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Brasilien (portugiesisch Brasil *) ist der flächen- und bevölkerungsmäßig fünftgrößte Staat der Erde und mit über 186 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt 47 % des Kontinents ein und grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn gesehen) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik und hat so mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine gemeinsame Grenze.
São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. São Paulo ist das größte deutsche Investitionszentrum außerhalb der EU und den USA. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, so dass sich die Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Dieser rapide Bevölkerungszuwachs brachte der Stadt eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität.
Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis im Jahre 1960 Brasília zur Kapitale ernannt wurde. Trotzdem ist Rio de Janeiro die bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile.
Die Hauptstadt Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt. Sie wurde von Lúcio Costa im Auftrag des damaligen Präsidenten Kubitschek geplant, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude. Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran, wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile ebenfalls von Favelas geprägt. Heute hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Millionen Menschen.
70 % der Bevölkerung Brasiliens lebt in den Großstädten.
Siehe auch: Liste der Städte in Brasilien
Siehe auch: Liste der Flüsse in Brasilien | Iquazu.jpg | Amazonas.png
Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas. Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Stadt Rio Grande.
Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz), da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Rio Araguaia und ist immer noch größer als beispielsweise Jamaika.
Im Süden befindet sich an der Grenze zu Bolivien und Paraguay ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Pantanal.
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Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonas
Flachlandtapir.jpg Besonders bekannt sind im gesamten Amazonasgebiet vor allem Papageien, Tukane und Kolibris. Es sind etwa 1.500 Insekten- und Schmetterlingarten bekannt. Größere Waldtiere sind der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma. Daneben bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. Auch zahlreiche Fischarten (ca. 1.500) sind im Amazonas beheimatet. Darunter der größte bekannte Süßwasserfisch der Welt: Der pirarucú ist 2 m lang und wiegt etwa 100 kg. Ein Zitteraal, der 800 Volt-Stromschläge austeilt, und der Piranha, gut 30 cm lang, sind ebenso spektakulär.
Der äußerste Nordosten Brasiliens, früher ebenso aus Regenwald bestehend, wird mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen und den Anbau von Baumwolle genutzt. Vereinzelt lassen sich noch Mangroven und Palmenhaine finden.
Das halbwüstenähnliche Bergland im Zentrum und Süden des Landes (Sertão) ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region ist mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Ferner sind die Tiervorkommen in dieser Region klein. Nur wenigen Tieren wie dem Ameisenbär oder dem Gürteltier genügen die Bedingungen.
Das Pantanal weist dagegen eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Mittelwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser. Höher gelegene Gebiete der Region sind überwiegend Savannen.
Im Südosten dominieren Kaffeeplantagen und Weiden für Rinder, daneben die besiedelten Gebiete. Die ursprüngliche Vegetation ist nur noch in einigen Nationalparks zu finden.
Der Süden zeigt eine subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder wurden für den Export zerstört. Diese Bäume erreichen eine Höhe von bis zu 40 m und sind Lebensraum für Affen und Eichhörnchen. Heute sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger.
2003 betrug die Geburtenziffer 19,5 Neugeborene auf 1.000 Einwohner. Die Durchschnittliche Kinderzahl je Frau betrug 2,1. Die Sterbeziffer betrug 6,7 auf 1.000 Einwohner.
Die Lebenserwartung lag 2003 bei der männlichen Bevölkerung bei 65,4 Jahre und bei der weiblichen Bevölkerung bei 73,3 Jahre.
83,3 % der Bevölkerung leben im Jahr 2003 in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen; in den Außenbezirken bilden sich Favelas genannte Armensiedlungen.
Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. So waren bis 1998 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Etwa 5 Millionen Familien gelten als landlos. Den schwersten Stand haben dabei Afro-Brasilianer, bei denen Armut, Säuglingssterblichkeit und Diskriminierung wieder zunehmen. Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seit 2003.
Ein Großteil der brasilianischen Bevölkerung sind Schwarze. Sie sind Nachfahren der afrikanischen Sklaven, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert in das Land gebracht wurden. Sie stammen aus den ehemaligen portugiesischen Kolonien Angola und São Tomé und Príncipe, aber auch aus Nigeria, Benin, Togo, Ghana und der Elfenbeinküste. Heute besitzt Brasilien nach Nigeria die zweitgrößte Zahl an Einwohnern mit afrikanischer Herkunft; sie haben sich jedoch im Laufe der Zeit stark mit der europäischstämmigen Bevölkerung vermischt.
Nach einer Erhebung des IBGE bezeichnen sich nur rund 11 Millionen Brasilianer und Brasilianerinnen selbst als Schwarze, da Schwarzsein noch immer mit sozialer und wirtschaftlicher Diskriminierung verknüpft ist. Der größte Teil der afrobrasiliansichen Bevölkerung lebt im Nordosten.
Siehe auch: Einwanderung nach Brasilien
Die indigenen Völker in Brasilien waren traditionell halbnomadische Stämme, die sowohl von Jagen und Sammeln, als auch von einfacher Landwirtschaft lebten. Ein großer Teil der eingeborenen Bevölkerung starb im Zuge der europäischen Kolonialisierung, meist an eingeschleppten Krankheiten, in Folge von Zwangsarbeit, oder durch die Hand der Kolonialisten. Der Großteil der verbleibenden Indios wurden mehr oder weniger Teil in der Gesellschaft und vermischte sich im Laufe der Zeit mit den europäischen Einwanderern. Von schätzungsweise 5 bis 6 Millionen Indios zur Zeit der Entdeckung ging die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 1950 auf nur 100.000 zurück.
In den letzten 50 Jahren wurden politische Fortschritte zur Verbesserung der Situation der Indios gemacht. Bis 1997 ist die indigene Bevölkerung wieder auf etwa 300.000 angewachsen. Nach Angaben der brasilianischen Botschaft leben heute ungefähr 410.000 Indios in Brasilien, was rund 0,2% der gesamten Bevölkerung entspricht. 2005 gab es Berichte über einen erneuten Anstieg in der Zahl der in Brasilien lebenden Indios auf etwa eine halbe Million. In diesem Fall hinge das Anwachsen wahrscheinlich auch mit der Einwanderung von Indios aus den Nachbarländern Bolivien, Peru und Kolumbien zusammen.
