Braunau am Inn ist eine im oberösterreichischen Innviertel gelegene Grenzstadt zum Freistaat Bayern (Bundesrepublik Deutschland). Die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirkes ist bekannt als Geburtsort Adolf Hitlers.
Geografie
Braunau am Inn liegt im Innviertel auf 351 m Höhe, etwa 15 km östlich des Zusammenflusses von
Inn und
Salzach.
Gegenüber, auf der deutschen Seite des Inns, liegt das bayerische
Simbach am Inn.
Die geografische Ausdehnung beträgt 9,1 km von Nord nach Süd, 7,8 km sowie von West nach Ost.
Von den 24,7 km² Gesamtfläche sind 16,2 % bewaldet, 53,0 % sind landwirtschaftlich genutzt.
Gliederung des Stadtgebiets
Die Stadt ist in die drei
Katastralgemeinden Braunau am Inn, Osternberg und Ranshofen gegliedert. Weitere Ortsteile der Gemeinde sind: Aching, Au, Blankenbach, Braunau Neustadt, Gasteig, Höft, Haiden, Haselbach, Himmellindach, Laab, Lach, Lindach, Maierhof, Neue Heimat, Oberrothenbuch, Roith, Scheuhub, Tal, Unterrothenbuch.
Geschichte
- 788 erste urkundliche Erwähnung von "Rantesdorf" (Ranshofen)
- 1120 wurde Braunau zum ersten Mal urkundlich unter dem Namen "Prounaw" erwähnt.
- 1260 Verleihung des Stadtrechts
- 1380 Großer Stadtbrand, die hölzerne Stadt der Gründerzeit samt Innbrücke wird durch einen Großbrand völlig zerstört.
- 1439 - 1466 Bau der Stadtpfarrkirche Sankt Stephan
- 1492 Grundsteinlegung für den 96 Meter hohen Turm der Stephanskirche
- 1504 Beschießung der Stadt Braunau durch die Pfälzer, kurzzeitige Besetzung.
- 1705 Während des Oberländer Bauernaufstandes ist Braunau für einige Zeit in der Hand der Rebellen, siehe: Braunauer Parlament und Sendlinger Mordweihnacht
- Während des bayerischen Volksaufstandes Sendlinger Mordweihnacht 1705 und 1706 tagte in Braunau der Landesdefensionskongress (Braunauer Parlament). Neben dem in Weng geborenen Anführer Johann Georg Meindl berichtet Christian Probst von weiteren Anführern aus dem Gericht Braunau: der alte Hofbauer von Wuerlach, der rotbartete Schwaiger, der Schienkhueber zu Mitterndorf, der Neuhauser zu Hochburg, der Meindlsberger im Amt Eggelsberg, der Wirt von Ibm und ein Freiherr von Taufkirchen, der dort Beamter war.
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Politik
Im Gemeinderat hat die SPÖ 21 Mandate, die
FPÖ 4,
FMU 5 und die
ÖVP 7 Mandate. (2003)
Wappen
Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens:
In Silber oben nebeneinander zwei freischwebende Schildchen, im rechten in Schwarz ein goldener, rot bekrönter und gewaffneter, aufgerichteter Löwe, das linke von Silber und Blau schrägrechts gerautet; unten zwei grüne, doppelt verschlungene Zweige, der rechte mit Lindenblättern, der linke mit Dolden besetzt. Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß.
Der gerautete silber-blaue Teil und der Pfälzischer Löwe soll die lange Verbundenheit mit Bayern symbolisieren.
Wirtschaft
In der Wirtschaft dominieren
Industrie und
Gewerbe, wo rund 58 % der Beschäftigten tätig sind.
