Die Brans-Dicke-Theorie (manchmal auch als Jordan-Brans-Dicke-Theorie bezeichnet) ist eine klassische Feldtheorie und eine der einfachsten Erweiterungen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Sie wurde von Robert H. Dicke und Carl H. Brans entwickelt, wobei sie frühere Arbeiten von Pascual Jordan benutzten. Sie ist der bekannteste Vertreter von Gravitationstheorien, in denen neben der Metrik der ART zusätzliche Skalare Felder auftreten.
Die Theorie ist noch nicht von Experimenten falsifiziert worden, allerdings ist der verbliebene erlaubte Parameterbereich für die Kopplungskonstante (s.u.) nur noch sehr klein.
Definition
Die
Wirkung der Brans-Dicke-Theorie lautet
- .
Hierbei ist g die Metrik, R die Spur des
Ricci-Tensors,
ein dimensionsloser Parameter,
ein skalares Feld und
die Wirkung der Materiefelder.
Im Unterschied zur ART, deren Wirkung durch gegeben ist, existiert ein zusätzliches skalares Feld , das über an die Krümmung koppelt.
Dies führt zu modifizierten Bewegungsgleichungen:
- ,
+\frac{1}{\phi}(\nabla_a\nabla_b\phi-g_{ab}\Box\phi),
wobei
der
Energie-Impuls-Tensor ist und T seine Spur. T stellt laut der ersten Gleichung eine Quelle für das Skalarfeld dar, welches, wie in der zweiten Gleichung ersichtlich, zur Krümmung beiträgt. Dies unterscheidet die Theorie von der ART, deren Bewegungsgleichungen durch
gegeben sind. Diese Modifikation führt zu veränderten Vorhersagen für Gravitationseffekte, wie z.B. die Lichtablenkung durch massive Körper oder die
Periheldrehung der Planeten. Durch Experimente konnten daher die erlaubten Werte für die Kopplungskonstante
, die als freier Parameter gewählt werden kann und die Größe der Abweichungen zu den Vorhersagen der ART kontrolliert, stark eingeschränkt werden.
Literatur
- C. H. Brans: The roots of scalar-tensor theory: an approximate history, gr-qc/0506063
- C. Misner, K. Thorne, J. A. Wheeler: Gravitation, W. H. Freeman, San Francisco 1973, ISBN 0-7167-0344-0. (speziell Kasten 39.1)
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