Zwischen 100.000 und 200.000 Indios leben heute in Städten, wodurch die indianische Kultur zunehmend verloren geht. Nur wenige Stämme in vereinzelten Reservaten im Amazonasgebiet leben noch nach ihrer eigenen Kultur. Aber auch im Regenwald ist die indigene Bevölkerung verschiedensten Bedrohungen ausgesetzt. Durch die Abholzung des Urwalds wird ihr Lebensraum dauerhaft zerstört. Dabei werden die erwirtschafteten Erlöse aus dem Amazonasgebiet heraus transferiert, es mangelt also an wichtigen Investitionen oder gar Entschädigungen. Minenarbeiter und Goldgräber belasten nicht nur mit schwerem Gerät und giftigen Chemikalien die Flüsse und Böden nachhaltig, sie bringen auch Krankheiten und große Mengen Alkohol in die Indianergebiete. Zudem kommen häufig gewaltsame Übergriffe der Arbeiter auf die ansässige Urbevölkerung vor, die manchmal in regelrechten Massakern ausarten.
Der Regierung wird dabei Mitschuld vorgeworfen, da Mörder nur selten wirklich strafrechtlich verfolgt werden. Außerdem vergibt sie Genehmigungen zur wirtschaftlichen Nutzung von Gebieten, (z.B. zur Ölförderung) die von Indios bewohnt sind.
Minderheitensprachen der Einwanderer
Aufgrund der Einwanderung gibt es in Brasilien zahlreiche Minderheitensprachen. Etwa 1,5 Millionen Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass bei den Sprachminderheiten die Zahl der Sprecher sehr optimistisch berechnet ist. Diese Volksgruppen gehörten teilweise zu den ersten Siedlern und ihre Nachfahren verstehen fast nur noch Portugiesisch. In den Ortschaften, die als Zentren für Einwanderer galten, entstanden oftmals brasilianische Dialekte der Einwanderersprache. Beispiele sind Talian, brasilianisches Italienisch, oder das Riograndenser Hunsrückisch.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein gab es (besonders im Süden) ganze Gemeinden, in denen ausschließlich Deutsch oder Italienisch gesprochen wurde, da insbesondere die deutschen Auswanderer und deren Nachfahren über eine gute Infrastruktur aus Schulen, Vereinen u.ä verfügten und zumeist in relativ geschlossenen Kolonien lebten. Als während des autoritären Regimes des Estado Novo (1937-1945) eine Nationalisierungskampagne durchgeführt wurde, geriet die deutsche Gemeinschaft zunehmend unter Druck, da der Staat den Assimilierungsprozess forcierte. Der Eintritt Brasiliens in den Zweiten Weltkrieg bot den entsprechenden Anlass, um die Sprachen der Feindstaaten zu verbieten und deutsche und italienische Schulen zu schließen, woraufhin das Portugiesische auch in diesen Ortschaften Einzug hielt.
Fremdsprachen
Englisch ist als Fremdsprache noch nicht so etabliert wie in europäischen Ländern. Obwohl sie normalerweise in den Schulen unterrichtet wird, fasst die Sprache nur langsam Fuß in Brasilien. Auch in den Großstädten ist es nicht selbstverständlich, dass die Leute Englisch sprechen oder verstehen. Für gewöhnlich verstehen die Brasilianer aber zumindest ansatzweise Spanisch, auch wenn sie die Sprache selbst nicht sprechen. In den Grenzgebieten zu anderen südamerikanischen Ländern bildete sich das sogenannte Portunhol heraus, eine Mischsprache aus Portugiesisch und Spanisch, das die Verständigung erleichtert.
1960 betrug die Zahl der Katholiken noch 91,6 % an der Gesamtbevölkerung bis 1985 nahm sie auf 83,2 % ab und heute geht man von ca. 75 % aus. Trotz der stetigen Abnahme ist Brasilien ein konservativ-katholisch geprägtes Land. Vor allem in ländlichen Gegenden spielt die Religion noch eine große Rolle. Über 78 % der Katholiken praktizieren ihren Glauben.
Siehe auch: Katholische Kirche in Brasilien, Kirche im kolonialen Brasilien, Gnadauer Brasilien-Mission
Schon mindestens 10.000 Jahre vor der Entdeckung durch die Europäer war Brasilien besiedelt. Vor allem Höhlen im Amazonas-Gebiet waren bewohnt, hier am bekanntesten die nach der Flussinsel Marajó benannte Marajoara-Kultur mit ihren wunderschönen Keramiken. Große Stätten wie die der Inkas oder Mayas sind aber nicht bekannt. Das Land wurde nach dem in Europa sehr beliebten Brasilholz, einem roten Edelholz, das heute nur noch höchst selten ist, benannt.
Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und neben anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten. Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven einfache Siedlungen, sogenannte Quilombos, auf. Als in den Quilombos Aufstände gegen die Unterdrückung der Schwarzen ausbrachen, zerstörte man bis 1699 alle Siedlungen wieder. 1763 wurde Rio de Janeiro zur Hauptstadt ernannt, weil sich das wirtschaftliche Zentrum des Landes auf den Süden verlagerte. 25 Jahre später führte der Offizier und Zahnarzt Tiradentes (= der Zahnzieher) einen Aufstand an, der aber scheiterte. 1792 wurde der heutige Nationalheld der Unabhängigkeit Brasiliens hingerichtet. Gleichzeitig begann ein Konflikt mit Spanien, weil die Bandeirantes-Expeditionen die Westgrenze Brasiliens entgegen der Vereinbarungen verschoben.
Der ehemalige Kriegsminister Marschall Artur da Costa e Silva, Kandidat der Regierungspartei ARENA (Aliança Renovadova National; deutsch: Allianz zur nationalen Erneuerung) wurde 1966 zum Präsidenten gewählt. Die Brasilianische Demokratische Bewegung (MDB, Movimento Democrático Brasileiro), die einzige legale Oppositionspartei, weigerte sich aus Protest einen Kandidaten für die Wahl aufzustellen, weil die Regierung alle ernst zu nehmenden Gegenkandidaten nicht zugelassen hatte. 1966 gewann die ARENA auch die National- und Parlamentswahlen. Das Jahr 1968 stand im Zeichen von Studentenunruhen und Streiks. Das Militärregime reagierte mit politischen Säuberungsaktionen und Zensur. Im August 1969 wurde Costa entmachtet. Das Militär bestimmte General Emílio Garrastazu Médici zu seinem Nachfolger, der Kongress wählte ihn zum Präsidenten. Unter Médici wurden die Repressionen verstärkt und in der Folge nahmen die revolutionären Aktivitäten zu. Der römisch-katholische Klerus erhob seine kritische Stimme immer öfter und prangerte die Bedingungen der armen Bevölkerung an.
