| Daten im Jahr 1933 | ||
|---|---|---|
| Landeshauptstadt: | Braunschweig | |
| Fläche: | 3690 km² | |
| Einwohner: | 512.989 | |
| Bevölkerungsdichte: | 139 Einwohner je km² | |
| Stimmen im Reichsrat: | 1 | |
| Karte | ||
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Am 24. November 1918 wurden die Arbeiter- und Soldatenräte neu gewählt, allerdings bei einer sehr geringen Wahlbeteiligung. Anfang Dezember beschlossen die Vertreter von USPD und SPD, bei den kommenden Kommunal- und Landtagswahlen auf der Grundlage des Erfurter Programmes einen gemeinsamen Wahlkampf zu führen. Die SPD verabschiedete sich allerdings bereits am 4. Dezember aus der Sitzung der gemeinsamen Wahlkommission. Am 6. Dezember fand die erste Sitzung der neuen Arbeiter- und Soldatenräte, die etwa zu je einem Drittel mit Anhängern der SPD, des USPD-Zentrums und der USPD-Linken und des Spartakusbundes besetzt war statt.
Am 22. Dezember 1918 wurde das Braunschweiger Landesparlament gewählt: Obwohl sie bis dahin die dominierende politische Kraft gewesen war, errang die USPD lediglich 14 von 60 Sitzen, die MSPD (unter Heinrich Jasper) hingegen 17, die beiden bürgerlichen Parteien, der „Landeswahlverband“ und die Deutsche Volkspartei (DVP) brachten es zusammen auf 29 Sitze. In der Stadt Braunschweig wurde die USPD mit 33,4 % stärkste Partei.
Landtagswahlergebnis 1918
SPD 27,7% - 17 Sitze | Landeswahlverband (DVP, ZENTRUM, Welfen, DNVP u.a.) 26,2% - 16 Sitze | USPD 24,3% - 14 Sitze | DDP 21,8% - 13 Sitze
Am 22. Februar 1919 wurde eine Koalitionsregierung aus USPD und SPD unter Vorsitz von Sepp Oerter gebildet und der Landtag verabschiedete die vorläufige Verfassung, die das Parlament zum Träger aller staatlichen Gewalt bestimmte – somit eine deutliche Entscheidung für die parlamentarische Demokratie zum Ausdruck brachte.
Am 17. April 1919 marschierten ca. 10.000 Mann des Freikorps Maerckerin die Stadt ein. Merges war zunächst nach Berlin geflohen, während Oerter in Braunschweig geblieben war. Die Regierung Oerter wurde umgehend abgesetzt und der Landesarbeiterrat aufgelöst. Maercker und Jasper verhandelten derweil über die Bildung einer neuen Regierung für Braunschweig. Am 30. April 1919 wählte der Braunschweiger Landtag eine neue Regierung, die von einer Koalition aus SPD, USPD und DDP gebildet wurde. Neuer Ministerpräsident wurde Heinrich Jasper. Am 10. Mai 1919 zog Maercker mit seinen Truppen wieder ab, da die öffentliche Ordnung in Stadt und Freistaat Braunschweig wieder hergestellt waren. Am 5. Juni 1919 hob die Reichsregierung den Belagerungszustand für Braunschweig wieder auf. Im Juni gelang es SPD und DDP, die USPD aus der Regierung zu verdrängen.
Landtagswahlergebnis 1920
Landeswahlverband (s.o.) 37,3% - 23 Sitze | USPD 37,3% - 23 Sitze | SPD 14,8% - 9 Sitze | DDP 9,5% - 5 Sitze | KPD 1,1% - 0 Sitze
Nachdem ein Antrag, der Regierung das Vertrauen auszusprechen, aber abgelehnt wird, tritt die Regierung am 4. Mai zurück. Eine neue Regierung aus SPD, DDP und DVP wird am 23. Mai gebildet, Ministerpräsident wird erneut Dr. Heinrich Jasper.
Am 13. September 1923 wird aufgrund des Republikschutzgesetzes die NSDAP verboten, die bereits im Jahr zuvor Ortsgruppen in Wolfenbüttel und Braunschweig gegründet hat. Allerdings wird dieses Verbot nicht konsequent durchgesetzt. Im Januar 1924 tritt Sepp Oerter in die NSDAP über, so dass diese auf diesem Weg erstmals im Landtag vertreten ist.
