerlaher Busch
Weststadtfest
Einmal jährlich im September findet das dreitägige Weststadtfest auf dem Festplatz an der Ludwig-Winter-Straße statt.
Kunst
Außerdem sind das Regionalstudio Braunschweig von TV38 und die Braunschweiger Niederlassung der BauBeCon in der Weststadt beheimatet.
Die Weststadt hat einen Direktanschluss an die A 391 (Westtangente): Anschlussstelle Braunschweig-Weststadt.
Die Weststadt ist als autogerechter Stadtteil angelegt worden und es sind derzeit etwa 10.000 PKWs angemeldet. Es gibt u.a. Straßenverbindungen nach Broitzem, der Gartenstadt, Timmerlah, Rüningen und zur Braunschweiger Innenstadt. Die Elbestraße soll zukünftig weitergeführt werden und an den Orten Broitzem, Timmerlah und Stiddien entlang bis nach Salzgitter-Thiede führen.
Im ÖPNV verfügt die Weststadt über zwei Straßenbahnstrecken, welche von den Straßenbahn-Linien 3, 5, 6 und 7 der Braunschweiger Verkehrs-AG befahren werden. Die beiden Strecken wurden am 28. Mai 1978 eröffnet. Sie ermöglichen eine Anbindung an die Innenstadt in nur wenigen Minuten. Vom Verkehrsknotenpunkt Donaustraße (Donauknoten) starten mehrere Bus-Linien u.a. nach Broitzem, Stöckheim und Lengede.
Früher hatte die Weststadt einen Bahnanschluss mit dem Bahnhof Broitzem. Zukünftig soll wieder ein Haltepunkt (Braunschweig-West) entstehen, der die Weststadt an das Regionalbahnnetz anschließt. Der neue Bahnhof an der Donaustraße/Friedrich-Seele-Straße soll u.a. über P+R und B+R verfügen.
Im Stadtbezirk gibt es fünf Alten- und Pflegeheime: die Alerdsstiftung, die Seniorenresidenz Brockenblick, die Stiftung St. Thomaehof, das Altenheim Ilmenaustraße und die Sozialstation Lisa Baars.
Im Stadtbezirk befinden sich vier Banken. Zwei Filialen der Nord LB, eine Filiale der Postbank und eine Filiale der Volksbank.
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