1974 wurde General Ernesto Geisel, nach seiner Militärkarriere Präsident der Petrobras, der staatlichen Ölmonopolgesellschaft, zum brasilianischen Präsidenten gewählt. Aufgrund der relativen politischen Stabilität und gezielter Förderung der Industrie war die Zeit der Militärmachthaber zugleich eine Zeit des Wirtschaftsbooms; viele Investoren - auch aus Deutschland - haben in den 70er Jahren in Brasilien investiert. So avancierte Sao Paulo zur „größten deutschen Industriestadt außerhalb Deutschlands“, was sicherlich auch heute noch zutrifft.
Anfang der 80er Jahre schwächte die Militärregierung die Repression deutlich ab, bis schließlich 1985, auch aus Mangel an eigenen Optionen aus dem Militärkader und bereits inmitten einer Wirtschaftskrise mit galoppierender Inflation, freie Wahlen zugelassen wurden.
Siehe auch: Liste der Präsidenten Brasiliens, Zeittafel Brasilien
Die Verfassung aus dem Jahr 1988 gewährt der Bundesregierung weitgehende Befugnisse. Der Präsident wird für eine Amtsperiode von vier Jahren direkt vom Volk gewählt. Seit 1998 kann er einmal wiedergewählt werden. Er besitzt eine weit reichende exekutive Gewalt, ist Staatsoberhaupt und Regierungschef und stellt das Kabinett zusammen.
Nach einer Übergangsbestimmung wurde 1993 ein Referendum über die Staats- (Monarchie oder Republik) und Regierungsform (Präsidial- oder parlamentarisches System) abgehalten. Die Bevölkerung entschied mit jeweils großer Mehrheit (87 % bzw. 69 %) für die Republik und ein Präsidialsystem. Im vierten Versuch wurde Luiz Inácio Lula da Silva, genannt Lula, 2002 zum Präsidenten gewählt.
Politische Probleme Brasiliens sind schwache Parteien ohne ideologisch begründete Programme. Diese bilden Koalitionen, die nie lange halten, somit müssen Gesetze meist durch Absprachen verabschiedet werden. Viele kleine Parteien und Korruption (1992 wurde der damalige Präsident Fernando Collor de Mello aus diesem Grund des Amtes enthoben) führen zu einer politisch sehr unstabilen Lage und zu einer nahezu zur Untätigkeit verdammten öffentlichen Verwaltung. Auch der vor allem beim einfachen Volk beliebte Präsident Lula da Silva musste sich mit seiner Parteiführung unlängst Korruptionsvorwürfen stellen, die nicht ausgeräumt wurden.
Brasilien empfängt jährlich etwa 376 Millionen US-Dollar Entwicklungshilfe, den Großteil stellen Japan und die EU-Länder zur Verfügung.
Brasília_-_Praça_dos_três_poderes.jpeg Das brasilianische Parlament, der Nationalkongress oder Congresso Nacional, besteht aus zwei Kammern:
Nach den Wahlen von 2002 haben sechs Parteien den Einzug in die Abgeordnetenkammer geschafft, stärkste Kraft ist die Partido dos Trabalhadores mit 18 %. Im Senat sind neben vier großen Parteien ebenso eine Reihe kleiner Gruppen vertreten. Die meisten Senatsabgeordneten (jeweils 23 %) gehören der Partido do Movimento Progressista und der Partido da Frente Liberal an.
Die schwerste Krise der Legislaturperiode durchlebte die Regierung Lulas im Sommer 2005. Der PTB, Koalitionspartei in der Regierung, wurde Korruption vorgeworfen, was deren Vorsitzender Roberto Jefferson massiv bestritt und ähnliche Vorwürfe gegen zwei andere Regierungsparteien richtete. Sie würden ein Monatsgeld erhalten und dann den Gesetzesvorschlägen kollektiv zustimmen. Finanziert werde das angeblich durch Spenden großer Unternehmen, die dafür Staatsaufträge bekommen hätten. Daraufhin nahmen die Polizei und Untersuchungsausschüsse des Kongresses Ermittlungen auf, die immer mehr finanzielle Nebengeschäfte der Politiker aufdecken konnten. Dutzende Politiker - auch Berater des Präsidenten und Minister der Regierungsparteien, insbesondere des sich bis dahin als „sauber“ präsentierenden PT - legten ihr Mandat im Kongress nieder. Auch wenn eine persönliche Verwicklung bisher nicht nachgewiesen werden konnte, litt das Ansehen des Präsidenten stark unter den Vorwürfen. Reformen zum Wahl- und Parteifinanzierungssystem wurden in Angriff genommen, aber noch nicht beschlossen.
In der Abgeordnetenkammer sind diese sieben Parteien, neben einer Reihe kleiner Gruppen, vertreten: PT, PFL, PMDB, PSDB, Partido Progressista Brasileiro (PPB), Partido Trabalhista Brasileiro (PTB) und Partido Liberal (PL).
Wichtige Parteien des letzten Jahrhunderts, die mittlerweile aufgelöst sind:
Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht für wehrfähige Männer über 18 Jahren. Der Etat des Verteidigungsministeriums liegt bei über 9,5 Milliarden US-Dollar.
Mit etwa 190.000 Mann ist das Heer die bei weitem größte Teilstreitkraft Brasiliens. Während die Infanterie gut ausgerüstet ist, mangelt es aber an Maschinerie. Mit etwa 500 Kampfpanzern und 1500 gepanzerten Fahrzeugen wäre das Land im Ernstfall kaum in der Lage, das weite und schwer zugängliche Hinterland zu sichern. In Friedenszeiten wird die Armee auch zum Katastrophenschutz und Rettungsdienst, sowie für wissenschaftliche Dienste (auf der Antarktis-Forschungsstation Comandante Ferraz) eingesetzt. Innerstaatliche Bedrohungen, wie Kriminalität oder Terrorismus sind in Brasilien ausschließlich Sache der Polizeikräfte; das Heer wird für solche Aufgaben nicht herangezogen.
Die Luftwaffe beschäftigt 73.500 Personen (2005) und ist damit die größte in Lateinamerika. Ihr kommt in Brasilien eine hohe Bedeutung zu, da sie sowohl für die riesigen Landflächen als auch für weite Seegebiete am Besten geeignet ist. Daher ist die Luftwaffe sehr modern ausgestattet. Flugzeuge und Helikopter stammten zumeist aus den USA oder aus Europa; neuere Anschaffungen kommen vermehrt vom brasilianischen Flugzeugbauer Embraer, um das Militär unabhängig von ausländischen Importen zu machen.