Im Februar 1924 löst sich der Landtag selbst auf, nachdem es zuvor nicht zu einem geplanten Volksbegehren zur Landtagsauflösung gekommen ist. Bei am 7. Dezember stattfindenden Landtagswahlen erringen die bürgerlichen Parteien die Mehrheit, die neue Regierung wird am 24. Dezember 1924 mit den Stimmen von DNVP, DVP, Wirtschaftliche Einheitsliste, Welfen und NSFB gebildet.
Bei den Landtagswahlen am 27. November 1927 erreicht die SPD 46,2% der Stimmen und erringt die Hälfte der Sitze. Am 14. Dezember konstituiert sich eine Alleinregierung der SPD, die mit 23 SPD-Stimmen und 2 KPD-Stimmen bestätigt wird. Die restlichen Abgeordneten enthalten sich.
Bei den Landtagswahlen am 14. September 1930 steigert sich die NSDAP von 3,7% auf 22,2% der Stimmen. Die SPD verliert 5,2%, so dass die Linke ihre Mehrheit im Landtag verliert. Ernst Zörner (NSDAP) wird am 30. September mit 20 zu 17 Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt, mit der gleichen Mehrheit wird am nächsten Tag eine neue Rechtsregierung gewählt. Die Bürgerliche Einheitsliste, bestehend aus DNVP, DVP, Zentrum und WP, bildet mit der NSDAP gemeinsam die Regierung und wählt Werner Küchenthal zum Ministerpräsidenten und den Nationalsozialisten Anton Franzen zum Staatsminister für Inneres und Volksbildung.
In der Folge beginnt ein Kampf der rechten Kräfte gegen die SPD und KPD. Lehrer werden entlassen, Professoren in den Ruhestand versetzt, Flugblätter und Plakate, die gegen Aktionen der NSDAP gerichtet sind, verboten.
Die Kommunalwahlen am 1. März 1931 ergeben eine SPD/KPD-Mehrheit in der Stadt Braunschweig. Im März initiiert die KPD ein erfolgreiches Volksbegehren zur Landtagsauflösung, zum Volksentscheid kommt es aber nicht.
Nachfolger des aufgrund einer Meineidsaffäre umstrittenen Franzen wird am 15. September 1931 Dietrich Klagges. Unter seiner Leitung werden im Land Braunschweig Verwaltung, Polizei und Bildungswesen durch Auswechselung von Kreisdirektoren, Schulräten, Lehrern und Richtern im Sinne der NSDAP verändert. Infolge der Entlassungen von Lehrern kommt es zu Streiks an öffentlichen Schulen. Aufgrund von Streikaufrufen wird unter anderem der sozialdemokratische "Volksfreund" für drei Wochen verboten.
Am 11. Oktober 1931 bilden NSDAP, DNVP und Stahlhelm gemeinsam die Harzburger Front.
Am 25. Februar 1932 ernennt die Braunschweigische Regierung auf Veranlassung von Klagges Adolf Hitler zum Regierungsrat ihrer Berliner Gesandtschaft. So erhält der Staatenlose die deutsche Staatsbürgerschaft, die für die Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl notwendig ist. Diese Ernennung wird von der Landtagsmehrheit gebilligt.
Aufgrund der fortschreitenden Verfolgung ihrer Funktionäre sehen sich KPD und SPD ab dem 14. März 1933 außerstande, weiterhin an Landtagssitzungen teilzunehmen. Am 4. April 1933 wird aufgrund des Vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich nach den Ergebnissen der Reichstagswahl vom 5. März der Landtag neu gebildet. An der konstituierenden Sitzung des neuen Landtages am 29. April 1933 nehmen, nachdem sich der Landesverband der DNVP der NSDAP angeschlossen hat, lediglich 33 Abgeordnete der NSDAP-Fraktion teil. Klagges meldet Hitler das "erste rein nationalsozialistische Parlament in Deutschland". Am 6. Mai 1933 wird Dietrich Klagges Ministerpräsident.
Am 13. Juni 1933 findet die letzte Sitzung des Braunschweigischen Landtages statt. Am 14. Oktober 1933 wird durch die Auflösung des Reichstages automatisch auch der Landtag aufgelöst, eine Neubildung findet nicht mehr statt.