- geothermisches Kraftwerk (in Kooperation mit Simbach am Inn)
- Austria Alu Guss (AAG)
- Austria Metall AG (AMAG)
- Berner (Schraubenfabrik)
- Innkristall
- Optimo (Schlafsysteme)
- EKB-KTB, Elektro- u. Kunststofftechnik (ein Tochterunternehmen der Dräxlmaier Group)
- doppler (Schirmfabrik)
Verkehr
Braunau liegt an der von
Neuötting kommenden
Eisenbahnlinie, die sich hier in Äste nach
Ried im Innkreis und
Steindorf bei Straßwalchen (wo sie beide in verschiedene Äste der
Westbahn münden) gabelt.
Über Bundesstraßen ist Braunau mit Salzburg, Straßwalchen, Ried im Innkreis und der weiter nach Schärding führenden Innkreisautobahn A8 verbunden. Über eine Innbrücke ist Simbach zu erreichen.
Öffentliche Einrichtungen
Ämter und Behörden
- Bezirkshauptmannschaft http://www.bh-braunau.gv.at/
- Bezirksgericht
- Finanzamt für Braunau, Ried und Schärding (FA41), Ried und Schärding
- Vermessungsamt
- Polizeiinspektion http://www.bundespolizei.gv.at/organisation/result.aspx?master=OOE&parent=2014
- Arbeitsmarktservice http://www.ams.at/
- Arbeiterkammer, Bezirksbauernkammer, Kammer der gewerblichen Wirtschaft
Bildungseinrichtungen
Braunau hat mehrere Volks- und Hauptschulen, ein Bundesgymnasium und -realgymnasium
*, eine Handelsakademie, eine
Höhere technische Lehranstalt, eine Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe und eine Berufsschule.
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Kultur und Sehenswürdigkeiten
Persönlichkeiten
- Der Bildhauer Felizian Hegenauer, geboren am 27. Jänner 1692 in Braunau am Inn, Todestag und Sterbeort (vermutlich im ostschwäbischen Markt Türkheim) unbekannt, hinterließ zahlreiche bedeutende Schnitzwerke in Kirchen Oberschwabens, vor allem in Pfullendorf.
- Der Komponist Josef Reiter (Komponist) wurde am 19. Januar 1862 in Braunau am Inn geboren. Er starb am 2. Juni 1939 in Bad Reichenhall.
- Franz Jetzinger, Dr.theol. wurde 1882 in Ranshofen bei Braunau am Inn geboren. Jesuitenpriester, Theologieprofessor in Linz, Redakteur und sozialdemokratischer Politiker (1919-1934 Landtagsabgeordneter, 1932-1934 Mitglied der Landesregierung). Autor des Werkes "Hitlers Jugend" (1958).
- Die Literaturkritikerin und Literaturwissenschafterin Evelyn Polt-Heinzl ist 1960 in Braunau am Inn geboren.
- Der Sänger Lukas Perman wurde am 24.Oktober 1980 als Lukas Permanschlager in Braunau am Inn geboren.
Literatur
- Konrad Meindl, Geschichte der Stadt Braunau am Inn Braunau 1882.
- Sebastian Hiereth, Geschichte der Stadt Braunau am Inn. 1. Teil. Herausgeber Stadtgemeinde Braunau am Inn 1960
- Sebastian Hiereth, Geschichte der Stadt Braunau am Inn. 2. Teil. Herausgeber Stadtgemeinde Braunau am Inn 1973
- Hans von Hammerstein, Im Anfang war der Mord. Erlebnisse als Bezirkshauptmann von Braunau am Inn und als Sicherheitsdirektor von Oberösterreich in den Jahren 1933 und 1934. Verlag für Geschichte und Politik, Wien 1981.
- Max Eitzlmayr, Braunauer Album. Braunau am Inn 1985.
- Max Eitzlmayr, Braunau - die historische Handelsstadt, Braunau 2. Aufl. 1997 (Kurzführer durch die Stadt)
- Florian Schwanninger, Im Heimatkreis des Führers. Nationalsozialismus, Widerstand und Verfolgung im Bezirk Braunau 1938-1945. Edition Geschichte der Heimat. Buchverlag Franz Steinmaßl, Grünbach 2005.
Weblinks
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