Auch die Marine ist modern und gut ausgerüstet. Durch das große Flusssystem, das sich bis weit ins Landesinnere erstreckt, ist die Marine auch im Inland einsetzbar. Sie besitzt daher viele Patrouillenboote und leichte Kampfschiffe, die die Binnengewässer sichern. In dieser Funktion unterstützt die Marine auch das brasilianische Heer und besitzt Amphibienfahrzeuge und sogar Kampfpanzer. Für den Einsatz auf hoher See stehen mehrere Kampfschiffe zur Verfügung, sowie einige modifizierte U-Boote aus deutscher Fabrikation. Brasilien unterhält außerdem einen Flugzeugträger samt Ausstattung. Es handelt sich dabei aber eher um ein Prestigeobjekt, das die Vormachtstellung Brasiliens im lateinamerikanischen Raum unterstreichen soll.
Auch die Rüstungsindustrie ist gut entwickelt. Brasilien ist der fünftgrößte Waffenexporteur der Welt. Während der Militärdiktatur bestand ein langjähriges, geheimes Kernwaffenprojekt. Deutschland war Brasiliens wichtigster Partner auf dem Gebiet der (friedlich genutzten) Kernenergie und unterstützte das Land unter anderem mit der Lieferung von Kernreaktoren und Anlagen zur Uran-Anreicherung. Wie viel deutsches Know-How tatsächlich in das Kernwaffenprogramm floss, und inwiefern die deutsche Regierung über das brasilianische Atomprojekt wusste, lässt sich allerdings nur schwer sagen. Wahrscheinlich gab es auch eine Kooperation mit Argentinien, das ebenfalls ein geheimes Atomprogramm unterhielt. In den 80er Jahren war das Kernwaffenprojekt bereits sehr weit entwickelt und man nimmt an, dass Brasilien kurz vor der Atombombe stand.
Aber mit dem Übergang in die Demokratie hat Brasilien schließlich auch das Vorhaben aufgegeben, Kernenergie für militärische Zwecke zu nutzen. Die offizielle Aufgabe des Atomwaffenprogramms erfolgte 1998 mit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrags.
Im Jahr 2004 übernahm das Land zum ersten Mal in seiner Geschichte eine größere Verantwortung und Rolle im Rahmen einer UN-Friedensmission in Haiti. 1.470 Soldaten sind in dem Karibikstaat stationiert und im Juli 2004 hat Brasilien die Führung der internationalen Truppen übernommen.
In 150 Universitäten werden fast 2,8 Millionen Studenten unterrichtet. Etwas mehr als die Hälfte der Hochschulen sind staatlich. Sie sind für alle Menschen mit qualifizierendem Schulabschluss nach einer Aufnahmeprüfung frei zugänglich und gebührenfrei. Die privaten Hochschulen finanzieren sich über unterschiedlich hohe Studiengebühren. Entsprechend schwankt ihre Ausstattung und die Qualität der Lehre. An den staatlichen Hochschulen werden zweimal jährlich einheitliche und offizielle Aufnahmeprüfungen, sogenannte vestibulares, durchgeführt. Die Bewerberzahl übersteigt meist bei weitem die Anzahl der vorhandenen Studienplätze. Bewerber bereiten sich deshalb nach dem Abitur oft mit sogenannten cursinhos auf das vestibular vor, die von privaten Bildungseinrichtungen angeboten werden und dementsprechend kostenpflichtig sind. Wer im vestibular keinen Studienplatz erhält, hat die Möglichkeiten, bis zum nächsten Semester zu warten und das vestibular erneut zu absolvieren oder auf einer der privaten Hochschulen zu studieren.
Bekannt sind die brasilianischen Forschungen zur Nutzung regenerativer Energien, die zum Beispiel beim Bau des Wasserkraftwerks Itaipú (Vorbild des Dreischluchtendamms) Anwendung fanden. Auch der Motorenbau verdient Beachtung: Das erste Auto mit Alkoholmotor lief 1979 in Brasilien vom Band und der Ingenieur Vincente Camargo entwickelte im Jahr 2005 den ersten Alkoholmotor (Methanol) für Flugzeuge, welches von der Flugzeugbaufirma (Neiva-Embraer) als erstes erprobt wurde. Die Forschung in der Luftfahrt findet traditionelle besondere Beachtung in Brasilien. Alberto Santos-Dumont - nach dem der nationale Flughafen in Rio de Janeiro benannt ist - führte die weltberühmten Luftschiffflüge um den Eiffelturm durch. Er zeigte seine ersten Luftschiffe 1898 in Paris, benutzte dabei die ersten Sicherheitsgurte, erwähnte 1902 als Erster die Funktion eines Flughafens, demonstrierte bei einem Flug 1904 die erste Fliegeruhr, eröffnete 1905 das erste Luftfahrtmuseum in Paris, absolvierte 1906 die ersten beglaubigten und öffentlichen Motorflüge in Bagatelle und entwickelte das erste Motorflugzeug nach dem Modell Plano esporte 1909. Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton bezeichnete ihn als „Vater der Luftfahrt“.
2004 wurden in Brasilien 21.742 Patente angemeldet, davon stammen 50 % von brasilianischen Personen bzw. Unternehmen.
| Gesundheit (Daten von 2005) | |
|---|---|
| Lebenserwartung (in Jahren) | 66 (m) / 73 (w) |
| Kindersterblichkeit | 3,9 % (m) / 3,2 % (w) |
| Ausgaben für Gesundheit | 7,9 % des BSP |
| Aids-Tote (2003) | 15.000 |
| Gemeldete AIDS-Neuerkrankungen (2003) | 25.123 |
| Quelle: Weltgesundheitsorganisation, UNAIDS | |
Da dem staatlichen Gesundheitswesen nur wenig Geld zur Verfügung steht, sind viele Krankenhäuser stark renovierungsbedürftig und veraltet. Obwohl nur 15 % der Ausgaben für Gesundheit in die Prävention fließen, konnte die Säuglingssterblichkeit seit 1970 um zwei Drittel gesenkt werden. Ein Arzt betreut im Durchschnitt 633 Patienten, 87 % der Bevölkerung erhalten sauberes Trinkwasser. Die häufigsten Todesursachen sind Herzerkrankungen, Krebs, aber auch Unfälle und Gewalt.
Anfang des Jahrzehnts verklagten Pharmakonzerne aus der ganzen Welt den Staat wegen Patentrechts-Verletzungen. Zu Grunde lag die Forderung der brasilianischen Regierung, die teuren ausländischen Medikamente zu verbilligen und somit auch den erkrankten Brasilianern zugänglich zu machen, die sich die entsprechenden Medikamente nicht leisten können. Da die Konzerne dieser Forderung nicht nachkamen, stellte Brasilien für über 100.000 der mittlerweile etwa 660.000 HIV-Infizierten kostenlose AIDS-Medikamente zur Verfügung. 2001 wurde die Klage jedoch fallengelassen. 2005 kam es zu einem ähnlichen Streit zwischen Brasilien und der US-Pharmaindustrie.