Landtagswahlergebnisse
1922: Landeswahlverband 38,0% - 23 Sitze | USPD 27,6% - 17 Sitze | SPD 19,8% - 12 Sitze | DDP 10,7% - 6 Sitze | KPD 4,0% - 2 Sitze
1924: SPD 37,4% - 19 Sitze | DNVP 18,5% - 10 Sitze | DVP 17,2% - 9 Sitze | Wirtschaftliche Einheitsliste 8,3% - 4 Sitze | DDP 5,3% - 2 Sitze | KPD 4,5% - 2 Sitze | NSFB 3,4% - 1 Sitz | Welfen 3,2% - 1 Sitz | ZENTRUM 1,6% - 0 Sitze | USPD 0,6% - 0 Sitze
1927: SPD 46,2% - 24 Sitze | DVP 14,3% - 8 Sitze | DNVP 9,4% - 5 Sitze | Wirtschaftsverband des Mittelstandes 8,1% - 4 Sitze | KPD 4,7% - 2 Sitze | | DDP/Bauernbund 4,6% - 2 Sitze | NSDAP 3,7% - 1 Sitz | Volksrechtpartei 1,7% - 0 Sitze | ZENTRUM 1,7% - 0 Sitze | Welfen 1,2% - 0 Sitze
1930: SPD 41,0% - 17 Sitze | Bürgerlische Einheitsliste (DNVP, DVP, ZENTRUM u.a.) 26,0% - 11 Sitze | NSDAP 22,9% - 9 Sitze | KPD 6,8% - 2 Sitze | DStP 3,0% - 1 Sitz | Volksrechtpartei 0,8% - 0 Sitze | Nationale Mitte 0,2% - 0 Sitze
Am 29. September 1945 wird ein Staatsvertrag zwischen den drei Ländern unterzeichnet, der vorsah, ein Gemeinschaftsministerium mit der Bezeichnung "Länderregierung für Reichsaufgaben in Niedersachsen" zu gründen. Die Besatzungsmacht genehmigt diesen Vertrag aber nicht, da sie den Ländern nicht das Recht zugesteht, ihre Angelegenheiten in dieser Form selbst zu gestalten.
Am 15. November 1945 konstituiert sich der Gebietsrat Hannover-Oldenburg-Braunschweig, dem am 20. Dezember auch Bremen beitritt. Am 15. Februar 1946 wird der Zonenbeirat mit Sitz in Hamburg ins Leben gerufen, dessen erste Sitzung am 6. März stattfindet. Am 1. April 1946 tritt Kopf mit einer Denkschrift an die britische Militärregierung heran, die fordert, die britische Zone in drei Gebiete zu teilen. Zum niedersächsischen Teil soll unter anderem Braunschweig gehören. Im Mai 1946 präsentiert Oldenburg einen Gegenentwurf, der einen Bundesstaat Weser-Ems fordert.
Mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ erhält das Land Hannover seine rechtlichen Grundlagen.
Am 23. November 1946 genehmigt die britische Militärregierung die Vereinigung des Landes Braunschweig (mit Ausnahme des östlichen Teils des Landkreises Blankenburg sowie der Exklave Calvörde des Landkreises Helmstedt, die an die sowjetische Besatzungszone fallen und in das Land Sachsen-Anhalt integriert werden), des Landes Hannover (mit Ausnahme des Amtes Neuhaus, das an die sowjetische Besatzungszone fällt und erst 1993 Niedersachsen wieder angegliedert wird), des Landes Oldenburg und des Landes Schaumburg-Lippe zum neuen Land Niedersachsen. Die wesentlichen Bestandteile des bisherigen Landes Braunschweig werden als Verwaltungsbezirk Braunschweig Bestandteil des neuen Landes.
Er umfasst die kreisfreien Städte Braunschweig, Goslar und Salzgitter (der Name dieser Stadt war damals noch Watenstedt-Salzgitter) und die Landkreise Braunschweig, Gandersheim, Goslar, Helmstedt und Wolfenbüttel sowie den Restkreis Blankenburg (dessen neuer Kreissitz Braunlage im Harz wird).
Zum Landkreis Braunschweig gehört bis dahin und auch nach Bildung des "Verwaltungsbezirks Braunschweig" amtlich die rund 150 km entfernt liegende Exklave Thedinghausen bei Verden kurz vor Bremen.
Der Landkreis Goslar mit den Städten Goslar und Salzgitter ist erst 1942 im Austausch gegen den bis dahin braunschweigischen Landkreis Holzminden von der preußischen Provinz Hannover zum Land Braunschweig gekommen. Im gleichen Jahr wurde die Stadt Watenstedt-Salzgitter aus braunschweigischen und preußischen (Provinz Hannover) Gebietsteilen neu gebildet. Damit konnte seinerzeit ein einigermaßen geschlossenes braunschweigisches Territorium geschaffen werden.
Am Ende des Jahres 2004 wurden alle Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen aufgelöst.
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"Braunschweig (Land)".
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