Brasília - Praça dos três poderes.jpeg)]] Brasília ist die Hauptstadt Brasiliens. Sie liegt im Distrito Federal do Brasil (Bundesdistrikt) und hat 199.062 Einwohner (Stand 1. Juli 2005) sowie eine Fläche von 472,12 km². In der Metropolregion, die identisch ist mit der Bodenfläche des Bundesdistriktes, leben 2.277.259 Menschen (2005) auf einer Fläche von 5.822 km². Er ist somit etwas kleiner als der Kanton Bern und mehr als doppelt so groß wie das Saarland. Der Bundesdistrikt stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern wäre - mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur - eher mit einem kleinen Bundesstaat vergleichbar.
Dieser Artikel behandelt die Kernstadt Brasília in der gleichnamigen Verwaltungsregion nach Definition 1. Der ganze Bundesdistrikt wird im Artikel Distrito Federal do Brasil beschrieben.
Der meiste Niederschlag fällt während der Regenzeit zwischen Oktober und April mit 121 bis 246 Millimeter im Monatsmittel, der wenigste in der Trockenzeit zwischen Mai und September mit acht bis 56 Millimeter im monatlichen Durchschnitt.
Mit der Umgestaltung wurde im Jahre 1956 begonnen. Bereits am 21. April 1960 war die Planhauptstadt fertig gestellt und konnte von Präsident Kubitschek eingeweiht werden. Brasília löste damit Rio de Janeiro als neue Hauptstadt des Landes ab. Verantwortlicher Stadtplaner war Lúcio Costa. Der Architekt Oscar Niemeyer trug als Chef des staatlichen Bauamtes die Verantwortung für das Projekt Brasília und entwarf die öffentlichen Gebäude. Als Grundriss für die Stadt wurde die Form eines Flugzeuges gewählt. Sie wird architektonisch von der Kathedrale und dem Parlamentsgebäude geprägt. Dieses Projekt trug damals den Namen „plano piloto“.
Am 21. April 1962 wurde die Universität von Brasília eröffnet. Wenig später, am 31. Mai, wurde nach zehn Jahren Aufbau die Kathedrale eingeweiht. 1967 wurde der Fernsehturm fertig gestellt, 1977 das Postamt, 1978 der Stadtpark und 1981 die Zentralbank. Seit 1987 steht Brasília auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. 1992 ist mit dem Bau der U-Bahn begonnen worden und am 31. März 2001 konnte der erste Streckenabschnitt offiziell eingeweiht werden.
Die eigentliche Stadt Brasília ist mit etwa 200.000 Einwohnern (Stand 1. Juli 2005) und einer Fläche von 472,12 Quadratkilometer hinter Ceilândia (348.688 Einwohner) und Taguatinga (259.123 Einwohner) nur die drittgrößte im Bundesdistrikt. Die meisten Bewohner leben in den Vorstädten und ländlichen Regionen außerhalb der Stadt Brasília.
Die Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion, die identisch ist mit der Bodenfläche des Distrito Federal do Brasil, nahm in den letzten fünf Jahrzehnten eine rasante Entwicklung. Lebten 1950 erst 36.000 Menschen dort, waren es mit 2.277.259 im Jahre 2005 rund 63mal soviel. Der Bundesdistrikt hat eine Fläche von 5.822 Quadratkilometer. Er ist somit etwas kleiner als der Kanton Bern (5.959 Quadratkilometer) und ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland (2.570 Quadratkilometer). Er hat eine Bevölkerungsdichte von 394 Einwohnern je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.826.
Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Der Rückgang der Bevölkerung um über 180.000 Menschen zwischen 1985 und 1991 ist auf administrative Maßnahmen und Zwangsumsiedlungen von Menschen mit niedrigem oder keinem Einkommen in die Satellitenstädte in der Umgebung von Brasília zurückzuführen.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1950 | 36.000 |
| 1960 | 68.665 |
| 1964 | 90.582 |
| 1970 | 156.668 |
| 1975 | 202.775 |
| 1977 | 236.411 |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1980 | 316.058 |
| 1985 | 396.207 |
| 1991 | 213.760 |
| 1996 | 199.020 |
| 2000 | 198.422 |
| 2005 | 199.062 |
Hohe Arbeitslosigkeit und deren soziale Begleiterscheinungen wie hoher Alkohol- und Drogenkonsum sowie ansteigende Kriminalitätsraten prägen das Bild der Vorstädte. Die Lebensqualität in Brasília mit Grünflächen, Versorgungseinrichtungen und guter Infrastruktur ist für die dort lebenden Menschen im Vergleich zu anderen Städten des Landes hoch.
Der Stadt fehlt aber durch wenig vorhandene soziokulturelle Einrichtungen das pulsierende und kulturelle Leben einer Hauptstadt. Die Politiker, Abgeordneten und Angestellten verbringen das Wochenende lieber in anderen Städten des Landes. Die hypermoderne Hauptstadt mit ihren im extravaganten Stil errichteten Gebäuden ist für Brasilien ein Symbol des Fortschritts und bietet mit ihrer klimatischen Beschaffenheit, Lebensqualität, Landschaftsplanung, reicher Vegetation und entschärfter Verkehrssituation noch weitere Entwicklungsmöglichkeiten.
Die größte Bank Brasiliens die Banco do Brasil hat ihren Hauptsitz in Brasília.
Östlich davon wird die Achse von zwei schlanken Türmen des Parlamentsgebäudes und dem See begrenzt. Westlich davon steht das 1981 fertig gestellte Kubitschek-Denkmal. Im Norden und Süden liegen die Wohnbezirke, Hotels und Einkaufszentren. Etwas außerhalb der dicht bebauten Nord- und Südflügel befinden sich das Sportstadion, das meteorologische Observatorium, das Autodrom, der Campingplatz und der Tierfriedhof.
Die Monumentalachse vom Fernsehturm bis zum „Praça dos Três Poderes“ (Platz der drei Gewalten) ist zu Fuß begehbar. Hinter dem alten Busbahnhof steht links das Nationaltheater und auf der rechten Seite die Kathedrale. Die „Esplanada dos Ministérios“, die Straße der Ministerien, beginnt hinter der Kathedrale. Der „Palácio do Itamaraty“ spiegelt sich in dem das Gebäude umgebenden Wasserbecken.
Das Parlament, der „Congresso Nacional“, steht am Ende der Monumentalachse. Auf der anderen Seite, am „Praça dos Três Poderes“, befinden sich der Präsidentenpalast, der Oberste Gerichtshof und als neuestes Gebäude ein Pantheon zur Erinnerung an Tancredo Neves (1910–1985) – ein Mahnmal für die Demokratie. Auf der linken Seite des Platzes liegt der Amtssitz des Präsidenten, der „Palácio do Planalto“. Links vom Fernsehturm steht in einem Wohngebiet die Kirche „Igreja Dom Bosco“. Letztere wurde von der Stadt Brasilia zu Ehren ihres Schutzpatrons Johannes Bosco (1815–1888) erbaut.
Zur Architektur, siehe auch die Literaturangaben im Artikel Oscar Niemeyer.
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