Neben einer Verbesserung der Verhältnisse zu Mexiko, Konkurrent im Kampf um die Vorherrschaft in Lateinamerika, erreichte Präsident Lula in seiner Amtszeit eine gute Partnerschaft mit Venezuela. Unter anderem bot er Vermittlung im Streit mit Kolumbien an.
In den letzten Jahren wurden vermehrt auch Fußballer und ihre Familienmitglieder entführt. Berühmte Beispiele sind Robinhos Mutter Marina de Souza und der Vater des Weltfußballers 1994 Romario.
Um die hohe Zahl an Gewaltopfern zu verringern wurde im Januar 2004 ein Gesetz vorgeschlagen, das den privaten Waffenbesitz verbieten sollte. Dieser Gesetzesvorschlag ist 2005 per Volksreferendum abgelehnt und deshalb ausgesetzt worden.
Der Distrito Federal hat eine besondere Bedeutung. Er ist in der Verfassung festgeschrieben und ist direkt der brasilianischen Regierung unterstellt.
So liegt zum Beispiel die Autobahn SP-280 im Bundesstaat São Paulo und verläuft von West nach Ost. Neben ihrem offiziellen Namen sind einige Straßenverbindungen auch noch nach berühmten Persönlichkeiten benannt.
Die Busverbindungen sind im Gegensatz zu den Bahnverbindungen sehr gut ausgebaut. Busse verkehren zwischen allen größeren Städten in regelmäßigen Intervallen und auch zwischen kleineren Städten einigermaßen zuverlässig. Es gibt verschiedene Preisklassen vom einfachen Reisebus bis hin zum vollklimatisierten Bus mit Fernsehern und Reisebegleitern. Wegen der sehr großen Entfernungen werden auch Flugreisen innerhalb Brasiliens immer wichtiger. Allerdings sind die Kosten für die meisten Brasilianer zu hoch, so dass sie auch lange Reisen mit dem Bus unternehmen. Es etablieren sich aber immer mehr Fluggesellschaften, die nach Vorbild europäischer Billigfluglinien erschwingliche Flüge innerhalb des Landes anbieten. Der größte Flughafen des Landes ist Aeroporto de Cumbica in Guarulhos bei São Paulo mit jährlich fast 13 Millionen Passagieren. Um die zwei überlasteten Flughäfen von São Paulo zu entlasten, ist in Campinas, in 80 km Entfernung von São Paulo, der Ausbau des dortigen Flughafens Viracopos zum größten Flughafen Lateinamerikas mit einer Kapazität von jährlich bis zu 55 Millionen Passagieren in Planung.
| wirtschaftliche Indikatoren | |
|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt (Atlas) | 552,7 Mrd. US-$ (2005) |
| Bruttoinlandsprodukt pro Kopf | 3090 US-$ (2005) |
| Bruttosozialprodukt | 604,9 Mrd. US-$ (2005) |
| Wirtschaftswachstum | 5,2 % (2004) |
| Inflationsrate | 5,8 % (2003) |
| Arbeitslosenrate | 9–10 % (2004) |
| Armutsrate | 22 % (2005) |
| wirtschaftliche Struktur (2004) | |
| Landwirtschaft | 10,4 % |
| Industrie | 40,0 % |
| Dienstleistungen | 49,6 % |
| Bilanzen (2004) | |
| Exporte | 109 Mio. US-$ |
| Importe | 80,1 Mio. US-$ |
| Nettoeinkommen | -20,5 Mio. US-$ |
| Zahlungsbilanz | 11,7 Mio. US-$ |
| Quelle: Weltbank | |
Brasilien wird im allgemeinen ein großes ökonomisches Potential zugeschrieben. Das liegt unter anderem an der fortgeschrittenen Industrialisierung, politischer Stabilität und an der großen Menge an Rohstoffen, insbesondere gewaltiger Vorkommen an Eisen. Ebenso stärkt die südamerikanische Zollunion Mercosul den Markt in Lateinamerika und eröffnet auch der brasilianischen Wirtschaft weitreichende Möglichkeiten. Neben den lateinamerikanischen Staaten sind die USA und die Europäische Union die wichtigsten Handelspartner. Im Außenhandel gewinnt aber auch die Volksrepublik China zunehmend an Bedeutung.
Während des ersten Weltkriegs geriet das Land, weil die wichtigsten Export-Artikel (Kaffee, Zucker, etc.) von einem enormen Preisverfall betroffen waren, in eine wirtschaftliche Krise. Hilfe kam mit Kapital und Immigranten aus Großbritannien. Mit Ausnahme des ersten Weltkriegs konnte die Wirtschaft und auch das Verkehrsnetz in den ersten 30 Jahren des 20. Jahrhundert stetig wachsen.
1917 kam es zu ersten großen Streikwellen in São Paulo und Rio de Janeiro, auf die die Regierung mit Unterdrückung reagierte. In den 1920er Jahren bildeten sich Arbeiterparteien und Gewerkschaften, doch dies führte nicht zu einer stärkeren Stellung im Staat, da sie keine Vertretung in oberen Schichten hatten. Auch die Leutnantbewegung Tenentismo ab 1922 konnte daran nichts ändern, da Versuche einer Revolution scheiterten.
Ein aktuelles Problem der brasilianischen Wirtschaft ist die steigende Urbanisierung und Zuwanderung der Landbevölkerung in die Städte. Allein in Brasilia steigt sie pro Jahr um 3 %, was in den Armenvierteln katastrophale Auswirkungen hat.
Mit großen, gut entwickelten Landwirtschafts-, Bergbau-, Produktions-, und Dienstleistungssektoren auf der einen Seite und einem großen Vorrat an Arbeitskräften auf der anderen ist die brasilianische Wirtschaft heute die kräftigste Südamerikas und gewinnt auf dem Weltmarkt an Bedeutung. Die wichtigsten Exportprodukte sind Kaffee, Kakao, tropische Früchte, Sojabohnen, Zucker und Eisenerz. 40 % der brasilianischen Agrarausfuhren gehen in die EU, 17 % in die USA.
Auf den meist von „Zuckerbaronen“ beherrschten Zuckerrohrplantagen herrschen äußerst schlechte Bedingungen. Menschen arbeiten teilweise in sklavenähnlichen Verhältnissen in riesigen Monokulturen.
MST95642.jpeg Zu den größten Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft zählen nach wie vor die Inflation und die Kluft zwischen einer wohlhabenden, gut ausgebildeten Bevölkerungsminderheit und der schlecht ausgebildeten Mehrheit, die größtenteils am Rande des Existenzminimums lebt. Es gibt eine große Bewegung von Landlosen, die Movimento dos sem terra (MST), die für eine Landreform kämpfen.
Wichtige brasilianische Unternehmen sind: Petrobras (Erdöl), Companhia Vale do Rio Doce (Bergbau), Gerdau (Metallverarbeitung), AmBev (Getränke), Embraer (Flugzeugbau), Norberto Odebrecht (Baugewerbe), Sadia (Lebensmittel). Auch große ausländische Unternehmen wählten Brasilien zum Schwerpunkt ihrer südamerikanischen Aktivitäten, so der Volkswagen-Konzern, Nestlé, Parmalat oder Autolatina, die brasilianische Tochter des Fiat-Konzerns.
Da Regenwaldboden nährstoffarm ist, ist er auf die Wiederverwertung der Mineralstoffe im Laub angewiesen. Bei solch feuchtem Klima zersetzen Mikroorganismen das Laub in recht kurzer Zeit. Wenn aber kein Wald und damit auch kein Laub mehr auf dem Boden liegen, trocknet er aus und es kommt zu Erosion. Sind die gerodeten Flächen nun größer, kann sich der Wald dort nicht regenerieren. Bäume binden Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt auslöst. So sind an den Treibhausabgasausstößen des Landes Brandrodungen mit 75 % beteiligt, während die Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht einmal ein Viertel ausmachen. Im Amazonasgebiet leben viele Tier- und Pflanzenarten. Der Wert ihres Genbestandes für Medizin und Landwirtschaft lag 2001 bei etwa 2 Billionen US-$. Diese Arten können ohne Regenwald nicht überleben. Aber alleine von August 2003 bis August 2004 wurden in Brasilien 26.130 km² Regenwald vernichtet. Das entspricht fast der Fläche Brandenburgs. Die Behörden zum Schutz des Regenwaldes haben unter Geld- und Personalmangel, sowie Korruption zu kämpfen. Dennoch konnte 2002 das weltweit größte Schutzgebiet eines tropischen Regenwalds im Norden Brasiliens gegründet werden.
Ein weiteres Umweltproblem ist der Bauxit-Tagebau, der die Flüsse verschmutzt und die indigene Bevölkerung gefährdet. 2000 erlitt zum Beispiel der Fluss Iguaçu eine Ölpest. Ein Jahr später sank vor der brasilianischen Küste die größte Ölplattform der Welt und bedrohte das dortige Ökosystem. In den Städten hat man mit Luftverschmutzung und Abwasserproblemen zu kämpfen.
In Brasilien wird dem Kraftstoff eine gewisse Menge Alkohol beigemischt. Neben umwelttechnischen Gründen (Reduzierung der Schadstoffemissionen) ist dafür hauptsächlich der Kostenfaktor verantwortlich: Ethanol ist bis zu zweimal billiger als Automobil- und bis zu viermal billiger als Flugbenzin. Der Anteil an Ethanol im Benzin ist gesetzlich geregelt und wurde 2006 von ehemals 25% auf 20% gesenkt. In Brasilien ist es möglich mit Autos zu fahren, die einen Ethanol-, Benzin- oder einen Flex-Fuel-Motor besitzen. Das dreimillionste Flex-Fuel-Auto wurde im Dezember 2005 verkauft und auch die ersten Flugzeuge fliegen mit Ethanol, was die Luftverschmutzung insgesamt reduziert. Das erste mit Alkohol betriebene Flugzeug der Welt, die EMB-202 Ipanema, wurde 2002 von Embraer in Brasilien gebaut. Brasilien ist der viertgrößte Auto- und mit 12000 Flugzeugen der zweitgrößte Flugzeug-Konsument der Welt.
Brasilien hat sich an diesen Umweltabkommen beteiligt: Ramsar-Konvention (1971), Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (1973), Konvention über die biologische Vielfalt (1992), Basler Konvention (1989), Rahmenübereinkommen über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen (1992), Kyoto-Protokoll (1991).
In Brasilien gibt es etwa 380 Tageszeitungen. Die bekanntesten von ihnen sind Folha de São Paulo, O Estado de São Paulo, O Día und O Globo. Letztere gehört zur Globo-Gruppe, die die brasilianische Medienlandschaft beherrscht, und der vorgeworfen wird, einzelne Parteien oder Kandidaten zu favorisieren. Ihre jetzige Stellung wird aber von internationalen Konzernen und dem Internet bedroht.
Es gibt einen staatlichen Radiosender neben über 2.900 privaten Stationen. In ganz Brasilien gab es 1997 etwa 70 Millionen Radiogeräte. Darüber hinaus gibt es 19 staatliche und etwa 250 private Fernsehsender. Die Reichweite des Mediums Fernsehen ist in Brasilien relativ groß: 90,3 % der Haushalte hatten 2003 einen Fernseher.
Im Jahre 1999 gab es 200 Internetdienstanbieter. Fünf Jahre später (2004) galten gut 19,3 Millionen Brasilianer als Internet-User. Eine Zensur des Online-Angebots gibt es nicht.
Im 20. Jahrhundert gewann der Impressionismus, der in Europa schon in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts auftrat, immer mehr an Bedeutung. Bedeutende Künstler dieser Zeit waren Manuel Santiago und José Pancetti, noch angesehener war aber Candido Portinaris. Er selbst gilt als größter Künstler Brasiliens des vergangenen Jahrhunderts. Da er mit hochgiftigen Farben malte, erkrankte er an Krebs und verstarb früh. Seine berühmten Kunstwerke hängen in Gebäuden wie der UN-Zentrale in New York. Kunstkritiker halten ihm hoch, dass in seinen Werken die Originalität Brasiliens am besten hervorgehoben wird.
Avenida_paulista_masp.jpg In den 1940er und 50er Jahren entwickelte sich der Soziale Realismus. Portinaris Kunstwerke mit sozialen Themen werden diesem Stil zugeordnet. Aus der abstrakten Kunst der 1960er bis 80er Jahre stechen vor allem die Brüder Thomaz und Arcangelo Ianelli hervor. Eine bedeutende Gruppe brasilianischer Künstler ist unter dem Namen Gruppe der 19 bekannt. Ihr gehören zum Beispiel die Surrealisten Mario Gruber und Otavio Araujo an. Marcelo Grassman, ebenfalls einer der 19, erstellte mittelalterliche Stiche. Das vierte Mitglied ist Lena Milliet, die zu den ersten brasilianischen Frauen zählt, die in der Kunst Anerkennung fanden. Daneben ist Carlos Araujo, der mit riesigen Ölbildern berühmt wurde, zu nennen. Mit dem selben Stil arbeitet Nora Beltran, die die politischen und sozialen Zustände in Brasilien karikiert. Gustavo Rosa malt zwar nicht surrealistisch, dennoch ironisch.
Heutzutage ist die Biennale in São Paulo das größte Kunstereignis in Brasilien. In diese Veranstaltung liegt der Schwerpunkt auf Gemälden von international renommierten Künstlern. Auch Rio de Janeiro ist ein Kunstzentrum. Kleinere, weniger bekannte Orte haben bei Experten aber ebenfalls ein hohes Ansehen, beispielsweise der zentralbrasilianische Ort Goiás. Recife ist für João Camara und Gilvan Samico bekannt. Brasiliens berühmtester und in den Augen vieler bester Holzschnitzer ist Maurino Araujo, weshalb auch seine Heimatstadt Minas Gerais unter Kunstliebhabern bekannt ist.
Die Kunst der Indianer ist sehr vergänglich. Für aufwändige Körperbemalungen benötigt man oft mehrere Tage, doch die Farben halten oftmals nicht viel länger. Auch der bunte Federschmuck als Kopfbedeckung ist nur selten in Museen zu sehen.
Villa Lobos image 02.jpg Die brasilianische Musik ist von portugiesischen, afrikanischen und indigenen Musiktraditionen beeinflusst worden. Über die indigene Musik der vorkolonialen Zeit ist kaum etwas bekannt, die erste Beschreibung datiert aus dem Jahre 1568. Ein französischer Pastor beschrieb damals in einem Buch über seine Reise in das Land die Tänze und Gesänge der Ureinwohner. Die Musik veränderte sich unter dem Einfluss der europäischen Siedler und afrikanischen Sklaven.
1922 kam es durch die Semana de Arte Moderna (Woche der modernen Künste) zu einer musikalischen Revolution. Mit Heitor Villa-Lobos an der Spitze entstand eine Gruppe neuer Komponisten, die Elemente der brasilianischen Folklore in ihre moderneren Lieder einbauten. In den 1950er Jahren kam der Bossa Nova auf. Diese Musikrichtung gilt als die „brasilianische Variante des Jazz“: sie lehnt sich an nordamerikanischen Jazz an, bleibt aber geprägt von südamerikanischen und afrikanischen Rhythmen. Als bekanntester Vertreter und Mitbegründer des Bossa Nova gilt Antônio Carlos Jobim. Er verhalf dem Stil in den 1960ern zu großem internationalem Erfolg. Sein Wirken erreichte für Brasilien eine derart große Bedeutung, dass man u.a den internationalen Flughafen von Rio de Janeiro nach ihm benannte. Einer der größten Hits des Bossa Nova in den 60er Jahren schrieb und sang Sérgio Mendes mit Mas que nada. Dieser Titel wurde später unzählige Male kopiert. Heute wird der Bossa Nova vorwiegend von den älteren Brasilianern gehört. Der Tropicalismo (auch Tropicália) entstand Ende der 1960er Jahre zur Zeit der Militärdiktatur. Musikalisch handelt es sich um eine Mischung aus Bossa Nova, Folk und Rock, das wesentliche Element ist aber ein gemeinsames politisches Bewusstsein der Künstler. Ihre Abneigung gegen die Diktatur und die Einschränkung ihrer Rechte fand im Tropicalismo ihren Ausdruck. Die Texte sind daher im allgemeinen regimekritisch und nicht wenige Musiker mussten ins Exil gehen. Wichtige Vertreter sind Gilberto Gil und Chico Buarque, die es mit geschickter Chiffrierung ihrer Liedtexte sogar geschafft haben, die Zensur zu umgehen und ihre Lieder in Brasilien zu veröffentlichen. Gilberto Gil übt seit 1. Januar 2003 das Amt des Kulturministers von Brasilien aus. Seine Zielsetzung ist es, den Zugang zur Kultur zu demokratisieren. Er unternimmt Reisen in entlegene Gebieten des Landes, um den Menschen dort zu sagen, daß sie wichtige Träger der brasilianischen Kultur sind.
Entgegen ihrem Namen hat die Música Popular Brasileira, oft mit MPB abgekürzt, nur wenig mit dem gemeinsam, was man hierzulande unter Popmusik versteht. Die Bezeichnung umfasst eine Vielzahl an Stilrichtungen, die aber stets typische Elemente aus einzelnen Regionen des Landes aufgreifen. In Brasilien gilt MPB als Ausdruck des musikalischen und nationalen Selbstverständnisses. In diesem Sinne stellt MPB gewissermaßen eine Weiterentwicklung der brasilianischen Folklore dar.
Die wohl bekannteste brasilianische Musikform ist der Samba. Er entstand aus der Musik der afrikanischstämmigen Bevölkerungsteile und ist sehr rhythmuslastig. Populär wurde der Samba durch den jährlichen Karneval in Rio. Dort präsentieren sich die größten und renommiertesten Sambaschulen in riesigen Paraden im Wettstreit um den Titel der „besten Sambaschule Brasiliens“. Neben den Umzügen zur Karnevalszeit spielen die Bands manchmal auch auf den Straßen oder unterstützen mit ihrer Musik politische Demonstrationen und Streiks.
Es gibt eine unüberschaubare Zahl an regionaltypischen Musikstilen, die sich entsprechend der verschiedenen kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Gebiete entwickelt haben. Música Nordestina ist ein Sammelbegriff für die Musik aus dem Nordosten, der eine besonders große musikalische Vielfalt besitzt. Hier sind Instrumente wie Akkordeon und Gitarre vorherrschend. Recife im Speziellen ist bekannt für den Frevo, der auch Einflüsse aus der Militärmusik besitzt. Forró wird von Trios mit Trommel, Triangel und Akkordeon gespielt. Ein traditioneller afro-brasilianischer Stil ist Maracatu, welcher mit großen Trommeln, Glocken und Rasseln gespielt wird
Eine besondere Rolle als musikalischer Impulsgeber spielt Salvador da Bahia. Seit 1949 nehmen hier Afoxé-Blocos an den Karnevalszügen teil, die ihre Wurzeln in der Musik des Candomblé haben und auch im Zusammenhang mit der Freiheitsbewegung der afrobrasilianischen Bevölkerung zu sehen sind. Seit den 1980er Jahren ist in Salvador der Samba-Reggae entstanden.
Besonders in den regionaltypischen Musikrichtungen kommen Instrumente afrikanischen Ursprungs zum Einsatz, so zum Beispiel die Berimbau, ein bogenförmiges Rhythmusinstrument mit einem hohlen Kürbis an einem Ende, oder die Xequerê, ein mit Muscheln bestücktes Schüttelinstrument.
In den letzten Jahren setzte sich vor allem bei den Jugendlichen die Musikrichtung Axé durch. Axé wird dem Samba, ausgenommen in der Karnevalszeit, mehr und mehr bevorzugt. Die Mischung aus Samba, Pagodé und Pop ist enorm rhythmusbetont und gut tanzbar. Zum Teil thematisieren die Texte kritische Themen, wie Armut, soziale Ungerechtigkeit oder Korruption. Bekannte Gruppen des Axé sind beispielsweise Olodum, Daniela Mercury, Ivete Sangalo, Banda Eva, Araketu oder Terra Samba. In den offenen Cafés in Brasilien wird aber in erster Linie Pagode gespielt. Das Publikum ist meist um die 30 oder 40 Jahren alt. Bekannte Gruppen des Pagode sind Exaltasamba, Só Pra Contrariar und Art Popular.
Eine neue Entwicklung ist auch der Drum&Bossa Sound. Ein Mix aus dem Englischen Drum&Bass und dem Brasilianischen Bossa Nova.
Die berühmtesten Autoren dieser Zeit sind Mário de Andrade und Oswald de Andrade; ebenfalls internationale Bekanntheit erlangt hat Jorge Amado. Der brasilianische Erfolgsautor Paulo Coelho ist zur Zeit der weltweit meistgelesene Autor. 2004 erhielt Lígia Bojunga den bedeutenden Astrid-Lindgren-Preis für Kinderliteratur.
Brasilien: mit 108 Lizenzen im Jahr 2004 Deutschlands zweitwichtigster Lizenzabnehmer auf dem amerikanischen Kontinent (nach den USA mit 175 Lizenzen). Fehlende Sprachkenntnisse und hohe Übersetzungskosten sind trotzdem noch Barrieren. Die Buchmesse Sao Paulo ist die vielleicht wichtigste Südamerikas.
Aufgrund der Größe des Landes ist es schwierig die Brasilianische Küche zu definieren. Es ist gesichert, dass sie durch die portugiesische Kolonisation beeinflusst wurde. Als Nationalgericht gilt die Feijoada, ein Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen mit allerlei Fleisch. Üblicherweise wird Feijoada mit Reis, Farofa (ein Maniokmehl) und Orangenscheiben serviert. Wegen des großen Abstands zwischen den Orten sind die Verpflegungsstationen an Fernstraßen wichtig. Hier wird zwischen kommerziell betriebenen Snackbars mit großem Angebot an Sandwiches und anderen einfachen Gerichten und kleinen, familiären Haltepunkten, die meist nur ein Gericht (Reis, Kartoffeln oder Bohnen mit einer Fleischsorte) bieten.
Denn die Hauptstadt Brasília ist Höhepunkt brasilianischer Architektur, sie wurde erst in den 1960er Jahren errichtet und unterliegt einem genauen Plan. Nach einer Ausschreibung, bei der der Sieger mit Lúcio Costa schon vorher feststand, plante Costa den Aufbau der Stadt, Niemeyer war wie schon in Pampulha für die meisten Gebäude zuständig und Burle-Marx entwarf Plätze und Parks. Brasília ist heute berühmt für modernistische Gebäude.
Siehe auch: Fußball in Brasilien
Sehr beliebt ist auch Volleyball in Brasilien. Besonders für Beachvolleyball ist das südamerikanische Land bekannt. Zudem wurde Footvolley, eine Mischung aus Fuß- und Volleyball, in Brasilien erfunden.
Des weiteren ist Brasilien der Gastgeber des letzten im Formel-1-Rennkalender verbliebenen lateinamerikanischen Grand Prix, des Großen Preises von Brasilien, und hat bedeutende Rennfahrer hervorgebracht wie Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet, Ayrton Senna und Rubens Barrichello.
Bekanntester Tennisspieler Brasiliens ist Gustavo Kuerten.
Als typisch brasilianisch kann Capoeira bezeichnet werden, was besser mit dem Begriff Kampftanz denn mit Kampfsportart kategorisiert wird. Capoeira wurde von der schwarzen Bevölkerung praktiziert. Da es den Sklaven nicht erlaubt war, irgendeine Art von Waffen zu tragen, entwickelten sie Capoeira als Form der Selbstverteidigung: Sie verbindet kämpferische Elemente mit Akrobatik, Spielerei und Tanz. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich eine gewisse Mode um Capoeira. Sie ist mittlerweile in der ganzen brasilianischen Bevölkerung verbreitet und findet auch im Ausland Beliebtheit. Im Zuge der in den letzten Jahren wachsenden Verbreitung der Kampfsporte und -künste aus dem MMA und insbesondere Grappling - Bereich erlangten international Vale tudo, Luta Livre und BJJ große Anerkennung.
| Datum | Name | Deutscher Name | Anmerkungen |
|---|---|---|---|
| 1. Januar | Confraternização Universal | Neujahr | |
| 20. Januar | São Sebastião | Sankt Sebastian | nur in Rio de Janeiro |
| 25. Januar | Aniversário de São Paulo | Gründung der Stadt São Paulo'' | nur in São Paulo |
| beweglich | Carnaval | Karneval | zweitägig |
| beweglich | Quarta-feira de Cinzas | Aschermittwoch | nur morgens |
| beweglich | Sexta-Feira da Paixão | Karfreitag | |
| beweglich | Páscoa | Ostern (Ostersonntag) | |
| 21. April | Tiradentes | Gedenken an Joaquim José da Silva Xavier, genannt Tiradentes (Nationalheld Brasiliens) | |
| 23. April | São Jorge | Sankt Georg | nur in Rio de Janeiro |
| 1. Mai | Dia do Trabalho | Tag der Arbeit/Maifeiertag | |
| beweglich | Corpus Christi | Fronleichnam | |
| 9. Juli | Revolução Constitucionalista | konstitutionelle Revolution | nur im Bundesstaat São Paulo |
| 7. September | Independência do Brasil | Unabhängigkeitstag Brasiliens | |
| 12. Oktober | Nossa Senhora Aparecida | Erscheinung der Gottesmutter Maria (Schutzpatronin Brasiliens) | auch als Kindertag gefeiert |
| 2. November | Finados | Allerseelen | |
| 15. November | Proclamação da República | Nationalfeiertag (Ausrufung der Republik) | |
| 20. November | Zumbi dos Palmares, Dia da Consciência Negra | Zumbi von Palmares, Gedenktag an Schwarze | nur in Rio de Janeiro |
| 25. Dezember | Natal | Weihnachten (1. Weihnachtsfeiertag) |
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